The(G)net Review: Bubble Bobble 4 Friends: The Baron is Back

Bub und Bob, Peb und Pab, das Blasen-Quartett aus dem Hause Taito bubblen sich erneut durch über 100 knallbunte Levels - diesmal inklusive hektischem 4-Playermodus.



Mit Nummerierungen hat die Videospielbranche so ihre kleinen Probleme, und auch Taito setzt die glorreiche Serie erfolgreich weiter. Bubble Bobble 4 mag gemäss Taito suggerieren der vierte Teil zu sein, ein Blick auf Wikipedia verschafft aber Klarheit, denn Bubble Bobble 4 Friends: The Baron is Back ist schon der 15. Ableger der putzigen Blaserei.


Die pixeligen 2D-Sprites der frühen Tage wichen gestochen scharfen 3D-Modellen und Bub & Co. bringen zusätzliche Skills an den Start. Das Spielprinzip bleibt aber trotz der modernisierten Grafik eine reine 2D-Angelegenheit. Viel Erklärungsbedarf braucht es bei Taitos Klassikerserie nicht. Mit bis zu 3 anderen Mitspielern lullt ihr haufenweise Gegner ein und kassiert nach dem Zerplatzen der Blase als Bonus Leckereien wie Früchte oder Süssgebäck, die eueren Highscore in die Höhe schrauben.


Bubble Bobble 4 beinhaltet vier unterschiedliche Modi. Gleich zu Beginn ist bereits die komplette Originalversion aus dem Jahre 1986 wählbar. Wir lassen aber den alten Arcadekasten vorläufig links liegen und widmen uns dem neuen Modus. Verteilt auf 5 Welten bubbeln wir durch jeweils 10 Levels, danach will uns der obligatorische Levelboss ans Leder. Kein Problem, denn unendliche Continues gehören zum Standard, aber aufgepasst: Segnet ihr das Zeitliche, bevor ihr das Level durchgebubbelt und den Obermotz aufs Kreuz gelegt habt, fällt der Highscore auf Null. Das Ganze ist nicht so wild, wer sich aber in der weltweiten Bestenliste ganz oben sehen will, muss sich wohl oder übel am Riemen reissen. Als Belohnung nach dem Bosskampf winken neue Upgrades.



Neben den Standardblasen verschiesst die Bub-Gang Bubbles mit grösserer Reichweite, schmeisst den Feinden tickende Bombenblasen an den Schädel oder benutzt die Dashblasen, um durch Gegner zu rennen. Der Einsatz dieser Hilfen ist jedoch auf wenige Einsätze pro Level begrenzt. Wer aber in den Levels Buchstabenblasen sammelt, die am Ende jeder Welt das Wort "EXTEND" bilden, bekommt automatisch eine erhöhte Anzahl an Upgrade-Einheiten. Je nach Geschwindigkeit (der Timer tickt unaufhörlich) werden Speedrunner nach jeder Welt mit bis zu 3 Sterne belohnt, die jedoch bis auf die Bragginrights keinen weiteren Vorteil bieten.


Ist der letzte Endgegner besiegt und die Welt wieder in Ordnung, ist aber noch lange nicht Schicht im Schacht. Denn die Leier geht im Hardmode wieder vorn vorne los. Mit dem Unterschied, dass die Gegner neu platziert werden, aggressiver sind und generell der Schwierigkeitsgrad angezogen wird. Besucht ihr im Hardmode den original Automaten des Erstlings, werdet ihr von einem Survivalmode überrascht, wo sich unsere Bubbler mit 10 Leben im Gepäck einem mächtigen Turm voller Feinde stellen.



Fazit:

Bub, Bab, Pub, Pab! Zappzarapp, Ratatatatat!!! Der kleine Nostalgiker in mir hat immer Zeit für eine kleine Runde Bubble Bobble. Ein paar Wochen zuvor erwischte ich mich, wie ich in irgendeinem Arcade Browser ein paar Level des Originals durchblubberte, um die Zeit totzuschlagen. Bubble Bobble ist einfach ein Klassiker und bietet mit Tumble Pop wahrscheinlich die beste Copycatversion eines Arcadevorbildes. Aber genug kluggescheissert. Bubble Bobble findet auch 2020 noch seine Berechtigung im überfülltem Videospieluniversum. Der Umfang mit über 200 Levels ist solide und der Endurancetower fordert von Hardcorefans das Letzte, während die putzigen Charaktere und simples Gameplay auch die ganz jungen Gamer ansprechen. Dementsprechend ist auch der Schwierigkeitsgrad sehr kundenfreundlich und bis auf vielleicht die letzten 2 Bosse, sollte ein Durchspielen kein Problem sein. Obwohl Taito die kleinen Blasebälger partial mit neuen Skills ausgestattet hat, ist mir das Moveset zu wenig. Die Dashfunktion exisitert zwar, aber ich hätte mir gleich eine zu Beginn gewünscht. Ausserdem nervt es, dass ich 2020 immer noch nicht per Knopfdruck nach unten fallen kann. Vielleicht bin ich Metroidvania-geschädigt, aber durch das fehlen dieser Option, nimmt Taito viel Schwung aus dem liebevoll inszenierten Nachfolger.



Generell hätte ich mir ein wenig mehr Agilität gewünscht, denn der Zahn der Zeit nagt auch an einem Bubble Bobble und wer halt zu fest an der Vergangenheit festhält, muss sich nicht wundern, wenn von der Konkurrenz nur noch eine Staubwolke zu sehen ist. Nicht falsch verstehen, BB4 Friends: The Baron is Back spielt sich nicht schlecht, macht kurzweilig Spass, aber für ein weiteres Sequel ist noch viel Luft nach oben. Den grössten Schnitzer erlaubt sich Taito in Sachen Preispolitik. Warum man über CHF 40.- verlangt für ein paar Stunden Spielspass, lässt Raum für Spekulationen, aber nach dem Darius-Release-Wirrwarr wundert mich bei der japanischen Spieleschmiede nichts mehr. Klarer Punktabzug in der B-Note. Bubble Bubble 4 gebührt zudem die zweifelhafte Ehre das letzte PS4-Spiel zu sein, dass ich für The(G)net teste, denn ab morgen muss Sonys Erfolgsmaschine seinem Nachfolger weichen. Blub!




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