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HeroFest und SwitzerLAN 2026: Vier Tage zwischen Gigabit, Orks und Schoggigipfel

vor 16 Stunden
12 Min. Lesezeit

Vier Tage, rund 2'000 Gamer in einer Halle, über 22'000 Quadratmeter Popkultur, 35'000 Besucher und eine Ork-Familie, die mitten auf dem Messegelände wohnt: Simon war am HeroFest / SwitzerLAN in Bern. Als privater Teilnehmer mit Luftmatratze und Konsole, und als Pressevertreter von The(G)net mit ein paar kritischen Fragen im Gepäck. Ein Bericht über Höhenflüge, Stolpersteine und die Frage, warum ein Schliessfach plötzlich fünfmal so viel kostet.


Erfahrungsbericht: HeroFest und SwitzerLAN 2026

Donnerstag: Anreise mit Hindernissen

Am Donnerstag fuhr ich um 10:00 Uhr in Zürich los. Der Weg nach Bern zur Bernexpo war unbeschwerlich: kein Verkehr, schönes Wetter, gute Stimmung. So darf ein langes Wochenende anfangen. Einmal angekommen, ging es zuerst um das Auto. Für 70.- Franken im Early-Bird-Tarif, zusätzlich zu den 150.- Franken für das LAN-Ticket, konnte ich es auf einem Parkfeld abstellen, rund 20 Minuten Fussweg vom Gelände entfernt. Cédric Schlosser, Mitgründer der SwitzerLAN und CEO der Agentur MYI, erzählte mir später im Gespräch, dass die Wartezeit beim Parking gegenüber dem letzten Jahr von vier auf zwei Stunden reduziert worden sei. Davon merkte ich selbst nicht viel, was aber auch an meinem eigenen Vorgehen lag. Ich fuhr nämlich zuerst direkt zur Bernexpo und lud mein Material aus. Ein paar Freunde, die schon in der Halle waren, brachten alles an meinen Platz. Zurück beim Parkfeld stellte sich die Frage, wie ich nun zu meiner Parkkarte komme. Es war halb eins, die Karten wurden aber erst ab 14:00 Uhr verteilt. Nach langem Hin und Her erklärte mir eine nette Frau vom Parkservice, ich könne um 14:00 Uhr wiederkommen, direkt auf dem Parkfeld parkieren und dann zurück aufs Festgelände.


Anderthalb Stunden warten wollte ich nicht, also ging ich zuerst etwas essen. Als ich kurz vor zwei zurückkam, der Schreck: Die Schlange war extrem lang, und ein Ordner teilte mir mit, ich müsse mich ganz hinten anstellen. Das habe ich nicht ganz eingesehen. Ich fragte eine nette Gruppe, ob ich mich anschliessen dürfe, und schilderte meine verzwickte Lage. Wie es unter Gamern üblich ist, war das kein Problem. Ich durfte dazustossen und hatte gleich einen netten Kontakt und gute Gespräche. Auch die Leute hinter mir, die das mitbekommen hatten, sagten nichts. Nach rund 20 Minuten hatte ich mein Parkticket, statt noch stundenlang zu warten.


Der Fussweg zurück zum Gelände war dann doch mühsam. Das lag sicher auch an mir selbst, denn ich bin körperlich nicht sehr gut zu Fuss. Dort angekommen wusste ich: Hier sind meine Grenzen. Doch fertig war es damit noch nicht.


Presseausweis, erster Akt

Das Security-Personal vor Ort war nicht unbedingt mit Informationen gefüttert. Nur mühsam erfuhr ich, wie ich vorgehen muss, um meinen Presseausweis beim Messebüro abzuholen. Dort wurde ich zuerst einmal so angeschaut, als wüsste niemand, was ich will. Nach erneutem Erklären hiess es, diese Informationen kämen erst morgen, ich solle im Verlauf des nächsten Morgens wieder vorbeikommen. Adrian Erni, Mediensprecher der Bernexpo, bestätigte mir in einem kurzen Kontakt, dass ich den Ausweis am nächsten Tag erhalten werde. Fortsetzung folgt.


