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The(G)net Review: The Inquisitor

Inquisitor ist wahrscheinlich nicht ein Beruf, den man sich als Kind zuerst vorstellt. Trotzdem muss jemand diesen Job erledigen. Anders als in der bekannten Geschichte aus der Bibel hat sich Jesus im ersten Spiel von The Dust von seinem Kreuz befreit und führt nun einen blutigen Rachefeldzug gegen alle Ungläubigen. Und wir sind mitten drin! 


The Inquisitor Game Test Review Testbericht PlayStation Xbox PC Kalypso

Selbst im 16. Jahrhundert gibt es noch immer zu viele Ketzer, die ausfindig gemacht und bestraft werden müssen. Diese undankbare Aufgabe übernehmen wir im gleichnamigen Spiel als Inquisitor Mordimer Madderdin. In Königstein geht der Teufel um, respektive ein Vampir, und Mordimer wird mit der Aufgabe betreut, in dem kleinen Städtchen der Sache auf den Grund zu gehen. Von einem Blutsauger will dort aber niemand etwas wissen. Trotzdem scheint nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen. Dies erfahren wir bereits in den ersten Gesprächen, die wir mit den Bewohnern auf dem Markplatz führen.


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Dabei hat die Auswahl unserer Entscheidungen auch Einfluss auf unseren Charakter und das Verhalten anderer Personen. Alle Infos und Hinweise werden in einem Journal eingetragen. Wir lernen ausserdem, wie die Quicktime Events und die Kampfsteuerung mit dem Schwert funktioniert. Auch Rätsel gibt es zu lösen. Zwar sind die nicht besonders schwer, dafür aber kreativ. So gilt es gleich zu Beginn eine wortwörtliche Nadel im Heuhaufen zu finden und wir haben die Auswahl zwischen vier möglichen Gegenständen, die uns zu diesem Ziel führen.


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Königstein ist in mehrere Stadtviertel unterteilt. Sollten wir uns trotz der Wegweiser verlaufen, können wir durch kurzes Beten das nächste Ziel, eine Person oder sogar Sammelobjekte ausfindig machen. Dies verbraucht zwar Energie, diese kann aber an den vielen Schreinen wieder aufgeladen werden.


Durch Visionen, welche wir offensichtlich direkt von Jesus persönlich geschickt bekommen, werden wir auf einen neuen Fall aufmerksam gemacht. Wie in den Assassin's Creed-Spielen ist es auch möglich, auf einer Bank Platz zu nehmen und Personen in der Umgebung zu belauschen. Natürlich gehört auch das Untersuchen von Tatorten zu unserer heiligen Aufgabe.


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Haben wir genug Hinweise gesammelt halten wir inne und wechseln, nicht in die Unterwelt, sondern in die "Unwelt", eine Art Parallel Dimension. Diese wird von einem fliegenden Monster und seiner Brut kontrolliert. Somit kommen auch kurze Stealth-Passagen zum Einsatz, welche das Gameplay erweitern. Hier müssen wir eine bestimmte Anzahl an Splittern finden, welche uns schlussendlich zur Wahrheit und damit der Lösung des aktuellen Falls führen.


Ob und wie die Bestrafung am Ende ausfällt, entscheiden wir als Inquisitor natürlich selbst. Und auch das hat entsprechende Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Geschichte und deren Ende. Die Vorfälle, die sich ereignen, fügen sich immer mehr zu einem grossen Ganzen zusammen und bald merkt man, dass der zu Beginn erwähnte Vampir noch das kleinere Übel ist, mit dem Königstein und seine Bewohner zu kämpfen haben.


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Die Präsentation von The Inquisitor gefällt mir. Alles ist rau und düster, so wie man sich das Mittelalter vorstellt. Viele kleine Details, wie etwa die Gegenstände bei den Marktständen, auffliegende Vögel oder Blätter die vom Himmel fallen, machen die Welt realistisch, untermalt von dem passenden Soundtrack. Von "realistisch" kann bei der Grafik allerdings nicht die Rede sein. Vor allem die Gesichter der Figuren gleichen eher einem Gruselkabinett. Allen voran der Hauptcharakter, der kaum eine Mine verzieht und von Anfang bis Ende einfach extrem schlecht gelaunt scheint. Kein Wunder bei diesem anstrengenden Job. 



Fazit:

The Inquisitor hat mich positiv überrascht. Immerhin handelt es sich hier um das Erstlingswerk eines kleinen Entwickler Teams. Wer sich auf die Ketzerjagt einlässt, bekommt eine ca. 10 Stunden lange Geschichte, die bis zum Ende spannend erzählt wird und klar das Highlight darstellt. Das Ganze in einer stimmigen, düsteren Welt, die auch gesellschaftliche Problem schonungslos aufgreift. Klar, beim Charakterdesign und speziell der Mimik hätte man sich mehr Mühe geben können, denn die Gesichtsanimationen regen eher zum Schmunzeln an. Anstelle des immer gleichen Schnickschnacks, den man zurzeit von grossen Triple-A Entwicklern kennt, werden hier bekannte Spielelemente auch wirklich konsequent umgesetzt und sinnvoll mit der Story verknüpft. Das hat Lob verdient. Wer sich also die Zeit bis zum nächsten Osterfest mit einem gelungenen Indie-Spiel vertreiben will, hat mit diesem kurzweiligen Action-Adventure die Möglichkeit dazu.


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The Inquisitor ist zum Zeitpunkt dieses Testberichts nur digital für PlayStation 5, Xbox Series X|S und den PC erhältlich. Wir haben das Spiel auf der PS5 getestet. Das Test-Muster stammt von Kalypso Media, wofür wir uns herzlich bedanken.

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