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- The(G)net Review: Assassin's Creed - The Ezio Collection
2016 war das Jahr der Portierungen. Egal ob Bioshock, Skyrim, Uncharted oder die Arkham-Reihe, alle sind auf der aktuellen Konsolengeneration wieder aufgetaucht. Nun ist auch die Ezio-Collection erschienen und wie der Name bereits verrät, sind darin die Teile Assassin‘s Creed 2, Brotherhhood und Revelations enthalten. Als Fan der Reihe konnte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen und habe mich noch einmal in die Abenteuer von Ezio Auditore da Firenze gestürzt. Viele Spieler teilen sich die Meinung, dass die drei Spiele um den italienischen Assassinen die besten im ganzen AC-Universum sind. Mit der Ezio-Collection hat der Spieler nun erneut die Möglichkeit, die komplette Geschichte von Ezio zu erleben. Natürlich sind auch alle bis dato erhältlichen DLCs enthalten. Abgerundet wird das Abenteuer durch zwei Kurzfilme. Zum einen Assassin’s Creed Lineage, der von Ezios Vater handelt und mit richtigen Schauspielern gedreht wurde. Und zum Anderen Assassin’s Creed Embers, ein Animationsfilm, der die Geschichte vom gealterten Ezio erzählt. Nett gemacht: Die verschiedenen Inhalte sind auf einer Timeline in der entsprechenden Reihenfolge im Hauptmenu aufgelistet. Auf den Multiplayermodus wurde zwar verzichtet, aber den wird wohl auch kaum jemand vermissen. Bei Assassin‘s Creed geht es um die Story und das geschickte Ausschalten von KI-Gegnern. Für alle, die noch nie etwas von Assassin‘s Creed gehört haben (auch wenn wir das kaum glauben), hier die Kurzfassung: Es geht um den ewigen Kampf zwischen den Templern und den Assassinen. Beide suchen ein uraltes Artefakt, den Edenapfel. Und dann gibt es noch Desmond Miles, ein Nachfahre der Assassinen, der von seinem Schicksal zunächst noch nichts weiss. Im ersten Teil der Serie wird er von der Templer-Organisation Abstergo entführt, die mit den Informationen in seiner DNA den Edenapfel finden wollen. Dafür muss Desmond mit dem sogenannten Animus, die Vergangenheit des Assassinen Altaïr nacherleben. Assassin‘s Creed 2 Im ersten Teil der Ezio-Trilogie wendet sich das Blatt. Desmond wird von den Assassinen befreit, um ebenfalls das Artefakt für sie zu finden. Diesmal aber als namensgebender Assassine Ezio, der im 15. Jahrhundert lebte. Das Spiel beginnt in seinen Jugendjahren. Während man ein paar einfache Aufgaben erfüllt, lernt mal die die typische Steuerung von AC kennen, welche sich übrigens in den darauf folgenden Teilen kaum geändert hat. Als der Vater und die Brüder von Ezio verraten und getötet werden, überschlagen sich die Ereignisse. So wird Ezio zum Assassinen und man lernt, wie man seine Waffen benutzt, lautlos tötet und in der Menschenmenge unerkannt bleibt. Mit der Zeit kommen neue Fähigkeiten dazu und Leonardo da Vinci, den man sehr früh in der Story kennenlernt, fertigt neue Hilfsmittel für den Kampf gegen die Templer an. So können wir mit der Zeit sogar kurze Distanzen mit einem Fluggleiter zurücklegen. Am wichtigsten sind aber die versteckten Klingen, mit denen wir Gegner wortwörtlich im Vorbeigehen töten. Im späteren Spielverlauf besuchen wir weitere Städte, wie zum Beispiel Venedig, das wir auch frei erkunden dürfen. Assassin‘s Creed: Brotherhood Dort wo der Vorgänger endete, geht es in Brotherhood weiter. Auch diesmal ist es mit der guten Stimmung schnell vorbei, als Ezios Dorf angegriffen und zerstört wird. Einmal mehr muss er seine Familie in Sicherheit bringen. Dieser Teil spielt in Rom, die Stadt sieht trotz des Alters des Originals toll aus. Das liegt auch an der Architektur der Gebäude und am gesamten Umgebungs-Design. Die Strassen Roms sind nun belebter und die breite Geräusch- und Soundkulisse tragen zur tollen Atmosphäre bei. Neben den bekannten Fähigkeiten aus dem Vorgänger, gibt es in Brotherhood nun verbündete Assassine, die einem im Kampf unterstützen. Ebenfalls neu: Ezio kann per einfachem Craftingsystem Gegenstände wie Gift oder Bomben herstellen, eine weitere taktische Komponente, um an sein Opfer heran zu kommen. Assassin‘s Creed: Revelation Ohne grosse Umschweife geht es direkt mit einem cineastischen Intro-Video in den letzten Teil der Trilogie. Ezio gelingt die Flucht von den Templern und so macht er sich nun auf nach Konstantinopel. Dort gilt es mehre Schlüssel zu finden. Während dem ersten Rundgang in der grossen Stadt bemerkt man sofort, dass sich die Grafik noch einmal verbessert hat. Die Rundumsicht von der Spitze eines Minaretts ist erstaunlich. Die Strassen sind nun noch belebter und farbiger. Ein weiterer Punkt der verbessert wurde ist die Steuerung. Die versteckten Klingen sind nun Hackenklingen. Damit können wir höher gelegene Vorsprünge erreichen und uns sogar an Seilen über grössere Distanzen gleiten. Überhaupt wurde die Fortbewegung geschmeidiger und lässt sich nun eher als „free running“ bezeichnen. Die Story wird auch diesmal spannend erzählt und es gibt immer wieder Verweise zu Ataïr, dem Assassinen aus dem aller ersten Teil. Fazit: Wie bei jeder Portierung oder Remake stellt sich die Frage ob es sich nun lohnt, den Titel unter Umständen erneut zu kaufen. Man darf nicht vergessen, dass Assassin‘s Creed 2 schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Zwar gibt es nun eine höhere Auflösung und die Grafik wurde grundsätzlich etwas aufgemotzt, aber in den Gesichtern der Charaktere ist das Alter des Spiels immer noch zu erkennen. Wer die aktuelleren Teile der Serie bereits gespielt hat, muss sich wahrscheinlich wieder an die etwas hakelige Steuerung der Vorgänger gewöhnen. Vor allem in schnellen Parcours-Missionen oder bei Kletter-Rätseln ist es ärgerlich, wenn die Steuerung nicht genau das macht, was man will. Nichts desto trotz handelt es sich um eine Perle der Videospielgeschichte. Ubisoft schaffte es abwechslungsreiche Missionen und spannende Charaktere mit einer interessanten Story zu verknüpfen. Die Geschichte um Desmond ist zwar manchmal sehr komplex und überladen, aber sobald man wieder Ezio steuert, weiss man genau, wer man ist und was man will.
- The(G)net Review: Dragon Quest 7: Fragmente der Vergangenheit
Vor ca. dreieinhalb Jahren erschien in Japan das 3DS – Remake von Dragon Quest VII, welches nun aufgrund der vielen Rückmeldung von Fans der Serie an Square Enix im September auch bei uns erscheint. Werden nun aber die Fans des im Jahre 2000 erstmal erschienen RPG Titels zufrieden mit dem Remake sein? Wird die neue Technik dem Spiel zu einer neuen Phase des „Glanzes“ verhelfen? Bei Dragon Quest VII handelt es sich für einen Anfänger wie mich um ein relativ gross- und kompliziert wirkendes Game, das gebe ich zu. Um die Story zu verstehen muss man sich erst einmal die Ausgangslage ansehen. Wir beginnen mit unserem in grün gekleideten Protagonisten auf einer kleinen Insel namens Estard und erkunden diese zuerst einmal. Gemeinsam mit einem Freund finden wir nun Portale, welche uns eine Möglichkeit bieten, in die Vergangenheit zu reisen. Dort angekommen gilt es eine Welt aus mehreren Kontinenten zu erkunden und in typischer RPG – Manier den jeweiligen Bewohner zu helfen, wo wir nur können. Doch ich will nicht zu viel verraten. Viele gute Änderungen wurden im Gegensatz zur Urversion hinzugefügt. So sieht man nun beispielsweise bereits auf der Karte, wo sich die ganzen Biester befinden, die man bekämpfen kann. Das gibt dem Spieler die Gelegenheit, auch mal einem Gegner auszuweichen. Jedoch stellt das „Monster bekämpfen“ einen grundlegenden Part dar, da man für spätere Bosskämpfe um jeden vorher ergatterten Level dankbar ist. Das Kampfsystem ist wie eh und je; die Kämpfe machen Spass. Wie es sich für ein Remake gehört, wurde die Grafik gänzlich aufpoliert und erstrahlt nun in opulenter 3D-Optik. Der alte Soundtrack wurde neu durch eine orchestrale Klangkulisse ersetzt. Zudem finden sich im Spiel auch diverse Bonus Dungeons, die sich einfach per Street- und Spotpass freischalten lassen. Zusätzlich verspricht der Entwickler ein episches Abenteuer von sagenhaften 100 Stunden. Und dabei wurden die diversen Sidequest noch nicht einberechnet. Als kompletter Neuling der Dragon Quest Reihe kam ich endlich auch in den Genuss jener. Zuvor habe ich mir lediglich Videos der Originalfassung angeschaut. So habe ich schnell verstanden, warum die Fans so sehnsüchtig auf die Europaversion des Remakes warten. Man kommt auch als Neuling schnell mit der Steuerung klar. Wie früher typisch, finde ich mich jedoch zu Beginn ohne Questmarker nicht so wirklich zurecht. Das Erkunden macht jedoch Spass und auch die Dialoge sind spitze. Nach nur kurzer Zeit bin ich schon völlig in die Welt eingetaucht und renne von Quest zu Quest. Fazit: Das Remake von "Dragon Quest VII Fragmente der Vergangenheit" ist die Neuauflage eines Klassikers aus dem Jahre 2000 und kann diesem in allen Belangen gerecht werden. Die total überholte Grafik so wie die neue Klangkulisse lassen den Spieler in eine wundervolle und grosse Welt eintauchen. Neulinge und auch Profis der Reihe sollten sich mit dem Kampfsystem der neuen Generation sehr schnell zurechtfinden. Ist man sich aktuellere RPGs gewohnt, wird ein "an die Hand nehmen" bei Quests erstmal vermisst, das fehlt hier gänzlich. Alles in allem ist das Remake auf jeden Fall geglückt. Square Enix hat aus mir mit dieser Neuauflage einen neuen Fan der Reihe gemacht.
