The(G)net Review: Love Eternal
- Armin Medic

- vor 2 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Wer auf harte Plattform Kost wie Celeste und Super Meat Boy steht, dem könnte das knackige Jump&Run eine neue Herausforderung bieten. Mit einer zwar nicht einzigartigen, aber kniffligen Spielmechanik brachte Love Eternal unseren Redakteur Armin mehrmals an den Rand der Verzweiflung.

Wer kennt es nicht: Wir sitzen zum Abendessen mit der Familie am Tisch, als plötzlich das Telefon klingelt. Papa fordert uns auf nachzuschauen, wer die Essensruhe stört. Als wir den Hörer abheben, meldet sich am anderen Ende genau niemand. Wir tun dies als Scherzanruf ab und marschieren zurück ins Esszimmer. Der Tisch ist leer, keines der Familienmitglieder auffindbar und die Haustür sperrangelweit offen. Somit beginnt der bizarre Ritt unserer weisshaarigen Heldin Maya.

Als wir das Haus verlassen, befinden wir uns in einem alten Schloss. Unsere Aufgabe besteht nun darin, den Verursacher der ganzen Misere ausfindig zu machen und natürlich unsere vermissten Familienmitglieder zu finden. Maya besitzt genau zwei Fähigkeiten, die wir für die nächsten 3 bis 5 Stunden ausgiebig nutzen werden. Mit dem Jump überwinden wir kleine Abgründe oder springen auf nahe Plattformen. So weit, so bekannt. Die zweite Fähigkeit besteht in der Gravitation-Umkehr. Wem noch der 2010er Titel VVVVVV ein Begriff sein sollte, weiss Bescheid.

Per Knopfdruck wechseln wir die Schwerkraft und kleben nun an der Decke. Solange wir auf festem Boden stehen, dürfen wir jederzeit Maya um 180 Grad flippen. Zu Beginn sind die Abschnitte noch relativ einfach. Nach dem ersten Dutzend wird der Schwierigkeitsgrad aber merklich angezogen. Mit den roten Kristallen wird ein neues Spielelement eingeführt. Sammeln wir bei unseren waghalsigen Sprüngen eines der roten Juwelen ein, erhalten wir als Belohnung eine Extra-Umkehr. Nun kann sich jeder selber ausmalen, was für Szenarien uns später erwarten.

Framegenau Jumps, timinggerechtes Drücken und das teilweise in schneller Reihenfolge, füllt beim Versagen euren Death Count im Sekundentakt. Glücklicherweise ist jeder Abschnitt mit mindestens einem Checkpoint versehen. Denn besonders bei den späteren Levels werdet ihr froh sein, die teilweise sehr sadistisch designten Umgebungen nicht nochmal durchzuziehen.

Der gewählte Pixel Art Stil bietet viel Raum für kreative Gestaltung. Dies hat sich Entwickler Brlka zu Herzen genommen und schiesst eine Fiebertraum Salve an Cutscenes und Einspieler ab, bis einem schwindelig wird. Nach dem ersten Viertel wechselt Love Eternal für die nächste Stunde das Genre. Aus dem knallharten Plattformer wird ein ruhigeres Point&Click-Adventure bevor wir zum Schluss nochmal in die Jump&Run Hölle geschickt werden.
Rein theoretisch schafft man das Spiel in unter zwei Stunden. In der Realität werdet ihr mindestens doppelt so lange brauchen, denn auch tausend kurze Tode benötigen ihre Zeit.
Fazit:
Beim Durchforsten des PS-Stores stiess ich per Zufall auf das sehr köstengünstige Hardcore Jump&Run. Da der Preis unter einer Zehnernote lag, griff ich zu. Und für die erste Stunde war ich von Love Eternal hellauf begeistert. Knackige Passagen, einzigartiger Grafikstil, der gefällt, gepaart mit einem simplen aber motivierenden Spielprinzip. Irgendwann aber wurde es mir dann zu bunt mit dem sekundenbruchteil genauen Timing und dem speziellen Sprungverhalten von Maya. Wenn ich 30 Minuten an einer Passage festhänge und der Fehlerspielraum so eng geschnallt ist, kann man schon mal vor Wut innerlich kochen. Vielleicht bin ich aber auch einfach zu alt für solche Spässchen. Wer aber an den B-Sides von Celeste Freude hatte, ist bei Love Eternal genau richtig. Nicht ganz verstanden habe ich den langen Cut mit dem Point&Click Adventure-Einschub. Mag storytechnisch Sinn machen, fühlt sich aber eher wie ein Füller an, den es nicht wirklich in diesem Umfang gebraucht hätte. Da wären mir ehrlich gesagt mehr Plattform Levels lieber gewesen und vielleicht ein oder zwei neue Gameplay-Elemente. So bleibt Love Eternal zwar ein ordentliches Jump&Run, verschenkt aber sehr viel Potential mit dem steilen Schwierigkeitsgrad und der relativ kurzen Spielzeit.

Love Eternal ist als Download für PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X|S, Switch und PC erhältlich. Wir haben das Spiel selbst gekauft und auf der PS5 getestet. Einen Review-Key gab es im Nachhinein doch noch, und zwar von YsbrydGames, wofür wir uns herzlich bedanken.







Kommentare