The(G)net Review: Collector’s Cove
- Aylin Derrer

- vor 1 Stunde
- 3 Min. Lesezeit
Zwischen mythischen Fischen und einem Onkel mit Identitätskrise bietet Collector’s Cove eine erfrischende Abwechslung im Genre der bereits zahlreich vorhandenen Farming-Sims. Ich habe mich auf Erkundungstour begeben und dabei nicht nur neue Pflanzen, sondern auch die charmanten Eigenheiten dieses Insel-Abenteuers entdeckt.

Nachdem man sich seinen Charakter etwas personalisieren durfte, beginnt das Spiel klassisch mit einem Tutorial, welches für Neulinge der Gaming-Welt sicherlich nützlich ist, für alle anderen jedoch ziemlich langweilig erscheint. Es ist aber auch der Startschuss, um die Geschichte hinter dem Spiel zu beginnen: Wir erfahren, dass unsere Eltern bereits ohne uns die weiten Meere erkunden, um ihrem Ziel, den Titel der Sammlerlegende zu erhalten, näherzukommen. Nun sollen wir in ihre Fussstapfen treten und mit unserem eigenen Boot hinterher ziehen. Unser Onkel Jerry, der möglicherweise an einer dissoziativen Persönlichkeitsstörung leidet, gibt uns dafür alle Anleitungen, die wir brauchen und wir verfolgen von nun an seine Quests. Oder war es nun doch Onkel Terry?

Wer nun denkt, dass Collector's Cove etwas von Sea of Thieves hat, und wir aktiv selbst segeln dürfen, den muss ich leider enttäuschen. Wir erhalten unseren "Gefährten", eine Mischung zwischen coolem Plesiosaurier und süssem Seehund, welcher von nun an unser Boot auf seinem Rücken durchs Wasser tragen wird. Wir wählen eine Insel zum Erkunden und unser Gefährte bringt unser Schiff nach einer Gewissen Zeit dort hin. Unterdessen beschäftigen wir uns auf unserem Boot. Dabei bauen wir Pflanzen und Gemüse an, fangen Fische oder dekorieren das Deck.

Während wir die verschiedenen Gebiete erkunden, erhöhen wir durch das Ernten unbekannter Pflanzen, das Angeln neuer Fischarten sowie das Stärken der mythischen Verbindung zu unserem Gefährten zunehmend unseren Sammlerrang. Mit jedem Fortschritt schalten wir hilfreiche Boni frei, wie zum Beispiel, dass unsere Pflanzen länger bewässert bleiben und sie folglich seltener gegossen werden müssen. Mit der Zeit erhalten wir so Zugang zu neuen Gebieten oder können neue Gegenstände an uns bereits bekannten Orten sammeln.

Der Reiz am Sammeln und dem Vervollständigen unserer Listen ist, dass es von jeder Pflanze und jedem Fisch eine mythische Form gibt. Um diese zu erhalten, müssen kleine Aufgaben erfüllt werden. Das Ganze hört sich jetzt aber irgendwie komplizierter an, als es überhaupt ist. Hier also ein konkretes Beispiel: Sobald wir unsere erste Süsskartoffel geerntet haben, erhalten wir das Rezept für den dazugehörigen Dünger. Um diesen herzustellen, benötigen wir nun einen Chirurgenfisch. Haben wir diesen gefangen und den Dünger hergestellt, bauen wir erneut Süsskartoffeln an und düngen diese. Ernten wir nun eine bestimmte Anzahl dieser "gepimpten" Süsskartoffeln, entdecken wir deren mythische Bedingung. Setzen wir die Bedingung bei der nächsten Pflanze nun um, erhalten wir schlussendlich die mythische Form davon – in diesem Fall die Sauerkartoffel. Jede mythische Pflanze und jeden mythischen Fisch können wir zudem einmal an unseren Gefährten verfüttern, um dessen Rang zu erhöhen.

Diese Taktik zieht sich durch das ganze Spiel und wird zunehmend schwerer. So müssen mehr Fische gefangen werden, um das Rezept für spezielle Köder zu erhalten und auch deren mythische Form zu entdecken. Irgendwann werden auch Objekte aus den verschiedenen Regionen benötigt, um Dünger herzustellen. Fänge und Ernte verkaufen wir jederzeit an Onkel Jerry. Nebst Fischen und Pflanzen sammeln wir Dekorationen für unser Schiff sowie Accessoires für unseren Gefährten. So lässt sich alles personalisieren und gibt einem eine schöne Aufgabe, während wir über die Meere ziehen.

Der "Cozy-Faktor" in Collector’s Cove ist ziemlich hoch, da Zeit absolut irrelevant ist. Es ist nicht nötig zu einer bestimmten Zeit auf dem Boot zurück zu sein oder gar zu schlafen. Auch verdorren Pflanzen nicht, wenn man vergisst sie eine Weile zu giessen. Nichts, was man tut, eilt. Man kann sich mit allem Zeit lassen und Schritt für Schritt mythische Formen sammeln. Mir gefällt auch die Grafik sowie die Möglichkeit vieles zu personalisieren. Unser Gefährte hat ein paar ziemlich süsse Moves drauf, die er in Kombination mit knuffigen Geräuschen immer mal wieder zeigt. Auch musikalisch wird das Erlebnis durch ruhige Musik und das stetige Meeresrauschen begleitet, und die Steuerung mit dem Controller ist einfach und selbsterklärend.
Fazit:
Für mich hat Collector's Cove definitiv viele Punkte auf der Cozy-Faktor-Skala gesammelt und wird mir auch nach diesem Test noch einige Spielstunden Freude bescheren. Schön finde ich, dass das Spiel für alle Altersklassen, auch die etwas jüngeren, interessant ist und mich nie unter (Zeit-) Druck setzt. Kinder werden möglicherweise Unterstützung eines Elternteils gebrauchen, weil es doch viele Schritte bis zur mythischen Form eines Gegenstandes bedarf. Da es aber keine Pflicht ist diese zu sammeln und man auch einfach nur von Insel zu Insel tuckern, erkunden und Ressourcen sammeln kann, sehe ich dies nicht als Minuspunkt.

Collector's Cover ist als Download für PC, PS5, Switch und Switch 2 erhältlich. Wir haben das Spiel auf der PS5 getestet. Unser Test-Muster stammt von VooDooDuck, wofür wir uns herzlich bedanken.







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