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The(G)net Review: Luna Abyss

Luna Abyss mag auf den ersten Blick eine Kopie der beiden Hausmarque Playstation-Spiele sein, doch Kwalee Labs geht mit seinem Bullet-Hell Ego-Shooter einen etwas anderen Weg. Nicht der Kampf allein steht im Mittelpunkt, sondern die Reise durch eine geheimnisvolle, monumentale Welt, die sich Stück für Stück öffnet und dabei erstaunlich viel Atmosphäre entwickelt. Genau deshalb fiel es mir so schwer, mich von Luna Abyss loszureissen.


Luna Abyss Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Schon der Einstieg macht deutlich, dass Luna Abyss stark über seine Ästhetik und Stimmung arbeitet. Kurze, eindrucksvolle Science-Fiction-Vignetten zeigen die Protagonistin Fawkes, die in einem heruntergekommenen Weltraumgefängnis erwacht. Ihr gegenüber befindet sich Aylin, ein gigantischer, scheinbar mechanischer Kopf, der aus der Wand ragt. Aylin erklärt Fawkes, dass sie den Abyss erkunden soll: eine endlose Struktur, die mit dem Gefängnis verbunden ist. Wer dort Aufträge erfüllt und Feinde ausschaltet, darf auf Strafminderung hoffen.


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Die Geheimnisse rund um den Abyss, Fawkes und die Welt selbst bilden den erzählerischen Motor, doch das Spiel lässt seine Handlungsstränge nicht unnötig lange im luftleeren Raum hängen. Stattdessen liefert es in einem angenehmen Rhythmus neue Informationen, führt Figuren und Motive behutsam zusammen und nutzt seine Umgebungen geschickt als Teil der Erzählung.


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Auch die Figuren profitieren von diesem sorgfältigen Aufbau. Viele Charaktere begleiten Fawkes zwar nur für kurze Zeit, doch die Gespräche mit ihnen wirken überraschend gehaltvoll. Nicht jeder Dialog ist ein grosser dramatischer Moment, aber fast immer steckt eine interessante Beobachtung, ein erzählerisches Detail oder ein kleiner charakterlicher Widerhaken darin. Das ist gut geschriebenes Material und nicht bloss Füllmaterial zwischen zwei Gefechten.


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Trotz der ernsteren Grundstimmung erlaubt sich Luna Abyss immer wieder leichtere Momente. Kleine Gags über minimal reduzierte Haftstrafen oder die Eigenheiten einiger besonders schräger Figuren lockern die düstere Science-Fiction-Welt angenehm auf. Wichtig ist dabei: Der Humor wirkt nie wie ein Fremdkörper, sondern bleibt fest in dieser seltsamen, leicht kaputten Welt verankert.


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Ein grosser Teil der Faszination von Luna Abyss entsteht durch seine dichte Atmosphäre und die motivierende Erkundung. Das Spiel lässt seinen Schauplätzen viel Raum zum Atmen, ohne dabei in Leerlauf zu verfallen. Immer wieder sieht man einen imposanten Ort oder eine interessante Struktur in der Ferne, lässt diese hinter sich, nur um sie später aus einer völlig neuen Perspektive wiederzuentdecken. Diese "dort war ich doch gerade noch"-Momente verleihen dem Abyss ein starkes Gefühl von räumlicher Kontinuität.


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Gerade im ersten Viertel nimmt sich das Spiel bewusst etwas mehr Zeit, um seine Welt, seinen Rhythmus und seine Stimmung zu etablieren. Das ist eine kluge Entscheidung, denn Luna Abyss lebt nicht nur von Feuergefechten, sondern gerade durch seine aussergewöhnliche Stimmung. Erkundung und Plattforming wird durch Sammelobjekte zusätzlich belohnt, wobei die wirklich wichtigen Fundstücke, etwa HP-Erweiterungen oder Waffen-Upgrades, meist klar markiert sind.