- The(G)net Review: God Eater 2: Rage Burst
Mitte August wurde bekannt gegeben, dass sich Final Fantasy 15 um zwei Monate verschieben wird, sehr zum Leid aller JRPG-Fans. Umso besser, dass nun die Monsterklopperei God Eater 2: Rage Burst für die PS4 erschienen ist. Der Vorgänger God Eater: Burst liegt bereits drei Jahre zurück. Ein ähnliches Spiel wie Monster Hunter aber auf einer Sony Konsole? Ob dieser Zeitvertreib genauso viel Spass macht, lest Ihr hier. Eingeleitet wird das Abenteuer durch ein kurzes Video, welches einem sofort in die passende Animestimmung bringt. Dann noch kurz einen Charakter erstellt und mit passendem Aussehen und Stimme ausgestattet. Wir sind bereit! Die Story ist schnell erzählt: Wieder einmal müssen wir die Welt vor bösen Monstern retten: die Arigami. Unser neu erstellter Held tritt der Blood-Kompanie bei, welche klassischerweise hauptsächlich aus Jugendlichen beseht. Jeder von ihnen hat die Fähigkeit, bestimmte Waffen zu nutzen, die sogenannten God-Arcs. Eigentlich ist es aber nur eine einzige Waffe, die jedoch ihre Form verändern kann. So verwandelt sich die riesige Wumme per Knopfdruck in eine nicht minder grosse Schlagwaffe, mit der wir die Feinde direkt attackieren können. Bevor es aber zum Kampf kommt, klicken wir uns zuerst durch unzählige Dialogfenster. So lernen wir die weiteren Teammitglieder kennen und nach ein paar Tutorialmissionen sollte auch klar sein, wie gespielt wird. Sollte ist der passende Begriff, denn obwohl ich wirklich alles aufmerksam mitgelesen habe, war ich leicht überfordert mit allen Informationen. Es gibt verschiedene Attribute, Waffen und Gegenstände die gefunden werden können. Zusätzlich können wir auch selber nützliche Gegenstände erstellen, wenn wir die nötigen Materialien besitzen. Etwas verunsichert wagte ich mich in die erste richtige Mission. So stürzte ich mich mit meiner Vierergruppe auf das erste Monster, das nach nur ein paar Sekunden erledigt war. Die restliche Zeit, bis ich wieder zur Basis zurückgeholt wurde, nutzte ich um das karge Schlachtfeld zu erkunden. Ab und zu blitzte ein sammelbares Objekt auf, ansonsten befand ich mich aber in einem eher leeren Areal. Natürlich, es ist nur eine Portierung von einem dreijährigen (PS Vita-) Spiel, aber hier wäre grafisch sicherlich mehr drin gewesen. Am besten haben mir dann doch die Monster gefallen. Nach der ersten Mission, die ich mit Bravur gemeistert habe, stellte ich mich gleich der nächsten Herausforderung. Ich erzielte ein Sieg nach dem anderen, ohne dass ich in der Zwischenzeit etwas an meiner Ausrüstung geändert hätte. Mit der Zeit stieg zwar die Anzahl und Grösse der Monster, doch auch in den „schweren“ Missionen hatte ich kaum Mühe das Schlachtfeld von den Viechern zu säubern. Um das Verbessern meiner Teamkameraden musste ich mir auch keine Sorgen machen. Auch ohne meine Hilfe kamen sie ganz gut zurecht. Es besteht die Möglichkeit, auch im Co-Op-Modus mit Freunden zu spielen, aber dadurch wird das Spiel wohl nicht anspruchsvoller. Trotz der vielen Missionen und dem zusätzlichen ersten Teil, welcher dem Spiel als Download-Code beiliegt, kommt ziemlich schnell Langweile auf, da man im Prinzip immer und immer wieder dasselbe macht. Fazit: Was soll ich sagen? Obwohl das Spiel zu Beginn sehr komplex schien, wurde daraus doch eine eintönige Monsterklopperei in ebenso eintönigen Landschaften. Dabei wäre mit den verschiedenen Angriffsmöglichkeiten und den anderen Charakteren, welche den Spieler begleiten, mehr möglich gewesen. Ich hoffte, dass ich für jeden Gegner, die passende Taktik finden muss, um den Sieg davon zu tragen. Dies hätte sogar über die eher flache Story und das langweilige Leveldesign hinweg getröstet. Sicher kann man immer mal wieder für ein paar Kämpfe in das Spiel einsteigen, aber ob das reicht, um zwei Monate rum zu bringen?
- The(G)net Review: Uncharted 4: A Thief's End
Uncharted ist das Pitfall der Neuzeit. Das belegt nicht nur die von Indiana Jones inspirierte Dynamik sondern ebenso die von überall kassierten Höchstwertungen. Schon jetzt sei gesagt: Auch im vierten und letzten Teil der Saga ändert sich nichts daran. Lange mussten die Fans auf ein neues Abenteuer rund um Drake und seine Freunde warten. Vor fünf Jahren machte sich der Indy-Verschnitt zum letzten Mal auf die Suche nach längst vergessenen Schätzen. Da ist es nur logisch, dass auch im Spiel einige Jahre an den Protagonisten vorbeigezogen sind. Die Story setzt ganze zehn Jahre nach deren letzter Reise an und die bekannten Gesichter zeigen sich leicht gealtert. Das alles ändert nichts daran, dass sich Nathan Drake auch im fortgeschrittenen Alter auf Schatzsuche begeben wird. Das warum und wieso belassen wir bewusst im Dunkeln. Die Story in Uncharted gehört genauso zur epochalen Spielerfahrung, wie das altbekannte Action-Feuerwerk. Mit dem Unterschied, dass nun innerhalb der Geschichte sichtlich mehr an der Charakter-Entwicklung gefeilt wurde. Naughty Dog schafft im Vorzeige-Titel das Kunststück der nahezu perfekten Verschmelzung von Film und Spiel. Uncharted 4 fühlt sich besser an als der letzte Multimillionen-Dollar Indy-Streifen (was zugegebenermassen nicht die ganz grosse Kunst ist) und zieht den Spieler von der ersten bis zur letzten Sekunde in seinen Bann. Das gelingt mitunter auch dank des ruhigen, fast schon gemächlichen Einstiegs. Wer gleich zu Beginn eine wilde Achterbahn-Fahrt erwartet, wird enttäuscht. Stattdessen widmet man sich erstmal der Vergangenheit und nimmt Teil an Nathans Leben. Erst im Verlauf der verschiedenen Kapitel nimmt die Story sprichwörtlich Fahrt auf. Unzählige und wenig geliebte Endlos-Schiesserein der Vorgänger suchen wir derweil vergebens. Stumpfe Arena-Action gibt es kaum, und wenn bietet sich viel mehr Raum zum Taktieren, als das in vorherigen Teilen der Fall war. Dies trifft aber nicht nur auf die Schusswaffen-geprägten Szenen zu: Jegliche Szenerie im Spiel lässt dem Forscherdrang freien Lauf. Sicher ist Uncharted nach wie vor kein GTA, Open World sucht man hier vergebens. Aber die offensichtlichen Schlauch-Levels der Vorgänger wurden gekonnt eliminiert oder zumindest kaschiert. Nur logisch, dass die oft offensichtlichen, überall verstreuten Schätze so auch nicht mehr ganz so leicht zu finden sind. Spielerisch erwartet den Fan das, was er von einem Uncharted erwartet. Die Schiessereien funktionieren wunderbar, wem es doch zu schwer wird, der schaltet die automatische Zielsuche ein. Damit wird der Titel allerdings effektiv gar zu leicht, also falls notwendig sollte man besser nur den Schwierigkeitsgrad etwas senken. Nebst diversen Kampf- und Schusseinlagen klettert Nathan wieder unzählige Felsen, Wände und Höhlen empor und darf sich sogar in diversen Fahrzeugen fortbewegen. Soweit so gut, wenig neues im Uncharted-Land. Das mag auf die Spielmechanik im groben zutreffen, aber der Detailgrad, in welchem die gesamte Geschichte wie auch deren Action präsentiert