Ankommen in der LAN-Halle

Donnerstagnachmittag, endlich in der grossen Halle. Schon jetzt hatten sehr viele Gamer ihr Equipment aufgestellt. Der Platz ist beschränkt: Ein Tisch von 180 Zentimetern wird auf zwei Personen aufgeteilt, das ergibt pro Kopf rund 90 Zentimeter Breite und 80 Zentimeter Tiefe. Mein Glück: Bei uns war Platz übrig, und ich konnte einen ganzen Tisch für mich allein nutzen. So liess sich mein Streaming-Material ebenso wie mein Gaming-Equipment in Ruhe aufstellen.



Ein Tipp für alle, die zum ersten Mal kommen: Stühle, PCs und Bildschirme kann man mieten. Unbedingt empfehlenswert ist ein eigener Stuhl oder eben ein gemieteter. Die Plastik- beziehungsweise Holzimitatstühle sind für längeres Gaming sehr unbequem und nicht höhenverstellbar. Für mich war das kein Problem, ich hatte alles dabei. Oberhalb der Halle zieht sich ein Fenster der ganzen Länge entlang. Am Donnerstag war dieses riesige Schaufenster noch leer. Ab Freitag konnten die Besucherinnen und Besucher des HeroFest von dort oben drei Tage lang die leuchtenden PCs, die Bildschirme und all die Gamer beobachten. Hinein kommen sie allerdings nicht: Mit einem HeroFest-Ticket gibt es keinen Zutritt zur SwitzerLAN. Umgekehrt kommt man mit einem LAN-Ticket jederzeit ans HeroFest. Laut den Veranstaltern geht es dabei vor allem um Diebstahlschutz.


Der Schlafsaal

Danach besuchte ich den Schlafsaal: eine riesengrosse Halle mit eingezeichneten Schlafplätzen und vier grossen Säulen, die mit Strom versorgt sind. Da ich eine Schlafmaske benutze, war ich auf Strom angewiesen und zog ihn mit meinem Verlängerungskabel zu meinem Platz. Im Interview erfuhr ich, dass diese Stromanschlüsse sehr teuer sind und darum sparsam eingesetzt werden, weil das Budget von HeroFest und SwitzerLAN beschränkt ist. Wer sich schlau macht und etwas Ideenreichtum zeigt, kommt aber problemlos an Strom. So liess sich auch die Matratze automatisch aufblasen. Platz hatte es genug. Danach wurde das Licht gelöscht und während des ganzen Festivals nicht mehr eingeschaltet. So war auch tagsüber Schlaf möglich, wenn die Nacht wieder einmal länger wurde.


SwitzerLAN Schlafhalle

Packliste, Interdiscount und ein Gutschein, der keiner war

Ein Nachtrag zum Donnerstagabend: Es lohnt sich, schon dieses Jahr eine Packliste für das nächste Jahr anzulegen. Alles, was man vergessen hat, ist dann beim nächsten Mal dabei. Ich musste noch schnell in den Interdiscount im Berner Wankdorf, um eine Tastatur und eine Maus zu kaufen. Schade: Den Gutschein aus dem Goodiebag, der schon auf meinem Tisch lag, konnte ich nicht einlösen. Das Personal wusste nichts davon, und obwohl auf dem Gutschein stand, er sei in sämtlichen Filialen einlösbar, liess sich der EAN-Code nicht einscannen.


WCs, Duschen und ein Geheimtipp

Die WCs und Duschen waren in den ersten zwei, drei Tagen erstaunlich sauber. Egal zu welcher Zeit ich dort war: Ich konnte mich ohne Bedenken hinsetzen und musste mich nicht fragen, welche Flüssigkeit da am Boden ist, von der ich lieber nichts wüsste. Auch die Duschen machten nicht den Eindruck, als hole man sich gleich Fusspilz. Angenehm war die erste Dusche trotzdem nicht, der Wasserstrahl fühlte sich eher an wie ein Hochdruckreiniger. Mein Geheimtipp, den ich ab dem zweiten Tag selbst nutzte: In den zwei Towers des Schlafsaals gibt es Einzelduschen, die um einiges angenehmer sind und mehr Platz bieten.


