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The(G)net Review: A Plague Tale Requiem

Das Geschwisterpaar Amicia und Hugo haben die traumatisierenden Erlebnisse vom Vorgänger verdaut und freuen sich des Lebens. Der Friede ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn die Ratten sind zurück, zahlreicher und aggressiver als je zuvor.


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Im idyllischen Hochland des mittelalterlichen Frankreichs ist die Welt noch in Ordnung. Satte Wälder, grüne Wiesen und keine kriegerischen Konflikte in Sicht. Amicia und Hugo erkunden in ihrer Freizeit die Gegend. Nach einem kurzen Versteckspiel und ein paar Wasserspielen, steht eine Exkursion zur nahegelegenen Burgruine im Mittelpunkt. Als die beiden die zerfallene Festung inspizieren, fällt ihnen ein modriger Geruch auf. Kurz darauf entdecken sie deren Ursache. Überall liegen Leichen herum und der zuvor farbenfrohe Nachmittag wechselt in ein düstereres Farbgewand.


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Als die zwei von herumlungernden Soldaten entdeckt werden, hilft nur die Flucht nach vorne. Nach einer irrwitzigen Verfolgungsjagd wird das Duo geschnappt. Nach einem kurzen Handgemenge ersticht Amicia einen der Verfolger, wird aber von einem zweiten Fiesling in die Mangel genommen. Wer den ersten Teil bereits gespielt hat weiss um Hugo's Fähigkeiten. Aufgrund der mysteriösen Krankheit Prima Macula kann der Junge Rattenschwärme übernehmen und steuern. Aber dazu später mehr. Hugo erledigt mit Hilfe der Ratten die restlichen Gegner und beiden entkommen.


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Obwohl wir meistens zu zweit unterwegs sind, steuern wir ausschliesslich Hugo's Schwester. Nach dem Storyauftakt machen wir uns mit Amicia's alten und neuen Fähigkeiten vertraut. Bewaffnet mit einer Steinschleuder und Hugo im Schlepptau schleichen wir durch hüfthohes Gras, lenken Feinde ab und hoffen unentdeckt aus der Gefahrenzone zu entfliehen. Sollten wir dennoch entdeckt werden, zücken wir die Schleuder und schicken die Gegner in das Land der Träume. Dies funktioniert aber nur, bis wir mit behelmten Soldaten konfrontiert werden. Taktikwechsel ist angesagt. Zum Glück gesellen sich im Laufe der 15 stündigen Odyssee neue Munitionsarten hinzu. Je nach Situation benutzen wir Feuerprojektile um z.B. entfernte Laternen anzuzünden. Mit dem Auslöscherschuss bewirken wir das Gegenteil und verdunkeln die Umgebung, damit wir schwerer zu entdecken sind oder die Ratten sich um Gegner kümmern. Der Teerschuss überzieht Gegenstände und Flächen. Dieser verlangsamt nicht nur die Gegner, sondern brennt bei Kontakt mit Feuer wie eine Adventskerze. Die Munitionsarten lassen sich vielfältig einsetzen.


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Finden wir Tontöpfe, verstärken diese die Wirkung und wir können so gleich mehrere Gegner auf einmal abbrutzeln. Die elementaren Munitionsanbindungen müssen aber stets wie bei The Last of Us zuerst eingesammelt und gecraftet werden. In Truhen und Schatzkisten finden wir u.a. Alkohol, Sulfur und andere Chemikalien oder luchsen sie toten Feinden ab. Als Neuzugang hat Amicia eine handliche Armbrust dabei, mit der sie gut gepanzerte Wachen ausschaltet. Die dazugehörigen Pfeile sind sehr selten und können im Gegensatz zur Schleudermunition nicht selbst hergestellt werden.