wird, ist nahezu unglaublich. Ein kleines aber feines Detail: Nathan Drake soll ein Seil an einem Gegenstand befestigen. Hier reicht es nicht, einen beliebigen Button zu drücken. Stattdessen will das Seil um den Gegenstand herum geführt und „eingeklinkt“ werden. Kleine Details wie dieses verblüffen immer wieder. Dazu kommt die grafische Präsentation, die seinesgleichen sucht. Die Erwartungshaltung an den Titel war bereits ungebrochen hoch. Tatsächlich hätten wir es aber nicht für möglich gehalten, dass uns Uncharted 4 derart die Kinnlade herunterklappen lässt. Alles läuft stets flüssig, die Weitsicht ist schlicht phänomenal und der Detailgrad der Charaktere sowie der Umgebung gar einmalig. Uncharted 4 ist ohne Zweifel das schönste und technisch ausgereifteste Spiel zum aktuellen Zeitpunkt. Das verrückte ist: Das Spiel verschiesst keinesfalls sein gesamtes Potential in den ersten fünf Kapiteln, nein – es wird effektiv bis zum Ende hin immer besser und noch besser. Entsprechend ist auch über die gesamte Spielzeit für enorm viel Abwechslung gesorgt. Die Rätsel dürfen sich endlich auch als solche bezeichnen, auch wenn die ganz grosse Kopfnuss nicht anzutreffen ist. Sie sorgen aber für eine willkommene Auflockerung des Kletter- und Action-Alltags. Jedes Kapitel bringt Uncharted Typisch eine neue Umgebung mit sich, die den Spieler mehr als einmal dazu zwingt, kurz stehen zu bleiben und die famose Grafikpracht zu bestaunen. Wem das alles noch nicht reicht, der darf sich auch noch online Vergnügen. Der Kernpunkt des Spiels ist jener Modus seit jeher allerdings nicht und wird das auch mit Uncharted 4 kaum. Es gibt wenig Spiele, bei welchen wir Spieler das Erscheinen des Endings bedauern, Uncharted 4 gehört dazu. Jede Minute ist ein Genuss. Fazit: Nach diesem Text benötigt das Spiel kaum mehr ein Fazit. Dennoch seien die Superlative nochmals kurz zusammengefasst: Uncharted 4 macht alles richtig, eigentlich perfekt. Eine interessante Story mit sich weiter entwickelnden Charakteren, 1A Spielbarkeit sei es kletternd oder ballernd und das alles mit gekonnt eingestreuten Rätseleinlagen garniert. Das Sahnehäubchen, oder besser die Verpackung des Ganzen, ist nicht nur „gut“: Uncharted 4 setzt die Messlatte für alle kommenden Spiele, sei das auf PC oder Konsole. Wer bisher noch keine PlayStation 4 sein Eigen nannte, braucht spätestens jetzt eine richtig gute Entschuldigung für sich selbst, denn hier serviert uns Naughty Dog einen wahrhaftigen System-Seller wie er im Buche steht.
- The(G)net Review: Dead or Alive Xtreme 3
Bietet Team Ninjas neueste Ferien-Simulation mehr Inhalt als dessen Vorgänger? Sicher sind die Bade-Nixen optisch schöner anzusehen, doch ob diese Tatsache dem Spielspass nutzt, haben wir uns widerwillig angesehen. Spiele mit wenig Inhalt sind nichts neues. Waren es in den 90ern FMV-Spielchen, zeigten Titel wie Until Dawn erst kürzlich, dass unterhaltsame Spiel-Stunden auch ohne grosse Joypad-Akrobatik zustande kommen können. Was beide Beispiele gemein haben: Eine funktionierende Story, die den Spieler bei der Stange hält. Die Japaner bei Team Ninja wählten 2003 einen nicht ganz alltäglichen Ansatz: Die Mädels aus der bekannten Prügelspiel-Serie wurden in ein Beach-Volleyball Spiel bugsiert. Der Gag: Die Damen waren, viel Sonnenschein sei Dank, noch leichter bekleidet als im Ring. Eine Tatsache, die den einen oder anderen pubertierenden Videospiele-Jüngling zum Kauf motiviert haben könnte. Die Volleyball Umsetzung war schon damals eher karg und bot wenig spielerisches Potential. Vor einem Jahrzehnt dann der Nachfolger, Xtreme 2 auf der XBox 360. Weniger Volleyball, mehr banale Aktivitäten. Und genau hier setzt auch der dritte; und hoffentlich letzte Teil des Serien-Ablegers an. Xtreme 3 beginnt bereits uninteressant, mehrheitlich peinlich. Das Gute: Der Titel schafft es, diese Attribute bis zum bitteren Ende bei zu behalten. Aber von vorne: Der gute Zack übergibt uns mangels Zeitmangel die Leitung seiner Südsee-Insel. Hier soll aber nicht deren Wirtschaftlichkeit nach vorne gebracht werden, sondern den neun anwesenden Girls ein möglichst angenehmer Aufenthalt beschert werden. Hierzu wählt der neu erwählte Insel-Boss seine Favoritin aus und verbringt zwei virtuelle Ferien-Wochen auf dem Eiland. War die Geschichte bis hierhin noch absurd lächerlich, beginnt jetzt die grosse Langeweile. Denn wirklich spannend ist der Sandstrand und dessen Umgebung nicht. Pro Tag werden drei Aktivitäten erledigt, welche sich gegenseitig an Spannung zu unterbieten versuchen. So hüpft der Lieblings Feriengast über den Pool, klettert Felswände entlang, versucht sich im Flaggen-Rennen oder schlägt sich im Po-Battle. Zumeist basiert die Spielmechanik dahinter aus Button-Mashing oder belanglosen Quick-Time Events. Der Einäugige unter den Blinden ist einmal mehr Volleyball. Aufgrund der gleichzeitigen Nutzung beider Sticks gar nicht mal so leicht zu beherrschen, dennoch suchen wir auch hier vergeblich Tiefgang. Übrigens vergeblich wie den Multiplayer-Modus, womit sich selbst die Sandsportart automatisch deklassiert. Abends besuchen die leicht bekleideten Kämpferinnen das Kasino oder rekeln sich auf dem Bett; spannend. Das Kasino wäre theoretisch eine weitere Möglichkeit gewesen, dem Titel einen Existenzgrund zu vermitteln. Roulette und Black Jack berauschen wenige, wenn es nicht um die eigene (echte) Kohle geht. Da haben wir uns über die mögliche Poker-Runde gefreut; zu früh wie sich herausstellen soll. Poker glänzt durch das Nichtvorhandensein der Texas Hold’em Spielvariante, statt dessen wird ausschliesslich das heute wenig populäre Five Card Draw gespielt. Dass die Spielintelligenz der Kontrahentinnen am Tisch zu wünschen übrig lässt, trägt sein Übriges zum schwachen Gesamteindruck hinzu. Zumindest darf im Kasino der dringend notwendige Obolus angehäuft werden, um den gelangweilten Frauen Geschenke zu kaufen. So ein Bikini ist allerdings in den seltensten Fällen ein Schnäppchen, entsprechend gilt es mehr an wertvoller Lebenszeit in die trivialen Beschäftigungen zu stecken. Nach zwei Wochen, also gut zwei Stunden, ist der „Spass“ vorbei und der lüsterne Videospieler darf die nächste Urlaubs-Runde starten. Fazit: Wir haben ein typisch japanisch, skurril-interessantes Minispiel Sammelsurium erwartet. Geboten wird aber kaum Spielinhalt, lächerlich langweilige Mini-Games und ein Volleyball ohne Mehrspielermodus. Selten zuvor haben wir einen derart dreisten Titel „gespielt“. Selbst dem pubertierenden 12-Jährigen kann man Xtreme 3 nicht reinen Gewissens ans Herz legen, denn nackte Haut gibt’s heute im Vorabendprogramm oder gar in gewöhnlichen Werbespots mehr zu sehen und macht dort auch mehr her. Was bleibt ist ein sinnfreies Produkt für Anime-Mädchen Liebhaber, die sich nicht daran stören, Lebenszeit in Sinn- und Hirn-befreite Aktivitäten zu stecken, um damit grenzenlos überteuerte virtuelle Klamotten zu kaufen.
