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The(G)net Review: eFootball PES 2020

Neuer Name ist Programm? Das haben wir mittels ausgiebigem Test-Spielen ergründet. Das, und ob Konamis Fussball-Sim in diesem Jahr nicht nur mit gekonnter Spielmechanik, sondern auch mit hübschen Menüs punktet.


Es ist wieder mal soweit. Auch in diesem Jahr werfen die Japaner ihren neusten PES-Ableger in den Videospiele-Markt. Das freut uns Fussball-Anhänger nur schon deswegen, weil auch die gefühlt endlose Sommerpause endlich ein Ende genommen hat. PES verfolgen wir seit den frühen PlayStation 2 Tagen. Deren Qualität war über die meiste Zeit auffällig hoch; zumindest was das Gameplay betrifft. Hübsche Menüs und Lizenzen haben Fans des Rasen-Sports oft nur bei der Konkurrenz gefunden. Zumindest das Gameplay hat sich in den vergangenen Jahren nach kurzem Durchhänger stets verbessert, wenn auch nur marginal.



Steht der neue Name "eFootball" nun auch für grossartige Neuerungen im Spiel? FC Bayern Anhänger beantworten diese Frage mit einem klaren "Ja", ist doch Münchens Aushängeschild wieder mit von der Partie. Selbstredend inklusive hübsch präsentierter Allianz-Arena; Vertrag mit Konami sei Dank. Juve ist gar exklusiv in Konamis Spiel lizenziert, das dürfte den einen oder anderen FIFA Anhänger ärgern. Ansonsten bleiben die grossen (Lizenz-)Neuigkeiten aber überschaubar. Freunde der deutschen Bundesliga beispielweise genügen sich zusätzlich mit Schalke und Leverkusen, ein kärglicher Auftritt der Liga. Auch der Vertrag mit Liverpool ist übrigens zu einem Ende gelangt.



Nichts Neues also an der Lizenz-Front. Leider sieht es bei den altbekannten Offline-Modi genauso aus. Zwar wählen wir in der Karriere nun ein Konterfei (Maradona, Mathäus, etc.), welches mit ziemlich emotionslosen Videos untermalt wird, viel mehr gibt es dann aber auch nicht zu erzählen. Die wenig beeindruckende Präsentation, zusammen mit den fehlenden Lizenzen, führt abermals dazu, dass FIFA hier der klare Gewinner bleibt. Mit etwas mehr Programmier- und/oder Zeit-Aufwand wäre es für die Japaner sicherlich möglich, wenigstens annähernd an die von EA gewohnten Qualitäten zu gelangen. Klar, die Lizenz-Situation ist unglücklich und zumindest scheint sich Konami hier zu bemühen. Aber wieso sehen die Menüs 2019 noch genauso aus wie schon anno 2005? Das Ganze ist schlicht nicht mehr Zeitgemäss. Statt kaum bemerkbare, neue Animationen ins Spiel zu integrieren, würde man besser dem Drumherum etwas mehr Feinschliff verleihen.



Das Grundgerüst von PES bleibt aber wie schon im Vorjahr erstklassig. Die Spieler lassen sich geschmeidig über den Rasen steuern und Pässe wollen präzise an den Mitspieler gebracht werden. Ohne einen intelligenten Spielaufbau fallen Tore nur schwer und die KI-Kollegen spielen zumeist auch gut mit; kleine Aussetzer mal ausgenommen. Zudem überzeugt die gewohnt sehr gute Ballphysik einmal mehr. Auf dem Rasen punktet Konami auch 2019. Die Verbesserungen sind aber dermassen marginal, dass man schon fast über den Vollpreis mäkeln könnte. Klar, neu dürfen wir mit dem rechten Stick den Ball führen, viel mehr als ein neues Schlagwort (Finesse-Dribbling) kommt dabei aber nicht heraus.


Visuell macht auch die neuste Inkarnation des Fussi-Ablegers eine gute bis sehr gute Figur. Speziell die exklusiven Partnerschaften werden überzeugend präsentiert. Alles was sich in den entscheidenden 90 Minuten abspielt wirkt elegant; zumindest für die Augen. Akustisch spricht das Spiel eine andere Sprache. Die Kommentatoren hauen gerne mal eine komplett falsche Aussage raus und die Stadion-Atmosphäre ist bei der kanadischen Konkurrenz immer noch weitaus überzeugender.




Zu guter Letzt noch einige wenige Sätze über den Online-Modus: Erfreulich ist natürlich, dass der generell mal funktioniert. Weniger erfreulich ist, dass man zeitweise eine ganze Weile auf einen Spielpartner warten darf. Dann ist es natürlich so, dass PES viele taktische Einstellungen zulässt, aber 90 Sekunden auf die Konfigurationen des Gegners zu warten, fühlt sich einfach zu lange an. Ein Detail sei nicht unerwähnt: Es ist schön, dass Wiederholungen weggedrückt werden dürfen, weniger schön ist aber seit Jahren, dass hierfür der Start/Option Button notwendig ist, nervt seit Jahren schon.


Fazit: Tja was soll man sagen, was nicht schon mindestens die letzten fünf Jahre wiederholt wurde? eFootball PES 2020 ist auch mit dem scheusslichsten Namen aller Zeiten eine spielerische Bombe, die leider neben dem Platz im Vergleich zur Konkurrenz massiv abfällt. Wen das nicht stört oder wer schlicht das PES Gameplay bevorzugt, und dafür gibt es durchaus nachvollziehbare Gründe, holt sich den Titel. Alle anderen werden wohl auch in diesem Jahr mit dem Ableger von EA glücklicher, denn dieser liefert auch heuer das insgesamt rundere Produkt ab.