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Am Ende sprechen wir aber natürlich immer noch von einem Ego-Shooter. Und hier steht und fällt vieles mit der Frage, ob das Ballern Spass macht. Luna Abyss überrascht in dieser Hinsicht, weil das eigentliche Zielen nicht im Mittelpunkt steht. Gegner werden nämlich automatisch anvisiert, wodurch sich der Fokus vollständig auf Bewegung, Ausweichen, Schiessen und schnelle Waffenwechsel verlagert. Hat ein Gegner einen Schild, wechselt man zum Shield-Breaker. Fliegen plötzlich Projektile aus einem ungünstigen Winkel heran, aktiviert man den Schutzschild, bringt Distanz zwischen sich und die Gefahr und positioniert sich neu. Gleichzeitig muss man lernen, in jedem Gefecht Ziele zu priorisieren. Das klingt zunächst simpel, entwickelt aber schnell einen sehr eigenen Rhythmus.


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Währenddessen rennt, springt und sprintet man seitwärts durch Angriffsmuster, die klar vom Bullet-Hell-Genre inspiriert sind. Sie wirken chaotisch, bleiben aber lesbar genug, um faire Reaktionen zu ermöglichen. Genau daraus entsteht der besondere Spielfluss von Luna Abyss: ein Wechselspiel aus schnellem Waffenmanagement, permanenter Bewegung und dem befriedigenden Gefühl, mit jeder Begegnung etwas besser zu werden.


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Die grösste Sorgfalt zeigt sich im visuellen Design. Der Abyss fühlt sich nicht wie eine lose Abfolge hübscher Kulissen an, sondern wie ein Ort, der mit klarer gestalterischer Vision gebaut wurde. Egal, ob man durch dunkle, karge Anlagen oder dichte, lebendige Bereiche läuft, fast jeder Level bietet ein neues Detail, eine interessante Silhouette oder ein starkes Gesamtbild.


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Nichts wirkt zufällig platziert. Mechanische Rohre, Metallgitter, steinerne Wege und kerzenbeleuchtete Architektur existieren hier selbstverständlich nebeneinander. Das Resultat ist eine Welt, die gleichzeitig industriell, sakral, fremdartig und irgendwie kaputt wirkt. Wer nur zur nächsten Gegnergruppe sprinten will, bekommt eine starke Kulisse. Wer innehält, entdeckt eine Menge faszinierender Details. Der Abyss wirkt nicht wie ein Levelkomplex, sondern wie ein bizarrer Ort mit Geschichte, Bewohnern und eigenen Regeln.


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Ganz ohne kleinere Stolperer kommt das Spiel allerdings nicht aus. Einige Plattforming-Passagen gegen Ende des Spiels wirken etwas aufgesetzt. Auch manche Rätsel sind eher Pflichtprogramm als Denksport. Es gibt zwar einige Bosskämpfe, die laufen aber stets nach dem gleichen Schema ab und bleiben darum nicht länger im Gedächtnis. Oft ist das Spannendste an diesen Auseinandersetzungen nicht der Kampf selbst, sondern das bizarre Wesen, das uns dabei begegnet, bedroht oder neue Kreaturen auf uns hetzt. Im Gesamtbild sind das jedoch überschaubare Kritikpunkte, die den starken Auftritt kaum schmälern.



Fazit:

Ich bin völlig fasziniert von Luna Abyss. Der Mix aus zugänglichem, schnellem Gunplay à la DOOM, präziser Bewegung, Plattforming, Bullet-Hell-Ausweichmanövern und der absolut starken Science-Fiction-Atmosphäre funktioniert hier aussergewöhnlich gut. Vor allem auch das fantastische Design hat es mir angetan. Allein dafür hätten die Entwickler einen Oscar verdient. Kleinere Schwächen bei Rätseln und vereinzelten Level-Passagen ändern wenig daran, dass Luna Abyss ein stilsicherer, eigenständiger und packender Ego-Shooter ist. Es sieht fantastisch aus, spielt sich sehr dynamisch und erzählt seine Geschichte mit mehr Sorgfalt, als man es von dieser Art von Spiel erwarten würde. Der Trip in den Abyss lohnt sich!


PS: Schaltet im Options-Menü unter "Zugänglichkeit" den "Freeze-Frame" aus, spielt sich flüssiger😉


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Luna Abyss ist für PC, PS5 und Xbox Series X|S erschienen. Wir haben uns das Spiel auf dem PC angesehen. Das Test-Muster stammt von Kwalee, wofür wir uns herzlich bedanken.


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