- The(G)net Review: AIPD - Artificial Intelligence Police Department
Gegnerarten in AIPD; rote Feinde haben keine Bewaffnung, bewegen sich mehr oder weniger aggressiv durch die Gegend Die zu Grunde liegende Unreal Engine 4 wird zwar nicht im Entferntesten ausgenutzt, dafür läuft das Geschehen
- The(G)net Review: The Talos Principle - Deluxe Edition
Croteam, die Macher vom Egoshooter "Serious Sam", überraschen mit einem kniffligen Sci-Fi First-Person-Puzzlespiel und werfen nebenbei allerhand tiefgründige, geradezu philosophische Fragen auf. Im neusten Streich von Croteam "Talos Principle", geht es vorallem um viele philosophische Fragen: Was ist Leben? Was ist der Unterschied zwischen Maschine und Mensch? Sind wir am Ende vielleicht auch nichts weiter als ein funktionierendes Gerät, ganz ähnlich wie in der griechischen Sage um den Riesen Talos. Dieser war eigentlich eine bronze Statue, wurde aber dann zum Leben erweckt und hat damit verschiedene Fragen zum Sein und Nicht-Sein in der Sage aufgeworfen. Das Spiel beginnt damit, dass wir in einem friedlichen, ruhigen, antik-griechischen Garten aufwachen, welcher allerdings voller moderner Technologie steckt. Eine Stimme begrüsst uns und stellt sich uns als Elohim vor, was auf hebräisch soviel wie Gott heisst. Elohim gibt sich als unser Erschaffer aus. Da wir in der Haut eines Androiden stecken, scheint dies nicht zu weit hergeholt. Wir erfahren, dass wir uns frei bewegen dürfen, aber der Turm, der sich über uns erhebt, Tabu ist. Elohim sendet uns dann aus, um eine Reihe von Prüfungen und Rätsel zu erfüllen und verspricht uns als Belohnung Unsterblichkeit. Das bringt uns zur ersten von vielen Fragen: Können wir als als Roboter überhaupt leben und Unsterblichkeit erlangen? In der Egoperspektive machen wir uns auf um die Welt zu erforschen. Unterwegs finden wir immer wieder Sprachnachrichten einer Wissenschaftlerin oder Computerterminials, in denen wir geheimnisvolle Texte finden. Einige werfen erneut philosophische Thesen in den Raum, andere berichten von einem Forschungsprojekt, welches uns zu betreffen scheint. Schade wurde sehr oft auf eine Sprachausgabe verzichtet und so beschränkt sich der Austausch von Ideen mit den Computern leider auf die Textform. Auch wer mit den philosphischen Fragen gar nichts anfangen kann, kommt im Talos Principle dennoch auf seine Kosten, in dem er sich einfach nur auf die Aufgaben konzentriert und den philosophischen Teil weitgehend überspringt. In über 100 kniffligen Rätseln gehen wir auf die Jagd nach Tetris-Steinen,Tetrominos, welche wir als Belohnung für gelöste Rätsel bekommen. Mit diesen können wir neue Bereiche freischalten, wo wir noch mehr Prüfungen finden oder erhalten Gegenstände, die wir ebenfalls für spätere Denksportaufgaben benötigen. Die ersten Rätsel sind sehr einfach gestrickt, doch je weiter wir vordringen desto kniffliger werden diese und fordern immer mehr Gerätschaften, welche wir einsetzen müssen um die Prüfung zu meistern. Später müssen wir zum Beispiel einen Doppelgänger von uns erschaffen und mit ihm gemeinsam Aufgaben lösen. Dieser funktioniert wir eine Videoaufnahme von uns und wir müssen ihm beibringen, was wir genau von ihm wollen. Es gibt auch besonders schwierige Rätsel, welche das Erfolgserlebnis noch steigern, und uns obendrein noch mit einem Stern belohnen. Dieser schaltet weitere Bonuslevel frei. Die Rätsel sind durchgehend unterhaltsam, abwechslungsreich und nachvollziehbar und bieten mehr als einmal eine wirkliche Herausforderung, an der sich der Spieler die Zähne ausbeisst. Das Spiel bietet uns leider keine richtige Hilfefunktion. An Altaren können wir zwar nach Hilfe fragen, falls wir mal stecken bleiben, doch leider sind die Antworten sehr willkürlich und helfen uns darum nicht unbedingt beim momentanen Problem, was diese deswegen nahezu nutzlos macht. Dafür verlangt das Spiel keinen chronologischen Ablauf der Rätsel und so können wir uns einfach in eine andere Hub-Welt teleportieren und dort weiter machen, sollten wir nicht mehr weiterkommen. Der Plot besitzt spannende Ansätze, doch die Texflut an philosophischen Thesen ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Dennoch wartet "The Talos Principle" mit einigen überraschenden Enthüllungen auf und bietet uns sogar unterschiedliche Endsequenzen. Fazit: The Talos Principle vermischt logische Rätsel mit Thesen über existenzielle Fragen von Sein und Nicht-Sein und ist so für Puzzle-Liebhaber wie für Spieler die Gedankenanstösse schätzen, welche einen über ein Spiel hinaus verfolgen, sicherlich eine schöne Abwechslung zu den sonstigen Games auf dem heutigen Markt. Insgesamt unterhält das Spiel auf vielen verschiedenen Ebenen und bietet interessante Ideen neben den oft kniffligen Rätseln. Leider sind die vielen Thesen und Informationen denen wir auf unsere Reise immer wieder begegnen etwas zu Textlastig und nicht jeder Spieler wird sich die Mühe machen, diese zu lesen. Zum Glück aber kann The Talos Principle auch einfach so gespielt werden und der Spieler kann sich voll und ganz auf die Rätsel konzentrieren. Jene sind oft harte Kopfnüsse, die nicht so leicht gelöst werden können. Dafür ist das Erfolgserlebnis nach dem Lösen um so grösser. Das Speichersystem ist etwas mühsam, lässt es den Spieler doch nicht während eines Rätsels speichern; so scheitern manche Aufgaben nicht am Puzzle und dessen Lösung, sondern an der Umsetzung. The Talos Principle ist sicherlich nicht für jeden etwas, aber Rätsel-Köpfe und alle, die mal Lust auf ein bisschen Abwechslung zu anderen Games suchen, sind hier genau richtig.
- The(G)net Review: Uncharted: The Nathan Drake Collection
Auf das lang ersehnte Uncharted 4 warten wir noch bis zum Frühjahr 2016. Was liegt da näher, als die viel gerühmte PS3-Trilogie für Sonys neue Hardware Generation umzusetzen? Stellt sich die Frage, ob der „alte“ Drake auch auf der PlayStation 4 noch überzeugen kann. Gefühlt erst gestern haben wir uns zum ersten Mal mit Nathan Drake auf Schatzsuche begeben. Ein zweiter Blick auf den Kalender führt zum ungläubigen Staunen: Bereits acht Jahre sind verstrichen seit dem erste Teil. 2007 führte Naughty Dog den sympathischen Abenteurer an die Videospieler der vergangenen Generation heran und lancierte zugleich ein PS3 Kaufargument, das seinesgleichen suchte. Es galt, in bester Tomb Raider-Manier den Schatz des El Dorado zu entdecken. Auf dem Weg zum goldenen Glück hiess es freilich, sich unzähliger Fieslinge im grafisch pompösen Dschungel-Gebiet zu entledigen. Intelligente Rätseleinlagen haben dem Spiel die nötige Abwechslung verschafft, eine erstklassig erzählte Story liessen Uncharted endgültig zum Hit werden. Ein Hollywood Blockbuster zum Mitspielen, der Indiana Jones in nichts nachsteht. Auf Drake‘s Fortune folgte nur zwei Jahre später der lang erwartete Nachfolger. Among Thieves, so der Untertitel des zweiten Teils, darf sich zurecht als eines der besten Spiele des letzten Jahrzehnts bezeichnen. Die zweifellos vorhandenen Qualitäten des Vorgängers wurden übernommen und in den wichtigen Aspekten noch einmal verbessert. So brilliert die Grafik deutlich mehr, insgesamt wirkt Uncharted 2 wie ein audio-visuelles Meisterwerk. Dem positiven Gesamteindruck hilft die deutlich gesteigerte Abwechslung, was das Szenario angeht. Bis nach Nepal und zum Himalaja begibt sich Drake und sein Gefolge 2009. 2011 folgt dann der vorläufige Abschluss der Trilogie. Drake’s Deception führt die über die ganze Welt verteilte Reisetätigkeit fort, genauso wie die erstklassige Grafik. Der nahezu perfekte Vorgänger legte die Messlatte allerdings hoch. So begeisterte Uncharted 3 zwar im gleichen Masse wie die Reise nach Nepal zwei Jahre zuvor, lockte aber keine durch revolutionäre Spielsituationen heraufbeschworene Begeisterungsstürme mehr hervor. Sehr wohl erfreuten sich die PlayStation 3 Spieler an einer gewohnt hochklassigen Action-Adventure Mischung, die eigentlich keine Wünsche offen liess. Wie alle drei Serienableger hat auch der bislang letzte Teil einzigartige Momente im Petto, die dem Spieler lange Zeit in Erinnerung bleiben werden. Aus dieser kurzen Zusammenfassung liest sich bereits heraus: Eine Collection aus allen bestehenden Teilen drängt sich geradezu auf. Um dem Fan nicht nur das hart erarbeitete Kleingeld aus den Taschen zu ziehen, wurden alle drei Spiele merklich verschönert. Speziell Drake’s Fortune profitiert von frischen Texturen, höherer Auflösung und durchgehend 60fps. So schön war die pazifische Inselwelt noch nie. Selbstredend erfreuen wir uns auch in den beiden Nachfolgern an den neu dazu gewonnenen grafischen Details. Nebst dem technischen Upgrade spendiert Sony noch einen Foto-Modus, um die schönsten Szenen aus dem eigenen Spiel für die Nachwelt fest zu halten. Trophäen-Jäger gefallen zudem die neu zu erspielenden Herausforderungen. Online gibt es dagegen gar nichts mehr, war in den Originalen noch ein zweifelhaft erfolgreicher Multiplayer Modus, wurde jener komplett gestrichen. Fazit: Uncharted war eine der Spiele-Überraschungen des letzten Jahrzehnts. Egal in welchem Kontinent Drake und seine Freunde auf Schatzsuche gehen, stets wurden wir bestens unterhalten. Nach Einlegen der Disc in die PlayStation 4 bemerken wir erst die klar bessere Grafik, aber auch, dass es sich um einen PS3-Remaster handelt. Obschon die Optik deutlich besser ist, begeistert die Serie technisch nicht mehr im selben Masse wie beim Release. Das ist logisch und dessen muss man sich bewusst sein. Zumal die Grafik dank mehr Texturen und höherer Auflösung durchaus zum Weiterspielen motiviert. Kaum sind die ersten Pistolen-Schüsse abgefeuert und Wände erkraxelt, findet man sich in der gewohnten „nur noch die nächste Sequenz“ Situation wieder. Uncharted macht es dem Spieler schwer, das Joypad zur Seite zu legen. Zu gut wird die Geschichte erzählt, zu sympathisch sind die Charaktere, zu abwechslungsreich das Spielprinzip. Einzig immer wiederkehrende Gegnermassen ärgern auch heute noch in seltenen Fällen. Wer Uncharted nicht kennt, erhält hier einen klaren Kauf-Befehl. Fans der Serie schlagen sowieso zu und alle anderen sollten sich dieses Dreier-Pack eigentlich auch nicht entgehen lassen, soviel Spiel in dieser Qualität gibt es selten fürs Ersparte.
