The(G)net Review: Splatoon Raiders
- Armin Medic
- vor 2 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Weg von der chaotischen Multiplayer Kleckerei, hin zum Single Player Looter Shooter. Nintendo's jüngste IP rund um die spritzfreudige Tinten-Crew überrascht nach drei Online-Ablegern mit einem waschechten Solo-Abenteuer.

Wir sind als Heli-Pilot und Mechaniker mit der Deep Cut-Crew - bestehend aus Shiver, Frye und Big Man - unterwegs. Einem Zeitungsbericht zufolge soll nach einer Verschiebung der tektonischen Platten das Insel Archipel Spirhalite aufgetaucht sein. Hier verbergen sich anscheinend Dutzende wertvolle Schätze und verschollene Artefakte. Der geplante Heliflug nach Spirhalite verläuft aber anders als erhofft. Beim Hinflug gerät unsere Truppe in einen heftigen Sturm. Die Reise endet in einer Bruchlandung, alle Kommunikationswege zum Festland sind unterbrochen.

Aus Wrackteilen und Treibgut bastelt sich unsere Crew notdürftig eine schwimmende Basis, das Hideout Ship zusammen. Danach verpassen wir dem Hauptprotagonisten Mechanic ein paar kosmetische Eigenschaften. Im minimalistischen Charaktereditor entscheiden wir uns für die gewünschte Frisur plus Augen und Brauenfarbe. Danach wählen wir unseren Schwierigkeitsgrad zwischen Easy, Normal oder Hard aus und schon geht's nach ein paar kurzen Story Einspielern los mit der Solo-Tintenkleckserei.

Das Deep Cut Trio verspürt nicht wirkliche Lust auf Entdeckungsreise zu gehen und schickt uns deshalb als Schatzsucher zur nächstgelegenen Insel, wo wir in sogenannten Raids die Inselbewohner aufmischen. Ganz alleine auf uns gestellt sind wir aber trotzdem nicht. Als hilfreicher Sidekick begleitet uns der kugelige Allzweck-Roboter Bot Buddy. Mangels schwimmenden Transportmitteln wird das Reisen zum Eiland pragmatisch gelöst. Per Lastkran werden wir samt unserem Robo gepackt und mit einem heftigen Schwung zur Zielposition geschmissen. Einmal angekommen, unterstützt uns Bot Buddy mit mehreren Fähigkeiten. Sein integrierter Radar lokalisiert die umliegenden Lootsteinhaufen, die wertvolle Items versprechen. Zudem nutzen wir den Bot Hop, mit der wir Plattformen erreichen oder kleine Wasserwege überspringen.

Die jeweiligen Inseln sind jedoch nicht unbewohnt. Die ansässige Spezies, die Salmoniden, mögen keine Eindringlinge und verteidigen ihre Schätze bis aufs Blut. Da passt es, dass unser Held mit einem breitgefächerten Arsenal auftritt. Mit diversen Tintenwummen ballern wir die Inselbewohner ins Aus, droppen Offensiv Gadgets wie Turret oder Tinten Ballone und freuen uns, wenn Bot Buddy mit seinen Doppel Kanonen beherzt mit latentem Dauerfeuer autonom mitmischt. Wie man es bereits von den Multiplayer Vorgängern kennt, nutzen wir die versprühte Farbe unserer Waffen zur schnelleren Fortbewegung, indem wir uns per Knopfdruck in einen Octopus verwandeln und der Tintenspur entlanggleiten und sogar Wände empor schlittern.

Wird es uns sprichwörtlich zu bunt, aktivieren wir einen der drei unterschiedlichen Ultimate-Moves und nehmen ganze Gegner Trauben mit links auseinander. Haben wir ein Gebiet gesäubert, bort Bot Buddy auf Befehl die Loot Kristalle auf und wir schnappen uns Schatzkisten, Upgrade Materialien, neue Waffen und XP-Edelsteine. Sobald wir den finalen Kristall gecrackt haben, geht's automatisch zurück zur Basis. Die Deep Cut Crew sass in der Zwischenzeit nicht nur auf der faulen Haut. Mit unseren ergatterten Items pimpen wir bei unseren Freunden unseren Charakter hoch mit Dingen wie z.B. erhöhten Schaden, zusätzliche HPs oder verstärkte Perks. Wir verscherbeln überschüssige Waffen und verstärken damit unsere Hauptwummen.

