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The(G)net Review: Ace Combat 8: Wings of Theve

vor 7 Stunden
6 Min. Lesezeit

Ace Combat. Schnelle Jets, Raketen und spektakuläre Luftkämpfe. Hinter der Arcade-Flugaction steckte aber stets eine gehörige Portion Drama. Ace Combat 8: Wings of Theve treibt diesen Ansatz nun auf die Spitze und präsentiert eine Geschichte, die überraschend düster, melancholisch und stellenweise beinahe surreal ausfällt.


Ace Combat 8: Wings of Theve Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Der mittlerweile achte Hauptteil der traditionsreichen Serie versetzt uns ins Jahr 2030 und mitten hinein in einen eskalierenden Konflikt zwischen den fiktiven Nationen Sotoa und Usea. Zahlreiche Fraktionen, militärische Gruppierungen, private Unternehmen und abtrünnige Staaten mischen ebenfalls kräftig mit und sorgen dafür, dass die politische Lage schnell ziemlich unübersichtlich wird.



Dabei beginnt alles denkbar schlecht. Statt als gefeierter Pilot in ein modernes Kampfflugzeug zu steigen, werden wir zunächst aus einer Rettungsinsel im offenen Meer gefischt und auf die Endurance gebracht, eines der letzten verbliebenen Kriegsschiffe der FCU. Die Lage ist katastrophal, Personal ist knapp und für lange Eingewöhnungsphasen bleibt keine Zeit.


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Kurzerhand landen wir als Navigator hinter Rex Cope, einer lebenden Legende, die unter dem Namen Wings of Theve längst zum Symbol des Widerstands geworden ist. Doch bereits während einer frühen Mission kommt es zur Katastrophe. Nach dem Angriff eines satoanischen Spitzenpiloten stürzen wir ab und müssen hilflos mit ansehen, wie Rex im Ozean versinkt. Doch sein Tod soll geheim bleiben. Die Legende darf nicht sterben. D.D., der Propagandaexperte der FCU, erkennt sofort das Potenzial der Situation. Statt den Tod von Rex bekanntzugeben, erhalten kurzerhand wir seine Erkennungsmarken, seinen Namen und sogar seine Position an der Spitze des Joker Geschwaders.


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Doch damit nicht genug. Rex selbst scheint ebenfalls nicht vollständig verschwunden zu sein. Wie Obi-Wan Kenobi begleitet uns seine Stimme fortan durch nahezu das gesamte Spiel. Wie ein Geist kommentiert er unsere Entscheidungen aus dem Off, beurteilt unser Verhalten und erinnert uns immer wieder daran, dass wir eigentlich nur (s)eine Rolle spielen. Natürlich bleibt Ace Combat weiterhin herrlich dramatisch. Funksprüche, heroische Einsätze und spektakuläre Szenen erinnern regelmässig an Top Gun. Gleichzeitig besitzt Wings of Theve jedoch eine spürbar ernstere Grundstimmung.


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Auch die Nebenfiguren tragen ihren Teil dazu bei. Der ruhige Professor, Musikfan Coster oder die etwas naive Tasha wachsen einem im Verlauf der Kampagne überraschend schnell ans Herz. Ace Combat 8 verzichtet zwar weitgehend darauf, seine fiktionalen Kriege direkt mit realen Konflikten zu verknüpfen, beschäftigt sich aber durchaus mit deren Folgen. Verlust, Propaganda und persönliche Opfer ziehen sich durch die gesamte Handlung. Etwas unnötig wirken lediglich die kleinen Interaktionen während einiger Zwischensequenzen. Hinsetzen, aufstehen oder bestimmte Objekte betrachten, viel mehr als eine Erinnerung daran, dass man noch einen Controller in der Hand hält, ist das Ganze nicht.


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Sobald wir im Cockpit sitzen, zeigt Ace Combat 8 sofort, warum die Serie seit Jahrzehnten eine Sonderstellung besitzt. Sämtliche Instrumente, Anzeigen und Displays sind vorhanden und sorgen für ordentlich Atmosphäre. Für maximale Übersicht habe ich mich dennoch für die Aussenkamera entschieden. Ein Punkt kann allerdings ziemlich anstrengend werden: der Funkverkehr. Während der Missionen redet praktisch ständig irgendjemand. Der Tower meldet sich, das Frühwarnsystem spricht, eure Staffel diskutiert, andere Fraktionen mischen sich ein und gelegentlich hört ihr sogar gegnerische Kommunikation. Das Ergebnis ist ein permanentes akustisches Bombardement. Nach einer Weile hört man gar nicht mehr zu. Das ist allerdings problematisch, weil sich zwischen dem ganzen Geplapper durchaus wichtige Missionsinfos verbergen. Manchmal verlangt das Spiel sogar Entscheidungen von euch und plötzlich fragt man sich, worauf man eigentlich gerade mit "Ja" oder "Nein" geantwortet hat. Ein bisschen weniger "Funk-Chaos" wäre hier definitiv mehr gewesen.