- The(G)net Review: The Witcher 3: Wild Hunt
Taktik ist eine Notwendigkeit um das Schlachtfeld lebend wieder zu verlassen.
- The(G)net Review: Ori and the Blind Forest
"Ori and the Blind Forest" verzaubert in diesem Plattform-Spiel mit seiner wahrlich herzzerreißenden Story, melancholischer Stimmung und herausforderndem Gameplay und zieht uns mit seinem Bilderbuch-Setting ganz in seinen Bann. Die Geschichte von "Ori and the Blind Forest", entwickelt von Moon Studios und publiziert von Microsoft, beginnt mit einem niedlichen, wenn auch sehr traurigen Prolog. Vor langer Zeit fiel das geisterhafte Wesen Ori vom Spirit Tree und wurde von Naru, einem grossen, schwarzen Knuddelmonster, gefunden und aufgenommen. Eine enge Freundschaft entwickelte sich zwischen den beiden. Wir begleiten die zwei ungleichen Freunde ein wenig und beobachten, wie sie auf der Suche nach Früchten eine Brücke bauen um an die Bäume auf der anderen Seite eines Sees zu gelangen. Der Wald, welchen sie ihr zu Hause nennen, ist wunderschön und strotzt vor Gesundheit und Leben. Es dämmert bereits als die Brücke fertig ist und unsere Freunde endlich auf der anderen Seite angelangt sind. Sie schütteln die Früchte von den Bäumen und schlagen sich dann überglücklich ihre Bäuchlein voll. Ori sammelt ein paar der Orangen auf um sie mit in ihre Höhle zu nehmen als auf einmal die Welt erschüttert und der Himmel von einem merkwürdigen, explosionsgleichen Blitz durchzogen wird. Ori wird von Naru hochgehoben und sie flüchten in ihre Höhle um Schutz zu suchen. Die Tage vergehen und der kleine Nahrungs-Vorrat der beiden neigt sich langsam dem Ende zu, bis nur noch eine Orange übrig ist. Naru geht nach draussen um mehr Früchte zu suchen und wir sehen, was eigentlich geschehen ist. Der Wald stirbt. Die einst grünen Laubkronen sind braun und verotten langsam und es scheint als wäre jegliches Leben aus ihnen gewichen. Naru findet ein paar letzte Orangen ganz oben in den Baumwipfeln, kommt allerdings nicht ran. Traurig geht er zurück und legt die letzte Frucht neben den schlafenden Ori. Als dieser erwacht geht er ebenfalls hinaus in den toten Wald. Klein und wendig wie Ori ist, erreicht er spielend die letzten Orangen in den Baumwimpfeln und bringt diese zurück in die Höhle, wo er Naru leblos vorfindet. Er kuschelt sich an seinen toten Freund und schläft ein. Mit diesem unglaublich herzzereissenden Auftakt beginnt nun unser Abenteuer mit Ori. Wir wissen nicht was passiert ist und auch nicht, ob es je ein Happy End für unseren kleinen Protagonisten geben wird, doch sind wir mehr als bereit dies herauszufinden. Die Stimmung, welche uns der Prolog mitgegeben hat, begleitet durch das ganze Spiel hindurch und wird sowohl durch die detailreichen, düsteren Hintergründe wie auch durch die wunderschöne, melancholische Musik unterstützt. So lässt uns Oris Reise durch den toten und dunklen Wald noch einsamer erscheinen. Das Spiel ist ein 2D Plattformspiel, welches in einem künstlerischen Aquarellstyle presentiert wird und durch mehrlagige Hintergründe an Tiefe gewinnt. Wir schlüpfen in die Rolle von Ori und steuern ihn in Jump´n´Run Manier durch den dunklen Wald. Am Anfang ist Ori sehr schwach und kann eigentlich nichts ausser herum springen. Bald schon lernen wir aber unseren ersten Angriff und können uns jetzt gegen überall auftauchende Gegner besser zur Wehr setzen. Während wir durch die triste Welt streifen finden wir, neben den feindlich gesinnten Bewohnern, immer wieder Gegenstände. Da warten spezielle Schlüsselsteine, die wir brauchen um Türen zu öffnen, Energiezellen oder Lebenssteine auf den findigen Abenteurer. Auf unsere Reise können wir immer mehr und mehr Fähigkeiten von Ori freischalten. Im Fähigkeitenbaum wird frei über diese verfügt und Ori erlernt fortan immer stärkere Angriffe und andere Skills. Leider wurden nicht mehr Details in die Gegner gepackt. Diese erscheinen meist nur funktional, statt mit einer eigenen Seele. Zudem begegnet der Held, Bosskämpfe ausgenommen, keinem grösseren Feind auf der Reise. Ori zu steuern fühlt sich sehr leichtfüssig an, auch dank der exakten Pad Anpassung. Die Mechanik gehorcht sofort und einwandfrei auf alle Befehle die wir geben. So wunderschön „Ori and the Blind Forest“ ist, so herausfordernd sind einige der Level aber auch. Das Spiel verzeiht kaum Fehler und so sind Geschicklichkeit und Ausdauer des öfteren gefragt. Hinzu kommt, dass das Spiel nicht allzu oft von automatisch speichert, sondern der Spieler seine Speicherpunkte selber setzen muss. Das kann bei unüberlegtem Handeln durchaus zu Problemen führen, seid gewarnt. Fazit: „Ori and the Blind Forest“ ist ein kleines Juwel unter den Jump'n'Runs und überzeugt auf ganzer Linie mit seiner wunderschönen Grafik, Musik und nicht zuletzt gelungenem Gameplay. Mit dem Prolog alleine schafft es das Game eine glaubhafte Beziehung zwischen dem Protagonisten Ori und dem Spieler aufzubauen und jenen so ganz in den Bann der Geschichte hineinzuziehen. Das Gameplay kann hier und da, vor allem für ungeübte Spieler, etwas herausfordernd sein. Doch wer Geduld und etwas Ausdauer mitbringt sowie ein wenig vorausdenkt, der wird die meisten dieser Levels bald bezwingen können. Etwas schade ist allerdings, dass der Spieler nach Beenden der Geschichte nicht nochmals durch die Welt streifen und alle versäumten Ecken erkunden darf, sondern gezwungen ist, hierfür ein neues Spiel zu starten. Für Fans von Hüpfspielen und Spieler, die Wert auf eine berührende Story legen, ist der Download auf alle Fälle ein Muss. Aber auch die meisten anderen Gamer werden an diesem kleinen Meisterwerk ihre Freude haben. Wer sich auf die Reise mit Ori begeben will um den Blind Forest zu retten, den erwarten rund 10 Stunden Spielspass, Rätsel und Jump´n´Run Action in einer wunderschönen Welt aus der man, einmal eingetaucht, nicht mehr weg möchte.
