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The(G)net Review: The Crew Motorfest

Kennt ihr diese Meme: «Can I copy your homework?» - «Sure, just change it up a bit, so it doesn’t look obvious…». Wäre The Crew Motorfest ein Microsoft Spiel, würde garantiert «Forza» und «Horizon» auf der Packung stehen. Aber wie heisst es so schön? «Lieber gut kopiert, als schlecht selbst erfunden!».


The Crew Motorfest Test Review Testbericht Xbox PlayStation

The Crew Motorfest – oder kurz TCM – macht keinen Hehl daraus, wo es seine Inspiration her hat. Gleich von der ersten Sekunde an werden wir in ein Racing Festival geworfen, das von der Aufmachung, der Grafik, den Aktivitäten, Challenges, Collectables und dem Gameplay her seinem Vorbild Forza Horizon verblüffend ähnlich sieht. Der «Change Up» kommt in Form von Motorrädern, Flugzeugen und Booten ins Spiel. Wie bereits The Crew 1 und 2 ist Ubisoft's Open World Racer nicht nur auf Autos beschränkt. Auf Knopfdruck und gänzlich ohne Ladezeiten wechseln wir zu jeder Zeit vom Rennwagen zum Flieger oder ins Powerboat.


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Nach den zwei eher durchschnittlichen Vorgängern hat Ubisoft dazugelernt. Die Fahrphysik fühlt sich jetzt gut an. Zumindest, wenn man die zahlreichen neuen Einstellungsmöglichkeiten für Controller und Gameplay nutzt. Die geben mir Mittel in die Hand, um das anfänglich sehr Arcade-lastige Fahrgefühl für meinen doch eher puren Renngeschmack zu optimieren. Fahranfänger mögen mit den Hilfen glücklich werden. Ich als "Amateur" stelle aber lieber den Overkill an Fahrhilfen wie ABS, TCS, Brems-, Kurven- und Lenkhilfen im Menü aus. Spielerisch gibt sich TCM keine Blösse und ich fühle mich pudelwohl.


Dreh- und Angelpunkt des Motorfests ist die Insel Hawaii. Das tropische Archipel im Pazifischen Ozean ist dabei in 8 Biome unterteilt, die sich optisch teils stark unterscheiden. Es gibt Regenwald, urbane Örtlichkeiten, offene Felder mit Trockenzonen, Vulkangebiete, Berge und Strände. Nur echter Urlaub ist schöner. Gefahren wird mit einer immensen Auswahl an Vehikeln von über 50 namhaften Herstellern. Und als wäre das nicht genug, darf man zu Beginn des Spiels auch noch seine Flug- und Fahrzeuge aus The Crew 2 importieren, sollte man das damals gespielt haben.


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Was TCM von Horizon weiter abhebt ist die Tatsache, dass wirklich alle Fortbewegungsmittel gleich beim Start über einen Boost verfügen, der sich automatisch wieder auflädt. Bei den Formula One Rennen sind sogar einfache Boxenstopps mit von der Partie. Beides sorgt für einen zusätzlichen, taktischen Layer und gerade im Multiplayer für spannende Momente. Abseits des Renngeschehens absolvieren wir 7 Mini-Games und rasen im Free-Drive durch Blitzer, über Schanzen, schiessen Fotos, fahren Slalom oder suchen nach wertvollen, versteckten Schatzkisten. Während wir uns durch die zahlreichen Playlists ackern, sammeln wir Erfahrungspunkte und Kohle, die in neue Wagen, Upgrades und kosmetische Items investiert werden. Apropos «Kosmetik»; auch in TCM lassen sich eure Vehikel mit Bodykits, Stickern und selbst designten Liveries aufhübschen, eben ganz wie in Forza Horizon. Ihr dürft eure Kreationen sogar öffentlich ausstellen und von anderen Online-Spielern in einer Art Lobby, die man zu Fuss mit seinem Avatar erkundet, bewerten lassen.


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The Crew Motorfest ist ein Service-Game mit (eingeschränkter) Crossplay Funktionalität und kommt als solches mit allen Pros und Cons daher, die diese Gattung von Spiel halt so mit sich bringt. Zu den Pros gehören sicherlich wöchentlich aktualisierte Playlists, 32 Spieler Free-Roam und Herausforderungen mit zeitlich beschränkten Belohnungen. Wer mit Freunden in einer «Crew» spielt hat zudem gewisse Vorteile, wie z.B. mehr Erfahrungspunkte. Schade, dass Crossplay mehr schlecht als recht implementiert wurde. Xbox- und PlayStation Spieler können beispielsweise nur vereinzelte Rennen zusammen fahren. Free-Roam gibt's hier leider nicht. Selbst PC- und Xbox-Gamer finden nur mühsam via Ubisoft Connect zusammen. Da sollte man dringend nachbessern.


