The(G)net Review: Gobliiins Collection
- Andy Meier
- vor 3 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Konsolen-Spieler, die nie auf dem Rechner gedaddelt haben, dürften von den kleinen Wichten noch nie gehört haben. Wir schon. Und wir haben uns tatsächlich auf die Gobliiins Collection gefreut.

Ich liebe 90er Jahre Grafik-Adventures. Selbst die kaum lösbaren, mehrheitlich auf Trial and Error basierenden Titel, erheitern mich heute noch. Die Space Quest Collection besitze ich auf Steam sowie GOG, damals hatte ich noch die Original-Disketten im Regal stehen. Und ich würde fast alle Sierra Titel heute auch für Nintendos tragbare Konsole wieder kaufen und empfehlen.

Gobliiins und seine Nachfolger, insbesondere die ersten beiden, habe ich damals nie selbst gespielt. Somit ist dieser Testbericht aus der Sicht eines Serien-Neulings geschrieben, der zwar ein Herz für alte Adventures hat, aber diese Franchise bislang gekonnt ignorierte. Vielleicht spürte ich schon damals, dass ich unter Umständen nicht warm werden würde mit Coktel Visions Pixel-Knobelei.

Ich weiss nicht, wie ich die Titel vor über 30 Jahren bewertet hätte. Das Gameplay fühlt sich aber genauso an, als hätte es diese besagten Jahrzehnte in den virtuellen Knochen. Was manchmal gut ist, wird hier keinesfalls zum Vorteil. Auf der Collection sind fünf der sechs erschienenen Gobliiins-Spiele, der sechste Teil fehlt somit. Ebenfalls nicht mit dabei ist das Adventure Woodruff and the Schnibble of Azimuth, schade – das wäre vermutlich das Highlight gewesen. Der eigenständige Titel gehört aber auch nicht offiziell zu den Gobliiins, selbst wenn Pierre Gilhodes beim Design wieder mit von der Partie war.

Jeder der fünf Klassiker setzt nur wenig auf Knobel-Logik. Also eigentlich gar nicht. Es gilt mit einem der verfügbaren Goblin-Freunde mehr oder weniger zufällige Aktionen auszulösen und sich so Bildschirm für Bildschirm vorzuarbeiten. Wirklich schwer sind die Spiele nicht, aber deren Lösung auch selten befriedigend. Lustig dafür umso mehr, was die kleinen Wichte da auf dem Bildschirm veranstalten. Die Pixelgrafik hat auch heute noch einen gewissen Unterhaltungswert, leider wurde vergessen, die Collection mit Spielspass aus dem aktuellen Jahrtausend zu ergänzen.

Dass dem Spiel derweil nicht mal ein Manual beiliegt, ist kaum zu verzeihen. So finden wir selbst mühselig heraus, welcher der Charaktere denn nun für was zuständig ist und was das Spiel überhaupt vom Spieler erwartet. Zumindest eine In-Game-Anleitung wäre wohl nicht zu viel verlangt gewesen. Schliesslich dürfen wir die original PC-Spielekartons im Menü beäugen.
Fazit:
Das Spiel hatte damals sicher seinen Charme. Das war auch der Grund, wieso ich immer neugierig auf die Serie geschielt habe. Die Reviews waren aber schon damals wenig berauschend, weswegen ich mich lieber mit anderen Klassikern beschäftigt habe, die auch heute noch Spass machen. Dazu zählt die Gobliiins Collection leider nicht. Wieder mal so passend wie lange nicht: Fans der Serie greifen zu, alle anderen finden unzählige bessere und lohnendere Spiele für die Nintendo Konsole. Und über den vierten Teil der Serie, der komplett in 3D gehalten ist, hüllen wir besser den Mantel des Schweigens.

Gobliiins Collection ist für PS5, Nintendo Switch und PC erhältlich. Wir haben das Spiel auf der Switch getestet. Unser Test-Muster stammt von Red Art Games wofür wir uns herzlich bedanken!



