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The(G)net Review: Process of Elimination

Heute schauen wir uns ein Detektivspiel an. Genauer gesagt eine Visual Novel, in dem es nicht gerade wenige Tote gibt. Process of Elimination, oder zu Deutsch „Ausschlussverfahren“, begrüsst uns gleich zu Beginn mit einer etwas obskuren Szene. Eine unbekannte Entität unterbricht einen live Broadcast, spricht durch einen Stimmverzerrer und stellt uns auch kurz darauf vor eine Wahl, welche doch ein sehr „interessantes“ Ergebnis mit sich bringt.


Process of Elimination Test Review Testbericht PlayStation 4 Nintendo Switch

Hinter der unbekannten Entität verbirgt sich „The Quartering Duke“, ein Snuff-Lord, der offensichtlich Spass am Morden hat und es als die höchste Form der Unterhaltung sieht. Alsbald wechseln wir auf unseren Hauptcharakter Wato, ein angehender Detektiv in Ausbildung, der gerade einer Beschattungsaktion nachgeht. Ein paar Szenen später finden wir uns letztendlich auf einer Insel wieder, wo dann auch die eigentliche Story ihren Lauf nimmt.


Bei Process of Elimination handelt es sich primär um eine Visual Novel. Für die Neulinge: Das bedeutet sehr viel Text zum Lesen und ein paar Bilder im Hintergrund. Es ist in mehrere Abschnitte unterteilt und gegen Ende jedes Kapitels obliegt es an uns eine Aufgabe zu lösen. Hier wechselt das Spiel in einen 3D-ISO Modus und präsentiert ein Spielfeld, wie man es von klassischen SRPGs kennt; Disgaea mal als Beispiel genannt.


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Das Kernziel ist es etwaige Hinweise innerhalb eines knappen Zeitlimits auf dem Spielfeld zu ergattern und Beweise zu analysieren. Hierzu können wir, sofern möglich, unseren Detektiv - oder vielmehr Detektive - zu speziell markierten Feldern navigieren. Haben wir das Feld erreicht können wir es untersuchen oder inspizieren; je nach Typ des Feldes. Ist ein anderer Detektiv in unmittelbarer Nähe, so assistieren wir beim Untersuchen und lösen somit den Hinweispunkt schneller auf. Diese Funktion ist insofern wichtig, da einige Detektive eher Stärken in Assistenz als in Untersuchungen haben. Gleiches gilt auch für das Analysieren von Beweisen. Damit das Konzept noch etwas Pepp bekommt werden, abhängig vom Kapitel, zusätzliche Gewinnbedingungen eingestreut. Mitunter: „Lasse dich nicht von Person X erwischen“ oder „Lasse dich nicht von den unsichtbaren Robotern ermorden“. Anfangs erwähnte ich noch „sofern möglich“. Der Hintergrund dessen ist, dass z.B., abhängig vom Gemütszustand des Detektivs, am Ende des Kapitels oder anderen Umständen, dieser sich anfangs, oder sogar bis zum Ende, nicht steuern lässt und sein eigenes Ding durchzieht. Schaffen wir die Aufgabe nicht, müssen wir das ganze wiederholen.


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Nachdem der 3D-Modus vorüber ist und alle Beweise gesichert sind, geht es in die Schlussrunde: Es startet ein längerer Dialog, der mit Multiple-Choice Fragen sequenziert ist. Hier müssen wir die Hinweise, Beweise und andere Indizien, die wir aus den ganzen Dialogen und dem 3D-Spiel erfahren haben, nutzen und die Fragen richtig beantworten. Tun wir das, so gehen unsere Detektivpunkte hoch, antworten wir falsch, so können wir es noch einmal versuchen, aber unsere Punkte gehen runter. Nach der grossen Enthüllung wird die Bewertung unserer Aktionen eingeblendet und es geht ins nächste Kapitel.


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Die Steuerung an sich ist recht simpel: Knopf drücken, nächster Dialogblock. Die Story hat einen festen Verlauf und ich habe bisweilen nicht beobachten können, dass eine falsche Auswahl Konsequenzen hat. Wir müssen schlicht die Richtige treffen; es gibt nur Punktabzug. Speichern können wir im Grunde immer, mit Ausnahme: 3D-Spiel, Multiple-Choice oder in einigen gescripteten Sequenzen. Weiterhin gibt es noch einen Überspringknopf, der irgendwie halbwegs nutzlos ist und einen Vorwärtsspulknopf. Laden geht eigentlich auch fast immer zu jeder Zeit. Die Steuerung während der 3D-Phase ist recht simple und wird uns sehr ausführlich im Spiel erklärt.


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Tontechnisch haben wir einen szenenmoderierten Hintergrundtrack, der von der etwas lauteren Natur ist. Meine Empfehlung: Stellt ihn auf zwei Balken runter, sonst übertönt er einfach alles. Nebst dessen haben wir ein wunderbares Voice-Acting in Japanisch, welches die Charaktere und ihre individuellen Persönlichkeiten richtig gut zur Geltung bringt. Man hat stellenweise Momente die zum Lachen sind, an anderen Stellen möchte man diversen Personen am liebsten eine verpassen oder man fängt sich z.B. doch schon selbst an zu fragen „Sag mal, vorhin sah das so aus, als ob die Person den doch umgebracht haben könnte?“. Meiner Meinung nach: Daddelt so manch einer bei den ganzen Dialogen nicht auf seinem Mobiltelefon herum, kann schon ein immersives Spielerlebnis aufkommen.



Fazit:

Alles in allem gefällt mir das Spiel richtig gut. Die Story wirkt recht plausibel, auch wenn sie an einigen Stellen fantastische Ausschweifungen aufweist, aber irgendwie müssen ja Detektive mit teils übernatürlichen Kräften erklärt werden. Ein kleines Osterei haben wir übrigens mit den Namen der Orte an denen wir uns aufhalten: Das Labor namens Snarks und die Villa namens Gormenghast. Eine Lewis Carroll Referenz sieht man ja öfters, aber Mervyn Peake? Der Name passt aber auch wunderbar, ist Gormenghast effektiv ein Ort der Intrigen und seltsamen Geschehnisse (kleiner Buchtipp am Rande).

Jedenfalls, wenn ihr nicht müde werdet viele Dialoge zu lesen, ihr kein Problem mit der englischen Sprache habt und ihr Mystery-Krimis mögt, dann ist das Spiel wohlmöglich etwas, das euch gefallen könnte. Erwartet aber bitte keine Story in der Tiefe und Komplexität von Autoren wie Doyle oder anderen in dieser Liga; es ist immerhin nur ein Videospiel.



Wir haben Process of Elimination auf PS4 gespielt. Das Spiel ist auch für Nintendo Switch zu haben. Das Test-Muster stammt von NIS America, wofür wir uns herzlich bedanken.



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