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The(G)net Review: Wanted Dead

In Hong Kong brennt's und die schräge Truppe der "Zombie Unit" ist einer riesigen Verschwörung auf der Spur. Da sich hinter Wanted Dead Ex-Entwickler von Ninja Gaiden (und Dead or Alive) verbergen ist ein hoher Bodycount garantiert.

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Detailliertes Gegnermodel, das sich leider viel zu oft wiederholt

Angeführt wird das hartgesottene Spezialteam von Ltd. Hannah Stone. Die brünette Söldnerin sieht zwar nicht nach viel aus, hat es aber faustdick hinter den Ohren. Ausgestattet mit einem üppigen Arsenal an Nah- und Fernkampfwaffen seziert und durchlöchert sie, teilweise mit NPC Unterstützung ihrer Crew, Heerscharen von Gangstern, Privat Infanteristen, wildgewordenen Bauprojektleitern, Türstehern und auch die obligatorische Auswahl an Cyborgs.


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Die Grafik schwankt von Hui bis Pfui

Wanted: Dead folgt den Spielmechaniken von Gears of War. Hannah rennt, schlittert und hechtet durch verschiedene Szenarien wie Hochhaus, Nachtclub oder ein Polizeirevier, versteckt sich hinter Schutzwänden, ballert aus der Hüfte auf die bewaffneten Feinde oder wechselt kurz in die Egoperspektive und eliminiert den Schurken mit einem Kopfschuss. Im Nahkampf zückt die flinke Spezialagentin ihr Katana und säbelt sich behände durch die Gegner Schar. Da kann auch schon mal ein Arm, Bein oder sogar der Kopf des Gegners in Mitleidenschaft gezogen werden.


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Schnipp Schnapp der Arm ist ab!

In gewissen Situationen verpassen wird dem Widersacher einen saftigen Finisher, von dem laut Entwickler 50 verschiedene Variationen existieren. Blutig wird es in Wanted auf jeden Fall. Wie auch schon bei Epics Kriegs Machwerk kämpfen wir uns durch Schlauchlevels und treffen alle paar Räume auf eine Horde von Feinden, die gnadenlos gleichzeitig angreifen. Gute Deckung und cleveres Ausweichen sind ein Muss, da besonders in den späteren Levels die Gegnerschar so massiv ist, dass es einem dauernden Kugelhagel gleichkommt. Unsere beiden Schiesseisen, Gewehr und Pistole, dürfen wir vor jedem Level oder Checkpoints kostenlos modifizieren (Recoil, Magazingrösse, Lauf etc.) um den eigenen Schiessstil anzupassen. Dies sind jedoch nicht die einzigen Knarren, die Hanna benutzen kann. Gefallene Feinde hinterlassen gelegentlich ihre Waffen wie Submachine Gun, Automatik Gewehr, Schrotflinte oder sogar einen mächtigen Granatwerfer und wer Glück hat stösst auf eine Kettensäge und schnetzelt sich unbekümmert für ein paar Minuten durch die Gegend.


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Die Offenheit täuscht - man ist stets in Schlauchlevels unterwegs

Grössere Ansammlungen sprengen wir mit einer Granate oder rösten die Spitzbuben mit einem Molotov Cocktail. Als Belohnung gibt es haufenweise Skillpunkte, die wir in neue Fähigkeiten pumpen. Wir schalten einen Dodge frei, erhöhen unsere Katanakombo, packen mehr Heiltränke ein, vereinfachen Finishingmoves, sichern uns eine Chargeattack oder verkürzen die Abklingzeit für den Superspecial, der sämtliche umliegende Kontrahenden aus den Socken haut. Streng der Genre Formel gefolgt, bekommen wir zum Levelende einen dicken Endboss serviert, inklusive bildschirmbreiter Lebensleiste.


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Die Exekutionsmaneuver sind stets ausgesprochen blutig

Nach Abschluss eines Levels gehts für ein kleine Intermezzo zurück ins Polizeirevier, um sich für die nächste Mission vorzubereiten. Bis auf ein paar simple NPC-Gespräche gibt es da aber nicht viel zu tun. Dass sich Wanted Dead selber nicht ganz ernst nimmt, sieht man nicht nur an den vielen Cutscenes und Einspielern. Überraschenderweise werden wir zwischen den Missionen gelegentlich in andere Genre entführt. Als Rhythm Game getarnt, singt Hannah mit einer Kollegin 99 Luftballons auf Deutsch und wir drücken fleissig die Knöpfe im Takt oder es verschlägt uns in die 2D-Branche und wir ballern uns wie in guten alten 16 Bit Zeiten durch einen mehrleveligen Gradius Klon. Diese Minispiele sind jedoch rein optional und haben weder einen Zusammenhang noch Einfluss auf die Hauptstory.

