The(G)net Review: Astral Chain

Platinum Games ist berühmt für actionreiche, bunte und schrille Spiele im klassischen Manga-Gewand. Mit "Bayonetta" lieferte das Studio einen waren Kracher mit einer stilsicheren Hauptfigur ab. Nun präsentiert man mit "Astral Chain" etwas, das vielleicht denselben Stellenwert in der Gaming-Welt erreichen könnte wie damals "Bayonetta". Mit Funken, Farben, Actionmusik und lustigen Sketches stürzen wir uns in ein futuristisches Action-Abenteuer und machen blutrünstigen Chimären die Hölle heiss.


Die Spielewelt lädt zum Erkunden ein

Wenn Takahisa Taura, Game-Designer von NieR:Automata und Hideki Kamiya, führende Feder der Bayonetta-Reihe zusammen ein Spiel entwickeln, kann es sich nur um eine wilde Reise in schrille Manga-Welten handeln. Das Ergebnis der Zusammenarbeit hört auf den Namen "Astral Chain" und verspricht eine Menge abgefahrener Kämpfe und Unterhaltung.


Nach der Installation gelangen wir direkt zur Charaktererstellung. Ohne Intro kreieren wir entweder einen männlichen oder weiblichen Polizisten. Nach traditioneller Manga-Manier können wir uns spezielle Frisuren, Haarfarben und viele weitere Merkmale aussuchen. Dann geht's auch schon ab in eine futuristische Stadt, wo wir erfahren, dass die Welt von Chimären bedroht wird, die aus einer Zwischenwelt Menschen entführen und sie für uns noch unbekannte Zwecke missbrauchen. Die örtliche Polizei ist mit diesem Fall hilflos überfordert und ruft die Spezialeinheit "Neuron" ins Leben. Mitglieder dieser Spezialeinheit haben die Fähigkeit "Legionen" an sich zu binden und werden so zu einer zentralen Macht gegen die Chimären. Unser Hauptcharakter ist der Sohn (oder die Tochter) des leitenden Kommandanten dieser Neuron Einheit. Als plötzlich allen Mitgliedern - bis auf den unseren - die Legionen entrissen werden, liegt es an uns das Geheimnis hinter dem Verschwinden der Menschen (und Legionen) zu lüften.


Beachtliches Special-Effekt-Gewitter

Das Tutorial ist gut gestaltet, nur für den Bildschirm der Switch des Öfteren zu klein geraten, da die Menge an Information die Bildschirmgrösse überfordert. Ein Tutorial ist in diesem Spiel ein Muss. In Astral Chain gibt es eine Menge zu beachten, zu lernen, zu steuern und - dank Kombinationsmechanismen - zu verbinden. Der Spielablauf wiederholt sich dann oft. Wir beginnen im Ausbildungszentrum und warten auf unsere nächste Mission. Wirklich top ist hier die Vielfalt an Möglichkeiten. Wir können unsere Legion putzen, verschönern und mit neuer Ausrüstung versehen. Wir testen unsere Fähigkeiten im Trainingsraum oder übergeben einer mysteriösen Toilettenfee WC-Papier (?), um dafür neue Items zu erhalten. Wäre das nicht schon alles schräg genug, werden wir auch noch von "Lappy", einem tollpatschigen Polizeimaskottchen, mit weiteren Nebentasks eingedeckt. Im örtlichen Laden können wir uns Medizin für die nächsten Missionen besorgen und mit dem dortigen Getränkeautomaten ein paar Worte wechseln. Alles in allem wirklich witzig und ziemlich freakig das Ganze!


Zu Beginn wählen wir Männlein oder Weiblein

Gehen wir der Mainstory nach, erhalten wir zu Beginn einer Mission stets die Nachricht, dass in einem Stadtteil Menschen vermisst werden oder etwas Ungewöhnliches entdeckt wurde. Wir fliegen also zum Einsatzort und beginnen Zeugen zu befragen, die Umgebung abzusuchen und defekte Drohnen zu inspizieren. Hätten wir IRIS nicht zur Hand, wäre diese Arbeit ziemlich mühsam. IRIS ist ein Tool, das uns viele Informationen aus der Umgebung anzeigt. Wir können damit durch Wände sehen, Spuren von feindlichen Chimären aufspüren oder wichtige Personen für unsere zentrale Aufgabe identifizieren. Haben wir alle Hinweise gefunden, müssen wir diese analysieren und die weiteren Schritte planen. Am Ende erwartet uns dann ein Boss, den es zu schlagen gilt. Das Gegnerdesign gefällt mir äusserst gut, ein bisschen wehmütig hingegen ist die Gestlatung der "anderen" Welt, der Zwischenwelt, wo sich die bösen Chimären aufhalten. Dort hätten sich die Entwickler ein bisschen mehr einfallen lassen können, ziemlich trostlos dort...


