The(G)net Review: Big Rumble Boxing: Creed Champions

Fight Night von EA hat nie moderne Konsolen beehrt, Punch Out kam nie über die Wii hinaus und Ready 2 Rumble ist eigentlich tot. Mit Ausnahme von VR-Spielen und seltsamen Experimenten wie ARMS, haben traditionelle Boxspiele in dieser Generation eine grosse Leere hinterlassen.


Big Rumble Boxing Creed Champions Test Review Xbox Series

Es ist schon seltsam, was aus dem Boxspiel-Genre geworden ist. Eine Sportart, die in den letzten beiden Konsolen Generationen florierte, ist auf modernen Plattformen scheinbar verschwunden. Wer nach neuen Box-Games sucht wird feststellen, dass es sie heute einfach nicht mehr gibt. Da kommt sowas wie Big Rumble Boxing: Creed Champions natürlich wie gerufen.


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Entwickler Survios haben bereits Erfahrung mit ihrem VR-Boxspiel Creed für PSVR gesammelt und Big Rumble Boxing ist quasi die Non-VR Variante davon. Mit insgesamt 10 Kämpfern kloppen wir uns durch die Story-Kampagne, hauen im VS-Mode unsere Freunde aus den Latschen oder üben ausgiebig unsere Moves im Trainings-Modus. Dabei schlüpfen wir in die Boxhandschuhe vieler legendärer Charaktere aus den Creed- und Rocky-Universen, wie beispielsweise dem titelgebenden Adonis Creed, Rocky Balboa, Apollo Creed, Ivan und Viktor Drago, oder Clubber Lang. Weitere 10 Fighter werden freigeschalten, wenn man sie in der Kampagne besiegt. Einen Online-Modus gibt es überraschenderweise nicht.


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Der Fokus bei Big Rumble Boxing: Creed Champions liegt weniger auf Realismus, als auf spassiger, leicht zu erlernender Arcade-Kost. Die Steuerung ist entsprechend einfach: Es gibt nur einen Button für alle Arten von Angriffe. Welchen Schlag man ausführt hängt damit zusammen, in welche Richtung man drückt oder ob man den Knopf kurz oder lange gedrückt hält. Dazu gesellt sich ein Button fürs Blocken, einer zum Ausweichen und einer, um den Gegner zu packen. Letzteres ist laut Regelbuch zwar nicht erlaubt und wird ab und an vom Schiedsrichter bestraft, kann aber genutzt werden, um sich eine kurze Verschnaufpause zu gönnen oder einen fiesen Konter zu starten. Auch Timing beim Blocken spielt eine wichtige Rolle, um Konter einzuleiten. Wer Punches und Combos geschickt kombiniert, lädt einen Super-Meter auf und lässt dann einen äusserst kräftigen und eindrucksvoll inszenierten Special-Move vom Stapel, der den Gegner mitunter betäubt in der Arena stehen und offen für die weitere Verarbeitung lässt. Werdet ihr niedergeschlagen, seid ihr für einen kurzen Moment immun gehen weitere Treffer, bis ihr wieder auf den Beinen steht.


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Überrascht hat mich der Umfang des Story-Modes, denn wirklich jeder Charakter verfolgt eine eigene Geschichte. Oscar-nominierte Akteure erhalten dabei logischerweise etwas mehr "Screentime". Schade dabei ist nur, dass es neben vieler Textboxen, spärlicher Sprachausgabe und einigen schicken Posen nicht viel zu sehen gibt. Da reissen auch die eingestreuten Mini-Games, die vor einigen Matches für Abwechslung sorgen sollen, keine Bäume mehr aus. Letztendlich ist der Story-Modus nicht mehr als eine witzige, aber sehr durchschnittliche Möglichkeit, die zahlreichen Kämpfe mit etwas Drumherum zu würzen.


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Optisch setzt das Spiel auf einen sauberen Cartoon-Look. Man merkt, dass sich die Entwickler besonders bei den Boxern und deren Animationen sehr viel Mühe gegeben haben. Schauplätze und Arenen wirken dagegen eher leb- und lieblos. Die einzigartigen Power-Moves, die man sich am besten fürs finale K.O. aufspart, sind dafür schön in Szene gesetzt. Nahezu fantastisch würde ich die musikalische Untermalung bezeichnen. Die Rocky-Reihe hatte schon immer einen tollen Soundtrack, und auch hier sind viele ikonische Songs mit dabei. Wenn Survivor's "Eye of the Tiger", Bill Conti's "Gonna Fly Now" oder John Cafferty's "Hearts On Fire" die Action begleitet, vergisst man als Fan gerne die eine oder andere Schwäche des Spiels.



Fazit:

Es ist offensichtlich; Big Rumble Boxing: Creed Champions hat den Anspruch, der Champion der modernen Boxspielszene zu sein. Und obwohl es dahingehend durchaus erfolgreich ist, scheint es doch eher ein technisches K.O., als ein triumphaler Knock-Out. Es braucht sich einem direkten Vergleich mangels Konkurrenz nämlich nicht zu stellen. Gemessen an seinen eigenen Verdiensten ist Big Rumble Boxing ein anständiges Spiel geworden. Man vermisst einfach das schicke Drumherum grösserer Produktionen. Rocky & Co. hätten mehr als nur Textboxen oder leblose Arenen verdient. Ich vermisse das Spektakel. Dass sich die Fights weniger technisch anfühlen ist für mich als Fan von leicht verdaulicher Arcade-Kost hingegen toll. Mit Big Rumble Boxing: Creed Champions kann wirklich jeder innert kürzester Zeit Erfolge und somit Spass haben. Dass ein Online-Modus fehlt, will ich dem Spiel allerdings nicht verzeihen.



Wir haben Big Rumble Boxing: Creed Champions auf einer Xbox Series X getestet, es ist aber auch für PS4, PS5, Xbox One, PC und Nintendo Switch erhältlich. Das Test-Muster haben wir freundlicherweise von Publisher Koch Media zur Verfügung gestellt bekommen.



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