The(G)net Review: Saints Row

Bei einigen wird die Saints Row-Reihe wohl bereits in Vergessenheit geraten sein. Mit dem schlichten Titel "Saints Row" erscheint nun das Reboot der verrückten Actionreihe. Auch diesmal stehen die Entwickler von Volition dahinter. Und auch diesmal wollen die Saints ein Gangster-Imperium errichten, dass seines gleichen sucht. Zum ersten Mal erfahren wir, wie die bekannte Gruppe entstanden ist. Was ich euch schon jetzt verraten kann: Es wird wieder abgefahren und laut.


Saints Row Test Review Testbericht Playstation 5 Xbox Series

Die Saints Row-Spiele sind bekannt dafür, dass sie mit jedem Teil zunehmend verrückter wurden. Man kämpfte gegen Ausserirdische und Dämonen, durfte Waffen wie die Dubstep-Gun oder einen Riesendildo benutzen und bekam sogar Superkräfte. Im Vergleich dazu beginnt die Geschichte nun mehr oder weniger "normal". Im Intro erleben wir kurz den Höhenpunkt des Saints-Imperiums, bevor die Story ein paar Monate zurück zum Anfang springt, wo alles begonnen hat. Wir dürfen zuerst einen eigenen Charakter designen. Bekanntlich gibt es einige Leute, die mehr Zeit in einem Charaktereditor verbringen, als im eigentlichen Spiel. Diese dürfen sich jetzt die Hände reiben oder haben im Voraus schon die BossFactory runtergeladen und ihre Spielfigur erstellt. Der Editor lässt kaum Wünsche offen.


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Unser neu erstellter Charakter, der einfach nur "Boss" heisst, wohnt mit seinen Freunden Kevin, Neenah und Eli in einer WG. Nach dem mehr oder weniger geglückten, ersten Arbeitstag sitzen sie zusammen und diskutieren, ob sie sich nun ein Waffeleisen leisten können oder nicht. Finanziell sieht es nämlich nicht so rosig aus, trotz des neuen Jobs bei "Marshal", einem privaten Söldnerunternehmen, mit einem lockeren Finger am Abzug. Bereits am zweiten Arbeitstag dürfen wir einen Konvoi verfolgen, aber um Himmels willen nicht angreifen. Die Mission endet zwar wieder in einem Inferno, aber bringt uns beruflich eine neue Chance (die wir ebenfalls verkacken). Da wir es uns nun mit den anderen, ehemals befreundeten Clans versaut haben, gründen wir einfach unser eigenes, kriminelles Kollektiv und nennen uns «The Saints».


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Von nun an gilt es, unser Imperium aufzubauen und ganz nach Oben zu kommen. Es gibt viel zu tun in Santo Ileso, welches sich im Südwesten der USA befindet. Leider ist die Welt nicht so lebhaft, wie wir es von andren Spielen dieser Art gewohnt sind. Aber wir sind schliesslich auch nicht in einer Grossstadt unterwegs. Sehenswürdigkeiten gibt es trotzdem immer Mal wieder zu entdecken und wenn wir die richtigen fotografieren, erfüllen wir auch gleich eine der vielen kleinen Suchaufgaben. Überhaupt lädt die Karte zum Abgrasen verschiedener Aktivitäten ein. So können wir zum Beispiel Drogenpakete einsammeln und zu Geld machen, oder uns vor Autos werfen, um Geld von der Versicherung zu kassieren.


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Weitere Aufträge finden wir auf unserem Smartphone. Gesuchte Personen müssen wir «verschwinden» lassen oder Autos klauen. Haupt- und Nebenmissionen verwalten wir alle über eine entsprechende App. Genauso verhält es sich auch mit der Anpassung unseres Charakters und den Spezialfähigkeiten. Wie es sich für ein richtiges Open World-Spiel gehört, können wir jedes Auto klauen oder uns per Helikopter in die Lüfte bewegen. Während der Fahrt auf das Dach klettern und auf das nächste Auto springen? Alles kein Problem bei Saints Row. Oft sind wir aber mit Laufen und Schiessen beschäftigt. Ein Deckungssystem gibt es nicht, dafür können wir uns per Hechtrolle vor dem Kugelhagel retten. Waffen und Waffenshops sind genug vorhanden und uns stehen verschiedene Fähigkeiten zur Verfügung, die wir nach und nach dank Erfahrungspunkten freischalten. Ausgewählt werden sie dann per Tastendruck. Ausserdem können wir bei aufgeladener Leiste einen coolen Takedown ausführen, vorausgesetzt die Gegner sind nicht gepanzert.


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Allzu taktische werden die Kämpfe nicht. Wir würden uns nicht "Boss" nennen, könnten wir nicht unsere Klamotten, Autos und Waffen verbessern. Dies bringt nicht immer Vorteile, aber es macht einfach Spass Geld zu verdienen und wieder auszugeben.


Weniger Spass macht die Grafik. Böse gesagt hat sich hier im Vergleich zum Vorgänger nur wenig getan. Es sieht alles maximal OK aus, aber eben nicht mehr. Dafür gibt es auch relativ wenig Bugs. Auch die Gesichtsanimationen sind eher zweckmässig als wirklich gut. Wenn man aber einen Freund in ein Online-KoOp Game einlädt und sich auf der Spielwelt austobt, hat man gar keine Zeit, sich um solche Dinge zu kümmern. Feuergefechte, Explosionen und herumfliegende Gegenstände bestimmen dann das Bild.



Fazit:

Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Saint Row ist nicht das nächste GTA. Dafür fehlt ihm einfach die Spieltiefe und die Technik. Wir haben hier einen grossen Spielplatz für jede Menge Action und Humor. Es fühlt sich an, als würde man einen Fast & Furious-Film nachspielen, einfach noch etwas abgedrehter. Wenn wir das erste Mal von der Polizei verfolgt werden und «Sound of da Police» von KRs-One erklingt, hat das einfach genau den Style, den ich von Saints Row erwarte. Man kann der Story folgen oder sich bei Nebenmissionen von Symbolen auf der Karte ablenken lassen. Viel hat sich zu den Vorgängern also nicht geändert. Worüber ich wirklich froh bin ist, dass die Entwickler bezüglich Crazyness einen Schritt zurück gemacht haben. Das Ganze fühlt sich nun wieder etwas bodenständiger an, ist dabei aber immer noch herrlich absurd. Grafisch hätte ich - zumindest auf der neuen Konsolengeneration - etwas mehr erwartet. Wer über dieses Manko hinwegsehen kann und es mal wieder richtig krachen lassen möchte, ist in Santo Ileso aber genau richtig.


Saints Row Review Score Test Testbericht Bewertung

Saints Row gibt es für PC, Xbox Series X|S, Xbox One, Playstation 4 und PS5. Wir haben die Playstation 5 Version getestet. Das Test-Muster stammt von Plaion, wofür wir uns herzlich bedanken!



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