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The(G)net Review: Pikmin 4

Es wurde langsam Zeit! Captain Olimar hat alle verlorenen Teile seines Raumschiffes zusammengeflickt und sendet ein Notsignal an das Rescue Team. Es geht endlich nach Hause!


Pikmin 4 Test Review Testbericht Nintendo Switch

Schöns wärs! Denn die Eierkopf-Truppe stürzt beim Eintritt in den Orbit ab und gilt wie schon Olimar als verschollen. Wieder mal liegt es an uns die Suppe auszulöffeln. Als blutiger Anfänger im Space Rescue Business sind wir das letzte Mitglied der Crew und müssen nicht nur Olimar finden, sondern auch unsere verlorenen Crewmitglieder. In einer kleinen Kapsel werden wir zum Planeten PNF-404 geschickt. Bis wir aber dort ankommen, schustern wir uns in der Zwischenzeit unseren Hilfs-Kadetten zusammen. Ein kleiner Editor lässt uns Geschlecht, Kopf und Körperform, Haarfarbe und -Style in begrenzter Auswahl anpassen.


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Sicher auf PNF-404 gelandet, freunden wir uns gleich mit unserem neuen Sidekick an. Wir treffen auf Oatchi. Dieser knuffige Hund mit nur zwei Beinen ist ab sofort unser treuer Begleiter und Kollege für die bevorstehende Suchexpedition. Oatchi beweist schon zu Beginn seine Vielseitigkeit. Per Command Menu bestimmen wir, ob unser flauschiger Freund mit seiner feinen Nase Schätze, vermisste Crewmitglieder, unterschiedliche Pikmins, Ressourcen oder Knollen aufspüren soll. Haben wir die Spur entdeckt, führen uns blaue Duftwolken entweder automatisch oder manuell per Analogstick zum Ziel. Halten wir Y gedrückt, rammt er mit einem Charge Move frontal in Feinde. Auch kann Oatchi Bisse verteilen, nach Objekten buddeln, über kleine Erhöhungen hüpfen und später sogar schwimmen. Oatchi lässt auch auf sich reiten. Denn auch wenn die Oberwelt harmlos und nett aussieht, lauern überall Gefahren und unfreundliche Planetenbewohner, die Oatchi, uns und natürlich auch den Pikmins an den Kragen wollen.


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Nach dem ersten Warmwerden treffen wir auf einen Teil unserer vermissten Crew plus Raumschiff, welches aber aufgrund fehlender Energie nicht starten kann. Dieser Bereich dient als Hub und wir kehren nach jedem abgelaufenen Tag dorthin zurück, der in Echtzeit 15 Minuten dauert. Mit unserem Wau Wau im Schlepptau durchforsten wir insgesamt 6 unterschiedliche Welten, die wiederum in Sub Levels unterteilt sind, die sich in Form von Gullideckeln tarnen. Diese mehrstöckigen Mini-Dungeons, in denen die Zeit sechsmal langsamer verstreicht als in der Oberwelt, belohnen uns mit einer stattlichen Anzahl an Schätzen und Energiekristallen fürs Raumschiff, den einen oder anderen vermissten NPC und regelmässige Rätsel-Einlagen, die nach getaner Arbeit auch unseren Kontostand mit Pikmin Klunker versorgen. Diese nutzen wir zweierlei. Entweder verbraten wir die gefundenen Devisen für den Ausbau von Shortcut-Brücken in der Oberwelt oder wir verballern die liquiden Mittel für allerlei hilfreiche Upgrades beim Händler im Hub, wo wir nicht nur unterschiedliche Bombenarten und andere Wurfwaffen ergattern, sondern z.B. auch Turbostiefel für einen rasanten Laufschritt oder eine Elektro Schutzweste für Oatchi.


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Doch das ganze würde ohne die titelgebenden Pikmins nicht funktionieren. Pikmins sind eine Mischung aus Pflanzensprösslingen und Humanoiden, welche per simplen Befehlen diverse Tätigkeiten ausführen. Ein einzelner Pikmin ist unbrauchbar, sobald sie aber in Dutzenden angewuselt kommen, wird sogar der dickste Gegner mit Geschick und Kombination in die Pfanne gehauen, denn die unterschiedlich farbigen Pikmins verfügen über verschiedene Fähigkeiten. Eis-Pikmins können Gegner einfrieren und Teiche und Tümpel vereisen lassen. Die roten Pikmins löschen Brände und sind immun gegen Feuer, den gelben Pikmins kann Elektriziät nichts anhaben und die Blauen sind wasserresistent und saufen nicht ab, wie der Rest ihrer Kollegen. Auf insgesamt neun Pikmin-Klassen treffen wir im Laufe unserer Expedition auf PNF-404. Anfänglich steuern wir aber nur eine Handvoll Pikmins durch die Pampa. Sobald wir aber auf Pikmin Knollen stossen und diese zurück zu unserer Basis schleppen, erhöht sich unsere Armee und wir können mit mehr Manpower - maximal 100 Pikmins - unerforschte Gebiete erschliessen und neue Schätze einsammeln. Per Knopfdruck befehligen wir den kleinen Gnomen Items zu schleppen, Wände einzuschlagen, Zugbrücken runterzuziehen, Schalter zu aktivieren oder Feinde anzugreifen. Normale Gegner werden einfach mit einer Schar Pikmins in Sekundenschnelle weggehauen.


