The(G)net Review: ELEX II

Jax wollte doch nur seine wohlverdiente Ruhe, nachdem er im ersten Teil von ELEX den Hybriden besiegt hatte, doch dann zerstört ein Meteor seine kleine Hütte und schon ist es mit dem Frieden auf Magalan vorbei.


Elex 2 Test Review Testbericht Playstation Xbox

Mit dem Meteor sind die Fremden in die Welt eingedrungen und es obliegt erneut Jax, der Zerstörung durch die Alien-artigen Viecher Einhalt zu gebieten. Gerade so kann er aus seiner Hütte fliehen, bevor er auf die Lila-leuchtenden Invasoren trifft. Eines der Viecher verabreicht ihm dann auch sogleich ein kleines Souvenir, dass wir noch längere Zeit durchs Spiel mit uns tragen werden. Die Bisswunde am Arm sorgt nicht nur dafür, dass wir, ganz RPG-like, all unsere Skills, welche sich Jax im ersten Teil so mühselig erarbeiten musste, verlieren, sondern infiziert unseren Helden auch gleich noch mit einem unbekannten Alien-Virus.


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Nach der Attacke wacht Jax in einer Ruine auf, wo ihn ein Mann namens Adam notdürftig verarztet hat. Eine kurze Unterhaltung später geht es dann auch schon los. Mit einem Jetpack am Rücken und einem Blechrohr in der Hand stellen wir uns den ersten Monstern in der Welt von Magalan. Ein Blick auf die Karte verrät, dass sich an der Spielewelt im Vergleich zu ELEX I nicht viel verändert hat. Die Grösse ist in etwa identisch und auch die verschiedenen Regionen sind nur minimal umgestaltet worden.


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Erneut treffen wir im Verlauf des Spiels auf verschiedene Fraktionen. Die Albs, Kleriker, Berserker und Outlaws kennt man bereits aus dem ersten Teil. Mit den Morkons wurde eine neue Fraktion ins Leben gerufen, der wir uns anschliessen können. Die Morkons sind ein fanatisches Grüppchen, die einen grausamen Gott verehren und lieber rational als emotional handeln. Zum ersten Mal in einem Piranha Bytes Game habt ihr aber auch die Option, euch nicht einer Fraktion anzuschliessen und das Spiel ohne Gruppenzugehörigkeit zu bezwingen. Möchte man sich aber doch lieber einem Verein anschliessen, gilt es, wie so häufig, sich mit dem jeweiligen Anführer gut zu stellen. Heisst, so viele Quests wie möglich erledigen.


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Für jede abgeschlossene Quest und jedes geschlachtete Monster regnet es Erfahrungspunkte. Haben wir genug XP gesammelt, erreicht Jax eine neue Stufe. Damit erhalten wir die Gelegenheit 10 Attributspunkte (AP) und einen Lernpunkt (LP) frei zu verteilen. APs werten Stärke, Konstitution, Geschicklichkeit, Intelligenz und Gerissenheit auf. LPs hingegen werden bei einem von vielen Lehrern ausgegeben, um so Fähigkeiten wie z.B. Nahkampf, Schmidkunst, Schlösser knacken etc. zu verbessern. Dabei sind die Fähigkeiten auch abhängig von Euren Attributen. Es lohnt sich also, den Fähigkeitenbaum ein bisschen zu studieren, bevor man seine APs investiert.


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Natürlich sind die Attribute auch wichtig für die Waffenwahl. ELEX II verfügt über ein grosses Arsenal an Nah- und Fernkampfwaffen. Vom altertümlichen Schwert bis zum futuristischen Energiegewehr ist alles dabei. An diversen Werkbänken verbessern wir unsere Waffen, stellen Munition her oder setzen Gems ein. Letztere geben kleine Boni wie +1 auf kritischen Schaden oder mehr XP. Wie man am Anfang schnell lernt, haben die meisten Waffen ziemlich hohe Anforderungen, bedeutet, die ersten Stunden ist ein Blechrohr euer bester Freund und die Chancen heil aus einem Kampf herauszukommen sind eher gering. Für Kenner und Liebhaber der Piranha Bytes Spiele nichts neues. Auch die früheren Titel waren nicht für ihren locker flockigen Einstieg bekannt. Also ab und zu mal einfach die Beine in die Hand nehmen und das Monster am Strassenrand stehen lassen. Denn der Tod kommt schnell und lauert hinter jedem Busch.


