The(G)net Review: New Pokémon Snap

Vor mehr als 20 Jahren konnten wir Pokémon-Fans uns zum ersten Mal an fast lebensechten 3D Pokémon auf dem Nintendo 64 erfreuen. Aus heutiger Sicht ist Pokémon Snap ziemlich bescheiden: sehr wenige Monster zum Ablichten, kaum unterschiedliche Kurse und durch den geringen Umfang eine Spielzeit von weniger als fünf Stunden.



Zwei Dekaden später und mit der Power der Nintendo Switch soll New Pokémon Snap den scheinbar ewigen Hype um die Taschenmonster weiter entfachen. Unser Review sagt euch, wieso das zum Grossteil auch funktioniert.


Prinzipiell orientiert sich diese Fortsetzung stark an der Originalvorlage. Als angehender Fotograf verschlägt es euch in die brandneue Lentil-Region. Als Protegé vom ansässigen Professor Mirror gilt es mehr als 200 verschiedene, wilde Pokémon in ihrem natürlichen Zuhause zu fotografieren. Dazu nimmt man erneut in einem selbst fahrenden Fahrzeug Platz, dass automatisch durch die sehr unterschiedlichen Biome der Region fährt. Es geht über saftige Wiesen, durch dichte Dschungel, endlose Wüsten und sonnige Strände. Logischerweise findet man dort auch passende Monster, die ihrem ganz normalen Leben nachgehen.



Einem klassischen Lightgun Shooter nicht unähnlich bewegt man sich auf vorgegebenen Pfaden durch die Levels und versucht dabei möglichst gute Fotos der ansässigen Pokémon zu machen. Dabei gilt es verschiedene Kriterien zu beachten, denn am Ende jeder Fahrt werden die Bilder vom Professor höchstpersönlich bewertet. Zu den Kriterien gehören z.B. die Grösse und die Pose des Pokémons oder ob man es vor einem besonderen Hintergrund erwischt hat. Manchmal wirkt das Bewertungssystem jedoch undurchsichtig. Ein scheinbar besseres Bild, das Ziel grösser und mittiger, erhält immer mal wieder schlechtere Punktzahlen und als Spieler ist man nicht wirklich schlauer, auf was genau es schlussendlich angekommen ist.



Hat man auf einer Strecke genug Punkte gesammelt, geht es weiter auf eine Nacht-Variante, auf welcher man neue Tierchen und Foto Gelegenheiten geboten bekommt. In der Regel reicht ein einzelner, nicht optimaler Lauf pro Strecke, um genügend Punkte zu sammeln und damit in der Geschichte voran zu kommen. Wer jedoch jede Strecken nur so wenig wie nötig spielt, verpasst so einiges. Ausserdem gibt es noch die Lumina-Pokémon, mit hellem Licht strahlende Varianten, welche man in besonderen Levels fotografieren kann. Die anderen Charaktere, wie der Professor und seine Assistentin, haben spezielle Wünsche, für welche man bestimmte Posen ablichten muss. Diese Ziele sind optional und sollen helfen, neue Dinge herauszufinden, die vielleicht nicht allzu offensichtlich sind.



Im Verlauf der sehr seichten Story erhält man zusätzliche Hilfsmittel, mit welchen man die wilden Monster zu neuen Aktionen ermutigt. Früchte werden geworfen, um die Biester an bestimmte Orten zu locken und mit Musik motivieren wir sie zu süssen Tänzen. Nicht jedes Item funktioniert überall und es ist bis über das Spielende hinaus sehr unterhaltsam herauszufinden, wo man was einsetzen kann.



Enttäuschend ist der Foto-Editor. In diesem können die geschossenen Bilder ein wenig aufpoliert, bearbeitet und mit Stickern versehen werden. Wer in der Kampagne gewisse Ziele erfüllt, darf noch weitere Effekte für den Editor freischalten. Für ein Spiel, in welchem es ausschliesslich um Fotografie geht, wird aber eindeutig zu wenig geboten. Wenn viele aktuelle AAA-Spiele viel umfangreichere und bessere Foto-Editoren bieten, dann ist das hier einfach nicht genug. Es ist leider ein weiteres Beispiel dafür, dass die Pokémon Company, verantwortlich für den Grossteil aller Spiele der Franchise, in gewissen Aspekten noch immer im letzten Jahrzehnt fest steckt.



Grafisch haut New Pokémon Snap sicher niemanden aus den Socken. Animationen und Texturen reizen die Power der Switch auf keinen Fall aus. Die Musik dudelt meistens nur so vor sich hin und die englische Sprachausgabe, obwohl ganz gut, ist nur auf wenige Gespräche und Einzelsätze beschränkt. Das spielt aber am Ende des Tages alles gar keine allzu grosse Rolle.



Fazit:

Die Zielgruppe für das Spiel, ob jung oder alt (und mich definitiv eingeschlossen), kann sicher über die vielen kleinen aber auch grösseren Mängel hinweg sehen. Denn es macht einfach Spass, die neuen Umgebungen durch die Kameralinse hindurch zu erkunden. Inhaltlich wird genug geboten und die süssen Pokémon in ihren unterschiedlichen Posen zu fotografieren, wird neuen und alten Fans das Herz erwärmen! Für genau diese Leute und sonst niemand anderen scheint New Pokémon Snap auch gemacht zu sein.




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