Xbox Series X vs. PS5 - Kampf der NextGen-Giganten: Teil 3 - Speicherlösung

In den NextGen Systemen von Microsoft und Sony sind SSDs verbaut. Solid State Drives haben keine Discs mehr. Die Daten werden auf Speicher-Chips gelagert. Das macht den Datentransfer unglaublich schnell. In unserem 3. Teil von "Kampf der NextGen Giganten" sehen wir uns die Speicherlösungen von Xbox Series X und PS5 genauer an.



Teil 3: Die Speicherlösung

Endlich sind mechanische Harddisks Geschichte. In der Playstation 5 und Xbox Series X werkeln superschnelle SSD-Speicher. SSDs laden Daten quasi ohne Verzögerung. Dies führt natürlich primär zu schnelleren Ladezeiten, aber auch zu komplexeren Spielewelten, mehr Details, hübscheren Texturen, besseren Physik-Effekten oder künstliche Intelligenz.


Chips statt Disc-Drive - das ist die SSD der PS5

Bislang mussten Entwickler darauf achten, dass sich wiederholende Daten (z.B. Objekte in einer Open-World wie Häuser und Bäume oder Strassenschilder in Rennspielen) an mehreren Orten auf der Harddisk befinden, damit sie vom mechanischen Lesekopf der Harddisk schnell gefunden, gelesen und auf den Bildschirm gebracht werden können. Eine SSD muss Daten nicht duplizieren, da die Informationen superschnell abrufbar sind. Es gibt ja keinen Lesekopf, der über eine Disc flitzen muss. Alle Daten befinden sich bereits in einer RAM-ähnlichen Speicherbank und müssen nur von A nach B transportiert werden, was bei beiden Geräten extrem schnell geschieht.


In der Xbox Series X stehen uns 1TB zur Verfügung, wo von aber nur knapp 800GB nutzbar sind, weil sich das System Speicher für das Quick-Resume Feature und Betriebssystem-Daten reserviert. Auch bei der Playstation 5 stehen uns von den 825GB nur knapp 670GB effektiv zur Verfügung. Ihr seht, die interne SSD der Xbox Series X ist etwas grösser, dafür fällt der maximale Datendurchsatz bei der PlayStation 5 etwa doppelt so hoch aus wie bei der neuen Microsoft-Konsole. Zumindest auf Papier. In unseren Praxis-Tests waren die Ladezeiten auf der neuen Xbox mit ein und demselben Spiel durch die Bahn schneller.



Warum ist das so? Bei der Xbox Series X kommt neben der SSD noch eine Technik namens Direct Storage zum Einsatz, welche den Hauptprozessor beim Rumschaufeln der Daten entlastet - was bei der Playstation 5 nicht der Fall ist. Natürlich kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht definitiv sagen, welches System schlussendlich schneller ist. Wir sind uns sicher, dass Sony ihre First-Party Games entsprechend optimiert, um noch ein bisschen Speed heraus zu holen. Das neue Spider-Man Miles Morales lädt beispielsweise ultra-schnell! Zum jetzigen Zeitpunkt hat dennoch die Xbox Series X in Sachen Ladegeschwindigkeit von Multiplattformspielen die Nase vorn.


Was wir ebenso definitiv sagen können ist, dass der verfügbare Speicherplatz bei beiden Geräten knapp bemessen ist. Wenn moderne Triple-A Spiele bereits heute um die 200GB Speicher benötigen und sich der benötigte Speicherplatz wegen hübscheren Assets (bessere Texturen, mehr Polygone, grössere Spielewelten, etc.) in Zukunft noch weiter erhöht, dann kommt man wohl um eine Speichererweiterung nicht herum.


Der Speicher der Xbox Series X lässt sich einfach erweitern

Die Xbox Series X bietet da eine offizielle Lösung, die 1TB Storage Expansion von Seagate. Die lässt sich einfach hinten einstecken und arbeitet mit der gleichen Geschwindigkeit, wie die interne SSD. Aber auch herkömmliche, externe USB Harddisks lassen sich problemlos verwenden. Jene bieten logischerweise nicht denselben Speed, eignen sich aber hervorragend für ältere Titel (Abwärtskompatibilität). Plus, sie kosten nicht so viel, wie die (teure) offizielle Speicherkarte. Habt ihr bereits eine externe HD an eurer Xbox One im Einsatz, könnt ihr diese einfach an der Series X einstöpseln und alle Spiele ohne erneute Installation von dort aus starten.


Der deaktivierte Slot für eine künftige PS5 Speichererweiterung?

Sony hat bislang keine Speichererweiterung im Angebot. Zwar lassen sich externe Harddisks an der Playstation 5 anschliessen, dort aber nur PS4 Spiele auslagern. PS5 Titel sind auf den flotteren, internen NVMe Speicher angewiesen. Interessanterweise verfügt die PS5 über einen internen Steckplatz, der für M.2-SSDs in Stick-Form reserviert wäre (siehe Bild oben), aber dieser Steckplatz ist deaktiviert und funktioniert bislang nicht. Seltsam. Selbst wenn, müsste man seine PS5 erst öffnen, um so einen SSD-Stick zu installieren, was etwas umständlich ist. Ob sich auch die interne SDD komplett auswechseln lässt und welche SSDs mit der PS5 100%ig kompatibel sind, stand zum Zeitpunkt dieses Berichts nicht fest. Man munkelt aber, dass es in etwa so ein SSD-Stick sein soll, wie hier abgebildet:


2TB intern müssten es aber schon sein, sonst bringts ja nix!

Selbst wenn das ginge, müsste dieser Stick im Minimum 2TB gross sein, sonst stünden ja nur rund 150GB mehr zur Verfügung, als ohnehin schon in der PS5 schlummern. Ob sich die Kosten und der Aufwand für so wenig lohnt?


Aus all diesen Gründen geht die Kategorie "Speicherlösung" unseres NexGen-Battles klar an die Xbox Series X. Sie lädt Multiplattformspiele schneller, bietet mehr Speicherkapazität, die schnell und einfach erweitert werden kann und auch Standard USB-Harddisks lassen sich ohne Umstände verwenden. Da muss sich die Playstation 5 in allen Belangen wohl oder übel geschlagen geben. (sb)


Winner: Xbox Series X


Zwischenstand:

Xbox Series X = 1 Punkt

Playstation 5 = 2 Punkte


Weiter zu Teil 4: CPU und GPU

The(G)net ist Mitglied des

SCN-Mitglieder:

• GAMES.ch

joypad.ch

The(G)net

Copyright © 2020 The(G)net Schweiz