Das EPOS B20 Streaming Mikrofon im Test

Nachdem wir euch erst kürzlich das tolle H3 Headset von EPOS vorgestellt haben, geht es jetzt mit dem Streaming Mikrofon B20 weiter. Dabei handelt es sich um ein USB-Mikro das, wie der Name schon sagt, primär für Streamer konzipiert wurde. Deshalb haben wir unsere Stimmen geölt und gecheckt, ob sich die Anschaffung für euch lohnt.



Erneut kommt das neuste EPOS-Produkt in einer edlen und hübschen Box daher. Geboten wird darin das Mikrofon, ein passender Standfuss für den Tisch und ein knapp drei Meter langes Kabel. Das Mikrofon verfügt über ein Standard-3/8-Gewinde für den Anschluss an einen Mikrofonarm. Es kann wunschgemäss nach oben, unten oder sogar seitlich ausgerichtet werden. Der empfohlene Verkaufspreis liegt in der Schweiz bei rund CHF 220.-, was nicht gerade wenig ist. Dass dafür zum Beispiel nicht einmal ein Popfilter beiliegt ist schade, ist das Mikrofon doch speziell aufs Streaming ausgelegt.



Die Bedienung an sich könnte kaum einfacher sein. Kabel eingesteckt (funktioniert übrigens auch problemlos an einer PS4 bzw. PS5) und es kann schon losgehen. Dank eingebautem Kopfhöreranschluss und Reglern für Gain, Lautstärke, Richtcharakteristik und Stummschaltung, kann man direkt voll durchstarten. Wer mehr Einstellmöglichkeiten will, kann sich die kostenlose EPOS Gaming Suite herunterladen, wodurch man zusätzlich Zugriff auf Equalizer-Settings und andere Features wie beispielsweise Geräuschunterdrückung erhält (PC only).



An Charakteristiken stehen Niere, Acht, Kugel und Stereo zur Auswahl. Ob alleine, zu Zweit oder in einer Gruppe, auch hier werden gute Optionen geboten. Die klassische Nierencharakteristik nimmt die Stimme an der Vorderseite des Mikrofons auf (die Seite mit der LED, der Stummschalttaste und dem Lautstärkeregler des Headsets), während der Schall von der Rückseite und den Seiten abgewiesen wird – die ideale Einstellung für einen Solo-Stream. Die Stereo-Einstellung eröffnet eine breitere Aufnahme von den Seiten sowie von der Vorderseite und weist Geräusche von hinten ab. Optimal, wenn ein Partner im Stream auf der gleichen Seite des Tisches sitzt.



Das B20 ist ausserdem für zwei weitere Richtcharakteristika konfiguriert, die sich ideal für verschiedene Studioanwendungen eignen. Die bidirektionale oder „Achter“-Charakteristik eignet sich perfekt für die Aufnahme eines Gamecasts, bei dem sich das Mikrofon zwischen zwei Teilnehmern befindet. Diese Charakteristik weist Audiosignale von den Seiten zurück, nimmt aber den Ton von vorne und hinten auf. Die omnidirektionale Charakteristik schliesslich ist ideal für kollaboratives Teamgame-Streaming, bei dem die Teilnehmer sich um das Mikrofon in der Mitte gruppieren.




Praktisch: Das Mikrofon verfügt über einen integrierten Audioausgang (3,5-mm-Klinkenstecker). Hier kann ein Headset angeschlossen werden, um den Mikrofoneingang und den Audio-Content am Ausgang nahezu latenzfrei gleichzeitig zu hören.


Die Aufnahmequalität kann in allen Bereichen überzeugen. Stimmen klingen sehr natürlich und solange das Mikrofon nur aus einer Richtung Input bekommt, macht es einen guten Job Nebengeräusche ganz organisch zu filtern. Nimmt es in einem weiteren Radius auf, wird das logischerweise schwieriger und das ist hörbar.



Die Verarbeitung der Hardware ist erwartungsgemäss hochwertig. Elegant und stylisch sieht es aus, wodurch es sich in eigentlich jedes Setup perfekt einfügt. Zur edlen Optik trägt auch das robuste Aluminiumgehäuse bei.


Es ist jedoch nicht alles Gold was glänzt. Die Drehregler bieten kaum Widerstand und lassen sich zu einfach verstellen, was Präzision erschwert. Wenn man die Position oder Stellung des Mikros anpasst kommt es immer wieder mal vor, dass man ungewollt an die Drehregler kommt und so etwas verstellt. Gepaart mit der fehlenden Einrastung der Regler ist es mühsam, die genau richtige Stellung ohne Fummeln erneut zu treffen.



Fazit:

Das B20 von EPOS weiterzuempfehlen ist schwierig. Die Klangqualität ist in allen Bereichen fantastisch und ausser den Drehreglern ist auch die Verarbeitung exzellent. Der Preis von rund CHF 220.- ist aber wohl zu hoch und dabei ziehen wir den mageren Umfang der Box noch nicht einmal in Betracht. Wer dafür bereit ist, so viel Geld für ein Mikrofon springen zu lassen, findet sicher auch passende Alternativen, die zusätzliches Equipment wie Popschutz, Absorber oder Mikrofonarm bieten. Das B20 ist ohne Zweifel sehr gut, befindet sich aber irgendwo in einem Limbo. Wer es in einem Sale für ein tacken günstiger erwerben kann, der sollte dann jedoch bedenkenlos zugreifen.


Weitere Informationen wie genaue technische Daten findet ihr auf der offiziellen Webseite des EPOS B20.



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