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The(G)net Review: Atelier Ryza 3: Alchemist of the End & the Secret Key

Wir schauen uns in diesem Review den dritten und wohl auch letzten Teil der Ryza-Serie an. Dieser spielt ein Jahr nach dem zweiten Teil und vier Jahre nach dem Ersten. Wer die beiden Vorgänger nicht gespielt hat, kann sich auf dem Titelbildschirm eine Zusammenfassung aller Ereignisse in Form eines Prologs ansehen.


Atelier Ryza 3: Alchemist of the End & the Secret Key Test Testbericht Review Playstation

Das Spiel startet gleich etwas dramatisch, da unsere Ryza gerade etwas überfordert ist, eine Gruppe kleiner Teufelchen zu bekämpfen. Glücklicherweise tauchen wie aus dem Nichts zwei ihrer Freunde auf und helfen. Dies ist auch gleichzeitig ein Mini-Tutorial, das uns die Steuerung und das Kampfsystem näher bringt. Kurz darauf leitet es auch direkt in die Geschichte ein, und Ryza bekommt wieder einmal eine ihrer unverhofften "Visionen" (wenn man es denn so nennen mag).


Was wir aktuell zu tun haben, zeigt uns der Questtracker, der oben rechts im Bildschirm immer zu sehen ist. Natürlich können wir den Questtracker frei einstellen (oder gar ausschalten), sollten wir mehrere Missionen angenommen haben und diese in einer eigens bestimmten Reihenfolge abarbeiten wollen. Hier kommt schon einmal die erste Verbesserung zum Vorschein: Ein gut sichtbarer Kompass mit Entfernungsangabe und einem schön grossen Marker, der uns zeigt wo wir hin müssen. Und dieser Marker wird sogar auf dem Spielfeld präsentiert, wenn wir uns dem Ziel sehr nahe befinden. Die Tage des ewigen Umherirrens sind damit vorbei, auch wenn ich es weiterhin schaffe mich zu verlaufen.


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Für alle Atelier-Neulinge hier eine kurze Zusammenfassung: Ihr steuert primär den Alchemisten um den es in dem Spiel geht. Es gilt Material zu sammeln, Syntheserezepte zu erlernen und aus dem Material dann Gegenstände zu formen. Primär sind die Gegenstände eure Ausrüstung, aber auch Haupt- oder Nebenstory relevante Gegenstände, die es im Verlauf des Spiels zu synthetisieren gilt. Wie der Syntheseprozess abläuft ist von Spiel zu Spiel unterschiedlich gelöst. In Atelier Ryza habt ihr eine Synthese-Schleife. Das bedeutet, wenn die Grundmaterialien eingebracht worden sind, aktiviert sich die Synthese-Schleife und mit weiteren Materialien verändert ihr Attribute, sowie aktive und passive Fertigkeiten eures resultierenden Gegenstandes. Diverse freischaltbare Mechaniken geben euch im Verlauf des Spiels weitere Optionen.


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Kommen wir zur grundlegenden Thematik in Ryza 3. Wie der Titel suggeriert, geht es um einen geheimen Schlüssel. Für diesen erhält Ryza nach einer Vision das Syntheserezept und sie stellt ihn auch gleich her; könnte ja wichtig sein. Wie sich später herausstellt, kann sie mit diesem Masterschlüssel an bestimmten Landmarken sogar neue Schlüssel erzeugen. Jeder dieser neuen Schlüssel hat andere Fähigkeiten und kann entweder bei der Synthese oder auch, unter bestimmten Bedingungen, im Kampf eingesetzt werden. Zentraler Punkt der Geschichte ist jener Masterschlüssel, eine geheimnisvolle Insel vor ihrer Heimat, und das Geheimnis, welches jene und den Schlüssel umgibt. Wir werden während des Verlaufs einiges darüber erfahren und auch neue Mechaniken für die Schlüssel freischalten können.


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Wie auch in den Teilen davor starten wir das Abenteuer mit ein paar unserer bekannten Freunde. Insgesamt werden wir 11 (!) spielbare Charaktere haben, welche wir auch entsprechend ausrüsten können und dieses Mal wohl auch müssen. In den vorherigen Teilen, hatte man zwar auch mehrere Charaktere zum Austauschen, aber das Spiel ging problemlos durchzuspielen, selbst wenn man sich nur auf ein Subset der Charaktere konzentriert hat. Mir ist bei diesem Teil aufgefallen, dass einige Charaktere bei bestimmten Monstern mit ihren Skills effektiv keinen Damage machen. So kam es bei einem Monster vor, dass so gut wie jeder Skill von einem Charakter auf "Resist" stand. Und ich wunderte mich noch, warum der Kampf so zäh lief!


