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The(G)net Review: Mortal Shell II

Nachdem die Demo bereits in der internationalen Fachpresse hochgejubelt wurde, steht nun endlich der finale Build bereit. Cold Symmetry hat für den zweiten Teil ihres Soulslike die Produktion massiv hochgefahren. Mehr Shells, mehr Levels, mehr Waffen, mehr Feinde und natürlich auch mehr Tode.


Mortal Shell II Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Wir starten nach einem kurzen Prolog in der Main-Hub, dem Marrow Keep. Hier treffen wir auf eine gute Handvoll freundlicher NPCs, die uns verschiedene Dienste anbieten, die wir für die nächsten 30 bis 50 Stunden Spielzeit bitter benötigen: Waffenschmied, Händler und der Rest der Bande. Denn Mortal Shell ist nicht nur um einiges grösser als der Vorgänger, sondern versucht mit drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden seine Fanbase zu erweitern. Mit der vorgegebenen Einstellung steht uns bereits ein harter Weg bevor, aber es kommt noch dicker.


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Rüsten wir ein spezielles Item, die Gloombound Flame aus, verwandelt sich die helle Spielwelt in eine düstere Nacht. Die Gegner schlagen härter zu, verfügen über mehr Lebenskraft und rücken euch noch aggressiver auf die fragile Hülle. Zusätzlich verändert sich die Umgebung in gewissen Teilen, wo wir auch neue Gegenstände und NPCs finden, die uns im normalen Modus verwehrt bleiben. Ein gefundenes Fressen für die Masochisten-Fraktion des Genres. Wer jetzt bereits Anzeichen von PTSD aufweist, darf kurz durchatmen. Rüsten wir nämlich das Slayer Seal aus, aktivieren wir den Easy-Mode und streifen relativ unbekümmert durch die zusammenhängenden Semi-Open World Gebiete. Als Strafe erhalten wir aber keine Trophäen. Platin-Jäger gucken in die Röhre.


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Wie schon im ersten Teil besteht unser Charakter aus einem sehr verletzlichen, hautlosen und hässlichen Schwertschwinger, der nach ein paar Hieben direkt ins Game Over wandert. Um unsere Überlebenschancen zu erhöhen, sollten wir uns zuallererst eine Hülle, die sogenannte "Shell", zulegen. Diese verhindert nicht nur unser schnelles Ableben, sondern begrüsst uns mit ein paar neuen Fähigkeiten. Die erste Shell, die nach ein paar Minuten in unser Repertoire übergeht, ist der Kleinganove und Strauchdieb Tiel. Mit seiner reflexartigen Ausweichrolle und dem Unsichtbarkeits Skill bringt uns die alte Gauner Kapuze zunächst mal über die ersten paar Stunden, bevor wir die nächsten Hüllen aufspüren.


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Das System ist dabei so simpel wie genial. Haben wir uns als Thiel verkleidet, schützt uns die Hülle vor dem sicheren Tod. Stecken wir aber zu viele Treffer ein, haut es uns sprichwörtlich aus der Shell und wir stehen wieder semi-nackt in der Gegend herum. Dieser Effekt lässt sich wieder rückgängig machen, indem wir genügend Gegner im Nahkampf vermöbeln, bis sich unser Shell-Siegel wieder aufgeladen hat. Einmal voll, holen wir uns die Hülle zurück und et voilà sind wir wieder voll einsatzbereit.


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Eine fixe Linie wird uns in Mortal Shell 2 nicht vorgegeben. Bereits zum Start können wir in alle Himmelsrichtungen rennen und werden nur an bestimmten Stellen von korrumpierten Toren aufgehalten. Um diese zu öffnen, müssen wir mehrere Ovas, eine Art mystische Rieseneier, aufspüren und im Marrow Keep in ein bestimmtes Gerät speisen. Danach dürfen wir neue Gebiete betreten und schalten zugleich die Schnellreise frei, damit wir zwischen den verschiedenen Checkpoints, hier "Beacons" genannt, rumtraveln dürfen. Die Beacons dienen nicht nur zum Energie auffrischen und Level Up-Spot für unsere gesammelte Upgrade Währung Gloom. Hier erhöhen wir auch unsere Heilflasks und deren Potenz, reisen zurück ins Marrow Keep oder säubern jeweils das zugehörige Mini Dungeon. Denn unter jedem Beacon verbirgt sich ein kleines Kellerverlies, das uns meistens mit einem Ova versorgt.


