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The(G)net Review: SILENT HILL: Townfall

vor 8 Stunden
4 Min. Lesezeit

Mit SILENT HILL: Townfall wagen sich die Macher von Stories Untold und Observation an eine der bekanntesten Horrorreihen überhaupt. Statt dabei einfach bekannte Elemente zu kopieren, setzt das Studio auf eine sehr eigene Mischung aus psychologischem Horror, filmischer Inszenierung und ungewöhnlichen Gameplay Ideen, die mich stellenweise an das hervorragende Alien: Isolation erinnerten. Das Ergebnis ist nicht immer rund, aber definitiv eines der interessantesten Silent Hill Spiele der letzten Jahre.


SILENT HILL: Townfall Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Das Jahr: 1996. Die Handlung führt uns auf die abgelegene Insel St. Amelia an der schottischen Ostküste. Simon Ordell wird von einer mysteriösen Eingabe hier her gerufen, um "die Dinge wieder ins Lot zu bringen". Ihn erwartet eine Stadt, die wie ausgestorben wirkt. Dichter Nebel liegt über den verlassenen Strassen, kein Mensch ist zu sehen und doch vermittelt der Ort vom ersten Moment an das beklemmende Gefühl, dass hier noch längst nicht alles zur Ruhe gekommen ist. Je tiefer Simon in die Geheimnisse von St. Amelia eindringt, desto mehr beginnt die Vergangenheit aufzubrechen. Verdrängte Erinnerungen, rätselhafte Ereignisse und seine persönliche Verbindung zu den Bewohnern der Insel setzen sich nach und nach zu einem düsteren Gesamtbild zusammen.


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Viel mehr sollte man über die Geschichte eigentlich gar nicht wissen, denn SILENT HILL: Townfall lebt stark davon, dass Zusammenhänge erst nach und nach sichtbar werden. Und genau das funktioniert ausgesprochen gut. Die Story wirft ständig neue Fragen auf, verschiebt Perspektiven und spielt bewusst mit dem, was wir zu wissen glauben. Immer wieder tauchen verstörende Bilder, medizinische Motive und bizarre Szenen am Rande des guten Geschmacks auf, die sich nicht sofort einordnen lassen. Gerade diese Mischung aus Symbolik, Körperhorror und unterschwelliger Bedrohung passt hervorragend zu Silent Hill.


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Eine der grössten Veränderungen ist die Ego Perspektive. Was zunächst nach einem deutlichen Bruch mit der Serie klingt, funktioniert erstaunlich gut. Dunkle Räume wirken bedrohlicher, das Durchsuchen von Schränken fühlt sich unmittelbarer an und Begegnungen mit Monstern bekommen deutlich mehr Intensität. Gerade beim Erkunden spielt die Perspektive ihre Stärken aus.


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Weniger überzeugend ist das Kampfsystem. Geblockt wird im richtigen Moment, danach schlagen wir mit improvisierten Waffen zurück. Viele davon nutzen sich ab und müssen regelmässig ersetzt werden. Das Kämpfen funktioniert zwar, fühlt sich aber selten wirklich befriedigend an. Erwartet hier um Gottes Willen nicht sowas wie Dying Light. Glücklicherweise zwingt uns Townfall aber nicht ständig zum Kämpfen. Viele Begegnungen lassen sich umgehen, was ohnehin wesentlich besser zum Spiel passt. Besonders gelungen ist der tragbare Mini-Fernseher, mit dem sich Gegner und Hinweise aufspüren lassen. Sobald das Gerät mit einem Rauschen auf etwas reagiert, das wir noch gar nicht sehen können, steigt die Nervosität sofort. Ein Blick auf den Screen, gefolgt von ein wenig Frequenz-Tuning und wir bekommen Hinweise auf Locations, zu den eingestreuten Rätseln oder sehen unsichtbare Gegner. Ein simples, aber äusserst effektives Gameplay Element.


