The(G)net Review: Metroid Dread

Sämtliche Metroids wurden eliminiert, der X Virus universal ausgelöscht. Happy Days. Heldin Samus kann endlich in Rente. Wäre da nicht ein ominöser Funkspruch aus den Weiten des Alls...


Metroid Dread Test Review Switch

Gerüchten zufolge hat der Symbionten Virus auf dem Planet ZDR überlebt. Also rein in den Spacesuit und nachgeschaut. Natürlich fällt die unausweichliche Wahl auf Samus Aran, die als einzige über eine komplette Immunität gegen den fiesen Parasiten verfügt. Kaum auf ZDR gelandet, wird ihr die Tragweite der Mission bewusst. Mit dem schicken Standardblaster und einer Handvoll Raketen im Gepäck sollte der kleine Ausflug aber eigentlich schnell erledigt sein. Doch kaum hat Miss Aran ein paar ETs zerpflückt und die ersten Levelabschnitte durchforstet, kommt ihr der ominöse E.M.M.I. in die Quere.


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Der multifunktionale Kampfroboter verfügt nicht nur über ein zackiges Schrittempo, sondern pingt mit seinem Sonar die Umgebung und erkennt so die kleinsten Bewegungen unsere Spacekämpferin. Einmal entdeckt gilt es die Beine in die Hand zu nehmen und der metallischen Nervensäge so schnell wie möglich zu entkommen. Aber so einfach ist die Sache nicht. Hat euch der Robo entdeckt, jagt E.M.M.I euch kreuz und quer durch die Architektur. Eure normale Bewaffnung ist dabei chancenlos. Entweder ihr erreicht die Aussengrenzen seines Reviers unentdeckt oder pariert seine tödlichen Attacken, was zwar theoreitsch möglich, aber nahezu unmöglich ist. Kriegt er euch zu fassen, seid ihr Geschichte.


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Zwar gibt es die Möglichkeit, die insgesamt 6 fiesen Macker auszuschalten, aber die dazu nötige Waffe ist nur temporär einsatzbereit und nach einmaligem Kill wieder offline, bis ihr die dazugehörige Ladestation findet. Dazwischen durchkämmt ihr die Abschnitte und findet Teleporter und Lifte für neue Gebiete und zusätzliche Raketen- und Life-Container für euren Energiehaushalt, stockt euer Arsenal mit Chargebeam, Trippelschuss, temporäre Unsichtbarkeit, Umgebungsdetonator, Grapplehook, Morphball inkl. Bombe auf. Denn ohne diese Upgrades bleiben euch Türen, Plattformen und engen Passagen versperrt. Kleinere Gegner hinterlassen gerne Lebensenergie und Munition und wer geschickt pariert, wird mit zusätzlichen Auffrischern belohnt.


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Metroid-typisch trifft ihr stets auf anfänglich unerreichbare Areale, welche übersichtlich auf der Ingame Map kartografiert werden. Mit 6 zusätzlichen Metroid-Emblemen könnt ihr interessante Stellen markieren. Speicherpunkte sind grosszügig verteilt und selbst Ladestationen, die Raketen oder Lebensenergie (in seltenen Fällen beides) wiederherstellen sind meist strategisch fair platziert.

Theoretisch könnte man Metroid Dread gemäss aktuellem Speedrun-Rekord in knapp 2 Stunden beenden, in der Praxis dauert ein swas aber zwischen 10 bis 12 Stunden... oder auch länger, wenn man sich andauernd verirrt (wie ich).



Fazit:

Eines gleich vorweg: Metroid Dread ist nichts für Neueinsteiger und Genreanfänger. Wer nicht permanent auf Zack ist, hat etwa soviel Überlebenschancen wie ein Schneeball in der Hölle. Teuflisch sind nicht nur die verschachtelten Levels und knackigen Bosse, auch gibt es keine Missionsmarker oder Einsteigerhilfen. Kontinuierliche Konsultation der Weltkarte ist ein Muss und die E.M M.I.s setzen dem ganzen noch die Krone auf. Bei den ersten paar Begegnungen stieg der Frustfaktor so rapide an, dass ich minutenlang den Störenfried verfluchte. Hat mal einmal den Dreh raus, hält sich der Wahnsinn in Grenzen. Trotzdem finde ich es ein gewagtes Unternehmen, gleich ein halbes Dutzend der nervigen Metallos, die gefühlt alle 10 Minuten um die Ecke kommen, zu implementieren. Davon abgesehen ist Metroid Dread die Wucht. Technisch überragend für die Switch Hardware, begeisterte mich besonders die Flinkheit von Samus und die fantastisch konzipierten Levels. Und dann die Bosse: Next Level Shit! Ich dachte zuerst, wenn ich einfach ein paar Dutzend Raketen per Triggerfinger auf den Obermotz hetze, ist die Sache schnell erledigt. Pustekuchen! Ohne Strategie und viel Geschick werden die meisten schon beim 2. Boss scheitern. Das Prinzip Zuckerbrot und Peitsche treibt Nintendos neuestes Machwerk auf die Spitze. Umso erfüllender ist es, wenn man endlich das langersehnte Waffen- oder Anzugsupgrade sein eigen nennt. Genrekanzler Hollow Knight hat zwar immer noch knapp die Nase vorn, Metroid Dread ist dem Insektenritter aber dichter auf den Fersen, als die verfluchten E.M.M.I.s! Wer weiss, vielleicht holt der Urvater aller Metroidvanias per zukünftigem DLC den Thron zurück.



Metroid Dread ist exklusiv für Nintendo Switch erhältlich. Unser Test-Muster stammt direkt von Nintendo, vielen Dank dafür!



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