The(G)net Review: Paper Mario The Origami King

Vier Jahre nach Paper Mario: Color Splash auf der Wii U kommt mit The Origami King zum ersten Mal ein Ableger der Serie auf die Switch. Was Nintendo da gebastelt hat und ob sich der Faltspass lohnt, lest ihr in unserem Review.



Mario und Luigi sind auf dem Weg zu Prinzessin Peach, die sie zum grössten Origami Festival der Welt eingeladen hat. Kaum angekommen merken sie, dass hier etwas nicht stimmt. Die Stadt ist völlig verlassen und nicht ein Bewohner ist zu sehen. Die Brüder beschliessen zum Schloss zu fahren, um Antworten zu finden und nach Prinzessin Peach zu sehen. Kaum haben sie einen ersten Schritt ins Schloss gemacht, fällt das Tor hinter ihnen zu und sperrt die Brüder ein. Während Luigi beschliesst einen Schlüssel zu suchen, macht sich Mario auf die Suche nach Peach. Es dauert auch nicht lange und er trifft sie im Thronsaal. Doch etwas stimmt mit ihr nicht. Sie sieht komisch aus und auch die Art wie sie spricht und Fragen stellt, ist alles andere als normal. Am Ende des Gesprächs verhaftet sie Mario sogar und lässt ihn in den Kerker werfen. Dort begegnet unserer Klempner der kleinen Origami Fee Olivia, die ihm hilft aus dem Gefängnis zu fliehen. Auf der Flucht werden sie erneut von Peach und ihrem Gefolge angegriffen...



...wir wechseln in den Battlemode, der uns in einem kleinen Tutorial in das rundenbasierte Kampfsystem einführt. In einer runden Arena stehen wir den Feinden gegenüber. Mario in der Mitte, vier Goombas aussen rum. Jeder Gegner ist mit einem Kreis markiert. In einer ersten Phase können wir nun die Kreise bewegen, um die Gegner in einer Linie aufzureihen. Danach wählen wir unsere Stiefel aus und hüpfen auf Knopfdruck auf jeden der Feinde. Teil zwei des Kampfes startet. Wieder stehen wir den vier Goombas gegenüber. Diesmal sind aber je zwei auf einem Kreis aufgestellt. Das erfordert ein anderes Vorgehen. Wir reihen die vier nahe beisammen auf und schlagen mit unserem Hammer einmal kräftig zu. Der Kampf ist vorüber und wir gehen als Sieger hervor.



Zurück auf der Schlossmauer taucht plötzlich eine weiterem, zentrale Figur auf, und zwar Olivias Bruder Olly. Dieser hat sich selbst zum Origami King ernannt und möchte das Mushroom Kingdom unterwerfen, indem er die Bewohner in gefügsame Origami-Figuren verwandelt. Olly beschwört fünf grosse Schleifen, die anfangen das Schloss zu umwickeln. In dem entstehenden Chaos gelingt es Mario zu entkommen. Während das Schloss von den Papierbändern getragen auf einen Berg entführt wird, stürzt Mario in den Papierwald. Von hier aus entfaltet sich das Abenteuer und Mario muss nun einen Weg finden Prinzessin Peach, seine Freunde und das gesamte Mushroom Kingdom vom Origami King zu befreien.



Die Spielewelt ist bezaubernd. Jedes noch so kleine Detail sieht aus, als wäre es aus Papier oder Pappe gebastelt. Kleine Alustreifen dienen als Spiegel, Bäume erschaffen aus Karton und wenn wir mit unserem Hammer auf ein paar Papierblumen hauen, erhalten wir Konfetti, mit welchem wir Löcher in der Papierwelt stopfen. Die Gebiete sind zwar alle linear, bieten jedoch genug Raum zum Erkunden und stecken voller kleiner Geheimnisse und Collectables.


Das Gameplay ist sehr einfach gehalten, funktioniert aber einwandfrei. Meist laufen und hüpfen wir mit Mario durch die Spielewelt, zerstören Boxen und Pflanzen mit dem Hammer und reparieren Löcher mit den erwähnten Papierschnipseln. Olivia steht uns immer zur Seite und gibt Hinweise, sollten wir uns einmal verlaufen oder nicht mehr weiterwissen. Ausserdem verleiht uns die kleine Fee in gewissen Situationen zusätzliche Fähigkeiten, wie zum Beispiel faltbare Arme. Mit diesen erreichen wir beispielsweise entfernte Gegenstände, reissen Dinge ab oder falten etwas auf, was ohne diese Arme nicht möglich wäre. Während die normalen Aktionen wie gewohnt mit dem Joycon ausgeführt werden, kommen bei den Spezialfähigkeiten die Motion Controls zum Einsatz. Letztere lassen sich auf Wunsch aber auch deaktivieren.



Eines der Highlights - neben dem liebevollen Design - ist der Humor von Origami King. Fast alle Gespräche sind mit Witzen und Albernheiten gespickt, die für viele Lacher sorgen. Ebenfalls wurde der Soundtrack sehr passend gewählt und kommt mit einer riesigen Bandbreite an Stilrichtungen und Ohrwürmern daher, passend zu jedem Gebiet und jeder Szene.



Einzig das Kampfsystem lässt zu wünschen übrig. Die rundenbasierten Battles sind vor allem am Anfang viel zu einfach und werden schnell repetitiv, zumal Nintendo es wiedermal versäumt hat, diese in typischer RPG Manier zu belohnen. Es fehlt an Tiefgang. So empfindet man die Kämpfe oft als störende Unannehmlichkeit, die man so schnell wie möglich hinter sich bringen möchte.



Fazit:

Wer sich auf das neuste Abenteuer unseres Klempners einlässt, den erwarten viele lustige, kurzweilige Stunden in einer wunderschönen Papierwelt. Paper Mario: The Origami King kommt als äusserst buntes Debüt mit vielen spritzigen Dialogen, liebevoller Grafik und haufenweise Humor auf die Switch. Mit der origamifizierten Welt des Mushroom Kingdoms ist den Entwicklern optisch ein Meisterwerk gelungen. Jede Pflanze, jedes Objekt und jeder Hintergrund wurden mit viel Liebe zum Detail in Papieroptik gestaltet. Absolut hinreissend! Auch die Musik passt zu jeder Szene und Umgebung. Warmherzige Momente, humorvolle Einlagen und charmante Charaktere runden das Spielerlebnis ab. Über das Kampfsystem lässt sich allerdings streiten. Es ist arg gewöhnungsbedürftig und vor allem am Anfang viel zu einfach, sodass die Kämpfe eher langweilig und mühsam sind, statt Spass zu machen. Erst sehr viel später wird der Schwierigkeitsgrad etwas hochgeschraubt und die Rätsel werden fordernder. Die Bosskämpfe heben sich glücklicherweise positiv davon ab. Abseits davon bereitet Paper Mario dank der liebevollen Präsentation und seinem Humor viel Freude. Wer jedoch auf ein zweites Paper Mario: The Thousand-Year Door gehofft hat wird erneut enttäuscht. Ein paar wenige, triviale RPG Elemente sind zwar auch beim Origami King vorhanden. Das kommt aber bei weitem nicht gegen das klassische RPG-Feeling und die Spieltiefe der Gamecube-Version an.




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