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Bei den Rätseln wird es oft unnötig kryptisch. Einige Aufgaben sind hervorragend konstruiert und liefern genau dieses befriedigende Gefühl, wenn plötzlich alles Sinn ergibt. Andere Rätsel sind dagegen so schräg, dass man irgendwann gar nicht mehr nachdenkt, sondern gleich im Internet nach Lösungen sucht. Das Problem ist weniger der Schwierigkeitsgrad als die fehlende Kommunikation. Wer nur einen kleinen Hinweis übersieht oder einen unscheinbaren Durchgang nicht entdeckt, kann minutenlang völlig planlos durch die Gegend latschen.


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Die Karte hilft zwar und markiert wichtige Bereiche sinnvoll, doch auch sie kann nicht jedes Problem lösen. Ich verlange kein Händchenhalten, aber ein besseres Hinweissystem hätte dem Spielfluss hier klar gutgetan. Denn wenn Horror durch Orientierungslosigkeit ersetzt wird, leidet irgendwann auch die Atmosphäre.


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Am stärksten ist SILENT HILL: Townfall immer dann, wenn wir uns nicht wehren können (oder wollen). Die Stealth Abschnitte gehören ganz klar zu den Highlights. Wir schleichen an Kreaturen vorbei, verstecken uns, erzeugen Geräusche zur Ablenkung und hoffen permanent, nicht entdeckt zu werden. Einige dieser Passagen sind enorm intensiv und treiben den Puls deutlich höher als die klassischen Kämpfe. Alien: Isolation lässt grüssen!


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Besonders stark sind Situationen, in denen ein Monster direkt in der Nähe patrouilliert und wir genau wissen, dass ein einziger Fehler genügt. Weniger gelungen sind die verteilten Checkpoints. Wer kurz vor dem Ende eines längeren (Stealth-) Abschnitts erwischt wird, muss mitunter mehrere Minuten wiederholen. Das sorgt nicht selten für Frust.


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Technisch hinterlässt SILENT HILL: Townfall einen sehr guten Eindruck, vor allem mit seinen detaillierten Umgebungen, dichter Beleuchtung, starken Schatteneffekten und einer hervorragenden Darstellung von Nebel und Dunkelheit. Gerade die engen Innenräume und nächtlichen Strassen profitieren enorm von der atmosphärischen Inszenierung.


SILENT HILL: Townfall Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Auch beim Umfang übertreibt es Townfall nicht. Je nach Spielweise, Erkundungsdrang und Rätseltempo sollte man für den ersten Durchgang ungefähr 12 Stunden einplanen. Wer jeden Winkel von St. Amelia absucht und sich Zeit für Dokumente sowie versteckte Hinweise nimmt, kann auch etwas länger beschäftigt sein. Damit besitzt Townfall aus meiner Sicht eine angenehme Länge für ein Single Player Horrorabenteuer und zieht seine Geschichte nicht unnötig in die Länge.



Fazit:

SILENT HILL: Townfall geht bewusst eigene Wege und macht dabei vieles richtig. Die Ego Perspektive funktioniert überraschend gut, die audiovisuelle Inszenierung ist extrem stark und die Story bietet genügend Rätsel und Symbolik, um nach dem Abspann noch Stoff für Diskussionen zu liefern. Besonders die Stealth Passagen gehören zu den stärksten Momenten des Spiels und sorgen regelmässig für echte Anspannung, ganz wie das offensichtliche Vorbild Alien: Isolation. Ganz ohne Schwächen bleibt Townfall allerdings nicht. Das Kampfsystem ist eher Mittel zum Zweck, einige Rätsel sind unnötig kryptisch und gelegentlich verliert sich das Spiel in frustrierender Sucharbeit. Wer jedoch auf hervorragend inszenierten psychologischen Horror und bedrückende Atmosphäre steht, bekommt mit SILENT HILL: Townfall ein ausgesprochen interessantes Horrorabenteuer, das sich angenehm von anderen Teilen der Serie unterscheidet.


SILENT HILL: Townfall Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

SILENT HILL: Townfall ist für PC und PS5 erhältlich. Eine XBOX-Version folgt 2027. Wir haben das Spiel auf dem PC und der PS5 Pro getestet. Eines der beiden Test-Muster stammt von Konami, wofür wir uns herzlich bedanken!


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