The(G)net Review: Invincible VS
- Armin Medic
- vor 9 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Man muss den Hype reiten, solange der Gaul noch galoppiert. Pünktlich zum Saisonende der vierten Staffel von Invincible schickt Quarter Up ihr erstes Video Game Projekt rund um die kosmischen Knochenbrecher ins Rennen. In wilden Team-Battles hauen sich die Superhelden und deren Rivalen die Fäuste wund.

Wer Marvel und DC, wie ich, in weiten Teilen zu familienfreundlich findet, gönnt sich auch gerne mal härtere Superheldenkost, z.B. mit "The Boys" oder in diesem Falle, die blutige Animations-Serie Invincible. Die Story um den Mensch-Viltrumite Hybrid Mark Grayson alias Invincible dreht sich um dessen Zwist mit seinem Vater Omni-Man. Dieser schleppt zudem noch weitere Probleme in Form von feindlichen Viltrumites, fiesen Ausserirdischen und anderen unliebsamen Gesocks mit. Ich empfehle allen, denen die Serie noch unbekannt ist, umgehend die letzten vier Staffeln durchzubingen. Ihr werdet es nicht bereuen!

Der Plot vom heutigen 2.5D-Prügler ist schnell erzählt. Invincible und seine beiden Kollegen Atom Eve und Rex Plode kommen nicht zur Ruhe. Omni-Man und zwei weitere Viltrumite-Schergen wollen wieder mal die City in Schutt und Asche legen. Statt lang rumzudiskutieren, wird direkt Hand angelegt. Wie sich nach Invincible's Sieg herausstellt, wurden Omni-Man und der Rest der Bande mit unbekannten Implantaten versehen, welche die schon extrem kaltblütigen Übermenschen komplett durchdrehen lassen.

Im Verlauf der Story-Kampagne treffen wir auf einen Haufen alte Bekannte wie Allan the Alien, Battle Beast, Dupli-Kate und sogar Corpo-Schill Cecil Stedman. Insgesamt 18 Kämpfer tummeln sich im farbenfrohen Roster. Das Spiel setzt auf das bewährte und unter Kampfspiel-Fans beliebte 3vs3-Setting, welches Experten bereits von älteren Titeln wie Marvel vs Capcom oder The King of Fighters kennen. Wir stellen uns ein Trio aus den bestehenden Fightern zusammen, wählen eine der beiden Grundfarben und legen los.

Das Kampfsystem wurde anscheinend bewusst simpel gehalten. Eine leichte, mittlere und schwere Attacke bilden die Basis unserer Prügel Kameraden. Auf komplizierte Tastenkombinationen und verrückte Controller-Verrenkungen hat man verzichtet. Dafür nutzen wir den Special-Buttons für heftige Superattacken, wobei wir mit der Richtungstaste verschiedene Specials aus dem Ärmel schütteln, ähnlich wie das Modern-Layout bei Streetfighter 6. Auf den Schultertasten befinden sich zudem unsere beiden Assist-Kommandos, mit denen wir entweder per kurzem Tastendruck unseren Teamkollegen hervorholen, der mit uns gleichzeitig dem Gegenüber ein paar Watschen verteilt. Abgerundet wird die Superhelden-Keilerei mit einem Dash, Würfen und dem Boost Button, der unsere Specials nochmals verstärkt.

Wer tiefer in die Materie eindringen möchte, absolviert nach dem normalen Tutorial das Advanced-Training, wo wir u.a. Assist-Tags, Burst-Moves und Alpha-Counter erlernen. Was leider unterschlagen wird, ist das heftige Kombo-System. Mit der richtigen Tastenfolge hauen wir schon nach einem intensiven Air-Juggle einmal einen Drittel der Energieleiste weg. Hier muss man einfach selbst ausprobieren, wie sich die einzelnen Moves am effektivsten aneinanderreihen lassen. Wir hatten jedenfalls einen Heidenspass, wenn uns in einem Match eine wilde Kombo Serie gelang und der Fiesling blutig am Boden lag.

Während wir im Story-Modus stramm Invincible's Geschichte folgen, gönnt uns der Arcade-Modus für jeden einzelnen Kämpfer separate Einspieler und Endings. Hier stehen uns vier unterschiedliche Levels, "Ladders" genannt, zur Auswahl. Die ersten beiden, die jeweils aus 5 bzw. 7 Fights bestehen, bevor der Abspann rollt, sind frei zugänglich. Die letzten beiden werden erst nach dem Komplettieren der vorangehenden Ladder zugänglich. Im Multiplayer wagen wir uns entweder gegen einen menschlichen Kontrahenten im VS-Modus oder kämpfen gegen die CPU. Online entscheiden wir uns für sorgenfreie Custom Battles oder versuchen im Ranked Mode die Leiter hochzuklettern und auf der internationalen Highscore Liste zu landen. Regelmässig schalten wir vielerlei Zusätze wie Concept Art, Comic-Covers und anderen digitalen Schnickschnack frei, der sich im Extras-Menü in aller Ruhe begutachten lässt. Für die Zukunft sind bereits vier weitere DLC-Charakter in Vorbereitung.

Aber Achtung: Seid gewarnt! Invincible kann teilweise eine echt blutige Angelegenheit sein. Bei einem Sieg liegt der Gegner oft in Einzelteilen am Boden und bei heftigen Hieben fliesst das Hämoglobin wie ein Springbrunnen. Im Optionsmenü lässt sich der Gore Faktor allerdings jederzeit abschalten.
Fazit:
Ich schaue eigentlich kaum noch animierte Serien. Erstens fehlt mir die Zeit und zweitens bin ich nicht mehr so verstrickt mit der Materie wie in jüngeren Jahren. Invincible bildet die Ausnahme. Die wuchtige Story ohne Kompromisse trifft genau meinen Geschmack und als Fan war ich natürlich gespannt, wie sich die Zeichentrickhelden im Videospiel-Genre schlagen. Dass wir hier kein Kaliber wie Tekken 8 oder SF6 vor uns haben, war von vornherein klar. Ich hätte mir aber gerne eine Option gewünscht, wo ich in den verschiedenen Modi die Anzahl der Fighter von 1 bis 3 bestimmen kann. Zwar schreibt sich Invincible VS die "3-vs-3" gross auf die Fahne, aber nur im Storymodus gibt es ein paar vereinzelte Solo-Kämpfe. Also absolut machbar. Hätte nix gekostet, aber etwas an Mehrwert gebracht. Schade.
Dennoch muss sich Invincible VS nicht vor den grossen Brüdern verstecken. Auch wenn die Animationen nicht ganz so rund wirken, liefert Invincible VS solide Kampf-Action, die mit rasantem Tempo, präziser Steuerung und wilden Special Moves überzeugt. Und da man für die Steuerung nicht ein halbes Buch zu lesen braucht, eignet sich die Superhelden-Schlacht auch für lustige Spieleabende mit weniger kampferprobten Freuden.

Invincible VS ist für PS5, Xbox Series X|S und PC erschienen. Wir haben uns das Spiel auf der PS5 angesehen. Das Test-Muster stammt von Skybound Games, wofür wir uns herzlich bedanken!