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Wo ich gerade beim Kampfsystem bin, das wurde sehr schön aufpoliert. Es ist immer noch ein quasi Echtzeitsystem mit Zeitachse, das heisst, jede Einheit auf dem Feld hat eine persönliche Wartezeit, welche durch bestimmte Einflüsse variieren kann. Ist die Wartezeit abgelaufen, dürft ihr einen Angriff tätigen, während im Hintergrund der Kampf weiterläuft. Wer also eine totale Schnarchnase ist oder sich von seinem Mobiltelefon ständig ablenken lässt, der wird's hier schwer haben. Angriffe können normale Attacken und/oder Skills (zugänglich über vorher festgelegte Hotkeys) sein. Um Skills nutzen zu können müssen Aktionspunkte (AP) vorhanden sein, die über normale Angriffe geladen werden. Während ihr eure Angriffe und Skills ausführt, könnt ihr in den Genuss des Kombosystems kommen. Dazu führt ihr euren ersten Skill aus, haltet weiterhin die Skill-Grundtaste (hier R1) gedrückt, dann leuchtet mindestens ein weiterer Skill auf, den ihr auswählen dürft. Dies funktioniert so lange, bis ihr nicht rechtzeitig drückt, euch die AP ausgehen, ihr paralysiert werdet oder euch irgendwas umbringt. Stellt ihr euch gut an, so gibt es ziemlich viel Damage als Belohnung, das Monster endet in einem Stunlock und der Kampf ist recht fix um.


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Bei größeren Monstern, mit (sehr) viel HP, laden sich aber zumindest die Core Crystal (CC) Punkte auf, die ihr benötigt, um überhaupt Gegenstände nutzen zu können. Eine weitere Verbesserung findet sich beim Support- und Aggression-Modus für eure Partymitglieder. Diese Funktionen erlauben der KI entweder AP für euch aufzubauen (Support) oder um alles was an AP und CC vorhanden ist zu nutzen, um den Gegner mit Skills und Gegenständen zu bombardieren (Aggression). Bei den vorherigen Teilen hattest du keine Chance selbst die APs zu nutzen, wenn der Aggression-Modus aktiv war; hier geht es zum Glück endlich. Mit den neuen und besseren Funktionen macht es jetzt auch richtig Laune, während einer längeren Wartephase auf ein anderes Partymitglied zu schalten und dort für Chaos und Verwüstung zu sorgen.


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Ach ja, die zwei Reserve-Partner können jetzt auch stressfrei in den Kampf eingebracht werden. Entweder während einer Kombo, das heisst die Kombo kann mit dem Austauschcharakter fortgesetzt werden (Tag-Team-Style) oder wenn die HP knapp wird, einfach mal so. Aber Achtung, es herrscht eine Cooldown-Phase! Zwei Mal direkt hintereinander austauschen ist nicht möglich. Aus den vorherigen Teilen übernommen wurden Action Order und Fatal Drive, zwei recht mächtige Attacken (abhängig vom Charakter). Neu hinzugekommen ist Order Drive, welcher diverse stärkere Attacken oder Supportmechaniken auf Abruf bereitstellt. Und ganz neu ist die Schlüssel-Mechanik: Irgendwann im Kampf könnt ihr versuchen einen Schlüssel zu erzeugen. Gelingt euch dies und ihr erfüllt weitere Voraussetzungen, habt ihr eine nutzungslimitierte Waffe mit mächtigen Buffs zur Hand, die kampfentscheidend sein kann.


