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The(G)net Review: Bus Bound

Manchmal erscheinen Spiele, bei denen man nicht genau weiss, ob sie ernst gemeint sind oder ob sie einfach eine sehr spezielle Nische bedienen wollen. Bus Bound gehört genau in diese Kategorie. Nach ein paar Stunden auf der PS5 ist zumindest klar: Das Spiel weiss ziemlich genau, was es sein will. Die Frage ist eher, ob man Lust auf sowas hat.


Bus Bound Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Der Einstieg ist schnell erklärt. Du bist Busfahrer. Keine Story, kein grosses Drumherum, kein künstlich aufgeblähtes Drama. Du steigst ein, fährst deine Route, hältst an, nimmst Passagiere mit und versuchst, alles halbwegs sauber über die Bühne zu bringen. Was simpel klingt, hat durchaus seine kleinen Haken. Fahrphysik, Timing an Haltestellen und das Einhalten der Route fordern mehr Aufmerksamkeit, als man vielleicht erwartet. Vor allem dann, wenn man versucht, effizient zu fahren, ohne dass die Fahrgäste sich beschweren oder man sich komplett verfranst.


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Bus Bound ist kein Spiel für schnelle Belohnung oder Adrenalin. Es lebt von Wiederholung und kleinen Optimierungen. Wer erwartet, dass ständig etwas Spektakuläres passiert, wird hier schnell aussteigen. Was aber funktioniert ist, dieses ruhige, fast schon meditative Gefühl beim Fahren. Du lernst die Strecken kennen, verbesserst deine Abläufe und bekommst ein Gefühl dafür, wann du bremsen musst, wie du sauber an eine Haltestelle ranfährst und wie du deine Route effizient gestaltest. Im Detail zeigt sich, dass die Fahrmechaniken mehr können, als man zuerst denkt.


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Was im Spiel vorhanden ist, aber nicht stark in den Vordergrund rückt, sind Wettereffekte sowie ein Tag- und Nachtwechsel. Diese sorgen zwar für etwas Abwechslung im Ablauf, haben aber kaum Einfluss auf das eigentliche Fahrverhalten oder die Schwierigkeit. Es bleibt eher ein optischer Unterschied als ein spielerischer. Hier wäre deutlich mehr möglich gewesen, gerade wenn man bedenkt, wie sehr solche Faktoren in anderen Simulationen das Fahrgefühl verändern können.


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Beschleunigung, Bremsverhalten und das Gewicht des Busses spielen dagegen durchaus eine Rolle. Wer einfach nur Gas gibt und spät bremst, wird schnell merken, wie viel Gewicht man im Rücken hat. Gerade das Bremsen ist entscheidend. Zu hartes Abbremsen wird bestraft, zu spätes ebenso. Gleichzeitig muss man sauber an Haltestellen heranfahren, was ein gutes Gefühl für Geschwindigkeit und Distanz erfordert. Auch Bodenwellen zwingen dazu, das Tempo anzupassen, wenn man keine Abzüge kassieren will.


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Das Problem dabei ist, dass man nach ein paar Stunden merkt, wie wenig sich wirklich am Ablauf ändert. Es fehlt an Variation. Neue Strecken oder Situationen kommen nur langsam oder kaum spürbar dazu. Wer nicht von sich aus Spass an diesem Loop hat, wird sich früher oder später langweilen. Du kannst zwar im Editor selbst die Strecke konzipieren und neue Haltestellen, die du durch viele Likes von deinen Fahrgästen eingeholt hast, hinzufügen. Aber das wars dann auch schon.


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Ein Punkt, der im Spiel mehr Umfang bietet, sind die Fahrzeuge. Insgesamt stehen 17 lizenzierte Busse zur Verfügung, die sich optisch und in kleinen Details unterscheiden. Im Alltag merkt man davon allerdings wenig. Unterschiede im Fahrverhalten sind zwar vorhanden, aber nicht so ausgeprägt, dass sie das Spielgefühl komplett verändern würden. Es bleibt eher eine nette Ergänzung als ein wirklich spielentscheidender Faktor.


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Bus Bound bietet die Möglichkeit, im Koop mit bis zu vier Spielern unterwegs zu sein. Zum Zeitpunkt meines Tests war dieser Modus allerdings noch nicht öffentlich zugänglich, weshalb ich ihn nicht selbst ausprobieren konnte. Entsprechend kann ich nichts zur Stabilität oder zum tatsächlichen Mehrwert sagen. Grundsätzlich hat das Konzept aber Potenzial, gerade weil das Spiel stark von Wiederholung lebt und sich das im Team etwas auflockern könnte.


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Technisch läuft Bus Bound auf der PS5 stabil. Keine Abstürze, keine groben Aussetzer. Optisch bewegt sich das Ganze allerdings eher im unteren bis mittleren Bereich. Schade ist nur, dass zwischendurch Fussgänger im und nicht auf dem Trottoir laufen und Autos einfach und urplötzlich aus dem Sichtfeld verschwinden. Dynamische Ereignisse oder unvorhersehbare Situationen sind praktisch nicht vorhanden. Für ein Spiel, das stark auf Wiederholungen setzt, wäre hier deutlich mehr Variation nötig gewesen, um langfristig interessant zu bleiben. Zumindest sind GTA ähnliche Massaker nicht möglich. Es ist eine Simulation und sollte man Menschen überfahren (wollen), wird man kurz vor Impact direkt auf die Strasse zurück gespawnt.


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Weniger gelungen ist die Steuerung mit dem Controller. Das Umschauen fühlt sich ruckelig an und braucht mehr Konzentration, als es eigentlich sollte. Gerade in Situationen, in denen man gleichzeitig lenken und den Verkehr im Blick behalten muss, wirkt das unnötig umständlich. Mit einem Lenkrad spielt sich das deutlich angenehmer. Die Kamera bewegt sich beim Einlenken leicht mit, wodurch man automatisch mehr Übersicht bekommt, ohne aktiv nachjustieren zu müssen. Das fühlt sich natürlicher an und passt besser zum ruhigen Spielfluss.




Fazit:

Bus Bound ist ein sehr spezielles Sim-Spiel. Es macht genau das, was der Name verspricht. Man ist Busfahrer. Ich selbst habe diesen Job nie gemacht, aber das, was hier gezeigt wird, wirkt zumindest glaubwürdig umgesetzt. Genau da liegt aber auch das Problem: Viel mehr als dieses Grundgefühl bietet das Spiel nicht. Man sammelt Likes von Passagieren, indem man Bodenwellen sauber und langsam überfährt, bei Stoppschildern korrekt anhält oder eine Haltestelle präzise anfährt. Gleichzeitig wird man für zu schnelles Fahren oder zu hartes Bremsen bestraft. Dieses minimalistische Gameplay kann man respektieren, aber es reicht eben nicht für jeden. Wer Lust auf ein ruhiges, entschleunigtes Fahrerlebnis hat und sich an stilechten Simulationen erfreut, wird hier durchaus ein paar entspannte Stunden finden.


Bus Bound Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Bus Bound ist für PC, PS5 und Xbox Series X|S erschienen. Wir haben das Spiel auf der PS5 getestet. Das frühe Test-Muster stammt von Saber Interactive, wofür wir uns herzlich bedanken!


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