Die Kämpfe werden zunehmend anspruchsvoller

Das Herzstück des Spiels stellen die Legionen dar. Legionen sind gebändigte Chimären, die unseren Helden im Kampf helfen. Mit einer blau leuchtenden Kette sind die Legionen an den jeweiligen Charakter gebunden. Mir gefällt das Design der Legionen besonders, kommen sie mir doch vor wie eine Mischung der Steal-Monster aus Metal Gear Solid und den Robotern aus Zone of the Enders. Zu Beginn ist die Steuerung knifflig, da wir nicht nur unseren Hauptcharakter, sondern auch dessen Legion manövrieren müssen. Im fortlaufenden Spiel haben wir die Möglichkeit, weitere Legionen in unser Inventar aufzunehmen und jeder davon hat seine eigenen speziellen Fähigkeiten und Moves. Die Kreaturen werden übrigens mit "verseuchter Erde" aufgelevelt, worauf wir neue Fähigkeiten und Specials freischalten. Je mehr Fähigkeiten ein Legion erlernt hat, desto mehr Spass machen logischerweise die Kämpfe. Wir lernen viele verschiedene Combos, können beim Ausweichen einen direkten Konter ansetzen oder geben der Legion den Befehl zu einem speziellen Super-Move, der grafisch besonders eindrucksvoll in Szene gesetzt ist.


Die neon-bunte Grafik weiss zu gfallen

Die Grafik ist ohnehin äusserst hübsch anzusehen! Abgesehen von einem minimalen Input-Lag oder der nervigen Kamera gehen die Kämpfe flüssig von der Hand. Der Soundtrack ist wie erwartet rockig und passt super zu den actiongeladenen Kampfszenen. Bei den Spezial-Effekten hat man aber etwas übertrieben. Es kommt öfters zur Reizüberflutung und man fühlt sich wie auf einer überdrehten Trance-Party, wenn überall Laser, Feuerwerk, und Funken sprühen. Einen echten Negativpunkt gibt es allerdings: Leider ist der lokale Koop Modus nicht für die kleinen Switch-Controller geeignet. All die vielen Moves und Möglichkeiten schreien förmlich nach einem Pro-Controller (und einem grossen Fernseher!).



Fazit: Astral Chain ist ein Feuerwerk aus Action, Abwechslung, Kampf und Kombination. Als ich das Spiel angefangen habe, wusste ich noch nicht recht, was ich damit anfangen soll. Im Hinterkopf an Bayonetta denkend wusste ich, dass man sich zuerst an das Spiel herantasten muss. Hatte ich mich aber erst einmal an die knifflige Steuerung, den plumpen Humor und die schillernde Umgebung gewöhnt, fing das Spiel an mich in den Bann zu ziehen. Vor allem die verschiedenen Kampfstile sind top und lassen immer weitere neue Kombinationsmöglichkeiten zu. Hat man seine Legion einmal im Griff, so kann man mit spektakulären Moves gegen die Horden von Gegnern bestehen. Die Story ist ein bisschen vorhersehbar, dank den Detektivarbeiten zu Beginn der Missionen aber immer spannend. Hatte ich im späteren Verlauf verschiedene Legionen im Portfolio, wurden die Kämpfe noch fordernder. Als Fan von Bayonetta wusste ich, dass mir das Spiel Spass machen würde und ich wurde nicht enttäuscht. Einzig der Koop Modus, sowie die Zwischenwelt hätten ein bisschen mehr Aufmerksamkeit erhalten können. Aber auch so; Astral Chain ist ein weiterer, gelungener Action-Knüller für die Switch!



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