Kaffee für zwei Franken

Die Bar der ERUPT Lounge, die sonst im Bahnhof Bern zu Hause ist, war immer sehr gut besucht, und die Preise waren human. Ein Kaffee kostete nur zwei Franken, was für mich als Nicht-Red-Bull-Trinker ein grosser Vorteil war. Auch das Bier war mit fünf Franken günstig, und wer sich für 50.- Franken einen Bier Pass leistete, bekam sogar elf davon. Wie ich hörte, gab es an SwitzerLAN und HeroFest insgesamt elf solche Bars. Draussen war derweil das Mittelalterfest im Aufbau und versprach sehr gutes Essen und natürlich Met, der nicht fehlen darf.


Freitag: Schoggigipfel, Stream und Presseausweis, zweiter Akt

Die erste Nacht auf der Luftmatratze verlief erstaunlicherweise ohne Unterbruch und sehr angenehm. Am Morgen dann ein Schoggigipfel und ein Kaffee, direkt vor meinem Bildschirm, und los ging es mit EAFC zocken, Stream starten, die Qualifikation für die Weekend League im Auge behalten und natürlich mit Freunden battlen und Spass haben.


Um 11:00 Uhr wollte ich meinen Presseausweis abholen. Ich wurde wieder weggeschickt, mit der Auskunft, man wisse leider nicht Bescheid und habe auch keine Liste. Erneut wandte ich mich an Adrian Erni. Er teilte mir mit, die Liste sei bereits seit 9:00 Uhr vor Ort. Also nochmals hin. Diesmal ging die Person am Schalter einfach zum Regal, nahm eine Liste, gab mir den Presseausweis, und alles war erledigt.


Der Presserundgang: Zahlen, Regeln und ein Blick hinter die Kulissen

Um 14:00 Uhr begann der Presserundgang. Cédric Schlosser und Adrian Erni führten uns über das Messegelände des HeroFest und zeigten uns auch die SwitzerLAN. Beide waren sehr bereit, Fragen zu beantworten, auch meine kritischen.


Cédric Schlosser und Adrian Erni - HeroFest und SwitzerLAN

Vom Kirchgemeindesaal in die Bernexpo

Zur Einordnung: Die Anfänge der SwitzerLAN liegen bei einer LAN-Party mit 20 Leuten in einer Kirche in Kerzers. 2014 fragte die Bernexpo an, ob die Gruppe an der damaligen Spielzeugmesse Suisse Toy eine LAN organisieren könne. Die erste SwitzerLAN startete mit 250 Teilnehmenden im Keller der Bernexpo. 2016 gründeten die Organisatoren die Agentur MYI. Seit 2018 findet das HeroFest als eigenständige Messe für Game-Kultur statt. Heute ist die Bernexpo AG Veranstalterin, MYI verantwortet Agentur und Betrieb.



Die Zahlen von heute: An der SwitzerLAN wurden bis Freitag laut Cédric 1'980 Tickets verkauft, offiziell bietet die Halle rund 2'300 Plätze. Für die Gamer stehen mehr als 2'300 Anschlüsse mit je einem Gigabit bereit. Das HeroFest zählte letztes Jahr über 30'000 Besucher, ein Rekord. Genau das ist auch die Herausforderung: Nach Angaben der Veranstalter stösst der Samstag an die Kapazitätsgrenze. Sie möchten darum mehr Leute auf den Sonntag bringen und bieten dafür ein Family-Ticket für 55.- Franken an. Bis jetzt habe das noch nicht so funktioniert wie erhofft, sagte Cédric Schlosser beim Rundgang.



Keine KI im Artist Village

Rein KI-generierte Werke dürfen im Artist Village weder verkauft noch ausgestellt werden. Grundsätzlich sei das aber nicht aus politischen oder idealistischen Gründen so entschieden worden, erklärte man uns. Die Community, also die Künstlerinnen und Künstler vor Ort, haben es so gewünscht, und das HeroFest übernehme diesen Wunsch. Festgehalten ist die Regel im «Hero Artist Pact».



