The(G)net Review: River City Saga: Journey to the West
- Armin Medic

- 8. Juni
- 4 Min. Lesezeit
Pünktlich zum 40. Geburtstag der River City-Serie präsentiert uns Arc System Works ein neues Abenteuer der prügelnden Quadratköpfe. Doch statt auf ein gradliniges Beat’em up zu setzen, wählte man einen Ausflug ins Roguelike-Genre. Pate stand diesmal Affenkönig Wukong und seine Kollegen, die im altertümlichen China für fliegende Fäuste und Chaos sorgen.
Als Blaupause für die neueste River City-Abfahrt nahm man sich Platzhirsch Hades zur Brust. Zwar hielt man sich streng an die optische 2D-Vorlage, das ganze Drumherum wurde aber beinahe ausnahmslos vom Genre König abgeguckt. Wir schlüpfen in das Affenkostüm von Sun Wukong, der mit seinem Wunderstab ganze Divisionen von chinesischen Schergen, Banditen und Wegelagerern aus dem Weg räumt.

Zu Beginn müssen wir uns mit zwei unterschiedlichen Schlagvarianten und dem zusätzlichen Charge Move zufriedengeben. Als Defensiv-Option nutzen wir einen wilden Dash, der uns dank seinen I-Frames vor fliegenden Plasmakugeln, Rammattacken und Fernangriffen wie Bomben und Pfeilen schützt. Oder wir beschwören per Knopfdruck ein paar Mini Wukongs die um uns kreisen und als Schutzschild dienen. Nachdem wir in der Hub, einem kleinen Camp mit einer Handvoll NPCs, die ersten Dialoge abgewatscht haben, bricht unser Primaten Adliger zur ersten Runde auf.

In einem 2- bis 3-Bildschirm grossen Areal verdreschen wir ein paar untrainierte Ganoven, bevor es in die nächste Stage geht. Nach jedem Sieg erhalten wir entweder zwei bis drei unterschiedliche Blessings von einem der vielen Götter, die uns aus drei verschiedenen Optionen eine auswählen lassen, wie z.B. erhöhter Schaden per Charge Schlag, Gesundheitsregeneration dank Backstab, zusätzlichem Dash, heftige Ultimate Attacke oder wir hinterlassen beim Ausweichen einen Blitzkreis, der die umliegenden Feinde per Elektroschock kurzzeitig paralysiert. Es kann auch passieren, dass Wukong neue Schlagvarianten zur Verfügung gestellt bekommt. Unser Favorit war ganz klar die Flatulenz-Attacke. Mit einem Gruss aus unserem Hintern motetten wir die gegnerische Partei mit einer übelriechenden Duftwolke ein. Köstlich!

Erhalten wir kein Upgrade, spendiert uns River City Saga unterschiedliche Währungen, die wir Ingame oder nach dem ersten Tod, für verbesserte Fähigkeiten verjubeln, die Wukongs Power permanent verstärken. Nach ein paar wilden Scharmützeln meldet sich zuerst ein Zwischenboss zum munteren Stelldichein. Am Levelende erwartet uns dann jeweils ein noch dickerer Kanzler, der nach einem kurzen Dialog Einspieler uns den Weg versperrt. Haben wir den Sack auf denselbigen gehauen, reisen wir zurück in unser Camp und kassieren unseren Bonus. Bei fahrenden Händlern wechseln wir kleinere Währungseinheiten in kaufkräftigere Devisen oder shoppen Extras wie zusätzliche Trials in den einzelnen Stages, einen Wiederauffrischungs-Altar oder bessere Item-Drops nach den Bosskämpfen.

Bestehen wir gewisse Challenges wie "Stecke in einem Stage keinen Schaden ein", "kaufe ein Item im Secret Shop" oder "besiege das erste Mal einen Boss", beschenkt uns die gute Seele Momozono mit weiteren Devisen. Damit wird der Altar im Camp gefüttert, der uns bei korrekter Summe die Gesundheit hochschraubt, unseren Dash verbessert oder die Potenz von Heilmitteln erhöht. Später schalten wir die Sorcery-Option frei, mit der wir uns per Knopfdruck in verschiedene Bosse (die wir aber zuerst erledigen müssen) verwandeln und deren Attacken nutzen dürfen. Zu guter Letzt werden wir mit unterschiedlichen Talismane beschenkt, die gegnerische Verletzungen minimieren, kritischen Schaden erhöhen oder uns für ein paar Sekunden Unverwundbarkeit verleihen.

Haben wir uns weit genug Richtung Finale geprügelt, erhalten wir zwei weitere wählbare Charaktere. Haudrauf Zhu Bajie ist zwar etwas langsamer unterwegs als Wukong, teilt aber kräftiger aus. Sha Wujing, das schwächste Mitglied, macht seine magere Physik mit wilden Range Attacken wieder wett. Wie bei jedem Roguelike verlieren wir nach einem Game Over unsere erspielten Fähigkeiten, werden wieder zurück zum Anfang degradiert und das Ganze geht von neuem los. Dem voreingestellten, hohen Schwierigkeitsgrad kann jedoch Paroli geboten werden. Via Assist reduzieren wir den gegnerischen Schaden und schrauben unseren um ein paar Prozente hoch. Damit sollte es auch der blutigste Anfänger nach ein paar Anläufen bis zum finalen Endgegner schaffen.
Ein kompletter Run dauert knapp eine Stunde. Überleben wir diesen, geht's schnurstracks zum zweiten Durchgang mit härteren Gegner n und neuen Boss Attacken.
Fazit:
Ich war nie ein grosser Fan der Klotzköpfe aus dem River City-Universum. Der neueste Teil der Quadratschädel macht aber gar nicht mal so eine schlechte Figur. Ob der Ausflug ins Roguelike die beste Idee für den 40. Geburtstag war, sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall machte mir die alternative Reise mit Wukong & Co. Spass. Das Gameplay kann als flott bezeichnet werden, die chaotischen Prügeleien sorgen für kurzweilige Unterhaltung und die unterschiedlichen Angriffsvarianten sorgen für genügend Abwechslung. Etwas weniger erfreut war ich von der angestaubten Grafik und der Vielfalt der Level Themen. Da hätten die Entwickler locker noch einen drauf setzen können. Schade finde ich auch, dass es nicht für einen zwei Spieler Modus gereicht hat. Das hätte den Wiederspielwert um einiges erhöht. Unterm Schlussstrich eine solide Sache aus dem Hause Arc Systems Works. Wer auf das Jubiläum die Korken mit River City's Version von Wukong knallen lassen möchte, ist mit schmalen 20.- Franken mit dabei.

River City Saga: Journey to the West ist als Download für Nintendo Switch, PlayStation 5 und PC erhältlich. Wir haben das Spiel auf der PS5 getestet. Unser Test-Muster stammt von Arc System Works, wofür wir uns herzlich bedanken.







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