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The(G)net Review: Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon

Für einmal sehen wir die sonst so selbstbewusste Hexe Bayonetta als schüchterne, unerfahrene Anfängerin, die noch kaum einen Zauber wirken kann. Kurz nach dem Erscheinen des dritten Ablegers der Bayonetta-Serie, wagt Platinum Games einen Schritt in eine komplett neue Richtung mit der Origin-Story ihrer Titelheldin.



Es war einmal ein kleines Hexenmädchen, das ganz allein und getrennt von ihren Eltern lebte. Der Vater im Exil und die Mutter gefangen im Verliess, suchte die junge Hexe Zuflucht bei einer alten, mächtigen Hexenmeisterin, die ihr die Wege der dunklen Künste beibringen soll. So beginnt die Geschichte der kleinen Cereza. In bester Trudi Gerster Manier, begrüsst uns eine Erzählerstimme und entführt uns in die märchenähnliche Welt von Bayonetta Origins. Ein Bilderbuch öffnet sich und Seite für Seite erfahren wir mehr über die Geschehnisse, welche sich in der Welt von Avalon zugetragen haben. Cereza, geplagt von Einsamkeit und dem Wunsch ihre Mutter wiederzufinden, erlebt einen immer wiederkehrenden Traum, in dem ihr ein in weisses Licht getauchter Junge verspricht, bei der Suche nach der Mama zu helfen. Erfüllt mit neuer Hoffnung macht sie sich zusammen mit ihrem Stofftier Cheshire auf den Weg in den dunklen, von bösen Feen bewohnten Avalon Wald, überzeugt, dort die Antworten auf ihre vielen Fragen zu finden.


Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon Test Review Nintendo Switch

Da unsere kleine Hexe sich noch in der Ausbildung befindet, kann sie sich nicht einfach furios durch die Gefahren des Waldes schnetzeln, wie man dies von der Hauptserie gewöhnt ist. Ganz im Gegenteil, Cereza beherrscht gerade mal zwei Sprüche. Sie kann Pflanzen im Wald zum Wachsen bringen und somit Wege und Passagen öffnen und sie kann Gegner für eine kurze Zeit mit Dornenfesseln festhalten. Treffen wir also auf eine Gruppe von dunklen Feen, die uns nichts Gutes wollen, sieht es für uns schnell schlecht aus. Glücklicherweise stellt sich heraus, dass in unserer Stofftierkatze Cheshire ein Dämon innewohnt. Mit letzter Kraft gelingt es Cereza den Dämon heraufzubeschwören, damit wir nun als Duo durch den Wald streifen können. Jetzt dürfen die Feen ruhig kommen, denn unser Kätzchen hat scharfe Krallen!


Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon Test Review Nintendo Switch

Die Steuerung der Beiden ist zu Beginn gewöhnungsbedürftig. Die linke Seite des Gamepads gehört ganz Cereza. Wir steuern sie mit dem linken Stick, ihre Zauberkraft wird mit ZL ausgelöst und L dient zur Interaktion mit der Umgebung. Zusätzlich zum Drücken von ZL muss beim Wirken von Zaubern noch ein Timing-Minispiel absolviert werden. So müsst ihr den linken Stick im richtigen Moment in die angezeigte Richtung bewegen. Wer darauf nicht so Lust hat, kann das Minispiel in den Optionen auch komplett ausschalten, so muss man nur noch ZL gedrückt halten. Cheshire wiederum hat es sich auf der rechten Seite des Pads bequem gemacht. Den Dämon lenken wir mit dem rechten Stick und seine Attacken verteilen sich auf R und ZR. Richtiges Gehirntraining, wenn ihr mich fragt.


Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon Test Review Nintendo Switch

So streifen wir mit dem Duo durch den Wald auf der Suche nach unserer Mutter und dem jungen aus Cerezas Traum. Auf dem Weg gilt es immer wieder kleinere Rätsel zu lösen, um Hindernisse auf dem Pfad zu umgehen oder Abgründe zu überqueren. Dabei müsst ihr sowohl die Kräfte von Cereza getimt einsetzen als auch die Stärke von Cheshire an der richtigen Stelle nutzen. Im Verlauf des Spiels lernt unser Plüschdämon neue Fähigkeiten, welche neue Wege und Pfade öffnen, damit ihr immer weiter ins Herz des Waldes vordringen könnt. Doch Bayonetta Origins ist kein reiner Puzzle-Plattformer, es gilt natürlich auch die fiesen, dunkeln Feen in ihre Schranken zu verweisen. Stetig treffen wir im Dickicht und in mysteriösen Schattenwelten auf Gegnergrüppchen, die uns am Weiterkommen hindern wollen. Dann ist Teamarbeit gefragt. Cereza hält die Bösewichte mit ihren Fesseln fest, während Cheshire ihnen das Licht mit seinen Krallen und Zähnen auspustet.


Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon Test Review Nintendo Switch

Damit sich das dynamische Duo während eurer Reise stetig verbessern kann, gilt es auf dem Weg fleissig Upgrade-Materialien einzusammeln. Diese schüttelt man am besten aus Büschen und Bäumchen oder findet sie in Schatztruhen. An Campingspots können die Materialien dann gegen neue Skills eingetauscht werden. Am Lagerfeuer kann Cereza zusätzlich verschiedene Tränke brauen, welche z.B. Energie wiederherstellen, euch für kurze Zeit unverwundbar machen oder Cheshire für kurze Zeit endlose Zauberkraft verleihen. Geht unserem Dämon nämlich mal der Saft aus, verwandelt er sich zurück in ein Stofftier und Cereza muss in wieder zu Kräften knuddeln. Nach kurzer Knuddelzeit ist er dann wieder bereit für den Kampf. Nach grösseren Kämpfen oder Zwischenbossen, werdet ihr auch gerne mal mit Blütenblättern oder sogar ganzen Blüten belohnt. Diese vergrössern, ganz im Stile von Zelda und deren Herzteilen, euren Energiebalken.


Je nach Gründlichkeit eures Waldspazierganges, dürftet ihr nach rund 12-14 Stunden das Ende von Bayonetta Origins erreicht haben. Obwohl das Spiel offiziell keinen Mehrspielermodus bietet, können, dank der klar getrennten Steuerung, theoretisch zwei Spieler mit je einem Joycon das Abenteuer bestreiten. Wer keine grosse Lust auf Kämpfe hat, kann im Optionsmenü sogar den erlittenen Schaden komplett deaktivieren.



Fazit:

Bayonetta Origins ist ein audiovisueller Gaumenschmaus, mit seiner Bilderbuchoptik und der märchenhaften Musik. Das Gameplay funktioniert ziemlich gut, auch wenn ich zu Beginn noch etwas überfordert war die beiden Charaktere gleichzeitig und unabhängig voneinander zu steuern. Wer Brothers: A Tale of Two Sons gespielt hat, hat da schon etwas mehr Erfahrung als ich. Gegen Ende hätte ich mir dann aber doch noch ein bisschen mehr Abwechslung gewünscht, die ewig gleichen Gegnergrüppchen verlieren nach einigen Stunden ihren Reiz und beim Gameplay-Loop setzt irgendwann ermüdende Repetition ein. Viel länger als die 12-14 Stunden hätte sich das Spiel meiner Meinung nach nicht getragen aber das Ende kommt zum Glück noch gerade bevor einen die Lust verlässt. So ist Platinum Games ein erfreulicher Genrewechsel geglückt und wer auf der Suche nach einem etwas kürzeren Spiel für zwischendurch ist, darf hier gerne zugreifen. Bist du dir bezüglich des Gameplays noch nicht so sicher, dann empfehle ich dir die gratis Demo, welche für alle im Nintendo eShop zur Verfügung steht.



Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon ist exklusiv für Nintendo Switch erschienen. Unser Test-Muster stammt von Nintendo, wofür wir uns herzlich bedanken!



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