Communities, die wachsen

Jede Community wächst jedes Jahr und sorgt selbst dafür, dass am HeroFest immer wieder Neues präsentiert werden kann. Zum ersten Mal ist dieses Jahr die Lego-Community mit einer Ausstellung von BriXpo dabei. Noch relativ klein und überschaubar, aber mit dem Potenzial, um einiges grösser zu werden. Vereine werden auch finanziell unterstützt. Die Lego-Community erhielt dieses Jahr zum Beispiel 1'000 Franken. Für das HeroFest ist das wenig, für einen Verein eine riesige Unterstützung. Auch die Käfige für die Roboterkämpfe, die von der ETH durchgeführt werden, hat das HeroFest mitfinanziert.



Nox oder Solaris?

Wer das HeroFest betritt, entscheidet sich für eine von zwei Fraktionen: Nox in Blau oder Solaris in Rot, angeführt von den Figuren Nico (Nox) und Helia (Solaris). Danach kann man mit einem Quest-Heft an den Ständen Quests absolvieren und erhält je nach Abschneiden Tickets für die Tombola. Am Schluss des Events wird aufgezeigt, welche Fraktion mehr Punkte gesammelt hat. Das funktioniert recht gut, wie schon letztes Jahr.



Wer ausstellt, muss etwas bieten

Eine Regel gefällt mir besonders. Wie uns beim Rundgang erklärt wurde, muss etwas Interaktives anbieten, wer in der grossen Halle einen Stand hat. Einfach nur Werbung machen ist nicht erlaubt. So gibt es bei Ovomaltine einen Parcours mit Basketball und Kletterwand, bei Ruag einen relativ grossen Flugsimulator. In derselben Halle, in der auch Nintendo steht, ist die Schweizer Entwicklerszene stark vertreten. Ich würde sagen, etwa ein Drittel der Halle gehört Schweizer Studios. Dass aus dieser Szene Grosses entstehen kann, zeigt der Landwirtschafts-Simulator, das erfolgreichste Game der Schweiz. Laut den Veranstaltern sind viele ETH-Abgänger hier, die sich selbstständig gemacht haben und eigene Spiele entwickeln. Daneben gibt es eine Retro-Gaming-Ecke mit alten Konsolen, Spielen und Bildschirmen.



Orks zwischen den Hallen

Draussen, zwischen den zwei grossen Gebäuden, liegt der Mittelaltermarkt «Hero Midgard». Es ist eine komplett andere Community, aber alle freuen sich, dass sie hier ist. Zum Markt gehört ein Ork-Village, in dem tatsächlich eine Ork-Familie lebt. In einem Wald, der noch keiner ist, weil die Bäume noch nicht gewachsen sind. Die Orks sind alle vier Tage vor Ort: Sie schlafen hier, essen hier, kochen hier und bleiben die ganze Zeit.



Das Netzwerk: Ein Verein statt einer Telekomfirma

Besonders spannend fand ich den Blick hinter die Technik. Das Netzwerk der SwitzerLAN baut keine Telekommunikationsfirma, sondern der Verein Lock and Load aus Dagmersellen mit seinem Präsidenten Fabrizio Hobi. Der Verein besteht aus über 30 Ehrenamtlichen und organisiert in Sursee auch eine eigene LAN. Wie Cédric erzählte, bezahlen die Veranstalter den Verein, der mit dem Geld Equipment kauft, und nehmen ihn sogar mit bis nach Köln an die Gamescom LAN, die MYI ebenfalls mitorganisiert.

Weil beide LANs gemacht werden, konnte der Verein relativ grosse Anschaffungen tätigen. Es gibt jetzt ein fixes Rack, das für solche Anlässe bereitsteht. Früher musste jedes Jahr von vorne aufgebaut werden, das Material wurde von Cisco ausgeliehen, und für die Vorbereitung blieb wenig Zeit. Heute lässt sich viel besser vorausplanen. Cédrics Urteil: Man könnte das auch mit bezahlten Profis machen, aber so gut wie dieser Verein mit seiner Leidenschaft ginge es eigentlich gar nicht.


