The(G)net Review: Two Point Hospital

Es sind düstere Zeiten. Atemschutzmasken sind ausverkauft, die Regale leer, das Coronavirus macht sich in den Medien und den Köpfen der Menschen breit. Doch es gibt Hoffnung, zumindest für Gamer. Bereits 1997 erschien die Krankenhaussimulation Theme Hospital von Bullfrog. Das erste und einzige Spiel, in dem man ein Krankenhaus managen musste. Nun erschien ein spiritueller Nachfolger und das erst noch von den selben Machern. Two Point Hospital ist bereits seit einiger Zeit für den PC erhältlich. Jetzt sind die Konsolen dran und wir haben uns die PS4 Version angesehen.



Ein heikles Thema bei Aufbauspielen auf Konsolen ist immer die Steuerung. Hier kann ich gleich zu Anfang Entwarnung geben. Zwar ist die Handhabung mit dem Gamepad nicht immer punktgenau, aber man findet sich schnell zurecht und die Menus sind praktisch über die Buttons zu bedienen. Legen wir also los, mit dem Einrichten unseres ersten Spitals, welches zugleich auch als Tutorial dient. Bevor wir die leidenden Patienten rein lassen, benötigen wir einen Empfang. Danach erstellen wir noch Diagnose- und Behandlungsräume. Schliesslich können wir niemanden behandeln, wenn wir nicht wissen, wo der Schuh drückt. Auch ein Stationsraum mit Betten darf natürlich nicht fehlen. Soweit, so gut.



Aus verschiedenen Bewerbern entscheiden wir uns dann für einen Arzt, einen Arzthelfer und natürlich benötigen wir auch noch einen Hausmeister, der sich um die Sauberkeit und die Maschinen kümmert. Räume, Einrichtungsgegenstände und Personal werden bequem über das entsprechende Menu ausgewählt und platziert. Was ebenfalls nicht fehlen darf sind Toiletten und ein Pausenraum für unsere Götter in Weiss und deren Helfer. Lange geht es nicht, bis die ersten Personen geheilt und glücklich unser Krankenhaus verlassen. Unterdessen flattern regelmässig Infos zu neuen Krankheiten in unsere Mailbox und Hinweise, wie jene zu behandeln sind.



Ein schwarzer, aber sympathischer Humor zieht sich durch das ganze Spiel. Überhaupt wird Humor gross geschrieben, von den Texteinblendungen bis zu den unterhaltsamen Moderatoren des Two Point-Radios. Die Erkrankungen sind meistens fiktiv und regen ebenfalls zum Schmunzeln an. Ebenso die Methoden, wie sie geheilt werden müssen. Schon mal von „Verbalem Durchfall“ gehört? Oder die Krankheit „Helles Köpfchen“. Der Kopf der betroffenen Person leuchtet hell wie eine Glühbirne. Die entsprechende Behandlungsmaschine schraubt dann dem Patienten diese vom Hals, erstellt einen neuen Kopf und setzt ihn wieder auf. Voilà, der Patient ist geheilt. Im schlimmsten Fall kann es auch mal passieren, dass ein Patient nicht mehr aufwacht. Die Geister der Verstorbenen spuken fortan in den Fluren des Hospitals und sorgen für Unruhe. Zum Glück verfügen einige Hausmeister über die Möglichkeit, diese Geister einzusaugen. Luigi's Mansion lässt grüssen!



Neben immer neuen „Kunden“ werden wir auch mal von Gesundheitsinspektoren, Reportern oder VIPs besucht. Oft werden wir auch angefragt, ob wir eine ganze Gruppe behandeln wollen. Trauen wir uns diese Aufgaben zu und erreichen die höher gesteckten Ziele, steigt auch das Ansehen unseres Hauses, was wiederum mehr Patienten motiviert, sich bei uns behandeln zu lassen. Was zu Beginn noch Routine ist, wird so mit der Zeit zur Herausforderung, erst recht, wen man auf derselben Karte noch ein weiteres Grundstück erwirbt, um mehr Platz zu haben. Dann gilt es wirklich zu managen und alles im Auge zu behalten.



Zum Glück unterstützen dabei verschiedenste Statistiken, die ebenfalls auf Knopfdruck durchgeschalten werden können. Am Jahresende wird die eigene Leistung in verschiedenen Kategorien mit Preisen bewertet und man erhält einen von 3 Sternen. Anschliessend darf man zum nächsten von insgesamt 21 Krankenhäusern wechseln. Alles was man bis dahin freigeschaltet hat wird mitgenommen. Mit der Zeit dürfen sogar eigene Behandlungsmethoden erforscht werden. So kommen trotz des immer selben Aufbau-Prinzips stetig neue Elemente ins Spiel.



Fazit:

Oftmals geht die Idee, einen alten Spieleklassiker neu aufzusetzen, nach hinten los. Das Original war zu gut und das alte Spielgefühl bleibt aus. Im Falle von Two Point Hospital fühlte ich mich sofort wieder in die Zeit von Theme Hospital zurück versetzt. Nicht zuletzt, weil sich die selben Macher wie damals verantwortlich zeichnen. Man muss aber klar sagen, dass das meiste schlicht übernommen wurde. Das Aussehen der Objekte, die Art wie sie platziert werden und auch der Humor. Dieser ist für mich ein Punkt, warum das Spiel so gut unterhält. Zwar nervt es, an jedem neuen Standort zuerst wieder alle bekannten Räume aufzubauen. Aber wenn das Gewusel von Mitarbeitern und Patienten in den Gängen richtig los geht, kommt auch das herausfordernde Managen zum Tragen. Und es macht einfach Spass dem lustigen Treiben zuzusehen. Man darf auch nicht vergessen, dass Aufbauspiele für Konsolen eher die Ausnahme sind. Wenn es also doch schlimmer wird mit dem Virus - dessen Namen ich hier nicht mehr nenne - könnt ihr euch mit gutem Gewissen zu Hause einschliessen und euch die Zeit mit Two Point Hospital vertreiben.




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