The(G)net Review: It Takes Two

Ehestreitigkeiten, Scheidung und Rosenkrieg verpackt als Action orientiertes Splitscreen Ko-Op Abenteuer? Kann das gut gehen? Wir haben unseren Partnertherapeuten und Beziehungsexperten von The(G)net mit einer Analyse beauftragt.



26. März 2021. Objektives Gutachten:

Cody (36) und May (35) aus (unleserlich) berichten folgendes: Nach einem erneuten Ehestreit am Abend vom 25. März 2021 endete der Disput in Tränen, wobei durch das Augensekret zwei Stoffpuppen benetzt wurden und die beiden Patienten sich in die selbigen verwandelten.


(Anm.: Anzeichen von kognitiver Partner-Halluzination mit leichter Schizophrenie im Anfangsstadium).



Laut Cody und May wurde dabei nicht nur eine Realitätsveränderung im Grössenvergleich empfunden, sprich sie seien "geschrumpft", sondern auch der optische Eindruck der Umwelt erinnerte die Patienten an einen "Pixar-Film".


Durch eine bisher unbekannte, neurologische Fehlsteuerung teilen sich beide Patienten jeweils eine Hälfte ihres Sichtfeldes mit der anderen Person.


(Anm.: mögliches Kindheitstrauma aufgrund hormoneller Unstimmigkeiten in der Pubertät durch "Gender Finding").



So konnten sich jeweils Cody und May nicht nur simultan sehen, sondern waren auch in der Lage, telepathisch-verbal über grössere Strecken miteinander zu kommunizieren.


(Anm.: möglicher Fall von zusätzlicher dualer, psychotischer Stimmhörung)


Weiterhin behaupten beide Patienten, dass Aufgrund ihrer Wahrnehmung auch die physischen Fähigkeiten extrem verbessert wurden.


(Anm.: möglicher Gottkomplex).



Gemäss direkter Aussage von May sei dies nur der Anfang einer irrwitzigen Achterbahnfahrt gewesen. Cody und May behaupten weiterhin folgendes:

  • Ein sprechendes Buch fungierte als Berater und Helfer.

  • Sie konnten sich mit Tieren verbal unterhalten, interagieren und situationsbedingt temporäre Allianzen bilden

  • furchteinflössende Monsterkämpfe, die nur dank taktischer Kooperation beider Patienten gemeistert werden konnten

  • Spezielle Minispiele und Tätigkeiten in bizarren Szenarien

  • Lebensgefährliche Naturkatastrophen (Flut, Feuer, etc.)

  • O-Ton Cody, "Wir sind dem Tod ein paar Mal von der Schippe gesprungen!"

Trotz der oben aufgeführten Ereignisse bestätigen beide Patienten unabhängig voneinander, dass die letzten 12 Stunden ihre Ehe und Beziehung wieder gefestigt habe und beide die anfänglichen Ehestreitigkeiten als aktuell nicht existent ansehen.



Ein ähnlicher Fall wurde 2018 bekannt. Zwei geflüchtete Gefängnisinsassen, die 1972 in Kalifornien eine ähnliche Geschichte erzählten (Anm.: siehe Anhang Akte 21123 "A Way Out"), wobei hier keine optische Realitätsveränderung wie bei Cody und May zu verzeichnen war.


Objektiv gesehen führen die oben genannten Punkte nur zu einem Ergebnis: Sofortige Einweisung in eine psychiatrische Anstalt - Sicherheitsstufe 4... wäre da nicht das Summa Summarum.


Summa Summarum:

Nach unserer gemeinsamen, 12-stündigen Therapiesession kann ich zweifelsfrei attestieren: Cody und May verfügen weder über psychologisch, noch beziehungstechnische Schäden nach ihren geschilderten Erlebnissen. Selbstverständlich sind sämtliche Aussagen alleine stehend im normalen Kontext als absolut absurd zu betrachten. Schaut man aber auf das Gesamtbild, ist der geschilderte Fall gar nicht so untypisch. Schamanen unterschiedlicher indigenen Stämme berichten von ähnlichen Reisen nach Aufnahme psychoaktiver Substanzen und den damit verbundenen Ritualen. Ihre geistige Verfassung wurde nach solch einem Erlebnis nicht, wie in vielen Berichten und Studien nachgewiesen, beeinträchtigt.



May und Codys medizinische Historie weist auf keine nachvollziehbaren Beweise hin, dass die beiden Patienten jemals unter Einfluss psychoaktiver Mittel standen. Trotzdem vermute ich, dass aus unbekannten Gründen unbewusst eine Dosis einer Droge wie LSD oder Meskalin verabreicht wurde. Wie es zu diesem Ereignis kam, bleibt unbekannt. Auch nach intensiven Gesprächen und Einzelinterviews kann ich Cody und May guten Gewissens entlassen. Irgendwelche Nebenwirkungen oder Nebeneffekte konnte ich nicht erkennen. Der positivste Aspekt dieser "Achterbahnfahrt" ist der Umstand, dass die Scheidungsfrage nicht mehr im Raum steht. Ich gehe sogar so weit und behaupte, dass den beiden die ganze Geschichte unglaublichen viel Spass gemacht haben muss. Es ist indiskutabel, dass man das Erlebte als das sehen muss, was es ist: Eine imaginäre Partner Projektion, höchstwahrscheinlich unterstützt durch chemische Zusatzkomponente, kumuliert mit der zwischenmenschlichen Spannung beider Patienten. Aber nichtsdestotrotz eine faszinierende und fantastische Angelegenheit.


Anm.: Anscheinend befinden sich die beiden bereits mit einem amerikanischen Softwareunternehmen in Verhandlungen um die Videospielrechte ihrer Story.


Dr. Medic




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