Seit letztem Jahr arbeitet die SwitzerLAN laut Cédric mit dem Provider Solnet zusammen, der fix 2 x 25 Gigabit liefert. Vorher sei das immer sehr mühsam gewesen, jetzt laufe es mühelos.


10 Terabyte Cache: Warum Call of Duty nur einmal aus dem Internet kommt

Der grösste Hebel ist laut Cédric ein Internet-Cache mit 10 Terabyte. Das meiste, was die Leute herunterladen, ist lustigerweise immer das Gleiche. Lädt jemand Call of Duty herunter, kommt das erste Exemplar aus dem Internet und landet auf dem Caching-Server. Der zweite Spieler bekommt das Spiel gar nicht mehr aus dem Internet, sondern direkt aus dem LAN, mit bis zu 80 Gigabit. Zum ersten Mal eingesetzt wurde das Caching vor rund drei bis vier Jahren. Am Anfang war es noch holprig, heute läuft es rund.



Am Donnerstagabend lag die Nutzung laut Cédric bereits bei rund 40 Gigabit, wovon etwa die Hälfte aus dem Cache kam. Sein eindrücklichstes Beispiel sind die Windows-Updates: Am Donnerstagabend habe es nach einer Stunde bereits 250 davon gegeben. Aus dem Internet geladen wäre das nach seinen Angaben rund ein Terabyte gewesen. Dank Cache wurde das Update nur ein einziges Mal geholt.


150 Franken und viel Freiwilligenarbeit

Sämtliche Aufbauarbeiten und der Betrieb der LAN werden von Freiwilligen geleistet. Für die Tische wurden dieses Mal zwar Leute angestellt, im Grundsatz lebt die LAN aber davon, dass die Helferinnen und Helfer keinen Lohn kassieren. Die 150.- Franken für das LAN-Ticket decken laut Cédric eigentlich nur die Material- und Hallenkosten. So gesehen ist das ein sehr fairer Preis.


Offene Frage: die Schliessfächer

Eine Frage bleibt offen: Warum kosten die Schliessfächer dieses Jahr nicht mehr 2.- Franken wie im letzten Jahr, sondern sage und schreibe 10.- Franken? Wer als Pressemitglied herkommt und nicht das ganze Gepäck auf den Rundgang mitnehmen will, zahlt dafür einen teuren Spass.


Freitagabend: Turnier, Eishockey oder einfach chillen

Nach dem Pressetermin ging es zurück an die SwitzerLAN. Der Freitag war noch lang und die Ziele gross. Ich hatte mich den CBK Helvetics angeschlossen, bei denen EA FC 27 an der Tagesordnung und das Hauptspiel ist. Zwei Teams der CBK Helvetics nahmen am Rocket-League-Turnier teil, das mit 16 Teams und einem Preisgeld von 4'500 Franken ausgetragen wurde. Ein weiterer Teil der Gruppe ging an den SCB-Match gleich neben der Halle. Der Rest begnügte sich mit EAFC oder einfach damit, zu chillen, zu trinken und zu geniessen.



Die Community: Ein Herz und eine Seele

Für mich als Konsolenspieler ist es erstaunlich, wie sich die Gaming-Community in der Schweiz entwickelt hat. Leuchtende Computer, Riesenbildschirme, Banner, Fahnen. Von Cosplay über normale Jeans bis zu Trainingshosen war alles zu finden. Auch bei den Spielen: Man traf die Shooter-Spieler, die GeoGuesser-Spieler und alles Mögliche dazwischen. Allgemein sind die Communities an diesem Ort ein Herz und eine Seele. Auch wenn es zwischen einzelnen Gruppen einen kleinen Wettstreit gibt, wurde man überall herzlich empfangen. Und wenn man sich in Challenges wie dem Rocket-League-Turnier gegenüberstand, begegnete man sich nach Sieg oder Niederlage genauso herzlich. SwitzerLAN und HeroFest heisst auch:


Freunde und bekannte Gesichter treffen

Viele Grössen waren da. Man traf Zeki von Swissmeme, den Streamer P9 (auch bekannt als Karagorni), Streamer der alten Garde wie Lexx Sephera, aber auch solche, die früher auf Twitch unterwegs waren und heute leider nur noch auf TikTok zu finden sind, wie JackWhack. G-Man, BlackJack, Footbroy und viele weitere waren ebenfalls dort.