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Flugzeugfans bekommen jede Menge zu bestaunen. Bereits beim Start tauchen Namen wie Lockheed Martin, Boeing, General Dynamics, McDonnell Douglas, Saab oder Dassault Aviation auf. Entsprechend umfangreich fällt die Auswahl der Jets aus. Über einen grossen Freischaltbaum arbeiten wir uns Schritt für Schritt zu besseren Upgrades, neuen Maschinen, Waffen und Modulen vor. Dabei stehen zahlreiche bekannte Fighter zur Verfügung. Unter anderem F-16, F-15, F-14, MiG 29, MiG-31, Mirage, Gripen oder A-10. Später warten moderne Maschinen wie die F-35C, F-22 und SU-57.



Allerdings zeigt sich hier auch eine Schwäche des Arcade Ansatzes. Wer erwartet, dass sich eine moderne F-22 fundamental anders spielt als eine deutlich ältere F-4E, dürfte enttäuscht werden. Natürlich sind neuere Maschinen schneller, wendiger und leistungsfähiger. Das grundlegende Kampfsystem bleibt jedoch immer identisch. Auch mit einem Raptor fliegt ihr mitten in gegnerische Verbände, zieht enge Kurven und feuert Raketen aus vergleichsweise kurzer Distanz ab. Aus spielerischer Sicht funktioniert das hervorragend. Sim-Fans müssen hier ein Auge zudrücken.


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Die Luftkämpfe sind schnell, präzise und spielen sich einfach wunderbar. Gegner einkreisen, deren Flugbahn abschätzen, Raketen aufschalten und im richtigen Moment abfeuern fühlt sich nach wie vor hervorragend an. Besonders erfreulich sind die überarbeiteten Bordkanonen, die in früheren Teilen unzuverlässig und schwach wirkten. Abschüsse mit dem Maschinengewehr verlangen weiterhin Können, fühlen sich aber deutlich fairer an. Das eigentliche Flugmodell bleibt dabei angenehm arcadelastig. Nochmal: Ace Combat ist keine Simulation! Trotzdem verlangt das Spiel ein gutes Gefühl für Geschwindigkeit, Positionierung und Bewegungsfreiheit. Wer einen Gegner einfach frontal verfolgt, wird schnell feststellen, dass die KI durchaus weiss, wie man einen Piloten abschüttelt.


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Project Aces hat zudem einiges getan, um Wings of Theve zugänglicher zu gestalten. Der Schwierigkeitsgrad kann für einzelne Missionen angepasst werden. Die Kampagne selbst besitzt einige überraschend anspruchsvolle Momente. Besonders nervig können einzelne Helikopter oder schwer erkennbare Bodenziele werden. Und über gewisse "Railgun Begegnungen" möchte ich an dieser Stelle lieber schweigen. Wer an einer Passage verzweifelt, kann die Herausforderung reduzieren und später wieder erhöhen. Erfahrene Piloten dürfen sogar auf eine optionale Experten Steuerung wechseln. Damit erhält man wesentlich mehr Kontrolle über sein Flugzeug, muss sich allerdings auch stärker mit Rollbewegungen, Kurvenradien und Geschwindigkeit auseinandersetzen. Gerade für Serienfans dürfte dies trotzdem die bevorzugte Steuerungsvariante sein.


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Für abgeschlossene Missionen und zerstörte Ziele sammeln wir Credits. Diese investieren wir anschliessend in einen umfangreichen Technologiebaum. Neue Flugzeuge, verbesserte Waffen, mehr Munition, höhere Manövrierfähigkeit und verschiedene Spezialisierungen und Upgrades warten darauf, freigeschaltet zu werden. Dadurch entsteht ein motivierender Fortschrittsfluss. Besonders Maschinen nach und nach aufzurüsten oder endlich genug Credits für einen neuen Super-Jet zu haben begeistert.


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Optisch macht das Spiel eine hervorragende Figur. Die Modelle sehen fantastisch aus und strotzen vor Details. Besonders im Hangar kommen Verschmutzungen, Gebrauchsspuren, Ölflecken und kleinste Bauteile hervorragend zur Geltung. Auch die Charaktermodelle während der Zwischensequenzen können überzeugen. Sobald man allerdings in geringer Höhe unterwegs ist, zeigen sich einige Schwächen. Grosse Schiffe, Gebäude und besonders die gigantischen Waffenplattformen erreichen nicht immer dieselbe Detailqualität wie die Jets. Aus mehreren Kilometern Höhe fällt das kaum auf. Wer knapp über den Boden donnert, erkennt jedoch schnell, wo grafisch gespart wurde. Das Gesamtbild bleibt trotzdem sehenswert, besonders wenn sich mehrere Flugzeuge zwischen Wolkendecken bekämpfen, Raketen ihre Kondensstreifen durch den Himmel ziehen und Explosionen die Umgebung erhellen. Besonders schön sind kleinere Details wie Regentropfen oder Wasser auf der Cockpitscheibe, Kondensation bei extremen Manövern und die wunderschönen, dynamischen Wolken.