- The(G)net Review: Shantae and the Pirate's Curse
Die hübsche Halb-Djinni ist wieder da um die Welt zu retten; wenn auch ohne magische Kräfte. Der direkte Nachfolger beginnt dort, wo die Geschichte des ersten Teils aufgehört hat. Shantae, welche ihre Djinnikräfte nicht mehr besitzt, beschützt weiterhin ihr geliebtes Dorf und darf auch sogleich zur Tat schreiten, um eine Roboterinvasion zu vereiteln. Wie so oft ist Undank der Welten Lohn und sie bekommt dafür im Nachgang mächtig Ärger. Einige Ereignisse später sieht sie sich mit ihrer alten Antagonistin Risky Boots in Verbündung und beide machen sich, mehr oder weniger freiwillig, auf dem Weg die Welt zu retten. Auf unserer Reise treffen wir allerhand schräges Volk und vor allem auch viele Charaktere aus dem vorherigen Teil. Die meisten richtig freundlich gesonnen und einer durchlebt sogar seine Midlife-Crisis. Selbst wenn einem der Vorgänger unbekannt ist, die Dialoge mit Shantae schließen diese Wissenslücke. Das Spiel durchzieht ein roter Faden an welchem eine große Fahne angehängt ist auf welcher "Humor" geschrieben steht. Die Dialoge sind meist überraschend komisch und beinhalten hin und wieder auch Referenzen zu Filmen wie z.B. Ghostbusters oder He-Man. Selbst die Lösungen zu einigen Rätseln bringen einen mindestens zum Schmunzeln. Die Spielmechanik selbst ist nicht rein 2D-Jump'n'Run im klassischen Sinne. Es wurden einige Elemente eingebaut die für eine gute Abwechslung sorgen. Dazu zählen unter anderem Upgrades wie z.B. Shampoo für schlagkräftigeres Haar, die zusätzlichen Waffen aus den Dungeons, sowie kleinere Rätselelemente. Anlehnungen an andere Spiele sind ebenfalls vorhanden: "Sammele vier Tintenherzen für mehr Energie". Während des Abenteuers wird man somit immer stärker und bekommt auch mehr Fähigkeiten. Letzteres ist so konzipiert worden, dass hin und wieder ein Besuch in alten Gefilden anzuraten wäre, um auch das letzte Geheimnis an jenen Orten zu lüften. Die Schwierigkeit steigert sich im Übrigen auch mit jedem Level. Manchmal kommt es einem leicht übertrieben vor, aber das kann schnell auf mangelnde Upgrades zurückgeführt werden. Ein Highlight ist meiner Meinung nach der Soundtrack. Schöne und vor allem eingängige Elektromusikvarianten von bekannten Melodien durchziehen die Landschaften, in denen man gegen das Böse Stellung bezieht. Die Grafik ist in einer Art Half-Retro-Look gehalten. Die Hintergründe sind hübsch gemalt während der Vordergrund und die Charaktere eher Pixel Art, also wie klassischen Sprites gleichen. Auch die Steuerung kann einen voll überzeugen! Nebst der Möglichkeit entweder Analogstick oder Digitalkreuz für die Bewegungen zu nehmen, funktioniert auch die Kollisionsabfrage und der Schrägsprung richtig gut. Sprünge gelingen in der Regel auf Anhieb und wenn man sich entscheidet stehen zu bleiben, dann steht man auch. Für durchschnittliche Spieler würde ich die Spielzeit auf acht bis zehn Stunden schätzen; Profis unterbieten das sicherlich irgendwie. Möchte jemand zwingend einen (klitzekleinen) negativen Punkt bei dem Spiel wissen, so verweise ich auf die Lokalisierung. Einige stellen sind scheinbar vergessen worden zu übersetzen, somit also in Englisch, an anderen Stellen hat man schlichtweg ein paar Buchstaben unter den Tisch fallen lassen. Ansonsten kann ich in dem Spiel keinen gröberen Schnitzer feststellen welcher den Spielspaß drastisch reduzieren würde. Fazit: Der neueste Teil aus der Shantae Serie ist ein wirklich gelungenes 2D-Jump'n'Run. Die Steuerung, der Soundtrack und der Humor überzeugen auf ganzer Linie. Die Extrafeatures, welche das Spiel als "nicht klassisches" Jump'n'Run kategorisieren, runden das Gesamtpaket noch einmal ab. Es macht einfach durchgängig Spaß zu spielen und es sei jedem empfohlen der gerne durch Jump'n'Runs hüpft.
- The(G)net Review: The Walking Dead: Season 2
Umstände erwachen die verstorbenen kurze Zeit nach ihrem Ableben wieder und schlurfen als Untote durch die Gegend
- The(G)net Review: Sherlock Holmes: Crimes and Punishments
Der englische Meisterdetektiv ist dafür bekannt, stets die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen zu finden. In beinahe jedem Fall dem er sich annimmt, enthüllt er eine erdrückende Beweislast um den Schuldigen hinter schwedische Gardinen zu schicken. Seine Kernkompetenzen sind dabei genau so vielfältig wie die Regenschirme Londons. So wandelt sich der smarte Holmes vom genialen Wissenschaftler zum gefürchteten Kämpfer, der aber auch als Taschendieb glänzt. In Crimes and Punishments werden all seine Fähigkeiten gebraucht und gekonnt mit Gameplayszenarien verwoben um spannende Investigationen zu kreieren. Es wird das Gefühl vermittelt, wirklich ein Teil der investigativen Arbeiten zu sein. Sechs Mordfälle warten darauf gelöst zu werden, allesamt bieten einen interessanten Aufbau, Resultate und Sehenswürdigkeiten Englands. Jeder Tatort sollte akribisch unter die Lupe genommen werden. Nur so findet ihr alle Hinweise die es benötigt um den tatsächlichen Schuldigen dingfest zu machen. Falls Beweise übersehen werden, verschliessen sich ganze Erzählstränge und Holmes muss sich eher auf Vermutungen als auf konkretes Beweismaterial stützen. Wer schlampige Arbeit macht, muss damit rechnen komplett Unschuldige über die Klinge springen zu lassen. Das Spiel zwingt euch moralische Entscheidungen zu treffen und es tut dies auf brillante Art und Weise. Anders als viele andere Genrevertreter lässt Crimes and Punishments es euch nicht sofort wissen, wenn ihr euch falsch entschieden habt, sondern wartet damit bis zum bitteren Ende. Dann kann es durchaus passieren, dass eine schuldlose Person im Knast landet. Oder schlimmer noch: Beim Henker. Die von Arthur Conan Doyle geschaffene Figur würde einen solchen Fehler natürlich nie begehen. Die endgültige Entscheidungsfreiheit liegt allerdings hier beim Spieler selbst. Jeder der Fälle ist unterhaltsam, aber sie fühlen sich an wie Filler-Episoden einer Fernsehserie. Nichts verknüpft die Fälle, sie stehen alle für sich; das war ein wenig enttäuschend. Das Spiel bietet mehr eine Charakterstudie von Sherlock Holmes als ein verwobenes Skript. Ist ein Fall erfolgreich beendet, wird die Moral von Mr. Holmes auf die Probe gestellt. Es ist dem Spieler überlassen welche Art von Bestrafung der Täter erhalten soll. So ist es beispielsweise möglich einen Mörder zum Tode verurteilen zu lassen, indem man wichtige Beweise zurückhält. In jedem der sechs Episoden warten solche und andere schwere Fragen auf den Spieler, die mich mehr als nur einen Moment überlegen liessen. Fazit: Sherlock Holmes: Crimes and Punishments versteht es, den Spieler in seinen Bann zu ziehen. Ich hatte viel Spass mit den Kriminalfällen, auch wenn ich offensichtlich den einen oder anderen Fehler begangen habe und Mörder davonkommen liess. Ganz zu schweigen von den Unschuldigen die dank mir im Knast sitzen. Vielleicht bin ich nicht ganz so schlau wie Sherlock Holmes aber das Spiel versetzte mich zumindest äusserst gelungen in seine Haut.