Das HeroFest: Mit doppelt so viel Gepäck nach Hause

Ein Besuch am HeroFest lohnt sich auf jeden Fall. Mein Tipp: am Freitag oder am Sonntag hingehen. Am Samstag ist es massiv überfüllt, und die Stände sind nur schwer zu erreichen. In der einen Halle sind die Grossen vertreten. Bei Interdiscount, bei Nintendo und an den Retro-Ständen kann man sich mit Spielen und Accessoires eindecken, sodass man garantiert mit doppelt so viel Gepäck nach Hause kommt, wie man mitgebracht hat. In der zweiten Halle, wo vor allem Künstler und Aussteller mit eigenen Produkten zu finden waren, war es ein Highlight zu sehen, wie die Leute Tabletop spielten. Dazu die Lego-Ausstellung, ganz normale Gesellschaftsspiele zum Ausprobieren und die sogenannten Mystery Packs zum Kaufen. Auch die Roboterkämpfe waren sehr interessant.



Cosplay und Trading Card Games haben dieses Jahr je eine eigene Halle erhalten. So wurde neben Magic: The Gathering und Pokémon auch den klassischen Gamern und den Cosplayern jeder Wunsch erfüllt. Und in der Mitte, zwischen den zwei grossen Gebäuden, das Mittelalterfest mit seinen Orks, mit Schwertkämpfen, Feuershows, gutem Essen und der Band Percival, die am Soundtrack von The Witcher 3 mitgewirkt hat. Man konnte Axt werfen, Leute treffen (nicht mit der Axt!) und die Sonne geniessen.



Samstag: Gaming am Platz und Disco mit Aussicht

Den Samstag verbrachte ich hauptsächlich dort, wo eine LAN am schönsten ist: am eigenen Platz, beim Gaming. Das HeroFest habe ich an diesem Tag so weit wie möglich gemieden. Es hatte wirklich so viele Menschen, dass es nicht angenehm war, sich dort aufzuhalten. Da ich die Möglichkeit hatte, am Freitag und am Sonntag durch die Hallen zu gehen, fiel mir der Verzicht leicht. Zu erwähnen ist noch der DJ-Bereich mit Disco im gleichen Gebäude, ebenfalls mit Aussicht auf die SwitzerLAN. Dort trat auch Barrex auf, und es machte einen Riesenspass.



Sonntag: Früh ist relativ

Am Sonntag beschloss ich, mich relativ früh zu verabschieden, wobei ich merkte, dass früh ein relativer Begriff ist. Gerade die Leute, die für Turniere oder Battles vor Ort waren und alles hinter sich gebracht hatten, packten schon sehr früh. Obwohl ich bereits um 10:00 Uhr mit dem Abbau begann, war sicher schon ein Drittel der Halle leer. Auch in unserer Gruppe wurde bereits alles abgebaut und zur Seite gestellt, damit man am Sonntag noch das HeroFest geniessen konnte. Aufgrund meines Alters und meiner körperlichen Gebrechen musste ich mich aber entscheiden und sagen: Es ist fertig. Ich geniesse jetzt die Heimfahrt und träume noch ein bisschen von meinen Erlebnissen.



Fazit:

Das HeroFest und die SwitzerLAN waren ein Riesenerfolg. Die Organisation hat ihre Baustellen: Parkkarten, Presseausweise, schlecht informiertes Personal und ein Schliessfachpreis, den mir niemand erklären konnte. Dem gegenüber stehen eine LAN, die technisch auf beeindruckendem Niveau läuft und von Freiwilligen mit Herzblut getragen wird, faire Preise an der Bar, saubere Sanitäranlagen und vor allem eine Community, die einen aufnimmt, als gehöre man schon immer dazu. Wer es nicht erlebt hat, ist selber schuld. Es ist auf jeden Fall eine Reise wert!


HeroFest und SwitzerLAN 2026: Vier Tage zwischen Gigabit, Orks und Schoggigipfel

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