The(G)net Review: Dragon Quest XI S - Streiter des Schicksals

Square Enix hat sich mit der Dragon Quest Reihe wahrlich einen Namen im Game-Himmel verdient. Gleich nach den Final Fantasy spielen gehören die Dragon Quest RPG Abenteuer zu den berühmtesten Spielen aus Japan. Das allererste Dragon Quest Spiel wurde 1986 veröffentlicht und erreicht mit Dragon Quest XI seinen nunmehr elften Nachfolger. Das war im Juli 2017. Nun erscheint Letzteres als "Definitive Edition" für Nintendo Switch.



Bevor wir in die bunte Welt von Eridias eintauchen, wird uns ein actionreicher Trailer vorgeführt. Schon zu Beginn können wir erahnen, dass uns eine kreative, lustige und zum Teil herzige Erfahrung bevor steht. Grafisch lässt sich vieles erhoffen und die Musik im Hintergrund erinnert uns an die Klassiker aus dem japanischen Game-Universum.



Unser Held ist ein Findelkind, aufgewachsen im Dorf Kieslingen. Die Bewohner pflegen die Tradition, dass die Kinder erst als Erwachsene angesehen werden, wenn sie den Berg in der Umgebung erklommen haben. Somit macht sich unser Held und seine gleichaltrige Freundin auf den Weg, diese Prüfung zu meistern. Auf dem Weg dahin kämpfen wir gegen die ersten Monster und erlernen das Kampfsystem. Oben am Gipfel angekommen überschlagen sich die Ereignisse und wir erfahren, dass unser Held der sagenumwobene "Lichtbringer" ist, gezeichnet durch ein Mal auf seiner Hand. Dieser Lichtbringer kann die drohende Dunkelheit in Eridias vernichten und wir werden auf eine lange Reise geschickt, voller Intrigen, netten Charakteren und neu gefundenen Freunden.



Die Story kann sich sehen lassen. Sie ist abwechslungsreich, spannend und hat viele unvorhersehbare Wendungen. Nach knapp 12 Stunden Spielzeit haben wir erst einen winzigen Teil der Umgebung Eridias erkundet und können uns vorstellen, dass die versprochenen 100 Spielzeit des Publishers der Wahrheit entsprechen. Auch praktisch: Jedesmal wenn wir das das Spiel unterbrechen und z.B. am nächsten Tag fortsetzen, erhalten wir eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse. Dies kann bezüglich der Komplexität der Story ein wahrer Segen sein.



Die Grafik gefällt! Liebliche Mange-Charaktere, verträumte Länder und mystische Umgebungen, alles toll animiert und vertont. Wer Spass daran hat, kann die Sprache auch auf Japanisch mit englischen Untertiteln umstellen. Einzig die Themenbereiche der Diskussionen können ab und an sehr langwierig erscheinen, weil die Gespräche des Öfteren in die Länge gezogen werden. Ein kleiner Haken ist der Hauptcharakter selbst. Leider hat er keine Sprachausgabe und gibt, ausser ein paar Seufzern oder Gestöhne, keinen Ton von sich. Das nimmt der ganzen Heldenhaftigkeit ein wenig den Glanz.



Wir durchschreiten mit unserer Gruppe eine Welt voller Monster und Verstecke. Von dunklen Dungeons über modrige Keller, zu Wüsten und Jungle Arealen gibt es eine Fülle an abwechslungsreichen Umgebungen. Die Monster, die uns das Leben schwer machen, sind überall verteilt. Um in einen Kampf verwickelt zu werden, müssen wir sie jedoch direkt angehen. Somit haben wir die Möglichkeit Kämpfen aus dem Weg zu gehen. In jeder neuen Welt lauern andere, verrückte Kreaturen, die es zu töten gilt. Weiss man einmal nicht weiter, kann man auf der Karte nach roten Punkten Ausschau halten. Dort findet man Schlüsselpersonen, die gerne die aktuelle Mission und das weitere Vorgehen erklären. Um seinen Spielstand zu speichern müssen wir Schreine und Kirchen aufsuchen, um dort eine Beichte abzulegen.



