The(G)net Review: Daemon X Machina

Welcher Junge spielte früher nicht gerne mit Transformers oder ähnlichen Robotern? Mit Daemon X Machina auf der Switch kannst du dich wieder in diese Zeit zurück versetzen und Schaden und Zerstörung als Mech bringen. Was das Spiel ausmacht? Lest selbst.



Daemon X Machina wurde von “Marvelous First Studio” entwickelt, welche bereits God Eater 3 und Fate/Extella Teile entwickelten. Leider habe ich keines ihrer vorherigen Spiele getestet, jedoch hatte unser Redakteur Rony sein Vergnügen mit God Eater 3. Wir schon in vorherigen Werken von Marvelous ist das Storytelling meiner Meinung nach zu komplex und verwirrend. Man versteht die ganzen Relationen, Beziehungen und Zusammenhänge erst langsam und recht spät. Weniger wäre hier definitiv Mehr gewesen. Zur Erläuterung: Es gibt drei “Nationen” die um die Macht kämpfen. Diese nutzen wiederum mehr als vier verschiedene Söldnergruppierungen mit unterschiedlicher Mitgliederzahl. Diese Informations- und Charakterflut erschlägt einen zu Beginn. In diesem Moment denkt man sich nur noch “Scheiss auf Story, ich will jetzt einfach nur Zocken!”. Auch wird einem zu Beginn ein Fraktions- und Rufsystem schmackhaft gemacht, welches leider nicht zu existieren scheint.



Zur Story: Es kam zu einem Vorfall, welcher eine Künstliche Intelligenz korrumpierte, die der Menschheit eigentlich helfen sollte. Diese “KI” ist nun selbstständig und hat die Menschenheit auf die Abschussliste gesetzt (wem das nicht bekannt vorkommt, sollte dringend Terminator schauen). Es liegt nun natürlich an uns, dies wieder gerade zu biegen. Zu Beginn kämpfen wir meist nur gegen kleinere Panzer oder schwache AI Mechas (im Spiel werden die Mechas generell "Arsenals" genannt). Im späteren Spielverlauf kommt es aber auch immer wieder zu Scharmützeln gegen Söldner anderer Nationen, welche offenbar eine gegenteilige Mission zu erfüllen haben. Was ist da los? Ist das beabsichtigt oder zieht da etwa jemand im Hintergrund die Fäden und wir sind nur eine Schachfigur?!?


Daemon X Machina ist ein typisches Mecha Spiel. In dieser Art von Games sind die Spielsequenzen kurz, knapp und das Gamearea meist ist klein und begrenzt. Es gibt kaum Level welche länger als 10 Minuten dauern, daher eignet sich das Spiel hervorragend für zwischendurch respektive auch für unterwegs. Dabei hat das Spiel immer wieder Ähnlichkeiten zur Monster Hunter Franchise, da man gewisse Missionen öfters wiederholen muss/kann, um Arsenal-Rüstungen (Mecha-Körperteile) zu erhalten, welche man wiederum braucht, um bessere zu entwickeln. Somit haben die Levels indirekt einen hohen Wiederspielwert. Die Missionsvielfalt lässt zu wünschen übrig, es handelt sich meist nur um Missionen der Gattung “Zerstöre die Bösen” oder “Beschütze/Begleite oder Verteidige”. Spielerisch macht das aber keinen Unterschied. Es gibt ein paar seltene Missionen, in denen man nicht im Arsenal antritt. Darum gibt es die Möglichkeit, nicht nur seinen Mech, sondern auch seinen Körper mit Waffen und mechanischen Teilen zu verbessern, gelobt sei die Cyborgifizierung!