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Eines der Mini-Games ist ein 7 Level langer 2D Shooter

Fazit Armin:

Ich werde nicht ganz schlau aus Wanted: Dead. Einerseits will es ein blutiger, schneller Slasher/Shooter sein, verwirrt aber mit oberflächlichen Minispielen, die mehr langweilen als begeistern. Wanted Dead fühlt sich so an, als ob man Yakuza auf Wish bestellt hätte, minus den Qualitäten, die Sega's Gangsterepos so grossartig macht. Ich habe absolut nichts dagegen, wenn man unkonventionelle Mittel benutzt, um das Spielgeschehen aufzulockern, aber dann muss es erst im Erdgeschoss stimmen, dass im Estrich die Party steigen kann. Doch Wanted: Dead versagt in den meisten Bereichen.



Die Angriffsmöglichkeiten von Hannah sind auf den ersten Blick vielfältig, die einzelnen Komponenten fügen sich aber nur sehr gewollt zu einem Ganzen. Das Schiessen macht zwar gelegentlich Spass, aber ein durchschnittlicher Gegner schluckt locker 15 bis 20 Kugeln bis er sich verabschiedet, von den Mittel- und Endbossen will ich gar nicht reden. Die hakelige 1st-Person View wurde nur im Notfall genutzt, da dies für mich dank der schwammigen Steuerung die ineffektivste Angriffsvariante darstellt. So verkommt die anfangs interessante Modifikationsoption der Wummen zum belanglosen Extra. Auch die Deckungsmechanik ist eher schlecht als recht integriert und wurde von mir kaum genutzt. Meistens dashe ich an den Gegner ran, zerteile ihn mit einer Katana Knarren Kombo und hoffe auf einen schnellen Finisher, der mir ein wenig Lebensenergie zurück gibt, denn die aggressiven Feinde kommen teilweise im Dutzend angestürmt. Das immergleiche Bewegungsmuster und begrenzte Hieb Repertoire lässt mich mit einem wehmütigen Seufzer zurück. Die Standard Gegner sind stets die gleichen Kerle, einfach mit neuem Skin. Statt wenigstens ein wenig Variation reinzubringen, vermöble ich den 12. identischen Ganoven und frage mich, wann dies ein Ende findet. Zwar werden in den letzten Levels die Feinde etwas unterschiedlicher, aber auch nur weil man schamlos Minibosse und Endgegner als Normalogegner verwurstet. Ärgerlich und frustrierend! Ob die knapp 10 Stunden Spielzeit die CHF 60.- wert sind, sei jedem selbst überlassen.


Fazit Sascha:

Bereits bei der Ankündigung wurde ich hellhörig, da ich spiele wie Ninja Gaiden sehr mag. Wenn dann noch ein Cyberpunk-Setting, eine gewisse Sexyness, Knarren und Gore dazu kommen, kann eigentlich fast nichts mehr schief gehen. Fast! Von den Schöpfern von Ninja Gaiden hätte ich dann aber doch mehr erwartet, zumindest ein flüssigeres Spielgefühl. Den Schusswaffen fehlt es an Wucht und Durchschlagskraft (und Munition) und mit dem Katana ist das Trefferfeedback so lausig, dass es sich eher danach anfühlt, als würde ich in der Luft herum fuchteln, als mich durchs Fleisch der Gegner zu schneiden. So kann ich Wanted Dead weder als Cover-Shooter noch als Slasher richtig ernst nehmen. Und was nützen mir all die Upgrades und Attachements für mein Schiesseisen, wenn ich mit den stets gleichen Schwert-Kombos eigentlich viel erfolgreicher bin? Dazu kommen viele unfaire Stellen, ein frustrierend hoher Schwierigkeitsgrad, viel zu wenig Checkpoints, Kameraprobleme und nicht zuletzt beisse ich öfters ins Gras, weil die Steuerung nicht so will, wie ich es gerne hätte. Optisch gefällt mir Wanted Dead (trotz unverständlicher Performance Probleme auf Xbox Series X) hingegen recht gut und ich mag auch den den Ansatz und das Mischmasch aus albernen Dialogen, Anime Cutscenes, FMV Werbespots und Einflüssen der westlichen und asiatischen Popkultur. Wenn ich beim Spielen aber mehr Frust als Lust empfinde, ist irgendwo was schief gelaufen.



Wanted Dead gibt's für PS4/5, Xbox One/Series X und den PC. Armin hat die PS5 Version gespielt, Sascha die für Xbox Series X. Das Test-Muster stammt von 110 Industries, wofür wir uns herzlich bedanken.



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