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Neben der Oberwelt, wo sich Hunderte von fiesen Gegnern und Monstrositöten tummeln, passieren wir regelmässig spezielle Eingänge, die uns in grössere Dungeons führen, wo wir u.a. neue Shells, Waffen oder andere Items einheimsen. Mal mit oder ohne Mini Boss Fight. Besonders beliebt und auch wichtig sind die Tarstones. Diese magischen Relikte lassen sich für unseren Mortal Sheller in mehrfacher Ausführung ausrüsten und verleihen uns allerlei zusätzliche Buffs die von Giftresistenz, über verbesserte Gloom-Ausschüttung, erhöhte Critical Hit-Chance bis hin zu mehr Munition für unsere Schusswaffen reichen.


Mortal Shell II Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Ihr habt richtig gelesen, in Mortal Shell 2 tragen wir neben Schwert, Dolch oder Axt auch ein paar Wummen mit uns herum. Zu Beginn hantieren wir mit einer Schrotflinte, dürfen später aber auch auf eine Armbrust wechseln oder ballern mit einer Art Maschinengewehr oder Bazooka die Gegner vom Schirm. Sollte unsere Munition aufgebraucht sein, reichen ein paar Hiebe mit der Schlagwaffe, um den Patronen Vorrat wieder aufzufüllen oder wir halten Ausschau nach einer bestimmten Baum-Art, die uns nach dessen Bearbeitung freiwillig ein paar Kugeln überlässt.


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Im Kampf Sektor beruft man sich auf das klassische Souls-Prinzip. Ein leichter und schwerer Schlag, der sich auch aufladen lässt, im Sprint verteilen wir Sprung-Attacken. Interessanterweise hängen wir in Mortal Shell 2 nicht an einer Stamina Bar. Uns geht die Puste nie aus. Für die Defensive lassen uns die Entwickler die Wahl - je nach ausgerüstetem Siegel - wie wir uns vor feindlichen Attacken schützen wollen. Entweder verhärten wir unsere Hülle kurzzeitig und negieren jeden Schaden, blocken klassisch mit der Waffe oder nutzen das kurze Parierfenster. Je nach Aktion füllt sich die Schadensleiste unseres Widersachers schneller oder langsamer auf. Einmal voll, dürfen wir einen besonders dicken Treffer austeilen, der meistens im Ableben unseres Gegenübers endet.


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Wir wollen jetzt nicht mehr tiefer ins Detail in Sachen Ausrüstung und Hüllen gehen. Einen Rat wollen wir aber euch trotzdem noch mitgeben. Experimentiert mit den acht unterschiedlichen Shells und Waffen. Es ist für jeden Spielstil etwas dabei.



Fazit:

War der erste Teil ein solider, aber nicht hervorragender Genre-Vertreter, übertrifft die konsequente Weiterentwicklung des neuesten Ablegers diesen um Welten! Verbessertes Kampfsystem, neue Hüllen, eigener Humor und einen Haufen an weiteren Zusätzen lassen das Herz eines jeden Soulslike-Fans höher schlagen. Auch wenn die Dark Souls-Inspiration immer noch durchsickert, haben wir es hier nicht mit einem seelenlosen FromSoft-Imitat zu tun. Die Entwickler haben sich sehr viele Gedanken gemacht, wie man die Formel auf ein neues Niveau heben kann, ohne das komplette System abzukupfern. Und in den meisten Fällen funktionieren die vielen Neuinterpretationen wunderbar. Die Kämpfe sind wuchtig und dank der Schusswaffen öffnen sich neue Möglichkeiten, die feindlichen Auseinandersetzungen anzugehen. Mortal Shell 2 ist aber alles andere als ein Nachmittagsspaziergang im Wald. Die Gegner, selbst die unscheinbarsten, können euch locker im Nu die Lebensleiste weghauen, wenn ihr nicht auf Zack seid. Die dickeren Brocken hauen euch schnell und ohne Gnade ins Game Over. Erkunden und Suchen gehört zum festen Bestandteil des Nachfolgers, denn nur wer gut gerüstet ins Land zieht und regelmässig das Inventar optimiert, schafft es zum finalen Boss. Ich hätte es begrüsst, wenn noch ein paar mehr Beacons auf der Oberwelt Platz gefunden hätten, denn teilweise müsst ihr halbe Armeen an Widersachern wegschnetzeln, bevor ihr den nächsten Checkpoint erreicht. Hier wurde meiner Meinung nach die Frust-Schraube fast ein bisschen zu fest angezogen. Aber hey, wir sind hier schliesslich im Soulsborne-Genre und nicht im Streichelzoo. Niemand hat behauptet, es sei einfach. Für Neueinsteiger ist Mortal Shell 2 vielleicht nicht der beste Start ins Genre. Fortgeschrittene und Veteranen werden jedoch vollends zufriedengestellt.


Mortal Shell II Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Mortal Shell II ist als Download und physisch für PC, PS5 und Xbox Series X|S erschienen. Wir haben das Spiel auf der PS5 getestet. Unser Test-Muster stammt von U&I Entertainment, wofür wir uns herzlich bedanken.


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