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Bei Bossgegnern ist mehr Taktik gefragt. So verreisen wir ihn zuerst mit einer Barrage an hellblauen Sprösslingen um ihn danach mit roten und gelben Pikmins den finalen Rest zu geben oder wir formieren sämtliche Pikmins hinter uns und schicken die ganze Bande auf Kommando auf den Bösewicht los und rammen ihm gleichzeitig mit Oatchi von der Seite in die Rippen. Sind die Pikmin in Gefahr, bleiben uns ein paar wertvolle Sekunden, um sie mit einem kräftigen Pfiff zurückzurufen, dessen Radius mit einem grosszügigen Kreis angezeigt wird. Wird eine von unseren Pikmin-Rassen vom Erdboden getilgt oder unser Rescue-Astronaut entleert seine Lifebar, fallen wir ins Game Over. Doch hier zeigt sich Nintendo gnädig. Mit der Rewind-Funktion werden wir nur ein paar Minuten vor den letzten Ableben zurück teleportiert und wir dürfen es erneut versuchen.


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Das Erforschen der Ober- und Unterwelt wird gelegentlich von zwei verschiedenen Event-Levels erweitert. In den Night Expeditions, einer Art Tower Defense Game, beschützen wir mit Licht-Pikmins eine vorgegebene Anzahl an Festungen vor angreifenden Monstern, bis der Timer ausläuft. Dandori Battles tönt zwar kompliziert, sind aber sehr simple Challenge Levels. Hier gilt es in vorgegebener Zeit, mehr Schätze mit den Pikmins ins Lager zu schleppen als unser Rivale. Mit Oatchi stören wir den Gegner, während wir den Pikmins befehligen, besonders wertvolle Items in Sicherheit zu bringen. Ein chaotische wie auch spassige Angelegenheit, die sich auch mit einem echten Mitspieler im Splitscreen spielen lässt. Ansonsten bleibt die Coop Variante in Pikmin 4 beschränkt.



Fazit:

Pikmin 4 ist gut, sehr gut! Obwohl ich das letzte Mal mit Olimar und Co. auf dem Gamecube mit der ersten Version die Ehre hatte, war ich im Laufe der knapp 18 Stunden überrascht, wie liebevoll und charmant Nintendo das mittlerweile sechste Abenteuer der Pikmins inszeniert. Angefangen beim putzigen Intro mit dem Wechsel aus Cutscenes und kurzen Cartoon Panels bis hin zur detailfreudigen Spielewelt, der griffigen Steuerung und massig Content für Stunden, ist Pikmin 4 ein Rundumpaket der guten Laune. Ich gehe vom hohen Qualitätsstandard davon aus, dass Shigeru persönlich das Spiel abgesegnet hat, denn die Pikmin Reihe ist wahrscheinlich die nischigste AAA-Serie von Nintendo. Am Anfang war ich ein bisschen irritiert von dem Tagesrhythmus, den man auch locker auf 20 Minuten hätte drehen können, sobald aber die meisten Skills und Upgrades beisammen sind, fällt das kaum mehr ins Gewicht und die Tage rattern durch wie im Kalender. Das Zusammenspiel mit den Pikmins und unserem zweibeinigen Hund ist nicht nur nützlich, sondern sehr niedlich animiert und des öfteren schmunzelt man über die witzigen Animationen der Interaktion mit unseren Helfern. Die unterschiedlichen Levels sorgen für stetige Motivation und die Event Levels gleichen den Oberwelt Alltag mit frischen Ideen aus. Die Rätsel Einlagen sind eher auf Geschicklichkeit und Erforschung ausgelegt, als dass man mit rauchendem Kopf im Korridor steht. Für mich persönlich war nach den Knallereien und VR-Marathons der letzten paar Reviews Pikmin 4 das perfekte Runterkommen. Anspruchsvoll, aber nicht schwer, fantastisch umgesetzt mit dem Flair alter Nintendo Tage und einem extrem soliden Spielkonzept ohne Kompromisse.


Pikmin 4 Test Review Testbericht Nintendo Switch

Pikmin 4 ist exklusiv für Nintendo Switch erschienen. Das Test-Muster stammt von Nintendo, wofür wir uns recht herzlich bedanken!



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