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Je nach Spielverhalten steigert ihr automatisch eine der drei Perks wie bessere Schleuderskills, schnelleres Crafting oder verbessert euer Schleichverhalten. Trefft ihr auf eine Werkbank, darf an eurer Ausrüstung herumgedoktert werden, vorausgesetzt, ihr habt eines der seltenen und gut versteckten Werkzeuge gefunden. So erhöhen wir die Menge an Munition, schleudern gleich zwei Steine hintereinander ohne nachzuladen oder verstärken die Pfeile der Armbrust.


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Auch wenn wir regelmässig ein halbes Dutzend Wachen und Soldaten ausschalten, die wahren Stars von Requiem sind die Ratten. Zu Tausenden fallen sie ein und können nur mit Feuer und Odoris, einem Duftstoff, der alle Ratten magisch anzieht, in Schach gehalten werden. Nur der kleinste Körperkontakt mit den Nagern bedeutet ein sicheres Game Over. Wir wollen hier nicht zuviel spoilern, aber wir versichern euch – die Ratten legen im Vergleich zum Vorgänger eine gehörige Schippe drauf. In einigen Abschnitten lassen sich die Nager von Hugo steuern. Wir dürfen es aber nicht übertreiben! Füllt sich ein kleiner Ragemeter ist Schicht im Schacht. Zusätzlich erkennt Hugo durch den Rattensonar Feinde in näherer Umgebung, womit sich unsere Schleich- oder Angriffstaktiken besser planen lassen.


Sind wir nicht gerade auf der Flucht von Fieslingen oder versuchen einem Rattentsunami zu entkommen, müssen wir kleine, nicht zu anspruchsvolle Minirätsel lösen, die jedoch nur sporadisch auftreten. Wem die Kulisse gefällt, kann jederzeit auf den Fotomodus zurückgreifen und mit etwas Glück auf spektakuläre Schnappschüsse hoffen.


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Fazit:

Muss ich den Vorgänger gespielt haben? Die Chefredaktion meint Ja. Ich aber sage nein! Als Neueinsteiger im A Plagues Tale Universum verstand ich schnell um was es ging. Und ich war mehr als positiv überrascht von der Präsentation und dem abwechslungsreichen Spielablauf. Als ich dann das erste Aufeinandertreffen mit dem riesigen Rattenschwarm hatte, blieb mir die Spucke weg. Was die Entwickler hier an grafischer Spielerei auffährt, kann sich getrost Next Gen schimpfen und agiert technisch auf gleicher Ebene wie Ghost of Tsushima, Forbidden West oder The Last of Us. Ob grandios inszenierte Mittelmeerküste, düstere Katakomben mit verfaulten Tieren oder der Besuch in einer riesigen Kirche, die Detailfreude und Atmosphäre sprengt beinahe den TV Screen. Lobenswert finde ich auch die sukzessive Progression der neuen Spielelemente. Immer wieder wird ein neuer Skill oder eine neue Mechanik eingestreut, oder Amicia und Hugo werden von unkonventionellen Passagen überrascht.



Die Rumschleicherei nimmt einen Grossteil des Geschehens in Anspruch und genau da sehe ich den grössten Kritikpunkt. Ausnahmslos muss ich eine rettenden Tür finden, damit ich die Schergen los werde. Die ersten paar Male habe ich noch versucht unentdeckt an den Wachen vorbeizuschleichen, bis ich merkte, dass ich mit etwas Planung und Geschick meistens an den Gegner vorbeirennen und unverletzt mein Ziel erreichen kann. Ab und zu verkommt Requiem kurzzeitig zum Walkingsimulator, welches das Spiel zwar entschleunigt, es aber auch unnötig streckt.


So oder so, mich hat Requiem blendend unterhalten, es war stellenweise eklig aber auch wieder wunderschön. Wer von The Last of Us und Konsorten nicht genug kriegt, dem kann ich A Plague Tale Requiem nur wärmstens ans Herz legen!



Wir haben A Plague Tale Requiem auf der Playstation 5 gespielt. Das Spiel ist auch für Xbox Series X|S und den PC zu haben. Das Test-Muster stammt von Focus Home Interactive, wofür wir uns recht herzlich bedanken!


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