The(G)net Review: Metal Gear Solid Delta: Snake Eater
- Armin Medic

- 11. Sept. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Haut Konami ein “neues” Metal Gear raus, dann kann schon mal ein Raunen durch die Videospielindustrie geistern. Nach der Schlappe um Metal Gear Survivor versucht man alte Zeiten hochleben zu lassen, denn "Delta" ist ein punktgenaues Remake des 2004 Meisterwerks. Wir sind gespannt auf Snake im neuen Gewand!

Wem Metal Gear Solid 3 auch noch 2025 ein Fremdwort bleibt, schaut vielleicht kurz in unseren damaligen Testbericht. Wir brezeln hier nicht nochmal die ganzen Mechaniken auf, sondern konzentrieren uns nur auf die Neuerungen.

Am eigentlichen Spiel-Inhalt hat sich kaum etwas verändert. Konami jagte das Original durch die Unreal Engine, bearbeitete alle Cutscenes und behielt den Spielverlauf identisch zum 2004er-Release. Die erste Neuerung begegnet uns schon nach dem Titelscreen. Hier möchte man wissen, ob man hier sein erstes Metal Gear in die Konsole wirft oder bereits einen Favoriten hat. Als Bonus gibt's bei jeder Wahl eine zusätzliche Cameo-Uniform.

Danach entscheiden wir uns für den Spielstil. Im Legacy Style behalten wir die ursprüngliche Steuerung und Kamera bei. Die moderne Variante erlaubt uns eine freie 360 Grad über die Schulter Perspektive, wie man sie z.B. aus MSG 4 und 5 kennt. Zudem darf man endlich in der Hocke durch die Gegend schleichen, was im Original schmerzlich vermisst wurde. Hinzu kommen sechs Schwierigkeitsgrade, wobei der letzte erst nach erfolgreichem Abschluss der Story auf "Extreme" freigeschaltet wird. Bevor es schlussendlich losgeht, entscheiden wir noch, ob wir sämtliche Ingame-Tipps oder nur die wichtigsten angezeigt haben wollen. Wir können auch ganz darauf verzichten.

Im Spielverlauf sammeln wir einen dicken Stapel an Uniformen bzw. Cameos, die uns bei unseren Schleichmissionen teilweise extrem hilfreich sind. Mussten wir uns früher umständlich durch die Menüs kämpfen, reicht ein simpler Druck nach oben auf dem Digipad und wir wechseln unsere Kleidung im Nu. Drücken wir nach unten, holen wir das Codec Menu hervor, das als Kommunikationstool mit unserer Basis und zum manuellen Speichern dient. Konami hat zudem eine Autosave-Funktion hinzugefügt, die bei jedem Abschnittswechsel einen temporären Spielstand anlegt.

Nach den imposanten Bossfights und der Aufklärung des verwirrenden Plots von MSG Delta, erhalten wir nicht nur weitere Cameos und Gesichtsbemalungen. Neben dem bereits zu Beginn spielbaren und spassigen Challenge Mode "Snake. vs Monkey", schalten wir das obskure Minispiel "Guy Savage Delta" frei. In diesem kuriosen Hack’n’Slash ohne irgendwelche Lebensleisten oder Anzeigen, metzeln wir uns auf einem schummrigen Friedhof mit zwei dicken Klinge durch eine Horde Untoter als wären wir in Bloodborne, bis wir dem Levelboss und seinen Schergen genug zugesetzt haben, damit eine Cutscene das Ende einleitet.

Beide Modis wurden optisch ebenfalls aufs neueste Level gehoben. Im Extra Menü ergötzen wir uns im Demo Theater an sämtlichen Cutscenes. Neu finden wir hier das Secret Theater. Gewisse Gegner lassen nach einer bestimmten Aktion ein geheimes Filmband liegen, die uns brandneue Zwischensequenzen bescheren. Diese neuen Einspieler lassen sich nur hier anschauen. Unsere gesammelten Cameos und gefundenen Esswaren überprüfen wir in der jeweiligen Kollektion, studieren den Charakter Viewer sämtliche Hauptdarsteller, NPCs und Gegner in 360 Grad Rundumsicht oder checken unsere Spielstatistik.

Auch wenn heutzutage keine Bedienungsanleitungen der Retail-Version mehr beigelegt werden, sind Scans von den HD Collection Manuals in 10 Sprachen u.a. Japanisch, Deutsch oder Spanisch zur Ansicht verfügbar. Eine nette Geste und toller Fan Service von Konami.
Fazit:
Alles richtig gemacht, Konami! Dass Snaker Eater damals schon ein absoluter Kracher war, muss ich euch ja nicht erzählen. Die optische Auffrischung in 4K kann sich absolut sehen lassen. Man sieht alleine schon beim Intro, mit welchem Aufwand die Optik dem heutigen Standard angepasst wurde. Und auch die Ingame-Grafik lässt kaum das 2004er Gerüst erkennen. Etwas offensichtlicher wird es bei den leicht veralteten Animationen und der etwas sperrigen Steuerung mit immer noch nicht optimaler Handhabung. Das muss aber bei einem originalgetreuen Remake in Kauf genommen werden, denn rein spielerisch und storytechnisch kann auch der 20 Jahre ältere Snake immer noch mit der aktuellen Riege mithalten. Ein weiterer Beweis, wie fortschrittliche Kojima und Co. damals gedacht haben. Die Anpassung mit der neuen Kamera und dem Modern-Style ist eine willkommene Portion Optimierung. Einmal gespielt, will man nicht mehr auf das alte System zurück. Primär bin ich nicht gegen Remakes, solange sie korrekt ausgeführt werden. Metal Gear Solid Delta: Snake Eater ist ein vorbildliches Beispiel, wie man Auffrischungen anpacken sollte. Wenn auch in Zukunft das hohe Niveau gehalten wird, darf das nächste Metal Gear gerne kommen!

Metal Gear Solid Delta: Snake Eater ist für PS5, Xbox Series X|S und PC erschienen. Wir haben das Spiel auf der PS5 getestet. Das Test-Muster stammt von Konami, wofür wir uns herzlich bedanken!











Kommentare