Apropos Wummen. Während unseres Loot-Raids bekommen wir immer wieder neue Flinten zugeschanzt. Von normalen Knarren, über Gewehre bis zu tintenlastigen Pump Actions wie auch Nahkampf Geräte wie Katanas, Regenschirme oder Riesenpinsel. In den Raids begegnen wir auch alle paar Abschnitte einem Levelboss. Hier säubern wir unter Zeitdruck ein paar Sublevels, bevor es zum grossen Endkampf kommt. Haben wir den dicken Burschen zur Strecke gebracht, kassieren wir besonders wertvolle Gegenstände.

Im Verlauf der Story erweitern wir unsere Basis, wo wir unter anderem auch einen Arcade Automaten freischalten. Hier können wir uns in bis zu vier verschiedenen 2D-Minispielen die Zeit vertreiben oder im Trainingshof unsere Waffen testen. Gelegentlich sammeln wir einen Kompass ein. Auf der Worldmap machen wir uns auf die Suche nach versteckten Challenge-Levels, wobei wir den Kompass im Auge behalten, um die speziellen Abschnitte zu lokalisieren. Diese Levels werden ohne Wumme bestritten und wir müssen mit dem vorgegebenen Gadget einen kleinen Parcour absolvieren, an dessen Ende ein Skillpoint als Belohnung auf uns wartet.

Ganz ohne Multiplayer kommt aber auch Splatoon Raiders nicht aus. Sollten wir bei einem Raid nicht mehr weiterkommen, ist stundenlanges Grinden nicht nötig. Wir holen uns per Knopfdruck einfach Online zwei Spieler hinzu und bewältigen das Level als Trio. Besonders bei den herausfordernden Bossfights ist man für jede Hilfe dankbar. Umgekehrt können wir anderen Spielern unsere Dienste anbieten, falls diese Unterstützung benötigen. Zudem dürfen wir Lokal oder online drei weitere Freunde einladen und zusammen zur Salmoniden Jagd antreten.
Fazit:
Keine anderer First Party Entwickler liefert 2026 solider ab als Nintendo. Nach Yoshi's neuestem Abenteuer und dem Star Fox Remake kann auch das Soloabenteuer der Splatoon Gemeinde mehr als überzeugen. Funlastiges Gunplay gepaart mit tadelloser Technik und einem dicken Haufen an abwechslungsreichen Raids sorgen für stundenlange Motivation, um auch dem letzten Salmoniden die Tinte aus dem Körper zu blasen. Mir gefällt das ballerlastige Looten noch mehr als die drei Multiplayer Vorgänger. Die Raids machen einfach Spass und die eingestreuten Herausforderungen sorgen für gute Laune. Ein grosses Lob geht an den Mitarbeiter, der die Idee mit der Raid-Hilfe verwirklichte. So muss ich mir nicht ständig an einem harten Raid oder Endkampf die Zähne ausbeissen, denn im Trio legt man die dicken Brocken wesentlich effizienter. Kritik gibt es eigentlich nur bei der reduzierten Sicht, wenn man von zu vielen Gegnern gleichzeitig attackiert wird und der Bildschirm sich mit Tinte voll sabbert. Da hätte ich mir eine etwas elegantere Lösung gewünscht. Denn das unübersichtliche Chaos kostet meistens eines unserer Bildschirm-Leben. Ansonsten gibt es weder über die Performance noch über den Inhalt etwas zu meckern. Splatoon Raiders kann ich jedem Switch 2 Besitzer, egal welchen Alters, uneingeschränkt empfehlen.

Splatoon Raiders ist exklusiv für Nintendo Switch 2 erschienen. Unser Test-Muster stammt von Nintendo, wofür wir uns herzlich bedanken!