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Zu den Cons zählen zahlreiche Monetarisierungen und Microtransaktionen mit gleich drei (!) unterschiedlichen Währungen. Ubisoft ist wirklich ein Meister darin, euch die hartverdienten Credits aus der Tasche zu ziehen. Neben einem Rennpass mit Tier-Stufen werden nach jedem Race per Zufall Fahrzeugteile ausgeschüttet, die farblich kodiert nach «Standard», «Rare», «Episch» und «Legendär» unterteilt sind. Die Chancen für epische oder legendäre Teile stehen je nach Leistung und Schwierigkeitsgrad besser oder schlechter. Ubisoft wäre nicht Ubisoft, wenn man da nicht mit Echtgeld nachhelfen könnte. So lassen sich die Chancen auf epische Teile mit Echtgeld verbessern, indem wir im Shop entsprechende Materialen kaufen. Böse Zungen nehmen bei sowas gerne die Wörter "Pay to Win" in den Mund. Sogar für Dinge, die in anderen Spielen einfach freigespielt werden können, wie z.B. getönte Scheiben, wird man hier zur Kasse gebeten. Klingt unfassbar, ist es auch, zumal man im Beispiel «getönte Scheiben» diese nicht einmal für alle Wagen gebrauchen kann. Ehrlich gesagt war ich über die masslose Gier richtiggehend schockiert und natürlich fliesst das am Ende auch in meine Wertung mit ein.


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Mit dem Userinterface, also den Menüs, konnte ich mich auch lange nicht anfreunden. Alles ist extrem verschachtelt, unübersichtlich und verwirrend angeordnet. Zumindest technisch lässt sich Ubisoft nicht lumpen. Die Motorensounds sind knackig, die Grafik hübsch, die Ladezeiten extrem kurz (im Fast Travel praktisch gleich 0) und die Performance lässt auf Xbox Series X absolut keine Wünsche offen. Motorräder fühlen sich toll an, gerade auch was die Animationen der Fahrer angeht – was selbst dedizierte Motorradspiele nicht immer hinbekommen. Boote und Flugzeuge hingegen sind nicht so wirklich mein Ding. Im kühlen Nass und in der Luft fehlt mir eine gute Physikengine. Selbst Wave Race 64 oder Pilot Wings haben das vor über 20 Jahren gefühlt besser hinbekommen. Und natürlich ist Hawaii ein nicht ganz so grosser Playground wie in den Vorgängern. Dort durfte man ja bekanntlich durch die ganze USA reisen.


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Die Selektion der thematisch unterschiedlichen Playlists und die Progression im Spiel selbst haben mich dafür stets hochmotiviert zurückgelassen. Jede davon zeichnet sich durch eine bestimmte Atmosphäre, Ziele, Spielweise und Belohnungen aus: Ich trete das Gaspedal durch in der wilden Welt der amerikanischen Muscle Cars und Monster Trucks, brettere mit dem Buggy quer durch die Pampa in Cross Country Events, zerpflücke die Gegner im Demolition Derby oder beherrsche die nächtliche Street Racer Szene im japanischen Stil. Dabei lerne ich legendäre Maschinen der Vergangenheit von Porsche bis Lamborghini zu beherrschen und entdecke eine Ära vor GPS und Fahrassistenz.


Rennspielfans werden auf alle Fälle glücklich mit diesem rundumsorglos Paket. Sogar Elektro-Supercars und Drift-Rennen sind mit dabei. Jede Playlist wird mit hübschen Live-Videos eingeführt und ein paar davon sogar von berühmten Influencern wie SupercarBlondie oder Mr. Donut moderiert. Nur das leicht nervige Dauergelaber meines Navis hätte dann nicht unbedingt sein müssen.



Fazit:

Mit The Crew und The Crew 2 wurde ich nie so richtig warm. The Crew Motorfest hingegen konnte mich überzeugen und bietet für Rennspielfans ein nahezu fehlerfreies Gesamtpaket. Das liegt vor allem am verbesserten Handling der zahlreichen Fahr- und Flugzeuge und den motivierenden und abwechslungsreichen Playlists. Gerade das Fahrgefühl der Motorräder, etwas, das nur wenige Spiele gut hinbekommen, hat mich äusserst positiv überrascht. Ohne die vielen, in meinen Augen überflüssigen, Fahrhilfen, fährt The Crew Motorfest fast an die Genre-Spitze. Natürlich trägt auch die zum grossen Teil äusserst hübsche Präsentation, der knackige Sound der Motoren und die ruckelfreie Grafik (im Performance Mode) ihren Teil dazu bei. Übel wird mir nur bei der aggressiven Monetarisierung. Holy Hell Ubisoft? What are you doing?? Ihr verlangt wirklich für alles Kohle, sei es in-game oder Echtgeld. Ich kann nicht glauben, dass man mir für sowas popeliges wie z.B. getönte Scheiben echtes Geld aus der Tasche zieht und ich diese dann nicht einmal bei allen Wagen verwenden darf. Was ist da los? Das gibt leider Punkteabzug. Abgesehen davon macht The Crew Motorfest fast alles richtig, auch wenn man Innovationen mit der Lupe suchen muss und sich vieles einfach stinkfrech nach «Forza Horizon» anfühlt. Ach, und nicht vergessen, TCM lässt sich nicht offline spielen. Eine aktive Internetverbindung ist ein Muss!


The Crew Motorfest Test Review Testbericht Xbox PlayStation

Wir haben The Crew Motorfest auf einer Xbox Series X getestet. Das Spiel ist auch für PS4/5, Xbox One und Series S sowie den PC erhältlich. Das Test-Muster stammt von Ubisoft, wofür wir uns herzlich bedanken!



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