The(G)net Review: Monster Hunter Rise

Mit Monster Hunter: World hat Capcom Rekorde gebrochen. Das meistverkaufte Monster Hunter-Spiel aller Zeiten war einsteigerfreundlich, Story geladen, kurz: einfach «Wow». Neue und alte Fans haben nun lange auf den neusten Teil der Reihe gewartet: Monster Hunter Rise, das vorerst exklusiv auf der Switch erscheint. Capcom meint, es werde ähnlich erfolgreich sein wie "World". Wir haben getestet, ob das stimmen könnte oder ob sie den Mund doch ein wenig zu voll genommen haben.



Ohne viel Zeit für ein Intro zu verschwenden, startet das Spiel direkt mit dem Charakter-Editor. Uns steht eine grosse Auswahl an Variablen zur Verfügung, an denen wir kurbeln können. Von Hautfarbe, über Alter, bis hin zu den Gesichtszügen darf vieles definiert werden. Wer jedoch auf den Detailgrad von "World" gehofft hat, wird enttäuscht. Zur Aufmunterung: Unser Charakter kann jetzt dafür sprechen! Zwar nur einzelne Sätze, aber egal. Wir feiern das!



Danach entwerfen wir unsere Begleiter. Ja, Plural! Als Mitstreiter entwerfen wir einerseits unseren Palico – oh, wie haben wir unseren treuen Supporter vermisst - andererseits stösst ein neuer Gefährte zu unserer Gruppe: Der Palamute. Dieses hundeähnliche Wesen hat’s echt drauf! Wie der Palico kämpft auch er an unserer Seite. Er dient uns aber vor allem als Reittier. Das ist nicht nur cool, sondern äusserst nützlich. Auf dem Rücken unseres Wolfes gelangen wir rasch vom einen zum anderen Ende der Map, verbrauchen dabei keine Ausdauer und können auf dem Weg sogar Items einsammeln oder unsere Waffe schärfen.



Gemeinsam mit unseren tierischen Freunden leben wir im Dorf Kamura. Der Stil unseres Zuhauses erinnert stark an Japan. Die Frauen tragen Kimonos und die Männer ähneln Ninjas oder Samurais. Neben Architektur und Charakteren hat auch die Hintergrundmusik einen japanischen Touch. Vielleicht liegt es daran, dass ich ein Anime-Fan bin, aber ich persönliche hätte mir nichts Besseres wünschen können. Alles wirkt so beruhigend und friedlich. Ein toller Ort, um nach der Action der Jagd einfach mal herunterzufahren.



Doch Kamura ist in Gefahr! Die sogenannte Randale droht sich zu wiederholen. Vor 50 Jahren tickten irgendwie alle Monster aus und griffen das Dorf an, hätten es fast zerstört. Wir scheinen dabei der Held (oder die Heldin) der Geschichte zu sein, auserwählt, das Dorf dieses Mal zu beschützen. Die Story an sich scheint ein wenig langatmiger als in "World", aber Monster Hunter ist ja nicht für sein Storytelling bekannt, sondern für das Monsterjagen und die Action. Viele Ungeheuer wurden mittlerweile vorgestellt. Wie viele es schlussendlich sind, wagen wir nicht zu nennen. Denn die Reihe ist bekannt dafür, nach Release immer neue Inhalte einzubringen. Wir begegnen vielen neuen Monsterarten, aber auch uns bereits bekannten Geschöpfen, die wir ja eigentlich vermisst haben. Ja, du bist gemeint, Rathalos!



Monster Hunter Rise bringt neue Gebiete mit sich, die sich thematisch von denen des Vorgängers auf dem ersten Blick kaum unterscheiden. Auch hier gibt es einen Urwald, eine Wüste, eisige Landschaften oder Vulkangebiete. Und doch schafft es "Rise", diese komplett neu zu gestalten, mit mehr Höhen, Klippen, Hängen und Bergen. Diese neue Vertikale stellt für uns – dank einem neuen Gadget – kein Problem dar: dem Seilkäfer. Der Seilkäfer ist wie ein Glühwürmchen, das uns auf Schritt und Tritt verfolgt und für uns linienartige Netze à la Spider-Man wirft. Dadurch verändert sich das ganze Spielerlebnis, denn wir werden mobiler denn je. Wir können durch die Lüfte springen, jeden Berg erklimmen, manchmal sogar fast fliegen.


