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The(G)net Review: Fire Emblem Engage

Seit über 30 Jahren erscheinen taktische Rollenspiele unter dem Namen Fire Emblem. Engage ist der neuste Ableger der Hauptreihe und darf dank seinem Vorgänger Three Houses in grosse Fussstapfen treten. Ob es diese adäquat füllen kann? Lest selbst.


Fire Emblem Engage Test Testbericht Review Nintendo Switch

Willkommen in Elyos, der Welt von Fire Emblem Engage, in der fünf Königreiche seit Jahrhunderten versuchen friedlich zu koexistieren. Überschaut werden diese Königreiche vom Land Lythos, der Heimat der Wyrmgötter oder, wie der Engländer sie etwas hübscher bezeichnet, der "divine dragons". Nach einem 1000-jährigen Schlaf wacht unser Hauptprotagonist endlich wieder auf. Es steht uns hierbei frei, ob wir einen männlichen oder weiblichen Hauptcharakter spielen möchten, auch der Name kann frei gewählt werden. Kurze Zeit, nachdem wir uns den Schlaf aus den Augen gerieben haben, wird uns klar, wir sind das Kind der aktuell herrschenden Wyrmgöttin Lumera.


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Bereits auf dem Weg zu unserer Mutter wird deutlich, dass das Böse in der Welt von Elyos erneut erwacht ist und sein Unwesen treibt. Im Schloss angekommen erfahren wir, dass der Dämonendrache nach 1000 Jahren ein Comeback anstrebt und seine vom Bösen verseuchten Armeen durch die Länder von Elyos ziehen. So sendet uns Lumera auf die Suche nach den zwölf Emblem-Ringen. Einige davon wurden an die fünf Königreiche verteilt, andere wurden bei einem Angriff aufs Schloss gestohlen. Unsere Aufgabe ist es nun diese Ringe zu vereinen und so den Dämonendrachen wieder aus der Welt zu verbannen. So ziehen wir mit einer kleinen Truppe von Mitstreitern los, um unserer Aufgabe als Wyrmgott gerecht zu werden.


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Auf dem Schlachtfeld angekommen werden sich alte Fire Emblem Fans wie zu Hause fühlen. Immer schön nacheinander ziehen unsere Partymitglieder über das Schlachtfeld. Einmal auf dem gewünschten Feld angekommen, wird ein Item genutzt, gewartet oder, insofern ein Gegner in Reichweite ist, angegriffen. So weit, so bekannt. Neu in diesem Teil kommt hinzu, dass mithilfe der Emblem-Ringe Spezialattacken ausgeführt werden können. Geben wir einem Mitglied unseres Trupps oder unserem Hauptcharakter, einen dieser Ringe zum Tragen, kann sich dieser mit der im Ring hausenden Seele verbinden und so von dessen Spezialfähigkeiten profitieren. Die Seelen in den Ringen werden von alten Fire Emblem Helden und Heldinnen verkörpert und dürften dem ein oder anderen Spieler bekannt vorkommen. Allen voran Marth.


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Diese Spezialangriffe stehen jedoch nicht jederzeit einfach so zur Verfügung. Um diese aktivieren zu können, muss zuerst die dazu gehörige Leiste über diverse Runden aufgeladen werden. Ist die Verbindung zwischen Kämpfer und Emblem einmal ausgelöst, hält diese für die nächsten drei Runden an. Mithilfe von Spezialfeldern auf dem Kampffeld, kann die Dauer auch verlängert werden. Ebenfalls neu in diesem Teil ist das Waffendreieck. Dies besagt, dass Schwerter im Vorteil sind gegenüber Äxten, Äxte schlagen Lanzen und Lanzen wiederrum sind stark gegen Schwerter. Diese Mechanik gab es bereits in anderen Ablegern der Fire Emblem Serie, in den Hauptteilen feiert es hier nun aber ein Comeback.


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Greifen wir effektiv an, hat dies zum Vorteil, dass kein Konter ausgeführt werden kann, und wir schlagen unserem Gegner in der Kampfanimation gekonnt die Waffe aus der Hand. Als letzte Neuheit drückt uns das Spiel einen Zeitkristall in die Hand. Damit können wir, wenn nötig, auch mal Züge rückgängig machen und so taktische Fehler korrigieren. Dies kann äusserst hilfreich sein, wenn man im Klassikmodus spielt und Permadeath aktiv ist. Sollte also unser Lieblingscharakter mal wegen einem nicht bedachten Zug sterben, gibt uns das Spiel die Möglichkeit dies noch zu ändern.


