The(G)net Review: Styx: Blades of Greed
- Stephan Eggenberger

- 3. März
- 4 Min. Lesezeit
Vielleicht kennt ihr ihn: Er ist klein, grün und gemein. Nein, es ist keine neue Shot-Variante, sondern Styx. Der namensgebende Goblin hat bereits zwei Abenteuer auf dem Buckel und erscheint nun nach neun Jahren wieder auf dem Bildschirm. An seinem Ziel zu Rauben und zu Morden hat sich nichts geändert. Diesmal hat er es auf magisches Quarz abgesehen und wird wieder alles dafür tun, soviel wie möglich davon zu bekommen.

Styx: Blades of Greed knüpft nahtlos am Ende des letzten Teils (Shards of Darkness) an. Styx und seine zweiköpfige Crew stürzen mit ihrem Luftschiff in einer Stadt mit dem schlichten Namen «The Wall» ab. Diese ist, wie der Name bereits vermuten lässt, in die Höhe gebaut und lädt zum erkunden und klettern ein. Bevor das Abenteuer aber richtig losgeht, braucht Styx erst ein neues Flugschiff inklusive Captain. Glücklicherweise befindet sich so einer gerade in der Stadt. Obwohl der grüne Gnom alles anderes als ein Charmebolzen ist, bekommt er natürlich sein Luftschiff und lernt auch neue Crew-Mitglieder kennen.

Unterstützt wird er von der bereits bekannten Kriegerin Helledryn, dem Elben Djarak und den Zwergen Irving und Jasper. Dann gibts noch die böse Inquisition, welche auch etwas im Schilde führt und eine geheime Macht namens Flux, welche immer wieder mit Styx kommuniziert. Als Spieler ist man in den weitläufigen Levels aber stets allein unterwegs.

Die Haupt- und Nebenmissionen bestehen meistens darin, das begehrte Quarz zu finden, welches unser Antiheld interessanterweise absorbieren kann, was wiederum neue Upgrades freischaltet. Ausserdem locken auch Goldharze, Relikte und allerlei verwendbare Materialen die Gier des griesgrämigen Goblins. Wie wir diese Ziele erreichen ist uns überlassen, und hier kommt das vielseitige Gameplay zum Tragen. Die offene Konfrontation mit Gegnern sollte jedoch tunlichst vermieden werden. Zwar ist Styx mit den im Titel erwähnten Klingen ausgestattet, aber im direkten Kampf zieht er meistens den Kürzeren und die eher harzige Steuerung tut den Rest.

Lautloses Schleichen und Töten ist also auch im dritten Teil wieder das Motto der Stunde. Und hier werden alle gängigen Klischees aus dem Stealth-Genre mitgenommen. Styx huscht von Deckung zu Deckung oder bewegt sich unterirdisch durch Kanäle. Wachen, die im Wege stehen, werden abgelenkt und umgangen oder lautlos aus dem Hinterhalt ausgeschaltet, wenn möglich sogar aus der Distanz. Lichtquellen können ausgepustet oder mit Wurf-Sand aus der Entfernung gelöscht werden. Wenn bei stärkeren Gegnern die Klinge allein nicht reicht hilft es, ihnen Gift ins Getränk zu kippen oder wir erschlagen eine ganze Gruppe mit einem von der Decke hängenden, schweren Gegenstand.

Es lohnt sich die Gegend zu erkunden und auch mal durch ein Schlüsselloch zu gucken, bevor man den Raum betritt. So kann man die weitläufige Spielwelt komplett für sich nutzen. Schlau sind die Feinde aber nicht und folgen stur ihren zugewiesenen Laufwegen. Im weiteren Spielverlauf kommen neue Gadgets dazu. Dank dem Greifhaken erklimmen wir höhergelegene Areale und mit dem Fallschirm kommen wir auch wieder sicher runter. In einem Fantasy Abenteuer darf natürlich auch die Magie nicht fehlen. Styx kann einen Klon von sich erstellen oder sich für kurze Zeit unsichtbar machen und einfach an Wachen vorbeispazieren. In Schränken werden getötete Gegner versteckt oder wir verstecken uns selber darin, falls wir doch Mal entdeckt werden. Denn selbst gegen einen herumstehenden Stuhl zu laufen verursacht schon genug Lärm, dass Wachen aufmerksam werden.

In unserem neuen Luftschiff, welches quasi als mobile Zentrale dient, wählen wir die nächste Mission in einer der drei Karten aus. Neben The Wall, gibt es da noch die Akenash Ruins und das dschungelartige Turquoise Dawn.
Leider ist es oft die Steuerung, die mir hier einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Diese könnte etwas flüssiger und einfach intuitiver sein. Um einen Gegner aus dem Hinterhalt einer Kiste heraus auszuschalten, muss ich mich zuerst per Knopfdruck an diese anlehnen, damit ich per weiterem Tastendruck die Aktion ausführen kann. Auch die Kameraperspektive steht nicht immer in der Gunst des Spielers, vor allem in kleinen Räumen. Glücklicherweise kann man dafür fast überall frei speichern.
Fazit:
Ich gebe zu, dass ich die Vorgängerteile nicht gekannt, geschweige denn gespielt habe, obwohl ich Stealth Spiele mag. Freunde dieses Genres werden hier auf alle Fälle gut bedient. Dank den drei grossen und abwechslungsreichen Welten und der Vielzahl an Möglichkeiten können sich Fans richtig kreativ austoben um an ihr Ziel zukommen. Eine positive Bewertung für einen makellosen Durchgang, wie z.B. in Hitman, gibt einem das Spiel aber nicht. Sorgen macht mir der technische Zustand. Über die farblich eher langweiligen Levels kann ich noch hinwegsehen, aber das teilweise wirklich spürbare Ruckeln und Aufpoppen von Objekten sollte nun wirklich nicht sein. Der Spielspass wäre auch um einiges höher, wenn die Steuerung flüssiger von der Hand ginge, vor allem wenn ich auf der Flucht bin und überall anecke oder direkt in den Tod stürze, weil die Kamera mir mal wieder den Weg nicht zeigt. Die Story und ihre Charaktere werden zwar keinen Oskar gewinnen, lockern die Schatzjagd aber mit viel schwarzem Humor auf. Im Herzen ist Styx: Blades of Greed also ein gutes Spiel, bei dem mindestens alle Schleich-Freunde zugreifen können.

Styx: Blades of Greed ist für PS5, Xbox Series X|S und PC erschienen. Wir haben uns das Spiel auf der PS5 angesehen. Das Test-Muster stammt von Nacon, wofür wir uns herzlich bedanken!







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