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Ist Nahkampf nicht so euer Style, gibt es auch die Option der Magie. Dazu muss man sich jedoch der passenden Fraktion anschliessen. Um eure Magie und Lebensenergie immer schön frisch zu halten, tragt ihr am besten ein grosses Sortiment an Tränken und Nahrungsmitteln mit euch. Via Schnellauswahlmenü kann man so schnell einen Trank exen oder z.B. eine gebratene Ratte am Spiess schnabulieren. Sind die Taschen leer, bietet ein Bett oder Schlafsack eine perfekte Alternative, um neue Energie zu tanken.


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Bevor wir jetzt aber zum Fazit kommen, muss ich mit euch doch noch über zwei offensichtliche Schwächen von ELEX II sprechen. Die Performance und die Grafik. Leider ruckelt das Ganze ganz schön. Sobald das Auto-Save-Symbol auf dem Schirm auftaucht, geht das Spiel in die Knie. Gleiches gilt für eine grössere Ansammlung an Gegnern oder NPCs... da gehen sie hin, die Frames. Zudem poppen Monster und Charaktere gerne mal aus dem Nichts auf. Es kann auch passieren, dass ihr mit einem NPC sprecht, dessen Kopf noch nicht geladen hat oder eine Kiste scheinbar von einem Geist durch die Gegend getragen wird. All dies wäre vielleicht zu verzeihen, wenn das Game wunderschön aussehen würde. Leider muss ich sagen, dass ELEX II eher Last-Gen als Next-Gen daher kommt, was die Optik angeht. Erwartet also keine Grafik à la The Witcher 3, Last of Us oder Ghost of Tsushima.


In ELEX II erwarten euch übrigens ca. 60 Spielstunden. Wer alles bis ins hinterste Eck erkunden möchte, kann sicherlich aber auch bis zu 80-90 Stunden investieren.



Fazit:

Ich bin mit mässigen Erwartungen in ELEX II eingestiegen, denn schliesslich gibt es bereits viele ähnliche Open World Titel, die weit bekannter sind, als ELEX und ELEX II. Man nehme z.B. Fallout 4, wo ich mich auch scharfzahnigen Monstern stelle und für irgendwelche Fraktionen Quests erledigen muss. Dazu kommt, wie bereits angesprochen, die Performance und Grafik, die nicht gerade zum Verweilen einlädt. Plus, das Game ist mir mehrmals abgestürzt (regelmässiges Speichern von Vorteil!). ELEX II setzt eher auf altbewährtes und bringt keine atemberaubenden Neuerungen im Bereich RPG, jedoch macht es dabei auch nichts falsch. Die Quests sind abwechslungsreich und spannend, die Charaktere interessant und alle haben ihre eigenen Gründe und Motivationen für ihr Verhalten. Das Umhergleiten mit dem Jetpack macht Spass und ist eine wahre Bereicherung für die Fortbewegung, denn so schnell habt ihr noch nie einen Abgrund überquert oder seid fix vom Berg zurück ins Tal geklettert.


Ja, die Grafik ist lauwarm und die Performance mies aber unter all diesen Problemen versteckt sich ein durchaus spielenswertes Game. Es kann sich also lohnen, die ersten mühseligen Stunden durchzuhalten. Alles in allem und trotz der Patzer, welche natürlich in der Wertung berücksichtigt werden müssen, ein solides Ding.



Wir haben ELEX II auf Playstation 4 getestet. Das Spiel gibt's auch für PS5, Xbox Series X|S, Xbox One und PC. Das Test-Muster stammt von Publisher THQ Nordiq, wofür wir uns herzlich bedanken.



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