- The(G)net Review: FIFA World Cup 2014 Brazil
An der Seitenlinie stehen die jeweiligen Nationalmannschafts-Trainer, meist gut erkennbar, und gestikulieren
- The(G)net Review: MXGP - The Official Motocross Videogame
Milestones neuestes Rennspiel, MXGP: The Official Motocross Videogame, ist ab sofort für PS3, PS Vita, Xbox 360 und PC erhältlich. Der Titel basiert auf der offiziellen Motocross-Weltmeisterschaft, inkl. echten Fahrern und Strecken. Die Entwickler versprechen uns viel Staub, Emotionen und unglaubliche Sprünge beim Kampf um den ersten Platz. Die italienischen Rennspiel-Entwickler von Milestone sind kein unbeschriebenes Blatt, zeichnen sie sich doch für das eher bescheidene MUD verantwortlich. Jetzt haben die Jungs ein realistisches Motocross-Spiel auf den Markt gebracht, komplett mit neuer Grafik-Engine und runderneuerter Steuerung. Schon der Titel lässt wahre Motorsport-Fans aufhorchen und projiziert im Kopf Bilder von dreckigen Maschinen, staubigen Pisten und schlammbespritzten Fahrern. Und tatsächlich; Das Spiel ist noch gar nicht richtig gestartet, schon bringt ein peppiges Video die Gefühle in Wallung. In rasanten Szenen jagen sich die Fahrer über die Strecke und versuchen sich mit waghalsigen Sprüngen zu übertrumpfen. Der erste Eindruck ist durchwegs positiv und mach Lust auf Mehr. Um ein Feeling für das Spiel zu bekommen, bietet sich direkt das "Schnelle Spiel" an, bei dem Fahrer, Motorrad und die Strecke frei gewählt werden können. Doch bevor es dann endlich auf die Strecke gehen kann, werden in einem Video-Tutorial alle Funktionen, Techniken und Kniffe gezeigt. Direkt der erste Clip gibt uns einen Einblick in die neue Steuerungs-Mechanik. Mit dem linken Stick können wir den Neigungswinkel der Maschine ändern, mit dem rechten Stick wird die Sitzposition des Fahrers und somit die Kontrolle über die Gewichtverteilung des Bikes beeinflusst. Die Vorderradbremse garantiert den kürzesten Bremsweg, wohingegen die Hinterradbremse zwar weniger effektiv ist, dafür aber in engeren Kurven eine bessere Linie ermöglicht. Außerdem wird näher auf die richtige Sprungtechnik, die Möglichkeit der Lenkung in der Luft und auf Scrubs eingegangen. Sinn und Zweck eines Scrub-Manöver ist, dass sich Fahrer und Maschine in der Luft zur Seite legen und somit ein kurzer Sprung ermöglicht wird, damit wieder schneller beschleunigt werden kann. Die Steuerung ist tricky! Nur mit viel Geduld und Übung wird man hier zum Cross-Profi. Wer auf schnellen Arcade-Spass aus ist, kann hier getrost aufhören zu lesen. Insgesamt hängt viel von der richtigen Brems- und Fahrweise ab, was dem Spiel die nötige Note Realismus einhaucht. Grafisch gesehen ist MXGP - Das offizielle Motocross Videospiel nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Die Texturen wirken verwaschen und die Kantenglättung ist unsauber wie die Maschine nach den ersten Metern im Dreck. Störend ist dies aber nur in der Vorschau, denn die Rennen sind so rasant und machen unglaublich Spaß, dass die Grafik in den Hintergrund rückt. Die Umgebung wirkt abseits der Piste starr und leblos. Auf vielen Strecken sind für ein Meisterschaftsrennen einfach zu wenige Zuschauer am Streckenrand. Ja, Motocross ist eine Outdoor-Veranstaltung und bei schlechten Wetter ist sicherlich der Zuschauerstrom äußerst gering, was aber leider nie der Fall ist, denn das Wetter ist immer heiter und schön. Mit dem fehlenden Wettersystem wird auch gleichzeitig ein großer Knackpunkt angesprochen. Motocross lebt von den Witterungsbedingungen, die starken Einfluss auf die Beschaffenheit der Strecke hat. Ist es trocken und heiß, wie es in dem Spiel oft der Fall ist, so müsste aufgrund der fehlenden Feuchtigkeit wesentlich mehr Staub vom Boden aufgewirbelt werden und massiv die Sicht einschränken. Leider haben die Entwickler dieses wesentliche Detail nicht mit eingearbeitet. Bei Regen, was in dem Spiel nie der Fall ist, wird die Piste schlammigen und sehr rutschig, was die Rennen sehr abwechslungsreich und spannend gemacht hätte. Sind wir auf der Strecke die erste Runde gefahren, so bilden sich Spurrillen auf der Fahrbahn. Im Motocross sind diese tückisch, denn einmal im falschen Winkel angefahren oder gar ganz übersehen, schon ist der Sturz kaum noch abzuwenden. In der Motocross-Simulation sind diese zwar vorhanden, wirken sich aber nachhaltig nicht auf das Fahrverhalten aus. Wird eine Kurve doch mal unterschätzt und mit zu hoher Geschwindigkeit genommen, findet man sich neben der Strecke wieder. Mit viel Glück ist kein Gegenstand im Weg und die Maschine wird einfach auf die Strecke zurückversetzt. Mit Pech prallt der Fahrer gegen ein Pappschild, was dabei so hart und unnachgiebig wie eine Betonmauer ist. Auf ein Schadenmodell an der Umgebung und an den Bikes haben die Entwickler komplett verzichtet. Schade, aber dafür macht das die wirklich gelungene Fahrphysik wieder wett. Auf der Strecke spielt die richtige Sprungtechnik, die Neigung der Maschine, das Verhalten des Fahrers und das genaue Timing von Beschleunigung und Bremsen eine wichtige Rolle. Um optimale Zeiten fahren zu können, muss jeder Sprung richtig abgeschätzt und vor der Kurve mit der richtigen Bremstechnik gearbeitet werden. Um das Ganze zu vereinfachen oder eben auch sehr realistisch zu erschweren, gibt es verschieden Schwierigkeitsstufen und Einstellungsmöglichkeiten. Zum einen gibt es natürlich die KI-Schwierigkeit, welche von einfach bis hin zu schwer und sogar realistisch einstellbar ist. Auf den höheren Schwierigkeitsgraden, erweist sich die KI als wirklich schwerer Brocken. Zum anderen ist die Fahrphysik individuell veränderbar. Je nach Talent kann so die Neigung des Fahrers entweder selber übernommen oder dem Computer überlassen werden. Mit den verschieden Schwierigkeitsstufen hat Milestone erreicht, dass MXGP - offizielle Motocross Videospiel nicht nur was für hartgesottene Motorrad-Freaks ist, sondern auch etwas für Neueinsteiger und für diejenigen, die sich bisher eher auf vier Räder wohlgefühlt haben. Das Herzstück der offiziellen Motocross-Simulation sollte natürlich der Kampf um den Weltmeistertitel sein. Am Besten ist man da im Karriere-Modus aufgehoben. Vor jedem Rennwochenende werden uns Zielvorgaben gegeben und nebenbei läuft der interne Kampf mit dem Teamkameraden. Werden die vorgegebenen Ziele erreicht und der Teamkollege geschlagen, werden als Belohnung Erfahrungspunkte ausgeschüttet und ihr steigt so in dem Ranglevel auf. Mit jedem höheren Level werden neue Teams, Fahrer und Bilder freigeschalten. Außerdem steigt das Interesse der anderen Teams, bei dem dann ein neuer Vertrag unterschrieben werden kann. Zwischen den Rennen kann dies jederzeit abgerufen werden. So wird auch ersichtlich, ob ein Team aus der höheren MX1-Klasse Interesse hat. Des Weiteren kann der WM-Punktestand angezeigt, die Anzahl der Fans abgerufen, die Kleidung angepasst und das neue Motocross-Magazin angeschaut werden, wobei da nur ein Blick auf die Titelseite geworfen werden kann. Mehr Möglichkeiten bietet der Karrieremodus zwischen den Rennen nicht. Hier hätte doch sehr gut mit Showevents gearbeitet werden können, um zusätzliche Fans, Geld und weitere Werbeverträge zu gewinnen. Da auf solche Events verzichtet wurde, fahren wir stupide 14 Saisonrennen ab. Ein Rennen findet immer an einem Wochenende statt und besteht aus einem freien Training, um die Strecke kennenzulernen, einem Qualifying und zwei Rennen. In der Qualifikation wird die Reihenfolge festgelegt, wer sich zuerst ein Startgatter aussuchen darf. Ziel ist es, so nah wie möglich an der ersten Kurve zu starten, um sich somit einen eklatanten Vorteil verschaffen zu können. Auch wenn die Karriere eintönig wirkt, so machen die Rennen doch unglaublich Spaß, denn das Motocross-Feeling ist auch am Fernseher merklich spürbar. Wer in einem weißen Trikot und einem hellen Bike startet, der kann sich schon mal auf die Wäsche nach dem Rennen freuen. Es dauert nur ein paar Meter und das gesamte Outfit ist von oben