The(G)net Review: R-Type Dimensions III
- Armin Medic
- vor 4 Stunden
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R-Type ist nicht totzukriegen. Irem und Co. hauen in regelmässigen Abständen die Weiterführung ihrer legendären Serie raus. Diesmal dürfen wir uns auf ein Remake aus den Super NES Zeiten freuen - mit neuen Funktionen und der Option zwischen klassischem 2D und dem modernen dreidimensionalen Upgrade.

Das Bydo Imperium ist zurück. Die gnadenlose Biotech-Kreation hat sich von den Niederlagen aus der Vergangenheit erholt, ihre Armada wieder auf Vordermann gebracht und plant erneut die Herrschaft über die Menschheit zu erlangen. Im Grunde sind wir ja selber schuld, hätten wir nicht mit risikoreichen Experimenten rumgespielt, wäre es gar nicht zu dem kosmischen Scharmützel gekommen. Dass die damaligen Entscheidungsträger nicht selber ihre Sauerei aufräumen ist ebenfalls klar. Machen sie ja nie. Also liegt es wieder mal an uns, mit unserem flinken Weltraum Flitzer die Ausgeburten aus dem All zu neutralisieren.

Auch diesmal gab man die Entwicklung in die fähigen Hände der deutschen Softwareschmiede Kritzelkratz 3000, die sich diesmal den Super NES-Titel R-Type III: The Third Lightning aus dem Jahre 1993 zur Brust genommen haben. Damals als Exklusivtitel veröffentlicht, gab es bis auf einen GBA-Ableger keine weiteren Umsetzungen. Irem hat den Retro-Titel aus der Versenkung geholt und dem 2D-Shooter ein modernes Gewand verpasst.

Wer sich nahe am Original halten möchte, wählt den ursprünglichen 2D-Pixel-Modus. Für den Rest steht die frisierte Variante zur Verfügung, wo man sämtliche Gegner und Hintergründe in 3D nachgebaut hat und dem ganzen sogar einen kleinen Tiefeneffekt verpasste. Ausserdem fügte man zu den zwei ursprünglichen R-Type-Space Jets noch ein weiteres Raumschiff hinzu. Dieses unterscheidet sich durch eine neue Schuss- und Drohnenfunktion.

Am eigentlichen Spielablauf wurde nichts verändert. Wir ballern entweder per Turbo-Schuss auf die Feinde oder laden unseren zweistufigen Beam auf, um ganze Gegner Trauben auf einmal vom Bildschirm zu fegen, während wir unsere Drohne entweder hinter uns als Rückendeckung nutzen oder als Vorhut zum vorderen Teil des Screens senden. Powerups schanzen uns neue Schussvarianten zu, verschnellern unseren Speed oder statten uns mit Schutz Orbs aus. Sämtliche Gegner-Formationen, Bosse und Levelabschnitte wurden 1:1 dem SNES Original nachempfunden.

In insgesamt sechs Levels kämpfen wir uns durch feindesverseuchte Abschnitte, in denen nicht nur aus allen Rohren geschossen wird, sondern uns auch die Umgebung gerne mal ein Bein stellen möchte. So erscheint nach einem Mini Boss-Fight plötzlich eine Wand, an der unser Kreuzer beinahe zerschellt. Unerwartet auftauchende Laser Geschosse aus dem Off machen uns das Leben schwer oder auf einmal dreht sich der Screen um 360 Grad und wir entkommen nur knapp einer Kollision.

R-Type Dimensions 3 ist nichts für schwache Nerven. Im normalen Modus stehen uns zwei Schwierigkeitsgrade zur Auswahl (Normal und Advanced), die es faustdick hinter den Ohren haben. Bereits auf Normal kamen wir trotz unendlicher Continues gehörig ins Schwitzen. Das lag nicht nur am knackigen Leveldesign, das uns bei einem einzigen Treffer zum letzten Checkpoint zurück degradiert, sondern auch an deren Platzierung selbst. Wer die Abfolgen nicht auswendig lernt, wird es im Original-Modus kaum über den ersten Abschnitt hinaus schaffen. Um den Frustfaktor für weniger erfahrene Shmupper zu minimieren, darf man nach dem Startscreen auf die Infinite-Funktion zurückgreifen. Hier verfügen wir über unendlich viele Schiffe und werden sofort wiederbelebt. Als Gegenzug werden keine Trophäen ausgeschüttet. Im Grafikmenü lassen sich verschiedene Parameter wie Ausschalten der Scanlines oder verbesserte Pixeloptik einstellen. Und da es sich zu zweit immer besser ballert, legte Kritzelkratz 3000 einen Koop-Modus bei. Im Duo nehmen wir simultan die Invasoren aufs Korn.
Fazit:
Von Sadisten für Masochisten. R-Type Dimensions 3 ist nichts für Frust-veranlagte Hobby-Gamer! Ich kapituliere selten vor den Visionen der Entwickler, aber alles hat seine Grenzen. Auch wenn ich mich schon durch zahlreiche Weltraum-Ballereien schoss, musste ich hier selbst als alter Shmup-Fan aufgrund des gnadenlosen Schwierigkeitsgrades die Segel streichen. Das Gegnerverhalten und die Umgebungsgefahren waren mir irgendwann zu mühsam und ich wechselte nach zahllosen Abschüssen in den Infinity-Modus. Hier egalisiert sich zwar die Schwierigkeit, dennoch staunte ich bis zum Schluss über das Dauerfeuerwerk der GPU. Teilweise wusste ich nicht, warum ich schon wieder ein Schiff verloren hatte. Kein Wunder, wenn jeder noch so kleine Gegner unerwartet noch ein Treffer landet, während ich unter riesiger Hektik meinen Piloten aus der Gefahrenzone schaffen möchte. Ohne minutiöses Auswendiglernen verlieren wir unser Schiff teilweise im Sekundentakt. Hinzu kommen noch die schwammigsten Bosse der jüngsten Shoot'em Up Geschichte. Mehrere Minuten Bossfight sind an der Tagesordnung. Klar, uns steht ein dicker Charge Move zur Seite, aber aufgrund des ewigen Dauerfeuers der feindlichen Bydo-Schergen bietet sich kaum eine Chance den Beam aufzuladen. Da haperts ein wenig an der Balance. Rein technisch gibt es jedoch nichts zu meckern. Die Damen und Herren von Kritzelkratz 3000 beherrschen ihr Fach. R-Type Dimensions 3 ist eher was für ganz abgebrühte Experten und erreicht leider nicht ganz das Level von R-Type Final, von dem ich mir sehnlichst eine Fortsetzung wünsche.

R-Type Dimensions 3 ist für PC, PS5, Xbox Series X|S und Switch 2 erhältlich. Wir haben uns das Spiel auf der PS5 angesehen. Das Test-Muster stammt von ININ-Games, wofür wir uns herzlich bedanken!



