The(G)net Review: DOOM Eternal

Es tobt schon wieder die Hölle auf Erden. Wen rufen, wenn die Kacke sprichwörtlich am Dampfen ist? Kratos? Masterchief? Bayonetta? Nein! Im Business der Dämonen gibt's für Aufräumarbeiten eigentlich nur einen passenden Kanditaten: Die ultimative Kampfmachine alias The Doomguy aka DOOM Slayer!



In Doom Eternal wird nicht lange gefackelt. Wo andere sich zu Beginn noch mit Knüppel oder einer kleinen Pistole zufrieden geben müssen, packt unser Dämonenjäger gleich die dicke Schrotflinte aus und pumpt die ersten Gegner mit Blei voll. Mit Kleinkram gibt sich der Doomguy gar nicht ab. Im Laufe der Monsterhatz sammelt ihr in regelmässigen Abständen neue Waffen ein. Doch damit nicht genug. Wer sich in den Levels genau umschaut, findet für seine Wummen Modupgrades. So entscheidet ihr euch, ob ihr eure Flinte mit explosiven Kugeln bestückt, ein Zielvisier auf euer Maschinengewehr steckt oder euch zielsuchende Raketen für euren Granatwerfer zulegt.



Dank erspielten Weapon Upgradepunkten pimpt man die einzelne Mods später nochmals mit 3 - 4 Extrafähigkeiten auf. Einige, der knapp ein Dutzend Waffen, können mit 2 - 3 unterschiedlichen Mods bestückt werden, die man per simplen Knopfdruck wechselt und so den Dämonen richtig Zunder unterm Hintern macht. Doch das reicht dem Doomguy nicht. Nebst Spreng- und Eisgranaten zerpflückt er per Kettensäge die extradimensionalen Feinde, haut per Faustschlag alles kurz und klein oder röstet neuerdings mit einem Miniflammenwerfer ganze Gruppen von Unholden.



Munition ist ein rares Gut und wer triggerhappy durch die Gegend rennt, wird schnell eines Besseren belehrt. Denn die Dämonenbrut ist nicht nur flink, sondern beschiessen euch aus allen Rohren und Richtungen. In Bewegung bleiben ist Pflicht in Doom Eternal, denn konstant gehen euch die Kugeln aus und euer Gesundheitszustand ist meistens im kritischen Bereich. Vereinzelt liegen Ammopacks, Extrarüstung und erste Hilfeboxen in den Levels rum, doch für unseren DOOM-Slayer bietet sich noch eine zweite Möglichkeit. Habt ihr einem Gegner genügend Schaden verursacht, fällt er kurzzeitig in Schockstarre und blinkt entweder blau oder orange auf. Mit einem blutigen Finisher nehmt ihr den Fiesling aus wie eine Weihnachtsgans und kassiert Munition, Lebensenergie, Saft für eure Kettensäge und Schutzrüstung.



Kreative Monsterschlächter versetzen mehrere Feinde in den Staggermodus, verketten dann die Finisher und schnetzeln sich leichtfüssig durch die gotisch inspirierten Abschnitte. Doomguy ist nicht am Boden festgewachsen, sondern hüpft per Doppeljump durch die dämonenverseuchte Endzeit, verlängert per Dash-Funktion die Sprungweite, benutzt Jumppads, krallt sich an Mauern hoch oder turnt wie ein Parcourläufer an Querstangen rum, um weit entfernte Plattformen zu erreichen. Wer sich geschickt durch die Levels ballert, erspielt sich Waffenpunkte, die wir in diverse Fähigkeit investieren (z.B. kein Schaden bei explodierenden Fässern, erhöhter Schutz gegen giftiges Wasser, etc. ). Wer auf Runen stösst, aktiviert unter Anderem schnellere Finisher, Speedboost nach Melee, mehr Loot und vieles mehr. Armorpunkte verhelfen zu erhöhter Gesundheit, mehr Munitionskapazität oder stärkerem Rüstungsschutz.



Zu guter Letzt hat id Software in jedem Level Fragezeichensymbole verteilt, die euch bei erfolgreichem Auffinden beispielsweise mit zusätzlichen Songs oder Cheatcodes beschenken. Wie schon beim Vorgänger aus 2016 steht euch eine detaillierte 3D Levelkarte zur Verfügung. Wer auf das Automap Terminal trifft, kriegt nicht nur die komplette Levelkarte sondern auch alle verstecken Boni angezeigt. Zu dem üblichen Kanonenfutter-Dämonen gesellen sich alte Bekannte wie der raketenverschiessenden Revenant und der übel gelaunte Mancubus. Aber auch Neueinsteiger wie der Marauder oder den Doom Hunter kennen kein Pardon.



Für den Multiplayer liess sich id Software etwas ganz besonderes einfallen. Als Doomguy kämpft ihr gegen zwei dicke Cyberdämonen, die ebenfalls von je einem menschlichen Spieler gesteuert werden, also ein klassisches 1 vs 2. In den diversen Multiplayer Arenen sind aber nicht nur eure Online-Widersacher, sondern auch übliches Doom-Kanonenfutter unterwegs - mehr Action geht fast nicht mehr!



Fazit:

Ja ist denn schon Weihnachten? Doom Eternal ist ein heisser Kandidat für das Videospiel des Jahres! id Software nahm sich die Blaupause vom letzten Teil als Vorbild und frisierte das Ganze auf so ein Level, dass fast keine FPS-Wünsche offen bleiben. Obwohl die PS4 mit Doom am Limit arbeitet, läuft das ganze Spektakel absolut flüssig, ohne Ruckler und mit einer Geschwindigkeit, die jedes Ballerherz in pure Freude versetzt. Trotzdem empfehle ich jedem angehenden Monstermetzler ab und zu inne zuhalten, um die hervorragende Level-Architektur zu bewundern. Herrliche Weitsicht, atemberaubende Bauten und dramatische Dropoffs, gepaart mit kleineren Sprungpassagen, bei denen selbst Mario Höhenangst kriegen würde. Die musikalische Begleitung schwankt zwischen harten Metalbeats, Elektrotechno und Mönchsgesängen. Ich habe selten etwas stimmigeres gesehen. Eine kleine Warnung vornweg. Der Schwierigkeitsgrad ist selbst auf Normal (Hurt me plenty) eine echte Herausforderung. Nur wer alle Techniken und Fähigkeiten sinnvoll zu nutzen weiss, überlebt die Angriffe der Dämonenhorde. Netterweise gibt id Software zwischen den kurzen Ladezeiten haufenweise Tips, wie man das Monstermassaker am besten überlebt. Habt ihr einen guten Lauf und nimmt die Dämonenbengel aus, als wär es eine Pinata Party, zeigt Doom sein ganzes Potential. Das Zusammenspiel zwischen Ballern, Rennen, Springen und Monster meucheln, fühlt sich teilweise an wie ein gut koreografiertes Ballet. Ein Träumchen! Das einzige Manko ist die teilweise viel zu kleine Textgrösse - unlesbar! Diesen Umstand schieb ich aber Bethesda in die Schuhe, denn die finale Endkontrolle liegt beim Publisher, nicht bei id Software. Gut, die vielen verschiedenen Upgrademöglichkeiten für unseren Dämonenzerpflücker mögen für den einen oder anderen Spieler etwas verwirrend sein und auf die klobigen, aber zum Glück nur kurzen, Schwimmpassagen im späteren Spielverlauf hätte man verzichten können. Jedoch ändert das kaum was an der Tatsache, dass Doom Eternal ein Meisterwerk ist. Ein grosses Bravo an id Software! Ich freu mich jetzt schon 2024 auf Doom Infinity!




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