Ein wichtiger Punkt in einem RPG Abenteuer wie Dragon Quest ist das Kampfsystem. Wie in allen Dragon Quest spielen sind diese rundenbasiert. Sobald wir ein Monster anvisiert haben, wechseln wir in den Kampfmodus. Zu Beginn können wir Taktiken für die einzelnen Gruppenmitglieder festlegen. Sehr gut umgesetzt ist das KI-Verhalten. Setzen wir für eine Zauberin die Regel, dass sie sich primär um die Heilung unserer Gruppe kümmern muss, führt sie diesen Befehl auch sorgfältig aus. Auch wer sich nicht um Taktiken kümmern will kommt gut durch das Spiel, denn die KI passt wunderbar auf die Truppe und deren jeweiligen Lebens- und Magiepunkte auf.



Ab und an versetzt sich ein Mitstreiter in den Status "gestärkt", fängt an zu leuchten und erhöht damit seine Kampfkraft. Wird ein weiterer Mitstreiter gestärkt, können wir KOOP-Angriffe verwenden, die in einer schön animierten Cut-Scene den Gegnern massiven Schaden zufügen. Wir empfehlen die Kampfgeschwindigkeit auf "schnell" zu setzen. Dies macht im übrigen Spielverlauf keinen Unterschied, aber die Kämpfe gehen schneller um die Runden und man kann sich mehr auf die Story konzentrieren. Haben wir einen Kampf gewonnen, erhalten wir Geld und Erfahrungspunkte. Das Geld wird bei Händlern und Schmieden in Ware umtauschen, die Erfahrungspunkte benötigen wir für unsere Helden. Jeder Charakter besitzt einen eigenen Attribut-Baum. Hat ein Charakter genug Erfahrungspunkte gesammelt, können wir neue Fähigkeiten und Zauber für diesen freischalten.



Verletzen wir uns zu sehr in den Kämpfen, können wir fliehen und einen Rastplatz aufsuchen. Diese sind in der ganzen Welt verstreut. Dort ruhen wir uns aus, speichern und können mit Hilfe der "Pfiffigen-Schmiede" neue Rüstungen oder Waffen herstellen. Zudem sind oft an den Rastplätzen Glocken aufgehängt, mit denen wir unser Pferd rufen und so noch schneller die umliegenden Gebiete erkunden. Was positiv aufgefallen ist, sind die verschiedenen Möglichkeiten, sich der Nostalgie hingeben zu können. Wer Lust hat kann das Spiel in den 2D Modus schalten und es komplett wie ein pixeliges GameBoy/SNES-Spiel durchzocken.



Fazit: Alles in allem bietet Dragon Quest XI S alles, was das RPG Herz begehrt. Über schön animierte Landschaften, zu lustigen Charakteren, einem ausgeklügelten Kampfsystem bis hin zu spannenden Quests, die über 100 Stunden Spielspass versprechen. Für Kenner mag das Spiel vielleicht etwas zu einfach sein. Leider stört auch ein wenig, dass der Hauptcharakter nicht spricht. Übersieht man aber diese kleinen Kritikpunkte und kann sich mit einer sehr bunten, herzigen und kindlichen Welt anfreunden, der ist in diesem Spiel bestens aufgehoben. Wer auf Action, Blut und PEGI 18 Atmosphäre steht, ist in der Welt von Dragon Quest XI natürlich fehl am Platz. Das Gameplay geht flüssig von der Hand, das Aufleveln nicht zu kompliziert und die Kämpfe dank Rundensystem simpel und übersichtlich. Das vielfältige Monster-Design gefällt, die Nebenmissionen haben ihren Charm und die Geschichte ist spannend erzählt. In den 12 Stunden Test-Spielzeit bin ich nicht ein einziges Mal gestorben, was den Charakter des Spiels ein klein wenig hervorhebt. Sehr positiv aufgefallen sind die kleinen Details, die Square Enix in das Spiel eingebaut hat. Über nostalgische Änderungsfunktionen, die schön komponierte Musik und den kleinen Slapstick Einlagen, hält das Spiel, was es verspricht. Dragon Quest XI S ist ein kunterbuntes Abenteuer in einer riesigen Welt voller liebenswerter Charaktere, Geschichten und Aufgaben.



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