EPOS H3 Hybrid Gaming-Headset im Test

EPOS, eine Firma die sich Audio auf die Stirn tätowiert hat. Wir haben das neue EPOS H3 Hybrid zum Test bekommen. Ob sich die Investition von immerhin knapp CHF 220.- auszahlt?


Epos H3 Hybrid Headset Kopfhörer Test Review

Das Headset wird in einer sehr stabilen Box geliefert, in welcher die Kopfhörer in Schaum sicher eingebettet sind. Das ganze Zubehör ist zusätzlich noch einmal in einer kleinen Schachtel untergebracht. Insgesamt finden wir folgendes Zubehör zum Kopfhörer: USB-C Kabel, 3.5mm Klinkenkabel, eine magnetische Abdeckung und den Mikrofonarm. So viele Kabel? Nun, das H3 Hybrid kann sowohl kabelgebunden, als auch kabellos über Bluetooth betrieben werden. Nehmt die PS4 als Beispiel: Diese unterstützt leider keine Audiogeräte über Bluetooth, also müsst ihr euer Headset z.B. via Klinkenstecker in den Controller stecken. Die verschiedenen Verbindungsmöglichkeiten machen das Headset somit richtig universal einsetzbar. Ihr könnt es für jede Konsole und den PC gebrauchen.


Epos H3 Hybrid Headset Kopfhörer Test Review

EPOS hat hier aber noch einen Schritt weitergedacht und erlaubt euch Audio-Mixing. Das bedeutet, eine Audioquelle via Kabel und eine Audioquelle via Bluetooth gleichzeitig. Und das Beste ist, dass beide Audiokanäle getrennt von einander geregelt werden können. Dies geschieht über die jeweiligen Lautstärkeregler der angeschlossenen Geräte. Was damit für verschiedene Kombinationen möglich sind lässt sich erahnen. Zum Beispiel das Mobiltelefon via Bluetooth verbinden und die Konsole via Kabel. Das macht schon deswegen Sinn, da dieses Headset sehr gut Umweltgeräusche auskapselt; quasi Noise-Cancelling betreibt. Ich kann zwar in einem reinen Voice-Chat noch meine Hausklingel, Tastaturgeklapper oder Mausklicks wahrnehmen, aber sobald noch Musik dabei spielt, sind Umgebungsgeräusche quasi nicht mehr zu hören.


Epos H3 Hybrid Headset Kopfhörer Test Review

Wie steht es um die Ton-Qualität? Lassen wir mal die üblichen Marketingspezifikationen aussen vor, die sind ja sowieso fast überall gleich. Es geht ja schliesslich um die Umsetzung, das heisst wie gut die Trällerteller von der Elektronik angesteuert werden. Wie üblich ist alles was Klangwahrnehmung betrifft im Grunde sehr subjektiv. Alter, jahrelange Gehörmisshandlungen, genetische Einflüsse... alles spielt da rein. Für mich nun klingt der Sound auf Standardeinstellungen über verschiedene Frequenzbänder hinweg sehr neutral und klar. Es gibt nach meinem Empfinden keine spürbaren Übersteuerungen, Untersteuerungen oder kratzende Bereiche. Mein Musikgeschmack ist breit gefächert von Klassik, Folk, über verschiedenste Metal-Stilrichtungen, Elektronik und Genres die manch einem gar nicht erst bekannt sind. Im Vergleich zu meinem Daily-Driver, seit 12 Jahren das AKG K530, ist der Sound merklich anders. Man hat hier versucht ein ausgewogenes Klangbild mit einer gewissen Klarheit zu schaffen. Es gibt Bass, aber der drückt jetzt nicht so die Membrane wie meine AKG. Dafür klingt es im Bereich der Höhen deutlich wärmer und feiner. Das gibt bei Violinen Musik, sowie bei Tenor- und Soprangesang schon ein anderes Gefühl. Insgesamt betrachtet ist der Basissound über das übliche Klangspektrum jedenfalls sehr gut gelungen.


Epos H3 Hybrid Headset Kopfhörer Test Review

Natürlich habe ich auch Voice-Chats und das Mikrofon ausprobiert. Dank Homeoffice und vielen Meetings konnte ich mir hier sehr gut Eindrücke über Tragekomfort und Sprachqualität verschaffen. Wie auch beim Spielen hat man bei dieser Tätigkeit das Gerät stundenlang auf dem Kopf. Angegeben ist das Gewicht bei 298g. Das entspricht in etwa einem guten Steak. Also nicht wirklich schwer und doch noch recht bekömmlich. Ich denke auch Leute ohne bulligen Stiernacken wie ich hätten damit über einen längeren Zeitraum keine Probleme.


