The(G)net Review: Nintendo Switch Sports

Wer behauptet, dass Videospiele nur faul und dick machen? Fussball, Volleyball, Schwertkampf, Bowling, Badminton und Tennis sind im aktuellen Programm die verfügbaren Sportarten in Nintendos Spocco Square. Jetzt purzeln die Pfunde!

Bereits auf der Wii und dem nicht so erfolgreichen Nachfolger konnten sich sportbegeisterte Remote-Schwinger wilde Duelle in diverse Sportarten mit Hauptfokus auf den Mehrspielermodus liefern. Nun ist es auch auf dem Switch soweit.



Im Charaktereditor wählen wir entweder einen zufallsgenerierten Sportler oder basteln uns mit den vorerst überschaubaren Anziehsachen und Gewändern einen individuellen Charakter zusammen. Witzig ist auch, dass euer Mii Charakter (bei mir aus Mario Golf) direkt importiert wird und ihr auch mit jenem loslegen könnt. Haben wir uns entschieden, geht’s ohne Umwege los.


Eine kleine Anmerkung zu Beginn: Nintendo Switch Sports lässt sich nur mit ausgeklinkten Joycons spielen, Besitzer einer Switchlite bleiben aussen vor. Schauen wir uns einmal die einzelnen Disziplinen zusammen an:


Nintendo Switch Sports Test Review Volleyball

Volleyball

In Zweierteams steuern wir jeweils einen Charakter, der zweite Spieler wird von der CPU übernommen. Mit einem Joycon legen wir eine flotten Serve hin, blocken mit dem richtigen Timing gegnerische Angriffe oder nutzen die Vorlage unseres Mitspielers für einen krachenden Smash. Die Spielfigur positioniert sich automatisch, nur wer im hinteren Spielfeld ist kann in einem begrenzten Bereich kleine Hechtsprünge ausführen und zielgenaue Shots abfangen. Bis zu 4 Spieler können an Volleyball teilnehmen. Wer zuerst 5 Punkte einheimst, wird zum Gewinner gekürt. Für 1 – 4 Spieler.


Nintendo Switch Sports Test Review Badminton

Badminton

Im Einzel-Badminton versuchen wir unseren Rivalen kontinuierlich über das kleine Feld zu hetzen, damit wir gekonnt ein paar Punkte in den Ecken des Badmintonplatz erzielen. Die Federball-Variante spielt sich ähnlich wie Volleyball. Doch hier haben wir komplette Kontrolle über unseren Schlägerkameraden. Für 1 – 2 Spieler.


Nintendo Switch Sports Test Review Tennis

Tennis

Die dritte Netzballsportart lässt den Einzelspieler simultan zwei Charaktere steuern. Die vordere Hälfte ist für intensives Volleyspiel gedacht, während der hintere Spieler strategisch versucht den Ball gekonnt in die Ecke des Spielfelldes zu pfeffern. Je nach Schussstärke und Richtung des Joycons lassen sich so Lobs, Smashes und auch kleinere Schneidschüsse ausführen. Ihr habt die Wahl zwischen einem kurzen Game oder spielt über 3 bzw. 5 Sätze- Für 1 – 4 Spieler.


Nintendo Switch Sports Test Review Chambara

Chambara

Was wie ein tropisches Mixgetränkt klingt, ist simpler Schwertkampf mit Holzschwertern. Zur Auswahl stehen Fights in drei unterschiedlichen Varianten: Mit einem einzelnen Schwert, einer Chargeversion der Holzklinge und Doppelschwerter unter Zuhilfenahme von zwei Joycons. Hier gilt es die feindlichen Hiebe abzublocken und im richtigen Moment dem Widersacher eins auf den Scheitel zu hauen. In einer runden Arena, die von Wasser umgeben ist, sollen wir unser Gegenüber so nahe an die Kante prügeln, bis er ins kühle Nass fällt. Für 1 – 2 Spieler.


Nintendo Switch Sports Test Review Bowling

Bowling

Die wahrscheinlich populärste Sportart der Nintendo-Serie. Gross Erklärung braucht es für die amerikanische Kegelvariante nicht. Wir dürfen für unseren Ball sowohl die Position wie auch den Schusswinkel manuell einstellen und so auf den einen oder anderen Strike hoffen. Fortgeschrittene zaubern mit einem eleganten Handschlenker eine Spin hin und räumen die 10 Kegel gleich reihenweise ab. Neben der Standardvariante spendierte Nintendo noch einen Specialmodus, wo euch kleine Schikanen wie Pfosten auf der Bahn oder sich bewegende Böden erwarten. Für 1 – 4 Spieler.


