The(G)net Review: Narcos Rise of the Cartels

Es war nur eine Frage der Zeit bis die Netflix Hit Serie Narcos in die Verwurstungsmachine der Videospielindustrie gerät. Doch anstatt eines wilden Actiontitel mit Kanonen und Ganoven, erwartet uns ein gemächliches, rundenbasiertes Strategiespiel, indem sich DEA Agenten in den kolumbianischen Slums mit schwerbewaffneten Drogendealern anlegen.


Die Drogenproduktion des Medellinkartells läuft auf Hochtouren und das produzierte Kokain verkauft sich besser denn je. Der Koks Clan wird immer mächtiger. DEA Agent Steve Murphy und seine Kumpanen von der kolumbianischen Polizei haben die Nase gehörig voll und machen mit den kriminellen Drogenhändlern kurzen Prozess. Jeweils im 5er Team positionieren sich die Gesetzeshüter an strategischen Stellen in den kolumbianischen Drogenvierteln um die Narcos aufs Korn zu nehmen.



Je nach Charakter habt ihr ein abgestecktes Gebiet, in dem ihr euch frei bewegen könnt. Nach jedem Zug wird gewechselt. Das heisst, ihr plaziert jeweils nur einen Charakter pro Spielzug, danach ist die Gegenseite dran. Ist einer der Agenten in Schussweite eines Gegners pumpt ihr den Gegner mit Blei voll. Je nach Bewaffnung beeinflusst die Entfernung den Schussschaden. Schrotflinten sind am effektivsten im Nahkampf, während mit Sturmgewehren aus der sicheren Deckung gefeuert werden kann. Ist das Waffenmagazin leer muss nachgeladen werden und nach Schussverletzungen wieder zu Kräften zu kommen, wird eine kurze Pause eingelegt.



Läuft einem ein Widersacher vor die Flinte während er sich positioniert, wechselt die Szenerie in eine 3D-Ansicht und zielsichere Agenten balIern kurzfristig in Echtzeit auf den Spitzbuben. Aber aufgepasst, das gleiche kann auch eurem Charakter passieren, wenn ihr nicht vorsichtig seid. Ist eine Mission erfolgreich absolviert, wird ein Preisgeld ausbezahlt, wobei gewisse Missionen umsonst sind, während andere ein Startgeld verlangen.



Den erwirtschafteten Gewinn investiert man in die Heilung verletzter Teammitglieder oder heuert neue Rekruten für den nächsten Einsatz an. Skillpunkte, die ihr nach jeder erfolgreichem Auftrag einsammelt, werden auf die verschiedenen Mitglieder verteilt. So erweitert man z.B. seine Lauf-Reichweite oder erhöht die Durchschlagskraft seines Schiesseisens. Jedes Team verfügt über einen Gruppenführer. Wird dieser von feindlichen Schergen getötet, ist die Mission verloren. Wem die DEA-Truppe zu eintönig ist, kann zu den Narcos wechseln und die Staatsdiener aufs Korn nehmen.



Fazit: Rundenbasierte Strategie Games können Spass machen, wie man bei Mario & Rabbits Kingdom oder Xcom 2 bereits sehen konnte. Narcos jedoch fällt nicht in diese Kategorie. Grosse Fehler macht das Spiel eigentlich nicht, es ist einfach nur uninspiriert und langweilig. Das grösste Manko ist, das man nur einen Charakter pro Runde befehligt. Das bremst nicht nur den Spielfluss, sondern führt auch dazu, dass man sich auf eine Spielfigur konzentriert und die restlichen Kameraden irgendwo hinter einer Schutzmauer versauern. Für was brauch ich da noch 4 Helfer. Die Missionsziele wiederholen sich regelmässig, die Maps varieren nicht grossartig. Grafisch läuft das Ganze auf Sparflamme. Soundtechnisch werden magere Geschütze aufgefahren. Die Gegner KI liegt schätzungsweise im zweistelligen Bereich. Heilt man seinen Charakter mit der Rastfunktion, kann es vorkommen, dass man seelenruhig seine Wunden leckt und die gegnerische Fraktion sich nicht von der Stelle rührt.


Narcos ist ein durch und durch durchschnittliches Game, welches trotz der Netflix Lizenz bald in den Tiefen des Videospiellimbo verschwinden wird, denn die grosse Frage ist und bleibt: Wer ist hier die Zielgruppe?




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