The(G)net Review: Painkiller
- Armin Medic

- 30. Okt. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Die Tore zur Hölle stehen sperrangelweit offen und Hundertschaften ekliger Dämonen krachen in die Szenerie. Mit dem 21-jährigen Erstling hat das vorliegende Werk nur die Optik und den Namen gemein, denn statt Solo rücken wir 2025 den Höllenbengeln im Dreierteam auf die Pelle, egal ob off- oder online.

Wir stecken fest. Als Gefangener im zwischendimensionalen Purgatory, das von der Dämonen Horde regelrecht überrannt wird, bleibt uns nur der Gang zum Galgen oder wir melden uns freiwillig als Dämonenkiller. Doom lässt grüssen. Klassisch entscheiden wir uns für letzteres und bekommen ungefragt zwei Teammitglieder zugeschoben. Sollten sich im Onlinemodus keine anderen menschlichen Mitspieler finden, werden unsere Kameraden automatisch durch CPU-Bots ersetzt, die uns mit viel Firepower unterstützen.

Sollten wir aus irgendwelchen Gründen nicht am Inter-Netz angeschlossen sein, dürfen wir zwar antreten, es wird aber ein separater Speicherstand angelegt, unabhängig vom Online-Fortschritt. Ein Voice Chat existiert derweil nicht, per Touchpad pingen wir den gewünschten Ort an, um unsere Kollegen zu informieren.

Bevor wir die Dämonenbrut mit massig Blei vollpumpen, wählen wir zu Beginn jeweils zwei von sechs unterschiedlichen Waffen aus. Die ersten beiden sind umsonst, der Rest muss mit Ingame-Währung bezahlt werden, die wir während unserer Säuberungsaktion in den drei unterschiedlichen Biomen mit jeweils drei Abschnitten mühsam zusammensammeln. Das erste Level jedes Biomes ist gleich zum Start verfügbar, die restlichen werden erst geöffnet, wenn wir die vorherige Mission erfolgreich abgeschlossen haben.

Nachdem wir uns in der Waffenkammer für unser Loadout entschieden haben, machen wir noch einen kurzen Stop im Tarot Shop. Hier erhalten wir gegen Hartgeld jeweils eine Karte, die uns mit Buffs wie mehr Schuss Schaden, bessere Defensive oder Geld Verdoppler unterstützt. Jeweils maximal zwei der Mini-Perks dürfen wir mit uns tragen.

Auch wenn vier unterschiedliche Charaktere zur Auswahl stehen, bis auf die optische Präsentation unterscheidet sie nur ein Extra Zusatz wie mehr Munition oder schneller Cooldown der Zweitfunktion unserer Waffe. Jede Flinte oder Knarre verfügt über einen alternativen stärkeren Schuss, der aber nur abgefeuert werden kann, wenn sich genügend Energie in der Spezialanzeige befindet.

Stets im Gepäck tragen wir die titelgebende Hauptwaffe. Der Painkiller wird jedoch nur benutzt, falls uns die Patronen ausgehen. Mit seinem rotierenden Klingenrad mischen wir im Nahkampf die Horden an Dämonen auf und füllen im gleichen Atemzug unseren Munitionsvorrat. Ein Blutbad, wie man es selten erlebt hat.

Um zügig durch die Levels zu metzeln, sliden wir per Schultertaste zackig durch die Gegend, nutzen Jump und Air Dash um Abgründe zu überwinden und verwenden Grapple Points und Jump Pads für rasante Ausweichmanöver. Die einzelnen Abschnitte sind relativ ähnlich aufgebaut. Wir spurten und rutschen wie drei Irre durch die Schlauchgebiete. Öffnet sich die Szenerie, erwartet uns ausnahmslos einer der vielen Arenakämpfe. Mal müssen wir drei Wellen überleben, mal spezielle Objekte bergen und deponieren oder einen bestimmten Punkt für eine Zeitlang verteidigen.

Am Ende jedes dritten Abschnittes legen wir uns mit einem der Nephilim-Fürsten an. Überleben wir den Bosskampf, regnet es Prämien und Boni. Leider verlieren wir nach jeder erfolgreichen Mission unsere ausgerüsteten Tarotkarten. Für uns etwas fraglich, aber das Thema werden wir nochmals im Fazit ausführlich behandeln. Nach ein paar Runden ist unser Konto gut gefüllt und wir experimentieren mit den vielen Upgrade Möglichkeiten unserer Knarren. Höhere Schussfrequenz, unterschiedliche elementare Zusätze und neue Ballerfunktionen sorgen dafür, dass sich die relativ geringe Anzahl an Schusswaffen wertiger anfühlt.
Ein Komplettdurchgang dauert etwa 3 bis 4 Stunden.
Fazit:
Wie viele PvE-Spiele wurden dieses Jahr schon veröffentlicht? Zu viele! Und wer spielt das alles? Ich verstehe die Entwickler einfach nicht, die sich auf ein solches Risiko einlassen und hoffen, dass der hart umkämpfte Markt noch etwas abwirft. Aber kommen wir zuerst einmal zum Positiven. Technisch läuft das Dämonenkillen butterweich und mit für mich perfekter Geschwindigkeit. Das Ballern macht unglaublich Spass, die Wummen verfügen über genügend Wucht und die vielen unterschiedlichen Waffenspezifikationen überraschen immer wieder mit krassem Output. Leider steht das ganze spielerisch auf extrem wackeligen Beinen. Die 9 Abschnitte sind schnell durchgespielt, bieten nicht allzu viel Abwechslung, da sich viele Elemente oft wiederholen. Die Gegner sind in allen Biomen, Bosse ausgenommen, stets die gleichen generischen Unholde. Und wären nicht die wirklich tollen Endkämpfe mit bildschirmfüllenden Kanzlern, würde Painkiller noch schlechter abschneiden. Fraglich ist auch das Ingame-Währungssystem. Sehr geizige Ausschüttung, die nach einem Abschnitt nicht einmal genug abwirft, um sich ein neues Schiesseissen zu gönnen. Ganz zu Schweigen von den Tarotkarten, die sich nach jeder Mission auflösen und zum erneuten Nutzen abermals gekauft werden müssen. Da wird der Grind zum Ausdauer Marathon. Warum man sich nicht an den Vorgängern orientierte und der Fangemeinde den lang ersehnten Nachfolger lieferte, bleibt für mich ein Mysterium. Und wer will schon dauernd mit CPU-Bots durch die Gegend semmeln, die zwar perfekt ballern, aber bei Zusatzsaufgaben wie Items aufheben und abliefern komplett versagen? Mit menschlichen Spielern macht es logischerweise mehr Spass. Trotz stabilem Netcode waren Matches mit einem echten Menschen in der Testphase selten. Da dünkt es mich, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine bin. Für mich bietet Painkiller einfach zu wenig Inhalt und eine schwache Struktur, weswegen die Luft bereits raus ist, bevor man sich warmgeschossen hat.

Painkiller ist für PC, PS5 und Xbox Series X|S erschienen. Wir haben das Spiel auf der PS5 getestet. Das Test-Muster stammt von Saber Interactive, wofür wir uns herzlich bedanken!











Kommentare