The(G)net Review: Huntdown

Im Jahre 2100 wird unser Planet nur noch von Grosskonzernen kontrolliert, die sich erbitterte Schlachten mit mächtigen Strassengangs liefern. Schlechte Zukunftsprognosen!



Als hart gesottenes Kopfgeldjäger Trio tangiert uns dieser Umstand aber nur peripher, denn als Mercs-4-Hire bieten wir unsere Fähigkeiten jedem an, der sich unsere Preise leisten kann. Unser aktueller Auftrag ist simpel: Durchkämme die vier feindlichen Gangterritorien und mähe alles nieder!



Huntdown präsentiert sich auf den ersten Blick wie ein normaler Contra-/Metal Slug-Klon. Ihr wählt zwischen drei Charakteren euren Bountyhunter - eine wendige Waffenexpertin, ein rabiater Haudrauf und ein Cyborg stehen zur Verfügung - und ballert euch in bester 2D Manier durch die von Kriminellen verseuchten Grossstadtreviere. Jeder Kopfgeldjäger ist mit einer unterschiedlichen Standardwaffe ausgestatten. In den insgesamt 20 Leveln stösst ihr aber andauernd auf neue Knarren. Automatikgewehre, Schrottflinten, Uzis, Grantatwerfer, Sniperrifles, Katanas, Laserblaster, Gatlingguns und ein Unmenge mehr unterstützen euch im Feuergefecht. Ihr dürft aber neben eurer Standardwaffe nur immer eine weitere Wumme mitschleppen. Im Gegensatz zur Standardknarre haben die Sekundärwaffen nur begrenzt Munition.



Die Kopfgeldjägerausrüstung wird mit separaten Wurfwaffen komplettiert. Je nach Charakter schmeisst ihr Tomahawk, Wurfmesser oder Boomerang auf eure Gegner, deren erneute Benutzung sich nach kurzer Aufladezeit automatisch regeneriert. Wer Handgranaten, Wurfsterne, Molotowcocktails, Clusterbomben usw. aufsammmelt, verliert zwar den Zugriff auf die Wurfwaffen, nutzt aber die neuen, stärkeren Kampfhilfen gegen die übermächtige Gegnerschar.



Und die Strassenkollegen nehmen keine Gefangenen. In den nur ein paar Bildschirme grossen Levels liefert ihr euch hitzige Gefechte gegen das übliche Kanonenfutter wie Streetpunks, Rocker oder wild gewordene Hockeyspieler. Ihr duckt euch hinter Kisten oder benutzt kleine Häusernischen als Feuerschutz. Gelegentlich wird das Ganze von kleinen Plattformpassagen unterbrochen. Doch die kurzen Abschnitte dienen nur zur Aufwärmung. Die wahren Stars des Spiels sind zahlreichen Mini- und Endbosse. Denn am Ende jedes Levels erwartet euch ein besonders fieser Bösewicht - sprich über 20 verschiedene! Ihr vermöbelt einen flammenwerfenden Dickwanst, zerpflückt eine schäbige Elviskopie, weicht einem wahnsinnigen Wrestler aus oder legt einen Kung Fu Meister auf die Bretter.



Für Entdeckungsfreudige haben die schwedischen Entwickler jeweils drei Geldkoffer in jedem Level versteckt und gelegentlich stösst man auf versteckte Räume (Secrets), die jedoch keinen Einfluss auf das Spielgeschehen haben. Jederzeit darf sich ein zweiter Spieler dazugesellen (Lokal oder Online). Dann ballert ihr euch fortan im Duo durch die Pampa.



Fazit:

Es gibt solche Tage, da schneit ein Review-Code ins Haus und man hat keine Ahnung um was es geht. Umso erfreulicher ist es, wenn das Spiel sich dann als absoluter Knaller erweist. Huntdown legt die Messlatte in Sachen Sidescrolling-Shooter ein Stück höher. Perfekte Steuerung, Detailverliebtheit bis die Bude kracht und eine extrem abwechslungsreiche Reise durch die Gangreviere garantieren nicht nur Retrofans ein unvergessliches Erlebnis. Kein Boss gleicht dem anderen, die oppulente Waffenauswahl stellt jeden Hobbyschützen zufrieden und clever designte Abschnitte stellen stets eine grossartige Herausforderung dar. Das typische 16Bit Gedudel sorgt für den nötigen Feinschliff und wird mit fantastischen Voiceovers der Bosse abgerundet. Ja und wo bleibt das Negative? Da gibt es kaum was zu bemängeln! Ich hätte gerne nochmal 20 weitere Bosse aufs Kreuz gelegt. Bravo an die Jungs aus Skandinavien! Was soll ich noch mehr sagen? Absolute Bombe!



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