The(G)net Review: Skelattack

Konami hat mit Castlevania das Metroidvania Genre massgeblich mitgeprägt und Fans warten sehnsüchtig auf einen Nachfolger. Doch anstatt peitschenschwingende Belmonts präsentiert uns Konami mit Skelattack eine Welt aus Skeletten, Fabelwesen und Geistern.



Scully, so der Name unseres Helden, leidet unter Amnesie. Keine Ahnung wo er ist. Glücklicherweise sind die Bewohner des Dorfes, das während des Spiels als Hub für Schmiedearbeiten, Magieupgrades oder Schnellreise dient, unserem Helden gegenüber freundlich eingestellt. Nach ein paar wertvollen Tips, geht's gleich ins erste Dungeon. Als Sidekick begleitet euch fortan eine Fledermaus, die euch in gewissen Situationen aus der Patsche hilft.



In einem stickigen Kanalisationssystem retten wir uns hüpfend vor fiesen Gegnern, denn vorerst ist unser 2D-Skelett komplett unbewaffnet. Doch kurz vor dem ersten Endboss ergattern wir einen rostigen Säbel. Fortan metzeln wir uns freudig durch die bunte Cartoonwelt.



Die Levelstruktur ist klar am Metroid angelehnt. Per Doppelsprung manövriert ihr euch durch Plattformareale, zerstört mit einem Bumerang brüchige Mauerstücke, um in neue Abschnitte zu gelangen und haut am Schluss dem dicken Levelboss auf die Schnauze. In den insgesamt 5 unterschiedlichen Bereichen finden abenteuerlustige Knochenmänner Healthupgrades, seltene Metalle (um unser Schwert zu verstärken) und lose Buchseiten, die uns die Hintergrundstory von Skelattack näher bringen.



Scully kassiert bei seinem Streifzug durch die Levels - oder beim Sieg gegen Gegner - blaue Diamanten, die man im Dorf in Verstärkung von Magieskills oder bei fahrenden Händlern in erhöhte Gesundheit anlegt. Aber aufgepasst, verliert Scully sein Leben... oder besser gesagt seinen Tod, muss man die Klunker à la Dark Souls wiedererlangen - ein Teil der Diamanten liegt nämlich dann dort, wo man das letzte mal abgenippelt ist. Des öfteren trefft ihr auf einen Minenarbeiter, dessen Schacht euch jeweils als Fasttraveloption zurück ins Dorf führt.



Fazit:

"Tja, Ich will keinen guten Willen, ich will Rückgrat sehen", meinte einst ein kluger Mann. Skelattack hat sehr viel gute Ansätze, die Grafik ist detailreich und verspielt, die Grundmechaniken passen soweit und der Soundengineer hat mit dem sanften und angenehmen 16bit-Soundtrack einen anständigen Job gemacht. Was kann man da also noch falsch machen? Das grundlegende Problem von Skelattack ist ganz klar dessen Umfang. Als ich nach knapp 5 Stunden durch war, dachte ich jetzt gibt's sicher noch was oben drauf. Aber nein, nix. Skelattack ist genauso mager wie sein Protagonist. Während gewisse Levelabschnitte es vom Schwierigkeitsgrad her locker mit Celeste oder Meat Boy aufnehmen könnten, sind die Bosse ein schlechter Witz. Meistens hilft Buttonmashing und ein gelegentlicher Hüpfer. Anspruchsvoll ist was anderes. Auch die gesamten Upgrades ändern nicht viel. Obwohl ich nicht alle der 3 Magieffekte und auch nicht mein Schwert komplett aufgelevelt hatte, war der finale Obermotz nach 3 Anläufen Geschichte. Skulattack scheint mir eher wie ein Abschlussprojekt einer Gamedesignschule (mit Credits als wär es ein AAA-Projekt). Als vollwertiges Spiel ist es nur bedingt zu empfehlen. Gut mit 20.-- ist das Ganze im unteren Preissegment, aber gegen die Konkurrenz wie z.B. Hollow Knight, das weitaus umfangreicher, dichter und schlichtweg besser ist, sieht Scully und Co. ziemlich alt aus.



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