Persönlich fand ich die Steuerung im Handheldmodus ein wenig umständlich, da man eigentlich alle vier Schultertasten regelmässig und manchmal auch zeitgleich bedienen muss. Im Dock-Mode und/oder mit Pro-Controller geht das schon sehr viel leichter von der Hand. Wer gerne seinen Arsenal individualisiert und Werte vergleicht, wird hier nicht enttäuscht. Waffen und fünf Körperteile lassen sich mit unterschiedlichen Attributen verbessern (schnelleres Zielen, mehr Laserresistenz, mehr Beweglichkeit etc.). Jeder Arsenal verfügt über zwei Hauptwaffen, zwei Reserve-Waffen, und einen Slot für Raketen oder Ähnliches. Die Arsenals verfügen über Schub- und Flugdüsen. Das Kämpfen, insbesondere gegen mehrere gegnerische Arsenals kam mir eher hektisch als koordiniert vor, da die Spielgeschwindigkeit doch sehr rasant ist.



Mir persönlich macht das Gameplay Spass, auch wenn die eigentlichen Spielsequenzen meist das kürzeste Vergnügen des Ganzen sind. Vor jeder Mission gibt es ein Briefing und darauf folgt entweder eine kurze Cutscene oder ein Gespräch in Text mit Voiceover der Teilnehmenden Söldner. Anschliessend darf man seinen Arsenal nochmals anpassen, falls man das möchte. Dann geht's in die Mission, bei welcher normalerweise nochmals eine kurze Intro-Sequenz folgt. Nach erfolgreichem Abschluss einer Mission wird man meist mit mehr Story belohnt in Text oder Bild. Zwischen den Missionen kann man wiederum seine Zeit damit verbringen das Crafting/Entwicklungssystem des Spiels zu nutzen, den Arsenal zu optimieren/anzupassen oder seinen Körper zu modifizieren. Den Multiplayer- respektive Co-Op Modus - es soll Online wie auch Lokal (mehreren Switches + Spiel vorausgesetzt) möglich sein - noch nicht testen, da das Spiel offiziell erst am 13. September 2019 erhältlich sein wird. Wir können uns aber vorstellen, dass es unter Mecha Freunden noch mehr triumphale Momente geben wird, wenn man zusammen andere Arsenals in den Boden stampft.


Die Grafik könnte, trotz Unreal Engine, meiner Meinung nach besser sein, speziell wenn man es mit Spielen wie Zelda Breath of the Wild oder Super Mario Odyssey vergleicht. Die Arsenal-Modelle sehen, bis auf wenige Ausnahmen, alle gleich aus. Wenigstens sind mir keine Ruckler während des Spielens aufgefallen. Der Sound und die Musik sind passend. Ein Lob gibt es jedoch für das Mission Briefing, da dort alle Texte in Englisch und Japanisch vertont wurden. Auch während den Missionen wird viel geredet, weshalb die Englische Sporachausgabe bevorzugt wird, da man so wenigstens etwas mitbekommt, weil man im schnellen Spiel kaum eingeblendete Texte lesen kann. Alles in allem ist das Spiel technisch auf einem guten Stand, könnte jedoch grafisch noch eine Politur vertragen. Nebenbei zu erwähnen ist, dass die Texte auf Deutsch leider einzelne Grammatik- und Rechtschreibfehler enthalten, was unschön aber nicht störend ist.



Fazit: Daemon X Machina ist kein "Mech Warrior", dafür ist es viel zu rasant und chaotisch. Typisch "asiatisch" eben und eher dem Gundam-Genre zuzuweisen. Entsprechend sehen auch die Mechs bzw. "Arsenals" aus. Wer sich gerne in Details, Rüstungen, Waffen und deren Schadenswerte verliert, dem wird das Spiel Vergnügen bereiten. Missionen haben einen hohen Wiederspielwert, wenn man alle Rüstungs- und Waffenteile ergattern will. Besonders hübsch ist Daemon X Machina nicht. Die Levels und Missionen hätten abwechslungsreicher und grösser sein dürfen, werden dem schnellen Spielstil aber gerecht. Ich hatte meinen Spass beim Spielen, auch wenn es sich manchmal so anfühlte, als bekäme man mehr Text und Cutscenes als Spiel vorgesetzt. Falls ihr Gundam oder Mechas im allgemeinen mögt, solltet ihr bei der Wertung eine +1 miteinbeziehen.




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