bis unten mit Schlamm und Dreck besudelt. Der kernige Motorensound rundet das Renngeschehen ab und verwandelt vollends das Wohnzimmer zu einer dreckigen Rennpiste. Schön ist auch die Einstimmung vor dem Rennen, bei dem zu jeder Strecke ein dazugehöriges Live-Video gehört, um die Vorfreude weiter anzuheizen. Da trüben auch manche fragwürdigen Rempler nicht das Bild, bei denen nichts passiert und die involvierten Fahrer von einem eigentlich absehbaren Sturz verschont bleiben. Was noch? Ah, Online-Rennen! Ja, auch dieses Rennspiel verfügt über einen Online-Modus, um sich mit den Spielern in der ganzen Welt messen zu können. Da gibt es beispielsweise eine Art Online-Liga, bei dem für die gefahrenen Rennen Punkte vergeben werden. Wird eine bestimmte Punktzahl erreicht, dann steigt der Spieler in die nächsthöhere Liga auf. Wird hingegen das geforderte Limit unterschritten, ist der Abstieg besiegelt. Neben dem Liga-Modus, gibt es noch die Möglichkeit eine Meisterschaft und einen Grand Prix zu absolvieren, welche schon aus dem Einzelspieler-Part bekannt sind. Zu erwähnen ist, dass zum Testzeitpunkt die Server wie leergefegt wirkten und kein Spiel über vier Personen möglich war. Aufgefüllt werden die fehlenden Plätze mit der KI, die je nach Liga unterschiedlich stark eingestellt ist. Schlussendlich hat der Mehrspieler-Modus sein Potenzial nur im Ansatz gezeigt, was aber nicht an dem Spiel liegt, sondern an den fehlenden Spielern. Ein Rennen mit 12 menschlichen Mitspielern, würde den Anreiz erheblich steigern und sich somit auch positiv auf die Spielzeit auswirken. Da dies (zumindest in der Testphase) nicht der Fall ist und in der Lobby gut und gerne fünfzehn Minuten Wartezeit für ein Spiel mit 4 Mitstreitern verloren geht, kann der Online-Modus auf den ersten Blick nicht punkten. Auch aus dem gemeinsamen Motocross-Abend mit Freunden wird nicht viel werden, da der Entwickler auf einen Splitscreen-Modus verzichtet hat. Fazit: Man kann mit MXGP Spass haben, wenn man viel Geduld mitbringt. Und man sollte vorher über die veraltete Grafik hinwegsehen und die Erwartungen hinsichtlich des Karrieremodus auf ein Minimum herunterschrauben. Abstriche müssen auch im Umfang gemacht werden. Trotz des vollgepackten Lizenzpaketes und der Auswahl von 14 Rennstrecken, wirkt die offizielle Motocross-Simulation auf Dauer eintönig. Schuld daran ist vor allem der wenig attraktive Karrieremodus. Wenn der Spieler als einzige Entscheidungsmöglichkeit die Auswahl eines Teams hat und die Karriere im Endeffekt nur aus einer Aneinanderreihung von Rennen besteht, dann kann von einer Langzeitmotivation keine Rede sein. Hier hätten Sponsorenwettbewerbe oder Showevents Wunder gewirkt. Auch der Online-Modus kann sich am Ende nicht mit Ruhm bekleckern. Dies liegt aber keinesfalls am Spiel selbst, sondern daran, dass im Moment zu wenig Spieler auf den Servern vertreten sind. Man wartet gut und gern 15 Minuten in der Lobby, bis ein Rennen endlich startet. Aber vielleicht ändert sich das mit der Zeit. Was wirklich schmerzt ist das Fehlen eines Split-Screen Modus. Schlussendlich ist MXGP - Das offizielle Motocross Videospiel aber immer noch ein gelungenes und über weite Strecken realistisches Rennspiel. Der Entwickler Milestone hat es tatsächlich geschafft, die Motocross-Atmosphäre in unser aller Wohnzimmer zu transportieren. Es macht Spaß, über die hügelige Piste zu brettern und um den Sieg zu kämpfen. Wer also ein Herz für den Motocross-Sport hat, der kann getrost zugreifen.
- The(G)net Review: Marvel Puzzle Quest: Dark Reign
Free2play Games gibt es auf mobilen Geräten wie Sand am Meer. Meistens ziemlich billig gemacht und auf die schnelle Abzockerkohle aus. Ist es da nicht erfrischend, dass es auch anders geht? Marvel Puzzle Quest: Dark Reign überzeugt mit seiner Aufmachung, einem bewährten und perfekten Spielprinzip und natürlich der Marvel Franchise. Hallo zusammen. Mein Name ist Michael Andai und ich bin süchtig. Richtig süchtig! Ich verstecke mich heimlich auf der Toilette um noch schnell ein paar Matches zu spielen und vielleicht einen Rang zu steigen. Vor dem Einschlafen dasselbe. Ich erwarte jeden Tag, dass ich zu Hause von einem Interventions-Kreis empfangen werde. Marvel Puzzle Quest: Dark Reign hat mich in einen Höllenwirbel von Mikrotransaktionen, Sammelwut und Gameplay gerissen, aus dem es so schnell kein Entrinnen geben wird. Wer das Puzzle Quest Gameplay liebt und kennt, hat keine Einstiegsschwierigkeiten. Zu Beginn des Spiels erklärt ein Tutorial, wie die Regeln des Spiels sind. Man bestückt sein Team mit drei Marvel Superhelden (-bösewichter) und wählt auf einer taktischen Karte seine Gegner aus. Nach einem kurzen (und meist skurrilen) Wortgefecht im Comic-Stil geht es dann auch schon zur Sache. Jeder Charakter besitzt bis zu drei Specialmoves, welche mit übereinstimmenden Farben des Spielfelds gefüttert werden sollen. Hat man die benötigte Anzahl an Farbpunkten erreicht, können taktische Angriffe ausgelöst werden. Sind die Lebenspunkte aller feindlichen Figuren auf null reduziert, ist die Runde gewonnen und man erhält eine Belohnung in Form von ISO-8 (Erfahrungspunkte), Superfiguren oder Power-ups. Kling einfach? Ist es auch. Doch das Spiel ist sehr viel tiefer, als es zu Beginn vermuten lässt. Spätestens dann, wenn man von einer bestimmten Gegnerkonstellation chancenlos auseinandergenommen wird, merkt man, dass noch mehr dahinter steckt, als nur farbige Steinchen aneinanderzureihen. Bestimmte Kombinationen von Superhelden ergänzen sich aufgrund ihrer Superkräfte besser als andere. Um an diese Superhelden zu kommen bedarf es etwas Glück, Ausdauer oder tonnenweise Geld sowie den Kauf von „Booster-Packs“. Unterteilt wird das eigentliche Spiel so: Prolog und Events. Beim Prolog kämpft man sich durch 5 Welten und sammelt sich so seine Basis an Figuren und ISO-8 zusammen. Der wirkliche Knaller sind aber Events. Dort kämpft man meist gegen die Teams anderer Spieler und bekommt je nach Thema des Events einen „obligatorischen“ Charakter zur Seite gestellt. Gewinnt man, erhält man Punkte, verliert man, werden Punkte abgezogen. Am Ende eines Events, welcher eine Stunde (Lightning Event) bis fünf Tage dauert, wird dann Bilanz gezogen. Je nach Rang bekommt man mehr oder minder interessante Belohnungen. Von ultra raren Helden bis zu Münzen um Boosterpacks zu kaufen. Natürlich sieht man im Vornherein schon, welcher Rang was gibt, andernfalls würde man kaum bis um 3.30 Uhr am Morgen noch versuchen, weitere Ränge zu erspielen. Fazit: Marvel Puzzle Quest vereint die heilige Dreifaltigkeit der Mobile-Spiele: Gameplay, Sammelwut und Free2play. Als Bonus gibt’s noch das makellose Erscheinungsbild und die Marvel Figuren dazu. Selten hat mich ein Handy-Game so dermassen in seinen Bann gezogen. Wer das Puzzle Quest Gameplay liebt und Marvel Fan ist, kommt um dieses Spiel nicht herum. Es enthält alles, was man sich wünschen kann: Sammeln bis zum Umfallen, Gilden, Taktik, Ranglisten, (indirektes) PvP, Upgrades, Charakterlevel, Social-Media-Anbindung. Die einzelnen Charaktere werden in Form von Comic-Heften dargestellt, komplett mit passender Grafik und Biographie. Das Einzige, was ich etwas vermisse, sind direkte Kämpfe zwischen zwei menschlichen Gegnern. Aber wer weiss, vielleicht kommt das noch.
- Nekome: Nazi Hunter Story Trailer und Screenshots
Dazu gibt's einen neuen Story-Trailer und ein paar Screenshots.
- S.T.A.L.K.E.R. 2: Heart of Chornobyl ab sofort auf PS5 verfügbar
GSC Game World hat S.T.A.L.K.E.R. 2: Heart of Chornobyl nun auch für PlayStation 5 und PlayStation 5
- Erster offizieller Trailer zu Battlefield 6
EA und Entwickler DICE haben den ersten Trailer zu Battlefield 6 veröffentlicht, mit Einblicken in die Ein weiterer Trailer soll am 31. Juli veröffentlicht werden mit Fokus auf den Multiplayer-Part.
- Neuer Trailer und Screenshots zu SPINE
Nekki hat einen neuen Trailer und Screenshots für das auf Singleplayer Action-Game SPINE veröffentlicht





