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Genug aber vom Kampfsystem, kommen wir zur Umwelt. Hier haben sich die Entwickler so richtig Mühe gegeben. Der Freiheitsgrad der Steuerung von Teil 1 auf Teil 2 war schon sehr deutlich gestiegen, aber mit Teil 3 haben sie noch einmal die Messlatte gewaltig höher gelegt! Sie haben eine wohl 98% Open-World ohne Ladezyklen geschaffen. Einzig wenn ihr Gebäude oder komplett andere Gebiete betretet gibt es relativ kurze Ladezeiten (und das schon auf einer regulären PS4!). Etwas neuer fällt das Erforschen und Bereisen von Gebieten aus. Jedes Gebiet ist anfangs mit einem Nebel versehen, dieser lüftet sich erst, wenn ihr die Landmarke entdeckt habt. Ab dem Zeitpunkt könnt ihr frei dorthin teleportieren und ihr seht auch die Karte. An diesen Landmarken könnt ihr auch Schlüssel erzeugen bzw. wieder aufladen. Einige Gebiete sind abgeriegelt und benötigen bestimmte Schlüssel für den Zugang. Da die Welt diesmal auch grössere Gebiete besitzt, gibt es stellenweise "Zip-Lines". Ihr müsst hier zwei Paare von diesen Stationen finden und aktivieren. Habt ihr diese aktiviert, könnt ihr dann zwischen beiden gemütlich hin und her reisen und habt somit eine tolle Abkürzung. Dazu gesellt sich noch unser Spirit-Beast vom vorherigen Teil und wir werden sogar noch ein neues bekommen, welches seine eigenen speziellen Eigenschaften mit sich bringt.


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Im Übrigen heilen wir uns langsam beim Herumlaufen oder wir können Lagerfeuerstellen nutzen, um uns Auszuruhen oder zu Kochen. Letzteres gibt euch diverse Buffs, abhängig von welchem Lagerfeuerschmaus gezehrt wurde. Das Questing-System hat auch eine komplette Frischzellenkur erhalten. Nebst dem regulären Hauptquest, welcher die Geschichte vorantreibt, gibt es noch Weltquests, Sidequests, Charakterquests, Partyquests und Zufallsquests. Letztere sind eine Innovation in dieser Spielserie! Das Spiel generiert Quests rein zufällig, praktisch im Vorbeilaufen, die der Spieler annehmen kann oder nicht. Diese Quests sind zeitbegrenzt und tauchen nicht in den Questlisten auf; sie werden aber getrackt. Der Inhalt variiert von sammele Gegenstände, besiege eine Gruppe von Monstern (Battle-Royal Style) und weiteren Dingen, die dem Generator so einfallen. Die Belohnungen sind teils auch richtig gut, so dass es sich schon lohnt diese anzunehmen. Weltenquests sind unabhängig zur Hauptquest, absolut einmalig und gebietsabhängig; mehr wie eine Substory. Diese zu erfüllen kann auch den Effekt haben, dass sich das Gebiet visuell verändert. Die Charakterquests geben uns Einblicke in die Beziehungen unter den Charakteren und lassen uns jene somit noch besser kennen lernen.



Fazit:

Mit dem dritten, und wohl auch letzten Teil dieser Serie haben die Entwickler nochmals richtig Vollgas gegeben. Der Freiheitsgrad in der quasi-Open World, und das somit fast ladefreie Spielerlebnis, sind schon nennenswerte Merkmale. Die Masse an Quests, besonders die zufällig generierten, geben dem Spieler genug Nebeninhalt, damit das Sammeln von Material auf Dauer nicht eintönig wird. Klar, man kann durchrauschen und kaum aufrüsten, was erstaunlicher Weise sehr lange sogar gut geht, dank dem Kombosystem und der Schlüssel. Selbst das hat aber seine Grenzen und dann geht das grosse Aufrüsten los! In wenigen Worten zusammengefasst: Euch erwartet wieder eine spannende Geschichte, lustige Interaktionen unter den Charakteren, ein mittlerweile recht ausgereiftes Kampfsystem, eine eindrucksvollen Spielwelt, untermalt mit einer ebenfalls sehr guten musikalischen Begleitung und hervorragendem japanischen Voice-Acting. Ein würdiger Abschluss der Serie würde ich behaupten und ich würde mich wirklich sehr wundern, wenn Fans von Atelier Ryza 3 enttäuscht wären. Besonders die immense Charakterauswahl sollte einem schon ein Grinsen ins Gesicht zaubern.



Atelier Ryza 3: Alchemist of the End & the Secret Key ist für PlayStation 4, PlayStation 5, Nintendo Switch und PC erhältlich. Wir haben uns die PS4 Version angeschaut. Das Test-Muster stammt von Koei Tecmo, wofür wir uns herzlich bedanken!



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