The(G)net Review: Ghost Blade HD

Shoot'em ups (Kurzform Shmups) waren zu 8- und 16-Bit Zeiten ein feste Grösse in der Videospielbranche. Mit dem Einzug der 3D Grafiken wurde die Releasedichte immer dünner und im Zeitalter von GTA, Fortnite, COD & Co. halten nur noch wenige Entwickler die Shmup-Fahne hoch. Bis auf seltene Ausnahme wie Cuphead, Sine Mora Ex oder das bald erscheinende R Type Final 2 seht die Zukunft für klassische Ballerorgien eher düster aus.



Entwickler 2Dream pfeift drauf und führt uns mit Ghost Blade HD in die gute alte Zeit des Vertikalshooters zurück. Das heutige Pilotentrio, bestehend aus knapp bekleideten Manga Amazonen, steuern jeweils ihren eigenes Raumschiff, welches sich nicht nur kosmetisch von den Spacekreuzern der anderen Teammitglieder unterscheidet, sondern auch über individuelle Bewaffnung verfügt. Streuschuss, Laserkanonen oder eine Mischung davon, für Liebhaber des Genres ist alles dabei, was das Ballerherz höher schlagen lässt.


Ghost Blade HD gehört zu der Untergattung Bullethell-Shooter. Wo normale Shmups sparsam mit Feindbeschuss umgehen, überschwemmt euch die Kugelhöllenfraktion mit unaufhörlichem Dauerbeschuss. Atempausen werden dem Spieler nicht gegönnt. Bereits nach den erste Sekunden wird einem klar, Ghost Blade HD ist nichts für Wochenendzocker. Ganze Armaden von aggressiven Aliens füllen den Bildschirm und kennen nur ein Ziel: Die Auslöschung unsere Animepilotinnen!



Anfänglich noch mit einer Standardkanone ausgestattet, überlassen pulverisierte Gegner Upgrades und bald ballert sich das Trio mit Maximalbewaffnung durch die 5 utopischen Sci Fi-Levels. Per Knopfdruck konzentiert ihr die Laserkanonen zu einem Strahl oder breitet sie um das Schiff herum aus. Wem der Kugelhagel zuviel wird, zündet eine Smart-Bomb und verschafft unseren Heldinnen kurzzeitig ein wenig Luft zum Atmen. Besiegte Feinde beschenken euch nach deren Ableben mit tonnenweise Weltraumgold und lassen den Highscore in schwindelerregende Höhen schnellen. Bereits nach dem ersten Level seid ihr schon mehrfacher Punktemillionär. Als kleines Extra, welches sich im unfangreichen Optionsmenu auch abschalten lässt, wird bei übermächtigem Feindbeschuss das Spielgeschehen verlangsamt und vereinfacht das stetige Ausweichen im Kugelhagel - aber nur für eine kurze Zeit, danach geht wie gehabt ums nackte Überleben ohne Pardon.



Am Ende jedes Levels erwartet die schiesswütigen Damen ein dicker Endboss, welcher patronentechnisch nochmal eine Schippe drauflegt. Die 16:9 Standareinstellung kann bei den Optionen auch als Vertikalmodus (wärmstens empfohlen) umgestellt werden, was besonders im Handheldmodus ein visuell runderes Spielerlebnis garantiert. Und wie es sich für ein anständiges Shmup gehört, dürfen in den verschiedenen Spielmodi (Main, Training und Timeattack) mit 3 unterschiedlichen Schwierigkeisgraden auch 2 Spieler simultan das kosmische Gesockse in die ewigen Jagdgründe befördern.



Fazit: Egal ob nun die Urväter wie Galaga, Space Invaders und 1941, die Horizontalfraktion um Gradius/Parodius, R Type, Gynoug, Thunderforce, Darius, Gaiares, Last Resort, In the Hunt etc., die vertikalen Cousins wie Raiden, Phallanx und den Branchenprimus Ikaruga plus den unangefochtenen Bullethell Kaiser Mushihimesama Futari oder die Pseudo 3D Kollegen Silpheed und Viewpoint (immer noch in meiner persönlichen Videospiele Top 10). Ich habe sie alle gespielt. Alle! Ghost Blade muss sich von der übermächtigen Konkurrenz nicht verstecken, ist aber auch keine ernsthafte Gefahr für die Shmup Topliga. Ghost Blade HD ist solide Durchschnittskost, technisch einwandfrei umgesetzt. Das Kugelinferno schwächelt mit nur 5 Levels beim Umfang und bietet in Sachen Innovation nichts Neues. Ich hätte mir für 2019 persönlich etwas mehr Detailverliebtheit bei der Grafik gewünscht, denn die 2D Hintergründe wirken etwas platt. Musikalisch wird die Dauerfeuerei mit flotten Retrobeats unterlegt. Ghost Blade HD ist jetzt nicht ein Spiel welches man stundenlang zockt, eher ein kleiner Snack für Zwischendurch, um den Adrenalinpegel für ein paar Minuten hochzujagen. Sicherlich kein Game für die breite Masse, das waren Bullethell-Shooter noch nie, aber für Fans des Subgenres eine durchaus willkommene Abwechslung.



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