Nintendo Switch Sports Test Review Fussball

Fussball

Die letzte Sportart ist auch die Bekannteste. Entweder stellen wir uns im 1 zu 1 gegen die CPU oder holen uns noch 3 weitere Kicker aufs Feld für ein gepflegte 4 vs 4. Auch für Fussball werden 2 Joycons benötigt. Mit dem linken Analogstick lassen wir unseren Spieler flink übers Feld wieseln, während wir mit dem Rechten die Kamera positionieren. Eine kleine Staminaleiste lädt zum Spurten ein, die sich jeweils langsam wieder regeneriert. Dank der ausgeklügelten Steuerung lassen sich seitliche Schüsse, hohe oder tiefe Pässe und sogar ein kraftvoller Köpper ausführen. Auch die Seitenbanden können genutzt werden und versprechen ähnlich wie in Rocket League spektakuläre Torschüsse. Besitzer eines Ring Fit Beingurtes dürfen im Shoot Out-Modus ein kurzes Mini-Game absolvieren in dem ihr versucht, mithilfe eures echten Beines 5 Bälle ins Tor zu flanken. Für 1-4 Spieler.


Laut Nintendo wird im Laufe des Jahres kostenlos Golf als 7 Sportart nachgeschoben. Einzelspieler erwirtschaften im Online Global Modus Bonuspunkte, die wir in kosmetische Upgrades umtauschen. Wir wählen jeweils eines der täglich wechselnden Themensets aus und ein Zufallsgenerator überrascht uns mit einem zusätzliche Kleidungsstück. Als Option lassen sich bis zu 3 Sportarten gleichzeitig aktivieren, um die Suche nach online Spielepartner zu verkürzen. Wer sich nicht entscheiden kann, wählt das Random-Icon und lässt die CPU für euch die nächste Onlinerunde suchen. Lokal brennt die Sportbude mit bis zu 4 Spielern. Wer keine menschlichen Spieler zur Seite hat, wählt den Play with Friends-Modus. Mit einem Mitspieler aus der Freundesliste liefert ihr euch so direkt erbitterte Wettkämpfe übers Internet.



Fazit:

50% Sport, 50% Party, 100% Big N. Der japanische Videogameriese setzt auf Altbewährtes. Warum das Rad neu erfinden, wenn die alte Karre immer noch läuft? Switch Sports ist für mich eine zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist partytauglicher Spielspass im Multiplayer garantiert und die Steuerung kann jeder halbwegs geistig fokussierte Gamer im Nu erlernen, auf der anderen Seite macht es sich Nintendo mit dem neusten Sportableger aber viel zu einfach. Volleyball, Tennis und Badminton spielen sich so ähnlich, dass ich mich frage, ob bei Nintendo die linke Hand weiss was die rechte macht. Die simple Schwertfuchtelei Chambara ist ein dröges, langweiliges Block und Hau-Minigame, das nicht viel Geschicklichkeit erfordert. Meistens wehre ich den Gegenangriff ab und fuchtle danach wie ein Irrer mit dem Joycon rum, bis die Pappnase ins Wasser fällt. In 9 von 10 Fällen führt die anspruchslose Taktik zum Sieg. Am meisten Spass hatte ich mit Bowling und überraschenderweise Fussball (dass ich sonst meide, wie der Teufel das Weihwasser). Unglücklicherweise ist auch beim Bowling Einfachheit König. Warum muss ich mich mit Spins rumschlagen, wenn es reicht einen leicht versetzten Straight Shot anzuwenden, und ich so meistens einen Spare wenn nicht sogar einen Strike erziele? Im Global Modus war der 2. Platz mit seiner mickrigen Punktzahl meilenweit hinter mir. Am meisten Skills erfordert, dank der komplexesten Steuerung aller Sportarten, König Fussball. Mit dem witzigen Staminameter, der präzisen Steuerung und den Anleihen an Rocket League verbrachte ich am meisten Zeit bei dieser Sportart. Besonders im Team zu viert macht die wilde Kickerei einen Heidenspass. Es wird zwar vorgeschlagen Switch Sports auf dem Fernseher zu spielen, das Ganze läuft technisch aber auch wunderbar auf dem mobilen Screen.


Im Gesamtpaket ist Switch Sports eine kleine Enttäuschung. Zu rudimentär sind die Sportarten, der Umfang eine Frechheit, beim Bowling fehlt das Tutorial und ich vermisse schon seit Mario Golf die liebe zum Detail. Sicher wird sich die Neuauflage passabel verkaufen und ist für launige Multiplayerabende gut genug, aber ich habe eindeutig mehr erwartet. Hinzu kommt, dass wenn ich nicht über ein Online-Abo verfüge, der Global Modus gesperrt bleibt. Und auch hier trete ich dem mit gemischten Gefühlen entgegen: Geizige Gewinnausschüttung mit Billiglotteriemechaniken und Grinden für die Garderobe für kosmetischen Kram? Ohne mich!



Nintendo Sports gibt's nur für Nintendo Switch. Das Test-Muster stammt von Nintendo selbst, wofür wir uns herzlich bedanken!


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