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Technisch läuft Wings of Theve überwiegend sauber. In besonders chaotischen Schlachten mit zahlreichen Flugzeugen, Explosionen und Effekten kann die Bildrate der Konsolen-Version kurzzeitig etwas ins Schwitzen geraten. Auf der PlayStation 5 stehen zwei Grafikmodi zur Verfügung. Der Leistungsmodus zielt auf 60 Bilder pro Sekunde und reduziert dafür einige grafische Details. Der Qualitätsmodus bietet dagegen etwas aufwendigere Effekte, beschränkt sich jedoch auf 30 Bilder pro Sekunde. Für ein Spiel wie Ace Combat würde ich klar den Leistungsmodus bevorzugen. Die höhere Bildrate passt wesentlich besser zur schnellen Action und lässt Flugmanöver deutlich geschmeidiger wirken. PC-Jünger mit fetter Grafikkarte erhalten freilich das Beste aus beiden Welten.


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Wie bei praktisch jedem Teil der Serie schleichen sich im Laufe der Kampagne gewisse Ermüdungserscheinungen ein. Gegnerverbände ausschalten, Bodenziele zerstören oder Verbündete eskortieren gehören weiterhin zum Standardprogramm. Wiederholungen sind an der Tagesordnung. Project Aces versteht es jedoch hervorragend, diese Aufgaben immer wieder durch spektakuläre Grossereignisse aufzulockern. Wenn riesige Waffenplattformen auftauchen und ihre Railguns abfeuern, ganze Geschwader gleichzeitig angreifen oder sich plötzlich die komplette Missionsstruktur ändert, läuft Ace Combat 8 zur Höchstform auf. Wer mit dem grundsätzlichen Spielprinzip der Reihe bislang nichts anfangen konnte, wird wohl auch diesmal kaum bekehrt werden. Wer dagegen schnelle Jets, arcadige Flugmanöver und maximal überzeichnete Militärdramatik liebt, bekommt genau das, was man sich von einem neuen Ace Combat erhofft.


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Der Mehrspielermodus konnte vor Veröffentlichung noch nicht getestet werden, wirkt aber bereits auf Papier ausgesprochen umfangreich. Ein sozialer Bereich soll bis zu 100 Spieler aufnehmen können, bevor man sich auf verschiedene Spielmodi verteilt. Dazu gehören kooperative Einsätze für vier Spieler, klassische Gefechte mit vier gegen vier Piloten sowie spezielle Aufträge, in denen bis zu acht Spieler gemeinsam in Missionen aus der Kampagne antreten. Damit besitzt Ace Combat 8 das bislang umfangreichste Online Angebot der Serie. Wie gut die Balance langfristig funktioniert und ob das Matchmaking überzeugen kann, wird sich allerdings erst nach dem offiziellen Start zeigen.



Fazit:

Ace Combat 8: Wings of Theve liefert genau das Top Gun Abenteuer, auf das ich als Fan der Serie gewartet habe. Die Luftkämpfe sind spektakulär und herrlich unkompliziert. Dazu kommen einige der besten Missionen, die die Serie bis jetzt hervorgebracht hat, sowie eine umfangreiche Kampagne, die inszenatorisch deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommt, als man es bei einem Spiel dieser Art zunächst erwarten würde. Der pausenlose Funkverkehr ging mir allerdings mächtig auf den Zeiger, Missionsziele wiederholen sich oft und grafisch schwankt die Qualität zwischen wunderschönen Flugzeugmodellen und teilweise deutlich abfallenden Umgebungen hin und her. Doch sobald das Katapult euren Jet vom Flugzeugträger schleudert und die ersten Gegner auf dem Radar auftauchen, sind solche Kritikpunkte schnell vergessen. Ace Combat 8 ist dramatisch, völlig übertrieben und herrlich "arcadig". Also eigentlich genau so, wie Ace Combat sein muss.


Ace Combat 8: Wings of Theve Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Ace Combat 8: Wings of Theve ist für PC, PS5 und XBOX Series erschienen. Wir haben das Spiel auf dem PC und der PS5 Pro gespielt. Eines unserer Test-Muster stammt von Bandai-Namco, wofür wir uns herzlich bedanken!


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