Während der langen Reise durch die Welt von Elyos, schliessen sich immer mehr Charaktere unserer Mission an und wandern dadurch in einen stetig wachsenden Pool an potenziellen Partymitgliedern. Vor jeder Schlacht erlaubt uns das Spiel die ideale Truppe für die aktuelle Situation zusammenzustellen. Zur Auswahl haben wir die RPG-üblichen Klassen von Heilern, Bogenschützen, Schwertkämpfern, Magiern, Lanzenkrieger usw. Ist die Schlacht erfolgreich beendet, so können wir das Kampffeld noch kurz frei begehen, um Items einzusammeln und 2-3 Sätze mit unseren Mitstreitern zu wechseln.


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Kämpfen wir gerade mal nicht um Leben und Tod, so halten sich unsere Helden in Somniel auf. Dies ist das Basislager unserer Truppe, wo ein Schmied und verschiedene Händler auf uns warten. Zudem pflegen wir hier auch die Beziehungen zwischen unseren Partymitgliedern mithilfe von Gesprächen, der Übergabe von Geschenken und dem gemeinsamen Verspeisen von leckeren Gerichten. Hinzu kommen kleiner Aktivitäten, die exklusiv im Basislager ausgeführt werden. So gibt es ein Angel- (was wäre ein JRPG ohne Angeln) und ein Trainings-Minispiel. Trainieren wir fleissig, können wir unseren Protagonisten temporär verstärken.


Ebenfalls in Somniel angesiedelt ist der "Turm der Prüfungen". Dieser wird im Verlauf der Story freigeschaltet und stellt den Multiplayerpart von Fire Emblem Engage dar. In diesem Turm werden eigene Kampfarenen gebaut, um sich darin dann mit anderen Spielern in grossen Schlachten zu messen. Dazu wird jedoch eine Nintendo-Switch-Online-Mitgliedschaft benötigt.


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Fazit:

Gleich vorweg, Fire Emblem Engage ist ein solider Ableger in der langlebigen Serie, der ein paar willkommene Neuerungen mit sich bringt, hier und da jedoch noch etwas Feinschlief vertragen könnte.

Die Story beispielsweise ist der altbekannte Kampf zwischen Gut und Böse. Zwar werden ein paar nette Wendungen eingebaut, jedoch tun sich gleichzeitig einzelne Logiklöcher auf. Da hätte vielleicht jemand dem roten Faden vor Release nochmals nachgehen sollen. Die Neuerungen wie das Waffendreieck bringen frischen Wind in die taktischen Kämpfe und der Zeitkristall sorgt dafür, dass sich auch Genre-Anfänger durchaus am Spiel versuchen können. Das Beste an den Kämpfen jedoch sind die Kampffelder selbst. Diese bieten schöne Abwechslung und verschiedene Mechaniken wie etwa zerstörbare Wände, die alternative Wege freischalten, Nebel, welcher vor dem Angriff erst beseitigt werden muss oder z.B. Fackeln, welche angezündet werden müssen, um das Schlachtfeld und Gegner überhaupt erkennen zu können.



Die schon fast unüberschaubare Anzahl an möglichen Partymitgliedern macht aus meiner Sicht nur Sinn, wenn man Permadeath aktiv hat. Ansonsten verliert man sehr schnell den Überblick über seine Kumpanen. Zudem verlieren gerade die Anfangscharaktere schnell leveltechnisch den Anschluss an neuere Mitglieder, da diese jeweils der Story entsprechend bereits auf einem passenden Level sind.

Das Basislager Somniel dürfte gerne noch etwas ausgebaut und lebhafter gestaltet werden. Die Gruppenmitglieder stehen alle leblos in der Gegend herum und warten darauf, dass sie ihre 1-2 Sätze sagen dürfen, wenn ich sie anspreche. Neben den Gesprächen, was eigentlich nur ein Durchklicken von Text ist (es gibt keine Dialogoptionen oder Ähnliches), den zwei kleinen Minispielen und den Händlern gibt es im Lager nicht viel zu erledigen. Dies dürfte in einem nächsten Teil gerne noch ausgebaut werden. Das Herzstück des Spiels, die Kämpfe, funktionieren jedoch richtig gut und machen Spass. Damit dürften Serien-Fans und eventuelle Neueinsteiger durchaus mit dem neusten Teil der Fire Emblem Reihe zufrieden sein.



Fire Emblem Engage ist exklusiv für Nintendo Switch erhältlich. Das Test-Muster stammt von Nintendo, wofür wir uns recht herzlich bedanken!



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