Auch im Kampf können wir den Seilkäfer nutzen, denn jeder Waffenstil verfügt über einen eigenen Seilkäfer-Angriff. Ihr könnt übrigens beruhigt sein. Alle 14 Waffen des Vorgängers stehen uns wieder zur Verfügung und wurden (zum Glück) in Sachen Handling und Funktion kaum verändert. Zurück zum Seilkäfer-Angriff: Fügen wir damit einem Monster genügend Schaden zu, so können wir es… wait for it… reiten! Ja, Leute, wir können nun jedes grosse Ungetüm besteigen und es selbst steuern. Wir fügen dem Monster selbst Schaden zu, indem wir es beispielsweise gegen die Wand laufen lassen oder aber, was viel mehr Spass macht, wir hetzen es auf andere Monster. Da uns beim Reiten die Angriffe des Monsters zur Verfügung stehen, machen wir auch mächtig Schaden beim Gegenüber.



Leider – und hier kommt die grösste Kritik am Spiel – wurde für den Wyvernritt das Aufsteigen geopfert, wie wir es aus Monster Hunter: World kennen. Herzzerbrechend. Wir nutzten diese Mechanik nur allzu oft als Taktik in der Jagd. Leicht umsetzbar, wirksam und zeitsparend. Ganz ehrlich: Wir wollen das zurück und geben, wenn es sein muss, sogar den Wyvernritt dafür auf, auch wenn dieser echt Spass macht. Nichtsdestotrotz hat Monster Hunter Rise viele Mechaniken vom Vorgänger übernommen und versucht, diese zu verbessern. Wespen zum Beispiel, die unsere Gesundheit steigerten, bringen uns in "Rise" ganz neue Buffs: Ausdauer, Angriff- und Verteidigungs-Stats werden neben der Gesundheit geboostet. Der Spähkäfer wurde hingegen in der neuen Welt zurückgelassen.



Das Spurensuchen fällt in "Rise" ebenfalls weg. Die Monster werden nun einfach auf der Karte markiert. Das spart Zeit, nimmt dem Spiel aber das realistischere Jagderlebnis. Die einen werden es feiern, andere weniger. Allgemein ist der Weg weg vom Realismus die wohl sichtbarste Veränderung. Monster Hunter Rise setzt mehr auf Fantasy und bringt dadurch mehr Vielfalt ins Spiel. Am Stärksten zeigt sich das bei Waffen und Rüstungen. All das wird, wie immer, aus Monstermaterialien geschmiedet. Wie in Monster Hunter: World erinnerte jede Waffe an das Monster, aus dem sie geschaffen wurde, was sie zum Unikat macht. So viel Einzigartigkeit schafft gerade im Endgame noch mehr Lust aufs Grinden.



Fazit:

Ich wage es fast nicht mehr, Monster Hunter Rise mit seinem Vorgänger zu vergleichen. Ja, die Story ist etwas dürftig, auch der Realismus, und es herrscht allgemein weniger Leben in der Welt. Das hat mich als "World"-Fan persönlich ein wenig getroffen. Objektiv gesehen macht das Spiel dies aber mit vielen einzigartigen Waffen- und Rüstungssets und den neuen Elementen im Gameplay wieder wett (Hallo Seilkäfer!). Wie auch bei seinen Vorgängern verspricht Monster Hunter Rise viel Spass und massig Action, vor allem auch nach dem Abspann. Wenn ich Monster Hunter Rise mit anderen Titeln für die Switch vergleiche, gehört es für mich sogar klar zu den besten Games für Nintendo's Konsole.


PS: Seit dem 12. März könnt ihr die zweite, kostenlose Demo von Monster Hunter Rise im eShop herunterladen, welche eine Jagd des Vorzeigemonsters Magnamalo beinhaltet.




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