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The(G)net Review: SPRAWL Zero

vor 1 Stunde
3 Min. Lesezeit

Es gab mal eine Zeit, da brauchte ein Egoshooter nicht mehr als eine dicke Wumme, ein paar verwinkelte Levels und genügend Gegner, die zwischen uns und dem Exit standen. Keine riesigen Skilltrees, Crafting, Open Worlds, täglichen Herausforderungen und schon gar keinen Battle Pass. Spiele wie Doom, Quake oder Half-Life. Genau in diese Kerbe schlägt SPRAWL zero.


SPRAWL zero Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

SPRAWL zero dient als Vorgeschichte zum 2023 veröffentlichten Egoshooter SPRAWL. Während dort SEVEN im Mittelpunkt steht, übernimmt man diesmal die Rolle von FIVE, einem kybernetisch verbesserten Soldaten, der zwischen der Junta und der Organisation IMAGO DEI in einen immer grösser werdenden Konflikt gerät. Kenntnisse des Vorgängers braucht man dabei nicht. Die Geschichte funktioniert eigenständig und wirft nicht ständig mit Anspielungen um sich, die nur Serienkenner verstehen. Gleichzeitig liefert das Spiel genügend Hinweise auf die späteren Ereignisse, um neugierig auf das erste SPRAWL zu machen.


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Interessant ist auch die unterschiedliche Ausrichtung der beiden Titel. Während sich SPRAWL stärker an Shootern der 90er Jahre orientierte, blickt zero vor allem auf die frühen 2000er und damit auf Spiele wie F.E.A.R., Halo oder Half-Life 2. Das merkt man besonders an der Physik und den Kämpfen. Letztere sind schnell, brutal und herrlich hektisch. Gegner bewegen sich aggressiv, flankieren, werfen Granaten und sorgen dafür, dass man niemals lange an derselben Stelle stehen bleiben sollte.


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Das Herzstück sind dabei die Gravity Gloves. Mit diesen Handschuhen lassen sich Gegenstände und Waffen manipulieren, während die Bullet Time für einige Sekunden das Geschehen verlangsamt. Besonders cool: Selbst gegnerische Geschosse können abgefangen und direkt zurückgeschleudert werden. Diese Mechanik fügt sich hervorragend in das schnelle Kampfsystem ein und sorgt regelmässig für herrlich improvisierte Situationen.


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Auch das Waffenprinzip gefällt. Statt sich früh für einen Favoriten zu entscheiden und diesen anschliessend stundenlang aufzurüsten, verwendet man einfach das, was gerade herumliegt. Gewehr leer? Weg damit. Schrotflinte greifen, Magazin leeren und danach schauen, was der letzte Gegner für eine Knarre fallengelassen hat. Es gibt Dutzende Knarren, und ein Gefecht beginnt vielleicht mit einem Sturmgewehr, endet aber wenige Sekunden später damit, dass man einem Gegner irgendeinen Gegenstand quer durch den Raum ins Gesicht schleudert.


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Je länger ich gespielt habe, desto stärker wurde die Erinnerung an klassische Egoshooter. Damals verbrachte man nicht ständig Zeit in Menüs. Man betrat einen Raum, sah die Gegner und musste irgendwie überleben. Genau dieses Gefühl trifft SPRAWL zero erstaunlich gut. Das Spiel bombardiert einen nicht permanent mit Nebensystemen oder irgendwelchen Aufgabenlisten. Der eigentliche Star ist das Schiessen und glücklicherweise funktioniert genau das hervorragend.


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Die Cyberpunk Welt mit ihrem "AKIRA-Soundtrack" liefert dafür den notwendigen Rahmen. FIVE steht zunächst unter Kontrolle der Junta und wird auf SILAS angesetzt, bevor sich die Geschichte immer stärker um IMAGO DEI dreht. Die Handlung bleibt dabei angenehm im Hintergrund. Es gibt genügend Informationen, um der Story folgen zu können, ohne dass das Spiel nach jedem Gefecht fünf Minuten lang die Cutscene-Bremse zieht. Gut, Grafik-Fetischisten holt das Spiel sicherlich nicht ab, aber Optik ist eben nicht alles. Ich würde die Grafik als zweckmässig bezeichnen.


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Ganz ohne Alterserscheinungen kommt SPRAWL zero allerdings nicht davon. Vor allem einige Levels fühlen sich länger an, als sie sein müssten. Nicht unbedingt, weil sie besonders gross wären, sondern weil teilweise ein klares Gefühl dafür fehlt, wo man eigentlich hin muss. Wer klassische Shooter kennt, dürfte dieses Phänomen bestens kennen: Man räumt einen Raum leer, hört irgendwo eine Tür aufgehen und verbringt anschliessend einige Minuten damit herauszufinden, welche Tür das eigentlich war. SPRAWL zero wird zwar selten wirklich unübersichtlich, doch einige Abschnitte ziehen sich unnötig und schicken einen etwas häufiger zurück durch bekannte Gebiete, als es nötig wäre.


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Für die gesamte Kampagne benötigt ihr ungefähr 6-7 Stunden. Die Länge selbst passte mir hervorragend. Viel länger hätte das Spiel nicht sein müssen. Wer nach dem Abspann immer noch nicht genug hat, darf aber gern ein New Game+ starten.



Fazit:

SPRAWL zero erinnert daran, warum klassische Shooter wie DOOM, Half-Life oder QUAKE bis heute so viel Spass machen. Es braucht nicht immer riesige Skilltrees, Crafting Systeme oder ein Dutzend Nebenmechaniken. Manchmal reichen ein paar fette Wummen, aggressive Gegner und gut designte, lineare Levels. Vor allem die Gravity Gloves und die Möglichkeit, Waffen ständig wechseln und improvisieren zu müssen, geben den Gefechten in SPRAWL zero ihren eigenen Charakter. Nicht alles funktioniert perfekt. Die Optik ist altbacken. Einige Levels ziehen sich unnötig in die Länge (inkl. Backtracking) und gelegentlich hätte ich mir eine bessere Orientierung gewünscht. Dem Spielspass hat das allerdings nur wenig geschadet. Ein echter FPS Geheimtipp zu einem äusserst fairen Preis!


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SPRAWL zero ist als Download für PC, PS5, XBOX Series X|S und Switch 2 erschienen. Wir haben das Spiel auf dem PC getestet. Unser Test-Muster stammt von Kwalee, wofür wir uns herzlich bedanken!


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