Wunderbar empfand ich auch die Ohrpolster. Trotz dessen, dass diese die Ohren komplett umschliessen, habe ich selbst nach stundenlangen Meetingmarathons keine Schweissentwicklung im Bereich der Ohren festgestellt. Für Atmungsaktivität gebe ich den Ohrpolstern locker eine Eins mit Sternchen. Ach ja, ich bin übrigens Brillenträger und da hatte ich ja auch so leicht meine Bedenken, wie die Ohrmuscheln auf Dauer Druck auf die Brillenbügel ausüben würden. Völlig zu unrecht, muss ich sagen! Ich habe keinen Unterschied gespürt zum Brillentragen ohne Kopfhörer. Also auch hier hat mich das Gerät vollends überzeugt. Die Sprachqualität war auch wirklich sehr gut, wie man von dem vorherigen Abschnitt wohl hat ableiten können.


Epos H3 Hybrid Headset Kopfhörer Test Review

Betrachten wir mal die mechanischen Qualitäten des Headsets. Der Bügel ist aus Edelstahl und sitzt richtig schön stramm. Ist er einmal eingestellt, bleibt er auch dort; versehentlich verstellt, z.B. durch rumbewegen des Headsets, hat er sich bei mir nie. Zusätzlich besitzt er noch eine Messskala, falls das für jemand von Belangen sein sollte. Ich bin da Pragmatiker: Kopfhörer auf den Kopf, Ohrmuscheln runterziehen bis es angenehm passt.


Das Mikrofon ist in ein leicht flexibles, längliches Plastikteil eingebettet. Es sitzt auch nicht zu nah am Mund, heisst ein Getränk trinken setzt nicht zwingend voraus, dass man das Teil hochklappen muss. Was ich ganz toll fand: Es lässt sich sehr einfach abnehmen, da es am Kopfteil einen magnetischen Anschlusspunkt besitzt. Ein leichter Zug und man hat im Nu ein paar lässige Kopfhörer, was auch weniger blöd aussieht wenn man draussen damit unterwegs ist. Damit die Anschlüsse nicht verstauben oder dreckig werden, liegt eine magnetische Kappe bei, die sich direkt perfekt positioniert, sobald man damit dem Loch näher kommt. Damit aber auch weiterhin Telefonate unterwegs möglich sind, besitzt die linke Ohrmuschel zusätzlich ein eingebautes Mikrofon.


Epos H3 Hybrid Headset Kopfhörer Test Review

Weiterhin gibt es eine Taste an der rechten Ohrmuschel, die für Pairing und Anrufannahme zuständig ist. Ausserdem befindet sich hier noch ein Lautstärkeregler, den man im Grunde ignorieren kann (er sieht zum Glück auch aus wie eine Abdeckkappe). Der funktioniert eher schlecht als recht. Er reagiert sehr verzögert und die Lautstärke justiert sich oft sprunghaft. Vielleicht lässt sich das Verhalten aber auch per Firmwareupdate korrigieren? Eine Taste auf der linken Seite schaltet das Gerät, nach längerem halten, an bzw. aus. Der USB-C- sowie Klinkenanschluss befinden sich ebenfalls hier. Das Gute beim Klinkenanschluss ist, dass dieser ins Gehäuse eingelassen wurde und der Stecker richtig tief reingesteckt wird und merklich einrastet. Der fällt sicher nicht einfach so mal raus!


Und zu guter Letzt ist da noch eine Betriebs-LED, die in verschiedenen Farben kurz leuchtet, je nachdem was gerade der Betriebszustand ist. Die Akkuleistung gibt der Hersteller abhängig vom Betriebsmodus von 19 bis 37 Stunden an. Ich habe jetzt keine Stoppuhr laufen lassen, aber es hat wirklich sehr lange gehalten. Geladen wird über das USB-Kabel und somit auch im USB-Betriebsmodus. Beim Einschalten des Headsets gibt es sogar eine Sprachausgabe mit dem aktuellen Akkustand und damit das Gerät nicht allzu schnell leer wird, schaltet es sich nach einer Stunde Leerlauf automatisch aus.


Epos H3 Hybrid Headset Kopfhörer Test Review

Software gibt es zu dem Headset natürlich auch. Braucht man die? Also meine Antwort wäre: "Jein".

Vorteile der Software:

  • Firmware-Updates

  • Ändern der Funktion des rechten Tasters

  • Aktivieren des (virtuellen) 7.1 Surround-Modus'

  • Equalizer zum Klangprofil anpassen

  • Aktivieren von "Side-Tone" (sich beim Sprechen selbst hören)

  • Diverse Mikrofon-Tuning Optionen

Woah, die Liste ist aber mal lang?! Also, im Grunde funktioniert das Headset auch ohne die ganzen Zusatzfeatures super. Das einzige, was mir wirklich aufgefallen ist: Habe ich an einer PS4 den Mikrofontest ausgeführt, ist an der Konsole direkt das "Side-Tone" Feature aktiv. War das Headset jetzt via Bluetooth an meinem Firmenlaptop aktiv (wo ich die Software nicht installiert habe), gab es das Sidetone-Feature nicht. Auf meinem Mobiltelefon gab es via Klinkenstecker oder Bluetooth auch kein aktives Side-Tone. Also wer sich unbedingt bei Voice-Calls (unter Windows) selbst hören möchte bzw. muss, der kommt um die Software wohl nicht drumherum. Was die PS4 hier allerdings für Magie betreibt, weiss ich auch nicht.


Epos H3 Hybrid Headset Kopfhörer Test Review
Das EPOS H3 Hybrid gibt's auch in Schwarz

Okay, kommen wir zum letzten Thema: Nachhaltigkeit. Wir leben ja in einer Art Wegwerfgesellschaft: Funktioniert etwas nicht mehr, werfen wir es weg. Zum Glück ist das Headset hier sehr modular aufgebaut. Jedes Kabel, das Mikrofon, die Abdeckklappe und sogar die Ohrpolster gibt es zum Nachkaufen! Das ist wirklich ein sehr grosses Plus. Man muss jetzt auch keine Verschwörungstheorien aufstellen, dass die ganzen Zubehörteile eine eingebaute Obsolenz haben. Kaputt gehen kann alles irgendwann mal oder zumindest über die Jahre Körperflüssigkeiten wie Schweiss aufsaugen. Nehmen wir meinen Daily-Driver als Beispiel: Im Grunde sieht das Teil nach zwölf Jahren noch so aus wie vorgestern gekauft, aber die Membranabeckung zeigt deutliche Schweissverfärbungen und auch die Polster sind nicht mehr so fluffig wie am Anfang. Aber hier ist halt alles fest verklebt. Da lobe ich mir schon den fortschrittlichen Ansatz von EPOS, hier die Möglichkeit zu bieten, Baugruppen bei Bedarf austauschen zu können.



Fazit:

Ehrlich gesagt ist dies jetzt mein erstes Headset im gehobenen Preissegment. Für mich persönlich war bis jetzt alles über 100 Eiern für Kopfhörer irgendwo in der Kategorie "Audio-Voodoo" angesiedelt. Meine AKG haben damals weniger gekostet. Die wurden fast durchwegs als "Allround-Klangwunder" bezeichnet und ich bin immer noch mit ihnen zufrieden. Von EPOS habe ich bis zum Review vorher nie gehört, aber ich bin froh, dass ich den Test habe machen dürfen. Das Gerät fühlt sich extrem wertig an und das Klangbild empfinde ich als absolut angenehm; dazu trägt auch die gute Auskapselung von Umgebungsgeräuschen bei. Der grösste Bonuspunkt ist die Modularität und dass dadurch die Kernbaugruppen bei Bedarf ersetzt werden können. Wie viele Jahre der festverbaute Akku durchhält ist zwar ungewiss, aber austauschbare Polster und Mikrofone sind definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Der Preis von ca. CHF 220.- ist zwar schon leicht stolz, aber wenn der Akku mehr als fünf Jahre aushält und die Ersatzteile ebenso lange verfügbar bleiben, dann ist das sicher eine gute Investition, an der man lange Freude haben wird. Hört definitiv Probe wenn ihr Interesse habt, da Klangbilder subjektiv immer anders wahrgenommen werden, aber ich kann das EPOS H3 Hybrid definitiv weiterempfehlen!


Das Test-Gerät haben wir freundlicherweise direkt von EPOS Audio zur Verfügung gestellt bekommen, wofür wir uns herzlich bedanken! Weitere Informationen zum H3 Hybrid findet ihr auf der offiziellen Webseite.

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